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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.06.2024

Neubeginn in der alten Heimat

Das Licht in den Birken
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Bereits seit "Die Rückkehr der Kraniche" habe ich festgstellt, dass Romy Fölck nicht nur das Genre "Krimi" kann, sondern auch gefühlsbetonte tiefgründige Romane schreibt.
Im aktuellen Buch treffen ...

Bereits seit "Die Rückkehr der Kraniche" habe ich festgstellt, dass Romy Fölck nicht nur das Genre "Krimi" kann, sondern auch gefühlsbetonte tiefgründige Romane schreibt.
Im aktuellen Buch treffen wir auf drei unterschiedliche Charaktere, die mehr oder weniger zufällig zu einer Schicksalsgemmeinschaft werden. Da ist Thea, die vor zwanzig Jahren nach der Trennung von ihrem Mann nach Portugal ausgewandert ist, um dort Schafe zu züchten und nun in ihre alte Heimat in der Lüneburger Heide zurückkehrt; Benno, ein alter, mit sich und seinem Leben scheinbar unzufriedener Grantler, der offenbar nur seine Tiere liebt, denen er auf seinem heruntergewirtschafteten Gnadenhof eine Chance gibt; Juli, eine junge Frau, die sich auf einer langen Wanderung den Fuß verletzt. Alle drei schleppen Altlasten mit sich, die nicht so leicht zu entsorgen sind.
Die Autorin hat diese so unterschiedlichen Personen toll chrakterisiert, das Zusammenleben der drei auf dem Hof mit all seinen Problemen aber auch schönen Augenblicken wurde wunderbar plastisch dargestellt, die tollen Landschafts- und Umgebungsbeschreibungen haben mich den Hof direkt vor meinen Augen sehen lassen. Kleine Episoden mit den Tieren lockern die Geschichte, die warmherzig und zugleich auch ernsthaft ist, sehr schön auf.
Eine tolle Botschaft, dass es nie zu spät für einen Neustart ist und dass das Zusammenleben erst gelernt werden will, kommt für mich gut und nicht zu aufdringlich herüber. Gerne habe ich dieses Buch wieder gelesen, der Vorgängerroman hatte für mich allerdings noch etwas mehr Tiefgang.

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Veröffentlicht am 21.04.2024

Ein Fest der Sinne

Die Spaghetti-vongole-Tagebücher
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Was tun, wenn der eigene Geburtstag ansteht und man/Mann als Deutscher in Italien die italienische Schwiegerfamilie essenstechnisch beeindrucken möchte?

Der Autor nimmt uns mit diesem wohl offensichtlich ...

Was tun, wenn der eigene Geburtstag ansteht und man/Mann als Deutscher in Italien die italienische Schwiegerfamilie essenstechnisch beeindrucken möchte?

Der Autor nimmt uns mit diesem wohl offensichtlich autobiografischen Roman mit auf eine kulinarische Reise nach Italien. In lockerer Abfolge lernen wir, wo man die besten Waren einkauft, mit welchen Tricks und Hingabe diese zuzubereiten sind, ohne genauere Rezepte preiszugeben. Alles dient dem einen grossen Ziel: der geplanten Geburtstagsfeier. Wie "im wahren Leben" geht auch einiges schief, vieles gelingt, auch weil sich am Ende die Familie wie selbstverständlich und unterhaltsam in der Küche versammelt, um mitzuhelfen. Das eigentliche Fest ist am Ende wohl nur noch Nebensache.

Auch wenn ich mir in diesem Buch eher die Konflikte mit den Schwiegereltern auf humoristische Weise vorgestellt hatte, diese aber nur ganz am Rande eine Rolle spielen, hat mich das Buch sehr angesprochen. Aus jeder Seite habe ich den Duft nach Essen gespürt, man sollte nicht hungrig zur Lektüre greifen und gerne einen kühlen Prosecco zu Hand haben.

Gerne habe ich den Autoren auf seiner kulinarischen Reise begleitet und gelernt, dass man mit entsprechender Zeit die Essenszu- und Vorbereitung durchaus mal richtig zelebrieren sollte.

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Veröffentlicht am 17.04.2024

Falls eins für das Damen-Trio

Heiner ist tot
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Die flotten Seniorinnen Karin, Elsbeth und Ursel leben in einer WG an der Ostsee in der Nähe von Kiel und schauen im TV mit Begeisterung den sonntäglichen "Tatort". Als Karin bei einem Strandspaziergang ...

Die flotten Seniorinnen Karin, Elsbeth und Ursel leben in einer WG an der Ostsee in der Nähe von Kiel und schauen im TV mit Begeisterung den sonntäglichen "Tatort". Als Karin bei einem Strandspaziergang den örtlichen Postboten Heiner erstochen im Strandkorb auffindet, ruft das die drei Hobby-Detektivinnen sofort auf den Plan: Das ist die Geburtsstunde des sogenannten "Ostsee-Mordclubs".

Mit viel Witz und Humor aber auch Spürsinn begleiten wir die Damen nicht nur bei ihren Ermittlungen, sondern vor allem auch durch ihren täglichen WG-Alltag. Der Mordfall tritt fast ein wenig in den Hintergrund, so unterhaltsam habe ich die Beschreibung der drei taffen Ladys empfunden, bei denen mal überlegen kann, welche Leiche sie wohl selbst im Keller beherbergen.

Ein leichter und spritziger Krimi für zwischendurch, bei dem ich das Ende nachher nicht mehr ganz so wichtig, aber auch nicht so wirklich spannend fand. Dennoch haben mich die Damen mit ihrer lebensbejahenden Art begeistert, auf den nächsten Fall bin ich aufgrund des kleinen Cliffhangers am Ende sehr gespannt.

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Veröffentlicht am 02.04.2024

Mord unter der Sonne

Roter Sand - Mord auf Gran Canaria
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Der ehemalige Polizist Fabio, genannt "Flaco" wurde aus dem Dienst gemobbt und arbeitet nun als persönlihcer Sicherheitsmann für eine exzentrische Hotelbesitzerin auf Gran Canaria. Als er bei einem Strandspaziergang ...

Der ehemalige Polizist Fabio, genannt "Flaco" wurde aus dem Dienst gemobbt und arbeitet nun als persönlihcer Sicherheitsmann für eine exzentrische Hotelbesitzerin auf Gran Canaria. Als er bei einem Strandspaziergang auf die Leiche eines Ermordeteten trifft, gerät er schnell ins Visier seiner ehemaligen Kollegen. Daher beginnt Flaco, selbst zu ermitteln.

Es handelt sich um den ersten Band einer neuen Reihe um den Privatermittler Flaco auf Gran Canaria. Wie ich es aus südländischen Krimis kenne und auch liebe, sind die Charaktere hier sehr speziell. Gerade Flaco hat eine sehr lockere Art und eckt mit seine flapsigen Sprüchen manches Mal an. Dahinter steckt jedoch ein gut kombinierendes Ermittlerhirn, welches nach und nach die richtigen Schlüsse zieht. Neben dem eigentlichen "Fall", der für mich einiges an Spannung und Wendungen brachte, mochte ich hier insbesondere die südländische Art, die Beschreibung von Land und Leuten, Essen und Trinken.

Gerne freue ich mich auf einen Folgeband und vergebe gute 4 Sterne!

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Veröffentlicht am 31.03.2024

Vermisst in Kiel

Orkantief
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Der sechsjährige Kalli und seine Mutter Anne sind seit drei Jahren spurlos verschwunden, als ein Unwetter die sterblichen Überreste des Kleinen zu Tage fördert, er kam durch einen Unglücksfall ums Leben. ...

Der sechsjährige Kalli und seine Mutter Anne sind seit drei Jahren spurlos verschwunden, als ein Unwetter die sterblichen Überreste des Kleinen zu Tage fördert, er kam durch einen Unglücksfall ums Leben. Doch was ist mit der Mutter? Wollte sie ein neues Leben beginnen oder steckt ein tödliches Geheimnis hinter ihrem Verschwinden? Da die Polizei den "Fall" zu den Akten gelegt hat, machen sich die beiden Hobbyermittlerinnen Wanda und Telse an die Arbeit.

Es handelt sich um den zweiten Band einer Reihe, der eigenständig gelesen werden kann. Wir bereits zuvor, sind mir Wanda und Telse mit ihren Spürnasen sowie ihrer anpackenden unkonventionellen Art wieder sehr ans Herz gewachsen. Neben dem eigentlichen Fall, der hier teilweise ein wenig in den Hintergrund tritt, spielen Umweltaspekte und das private Umfeld eine wesentliche Rolle. Ein guter Schuss Humor sowie gesunder Menschenverstand sind den beiden dabei wieder sehr hilfreich, ich habe so manches Mal über die forsche Art der beiden schmunzeln müssen.

Die Auflösung des Falls war meines Erachtens etwas vorersehbar, ein Überrachungseffekt fehlte mir ein wenig, daher ein Punkt Abzug für einen humorvollen Krimi um zwei sympathische und taffe Privatdetektivinnen.

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