Ein schön illustriertes Büchlein für die Kleinen, um ein paar Begriffe aus den Naturwissenschaften kennenzulernen. Sicherlich als nette Abwechslung für zwischendurch oder auch unterwegs recht nützlich. ...
Ein schön illustriertes Büchlein für die Kleinen, um ein paar Begriffe aus den Naturwissenschaften kennenzulernen. Sicherlich als nette Abwechslung für zwischendurch oder auch unterwegs recht nützlich. Als ebook ist es für die Kleinen nicht wirklich geeignet. Deswegen kann ich nur meine Meinung als Erwachsene dazu abgeben. Ich fand es für den Themenkomplex "Wissenschaft" dann doch zu unvollständig und willkürlich von der Wahl der Begriffe.
"Das Fenster zur Welt" von Sarah Winman entführt die Leser in die Toskana während des Zweiten Weltkriegs, wo der junge britische Soldat Ulysses und die sechzigjährige Kunsthistorikerin Evelyn auf unerwartete ...
"Das Fenster zur Welt" von Sarah Winman entführt die Leser in die Toskana während des Zweiten Weltkriegs, wo der junge britische Soldat Ulysses und die sechzigjährige Kunsthistorikerin Evelyn auf unerwartete Weise zusammenkommen. Ihre Begegnung, wenn auch kurz, hinterlässt Spuren, während sie sich im Laufe der Zeit aus den Augen verlieren, um sich später wiederzufinden.
Winmans Roman fokussiert sich weniger auf die Ereignisse des Krieges, sondern vielmehr auf die Leben der Protagonisten und ihrer Weggefährten über Jahrzehnte hinweg. In einer ausgewogenen Mischung aus England und Florenz entfaltet sich eine Geschichte über Freundschaft, Lebenslust und die Höhen und Tiefen des Daseins. Während Ulysses und Evelyn eine besondere Bindung teilen, sind es auch ihre Freunde und Begleiter, die das Buch mit Leben erfüllen, auch wenn nicht alle von ihnen gleichermaßen sympathisch sind.
Während einige Charaktere wie Evelyn an Tiefe gewinnen, wirken andere wie Ulysses oft eindimensional und unrealistisch.
Die Komplexität im Verlauf des Romans lässt nach, und die Geschichte beginnt, an Authentizität zu verlieren, während sie sich in eine kitschige Inszenierung verwandelt. Einige Passagen, insbesondere kunsthistorische Diskussionen, habe ich als langatmig empfunden und das Lesevergnügen beeinträchtigt.
Insgesamt ist "Das Fenster zur Welt" ein Buch, das durch seine malerische Kulisse und die menschlichen Beziehungen besticht, jedoch durch seine zunehmende Eindimensionalität und kitschige Inszenierung an Tiefe verliert.
Das Buch "Von Freitagabend bis Sonntagmittag" handelt von zwei Menschen, die sich von Kindesbeinen an kennen aber sich im Laufe des Lebens wieder aus den Augen verlieren. Jeder lebt sein Leben mit den ...
Das Buch "Von Freitagabend bis Sonntagmittag" handelt von zwei Menschen, die sich von Kindesbeinen an kennen aber sich im Laufe des Lebens wieder aus den Augen verlieren. Jeder lebt sein Leben mit den dazugehörigen Höhen und Tiefen, Erfolgen und Niederlagen. Nach gescheiterten Beziehungen intensivieren beide wieder ihren Kontakt und eine Liebesbeziehung entsteht.
Das Buch schildert die Schwierigkeiten, die eine Beziehung belasten und zerbrechen lassen kann. Es wird auch die Hoffnung vermittelt, dass trotz aller Widrigkeiten, ein Neuanfang jederzeit möglich ist.
Ich fand das Buch persönlich nicht sehr fesselnd oder unterhaltsam, da es mir an der persönlichen Note und Tiefgang gefehlt hat. Beim Lesen habe ich darauf gewartet, dass es "jetzt irgendwann doch losgehen" muss und sich eine wirkliche Geschichte mit dem gewissen Etwas (=Kreativität, Witz, Charme o.ä.) entwickelt. Dies war dann leider nicht der Fall, so dass es für mich eher wie eine Form der Berichterstattung gewirkt hat.
"Weiße Wolken" von Yandé Seck erzählt die Geschichte zweier Schwestern, Dieo und Zazie, die auf unterschiedliche Weisen mit den Herausforderungen unserer Zeit ringen. Dieo, in Frankfurt lebend, erfährt ...
"Weiße Wolken" von Yandé Seck erzählt die Geschichte zweier Schwestern, Dieo und Zazie, die auf unterschiedliche Weisen mit den Herausforderungen unserer Zeit ringen. Dieo, in Frankfurt lebend, erfährt die Last unerfüllbarer gesellschaftlicher Erwartungen an ihre Rolle als Mutter. Ihr Mann Simon, ein mittelalter weißer Mann im Finanzsektor, gerät dabei ebenso unter die kritische Lupe wie sie selbst. Die konstante Kritik ihrer jüngeren Schwester Zazie, die an der rassistischen und sexistischen Realität verzweifelt, macht Dieos Leben zusätzlich komplex.
Die Autorin, Yandé Seck, erzählt mit Klugheit, Erhellung und hintergründigem Witz von den Konflikten, die in Familien und Gesellschaften existieren. Der Roman entfaltet sich in in der Umgebung des Frankfurter Nordends, wo Dieo mit ihrem Mann und drei Söhnen lebt. Diese Umgebung wird zu einem Mikrokosmos, in dem die unterschiedlichen Perspektiven auf Schwarzsein, Muttersein und das bürgerliche Familienideal aufeinanderprallen.
Der Tod des eigenwilligen Vaters, der vor über vierzig Jahren aus dem Senegal nach Deutschland kam, wird zum Auslöser für einen Neuanfang der Schwestern. Die Reise in das Land ihres Vaters zur Beerdigung wird nicht nur zu einem Abschied, sondern öffnet auch Türen zu neuen Perspektiven und Veränderungen.
Yandé Seck gelingt es, die Komplexität der Themen – Rassismus, Sexismus, familiäre Dynamiken – auf eine interessante Weise zu beleuchten. Durch die sorgfältige Charakterzeichnung wird der Leser in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonisten gezogen.
Der Roman "Schleifen" von Elias Hirschl beginnt mit einem faszinierenden, intellektuell reizvollen Ansatz. Die Geschichte um Franziska Denk, die an einer eigentümlichen Krankheit leidet – sie übernimmt ...
Der Roman "Schleifen" von Elias Hirschl beginnt mit einem faszinierenden, intellektuell reizvollen Ansatz. Die Geschichte um Franziska Denk, die an einer eigentümlichen Krankheit leidet – sie übernimmt jedes Symptom, von dem sie hört oder liest –, ist originell und vielversprechend. Besonders stark ist die Idee, dass sie sich mithilfe von Wörtern aus toten Sprachen gegen ihr Leiden immunisiert. In Otto Mandl, einem genialen Mathematiker, findet sie einen Seelenverwandten, und gemeinsam entwickeln die beiden eine obsessive Suche nach der perfekten Sprache.
Der Autor greift zahlreiche sprachwissenschaftliche, philosophische und mathematische Theorien auf, die von seinen Figuren konsequent weitergedacht und im Streben nach absolutem Wissen oder Perfektion ins Absurde überzeichnet werden. Das ist stellenweise klug, witzig und gedanklich anregend. Gerade zu Beginn hat mir dieser spielerisch-intellektuelle Zugang sehr gefallen.
Mit fortschreitender Lektüre wurde mir das jedoch zu viel. Irgendwann verliert der Roman für mein Empfinden seinen erzählerischen Fluss und wirkt eher wie eine lose Aneinanderreihung wissenschaftlicher Texte oder theoretischer Exkurse. Die Figuren und ihre Beziehung treten zunehmend in den Hintergrund, während die Konzepte dominieren. Ein wirklicher Ausgang oder ein finales Ergebnis der vielen präsentierten Theorien bleibt aus, was den Roman am Ende etwas unbefriedigend wirken lässt.
So bleibt "Schleifen" ein gedankenreiches Buch, das interessante Fragen stellt, sich aber zunehmend in seiner eigenen Konzeptlastigkeit verliert. Und am Ende fragt man sich: Welchen Sinn verfolgt das ständige Name-Dropping eigentlich – dient es der inhaltlichen Vertiefung oder eher der intellektuellen Selbstinszenierung?