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Veröffentlicht am 04.04.2024

Ein neuer Fall für Idun Lind

Gewittermann
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Winter in Nordschweden, bei Minus 22 Grad wird unter einer Brücke auf der gefrorenen Ostsee die Leiche eines alten Mannes aufgefunden. Allerdings wird ganz schnell klar, dass er keines natürlichen Todes ...

Winter in Nordschweden, bei Minus 22 Grad wird unter einer Brücke auf der gefrorenen Ostsee die Leiche eines alten Mannes aufgefunden. Allerdings wird ganz schnell klar, dass er keines natürlichen Todes gestorben ist, denn sein Schädel wurde regelrecht zertrümmert und sein Geschlechtsteil wurde ihm noch vor dem Tod abgeschnitten. Da Iduns Kollege Calle noch krankgeschreiben ist, wird Tareq ihr Partner. Schnell wird beiden Ermittlern klar, dass das Motiv sehr persönlich ist, doch dann taucht etwas auf, dass sie auf die Spur eines ungelösten Mordfalls vor drei Jahren bringt. Die Ermittlungen führen ins schwedische Rotlichmilieu.

Mit Gewittermann erscheint der zweite Band rund um die schwedische Ermittlerin Idun Lind. Da sich aber die privaten Ereignisse rund um die Ermittler im Rahmen halten, ist es kein Problem, die Bücher auch unabhängig voneinander zu lesen.
Autorin Tina N. Martin wirft den Leser gleich mitten ins Geschehen bei dem eine Eisläuferin die Leiche findet. Schnell beginnen auch die Ermittlungen und man befindet sich mitten im Geschehen. Dabei liest sich der Schreibstil sehr leicht und flüssig, was hier auch mit an der gewählten Zeitform, der Gegenwart, liegt. Mir gefiel der Schreibstil auf jeden Fall sehr gut und auch wenn hier und da schonungslos Details geschildert werden, bleibt es doch im Großen und Ganzen ohne Ekelmomente.
Nichtsdestotrotz ist der Inhalt des Thrillers recht harter Tobak, denn die Ermittlungen führen Idun und Tareq zu einem Menschenhändlerring, der junge Frauen kauft und als Prostituierte anschaffen lässt. Der Aufbau des ganzen ist gekonnt aufgezeigt und wirklich erschreckend.
Doch nicht nur die Ermittlungen rund um den Mordfall und auch den damit zusammenhängenden Cold Case um die junge Marina, die in der Aula ihrer Schule nach einer Theateraufführung ermordet aufgefunden wurde sind hier spannend erzählt. Es gibt auch einen zweiten Erzählstang, der im Jahr 1977 beginnt und von dem zunächst siebenjährigen Peter erzählt, der mit Mobbing in seiner Klasse kämpft und regelmäßig verprügelt wird. Erst als Silje in Peters Klasse auftaucht, sich mit diesem anfreundet und ihn verteidigt, weiß Peter wirklich, was Freundschaft bedeutet. Der Vergangenheitspart streckt sich über einige Jahre und auch wenn es zunächst nicht klar erzählt wird, weiß man, dass auch Silje unter etwas leidet. Was das allerdings alles mit der Gegenwart zu tun hat, löst sich natürlich erst später auf.
Die Atmosphäre des Buches hat mir gut gefallen, der Winter in Nordschweden ist erbarmungslos und gibt dem Buch noch einen extra kalten Touch. Aber auch die Ereignisse an sich haben mich nicht kalt gelassen, gerade mit dem kleinen Peter habe ich unheimlich mitgelitten und auch später mit Silje.
Der Fall liest sich spannend und gerade auch die Momente, bis alle Zusammenhänge klar werden, laden regelrecht dazu ein, Vermutungen aufustellen.
Protagonistin Idun Lind ist sehr sympathisch, besonnen und handelt eher selten aus dem Bauch heraus. Trotzdem ist sie voller Schuldgefühle, da sie glaubt, Schuld an den Verletzungen ihres Kollegen Calle zu sein. Insgesamt lernt man die Charaktere nur recht oberflächlich kennen, was aber bei Thrillerserien ja oft der Fall ist und man erst nach und nach mehr über sie erfährt. Dementsprechend fand ich die Zeichnung der Charaktere ausreichend und authentisch.

Mein Fazit: Auch Gewittermann liest sich wieder sehr spannend und führt uns nach Nordschweden mitten in einen Ring aus Menschenhändlern. Die zwei Erzählstränge, die zunächst scheinbar nichts miteinander zu tun haben, berühren auf unterschiedliche Weise. Man möchte allerdings unbedingt wissen, wie das zusammenhängt und wird dadurch recht schnell durch die Seiten getrieben. Ein spannender Fall, der mich gespannt auf weitere Bücher der Autorin zurücklässt. Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 04.04.2024

Familiengeschichte in der Nachkriegszeit

Kinderklinik Weißensee – Geteilte Träume (Die Kinderärztin 4)
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Deutschland im Jahr 1948, der Krieg ist vorbei und das Land in seine vier Sektoren unterteilt. Während Emmas Tochter Lissi als Kinderärztin zurück nach Weißensee kehrt, muss Marlene mit ihrem Mann flüchten, ...

Deutschland im Jahr 1948, der Krieg ist vorbei und das Land in seine vier Sektoren unterteilt. Während Emmas Tochter Lissi als Kinderärztin zurück nach Weißensee kehrt, muss Marlene mit ihrem Mann flüchten, denn als Adelige gelten sie als Sympathisanten der Nazis. Marlene muss nun unerwartet bei Null beginnen und auch Lissi steht vor großen Herausforderungen. Da die junge Frau in ihrer Kindheit an Kinderlähmung erkrankte, hat sie heute ein verformtes Bein, was der neue Klinikleiter gar nicht gern sieht und Lissi gerne Steine in den Weg legt. Doch Lissi lässt sich nicht so leicht einschüchtern und zeigt, was in ihr steckt. Als in Berlin dann mehrfach Fälle vn Kinderlähmung auftreten, steht sie vor einer ganz neuen Herausforderung.
Mit Geteilte Träume erschien der bereits vierte Band der Kinderklinik Weißensee Reihe von Antonia Blum im Ullstein Verlag. Der Krieg ist nun vorbei, doch noch ist der Alltag lange nicht zurückgekehrt.
Der Einstieg in den Roman fällt leicht, schnell wird es spannend und man befindet sich wieder mitten im Geschehen. Wie auch zuvor erzählt Antonia Blum sehr lebendig und mitreißend und lässt dadurch die Ereignisse im Roman galubhaft werden.
Die Nachkriegszeit wird hier sehr gut mit eingebunden, anhand der persönlichen Erlebnisse der Charaktere müssen wir Leser uns mit den damaligen Problemen auseinandersetzen. Seien es Schwierigkeiten in der Versorgung, die Spaltung Berlins oder auch das Beschaffen von Material für Reparaturarbeiten, all diese Begebenheiten werden hier geschickt mit eingebunden.
Auch die Spannung in diesem Roman ist hoch, denn es beginnt regelrecht mit der im Klappentext angeteaserten Flucht Marlenes nach Westberlin. Hier muss Marlene sich so einigen Schicksalsschlägen stellen und nicht nur die räumliche Trennung zu ihrer Schwester Emma macht die Beziehung unter den Schwestern sehr schwer. Auch Lissi, die als Kinderärztin nun wieder in Weißensee ist, steht vor schier unlösbaren Aufgaben. Aus den Perspektiven der beiden Schwestern und Lissi erzählt Antonia Blum von den Ereignissen der Nachkriegszeit, von denen man sehr gefesselt wird.
Was hier in diesem Band sehr nahe geht, ist die Entfremdung zwischen den Schwestern Marlene und Emma. Emma hat die Hoffnung auf ein Leben, in dem alle gleich behandelt werden. Sie glaubt an die Versprechungen, die die Politik macht, während Marlene immer noch unter dem Schock der Enteignung steht und so gar nicht begreifen kann, was Emma spricht.
Insgesamt sind hier wieder alle Charaktere äußerst authentisch geschildert und man hofft und bangt und fiebert wieder mit ihnen mit. Vor allem Lissi ist mir hier sehr schnell ans Herz gewachsen, denn sie ist allen Umständen zum Trotz eine starke, äußerst kämpferische junge Frau, die auch bei Widrigkeiten nicht gleich aufgibt. Denn die Herausforderung vor denen sie vor allem in der Klinik steht sind nicht nur im Arbeitsbereich, sondern auch in der Liebe.
Mein Fazit
Ein gelungener vierter Band, mit dem die Reihe um die Schwestern Marlene und Emma nun ihren Abschluss findet. Wie in den vorherigen Bänden ist die Geschichte lebendig und authentisch erzählt und man begleitet die Charaktere in einem Alltag, der alles andere als leicht zu meistern ist. Sowohl persönlich als auch zeitlich interessant und fesselnd erzählt und wer die ersten Bände gelesen hat, wird nicht drumherum kommen, diesen Teil zu lesen. Wieder sehr fesselnd und von mir gibt es eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 29.12.2020

Spannender Plot

Geburtstagskind (Ewert Grens ermittelt 1)
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Eigentlich wäre der Fall eines Einbruchs, bei dem nicht einmal etwas entwendet wurde, keine Angelegenheit für Ewert Grens. Allerdings macht ihn die Anschrift sofort stutzig, denn diese hat er nie vergessen. ...

Eigentlich wäre der Fall eines Einbruchs, bei dem nicht einmal etwas entwendet wurde, keine Angelegenheit für Ewert Grens. Allerdings macht ihn die Anschrift sofort stutzig, denn diese hat er nie vergessen. Siebzehn Jahre ist es her, dass er schon einmal genau zu dieser Adresse gerufen wurde und damals war es ein schockierender Fall, den er nie lösen konnte. Damals alarmierten die Nachbarn die Polizei, weil ein merkwürdiger Geruch und laute Musik aus der Wohnung drangen und das Bild in der Wohnung wird er wohl nie vergessen. Eine Geburtstagstorte auf dem Küchentisch mit fünf Kerzen, ein kleines Mädchen für die diese bestimmt war und eine Familie, die hingerichtet wurde. Bis auf die Kleinste, die über mehrere Tage allein mit ihrer getöteten Familie in der Wohnung war. Doch was soll der Einbruch mit dem Fall von damals zu tun haben? Als dann noch einer der Verdächtigen von damals ermordet aufgefunden wird, glaubt Grens nicht mehr an Zufälle und beginnt wieder zu ermitteln.
Meine Meinung
Bei diesem Krimi hat mich der Klappentext gleich neugierig gemacht, gerade auch weil es hier um einen aktuellen Fall geht, der Verbindungen zu einem Cold Case hat.
Schon der Prolog wirkt wie ein Schock, denn Anders Roslund erzählt aus der Sicht des fünfjährigen Mädchens, das allein mit ihren ermordeten Eltern und Geschwistern tagelang in einer Wohnung war. Das wird wirklich so intensiv beschrieben, dass man umgehend Mitleid mit dem Mädchen hat und während des gesamten Thrillers denkt man immer wieder zurück an das kleine Mädchen in der Wohnung.
Anders Roslund erzählt sehr fesselnd und gut vorstellbar. Die Szenarien, die er schildert, erwachen schnell zum Leben. Das Thema, das er hier wählt, ist aktuell und der Krimi wirkt glaubhaft. Der Plot ist durchweg spannend gehalten, auch wenn vieles recht ausführlich geschildert wird. Hier wirkt genau das, denn dabei werden die Bilder erst recht lebendig.
Unterteilt ist der Krimi in acht größeren Abschnitten, bei dem jeder einzelne aus einer anderen Perspektive geschildert wird. Irgendwann in Richtung Ende hatte ich dann doch eine Idee, wer hinter den Morden an den ehemals Verdächtigen steckt, trotzdem fand ich das ganze sehr gut gelöst und glaubhaft.
Neben dem Ermittler Grens stehen hier noch zwei weitere Personen im Vordergrund. Zum einen Piet Hoffmann, ehemaliger Krimineller, der als Informant für Grens gearbeitet hat und der hier Grens um seine Hilfe bittet, als seine eigene Familie in Gefahr gerät. Zum anderen beobachtet der Leser später das Mädchen aus dem Prolog. Während die Perspektiven Grens und Hoffmanns durch einen dritte Person Erzähler dargestellt wird, erfährt man von dem Mädchen in der Ich-Perspektive. Gerade dadurch bekommt man ein noch intensiveres Verständnis für das Mädchen.
Ewert Grens ist ein Ermittler kurz vor der Pension, vor der sich insgeheim fürchtet. Seine Figur fand ich sehr authentisch und glaubwürdig. Piet Hoffmann ist mit allen Wassern gewaschen und mir gleich von Beginn an sympathisch. Insgesamt konnte mich Anders Roslund auch mit seiner Darstellung der Charaktere überzeugen, da er sie absolut vorstellbar zeichnet und ich jedem einzelnen die Handlung abgenommen habe.
Mein Fazit
Mit Geburtstagskind ist Anders Roslund ein sehr spannender Krimi gelungen, dessen Handlung, gerade auch zu Beginn, absolut schockieren und fesseln kann. Gerade dieser Prolog lässt den Leser während der gesamten Ermittlung nicht los und bleibt permanent im Hinterkopf. Ein sehr gelungener Krimi, den ich gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 08.11.2020

Ein Dühnfort eben

Ich bin dein Tod (Ein Kommissar-Dühnfort-Krimi 9)
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Gerade erst hat Kommissar Tino Dühnfort seine neue Stelle in der Abteilung Operativen Fallanalyse angetreten, als schon die ersten Fälle auf seinem Tisch landen. Zunächst wird ein Ehepaar in seinem Haus ...

Gerade erst hat Kommissar Tino Dühnfort seine neue Stelle in der Abteilung Operativen Fallanalyse angetreten, als schon die ersten Fälle auf seinem Tisch landen. Zunächst wird ein Ehepaar in seinem Haus durch eine Armbrust getötet, doch schnell häufen sich die Todesfälle. Während noch niemand einen Zusammenhang sieht, wird Dühnfort stutzig und nach seiner Recherche ahnt er schon, dass diese Fälle in Zusammenhang stehen.
Meine Meinung
Schon lange bin ich ein großer Fan der Kommissar Dühnfort Reihe und auch der neueste Band musste deshalb einziehen.
Wie immer gelingt der Einstieg mühelos und nach mittlerweile neun Bänden fühlt man sich doch schnell wieder wohl mit dem sympathischen Kommissar. Inge Löhnig erzählt sehr flüssig und spannend, so dass man schnell gefesselt wird. Allerdings muss ich hier sagen, dass ich zunächst die Ermittlungen gar nicht so interessant fand. Vielmehr war es die Geschichte, die nebenbei erzählt wird, mit der mich die Autorin wirklich packen konnte.
Damit weicht sie auch ein wenig ab von ihrer üblichen Herangehensweise. Zwar gab es auch in den vorigen Fällen immer wieder auch Einblicke auf Täter und Opfer, doch hier sind es Videobotschaften eines Teenagers, eines jungen Mädchens und dessen Schicksal mich sehr berührt hat. Neben den Ermittlungen, dem Videotagebuch und weitere kleinere Perspektivenwechsel mit Blick auf den Täter, erfährt man auch hier wieder etwas über das Privatleben des Ermittlers Dühnfort. Zwar ist es genau das, was die einzelnen Bände miteinander verbindet, doch im großen und ganzen könnte man die Bücher auch unabhängig voneinander lesen. Wer allerdings auch wert auf die privaten Bereiche des Ermittlers legt, sollte die Reihe chronologisch lesen.
Der Fall ist ein wenig anders aufgebaut, was unter anderem auch daran liegt, dass Dühnfort die Abteilung gewechselt hat und nun nicht mehr so intensiv in den Ermittlungen involviert ist. Nichtsdestotrotz ist der Kommissar wieder derjenige, der schneller als die anderen Zusammenhänge sieht. Mit zunehmden Anstieg der Mordfälle wird es auch immer spannender und insgesamt ist es wieder ein gut durchdachter und logisch gelöster Fall.
Wie schon erwähnt, führen unterschiedliche Perspektiven durch den Kriminalroman, die dem Leser tiefere Einblicke gewähren. Tatsächlich hatte ich sogar schon fast Verständnis für die Handlungen des Täters und konnte seinen Hass regelrecht nachvollziehen. Worum es geht, werde ich natürlich hier nicht verraten, doch die Masche, die hier beschrieben wird, gibt es wohl leider auch, was die Geschichte umso erschreckender werden lässt.
Nach so vielen Bänden mit Kommissar Dühnfort hat man auch das Gefühl, einen alten Bekannten wiederzutreffen. Immer wieder beeindruckt er mich mit seinem klaren Verstand und auf den ersten Blick scheint es, als wäre die neue Abteilung genau richtig für ihn. Allerdings habe ich so ein wenig das Gefühl, dass er seinen alten Job vermisst. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es da weitergehen wird. Neben ihm stehen bereits bekannte Kollegen, aber auch die Kollegen der neuen Abteilung, die hier noch ein wenig im Hintergrund bleiben.
Mein Fazit
Wieder einmal ein gelungener Dühnfort Krimi, bei der mich vor allem die Geschichte in der Videobotschaft berühren konnte. Wie immer sorgen ein lockerer Schreibstil und der gut durchdachte Fall für gute Unterhaltung. Für Dühnfort Fans wieder ein Muss und für alle, die es noch werden wollen, empfehle ich einfach ab Band 1 zu beginnen und die gesamte Reihe zu verschlingen.

Veröffentlicht am 13.10.2020

Ein würdiger Abschluss einer tollen Trilogie

Finale
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Achtung, Band 3 einer Trilogie: inhaltliche Spoiler können vorhanden sein.

Caraval, das magische Spiel ist beendet. Doch nach wie vor kehrt keine Ruhe in die Stadt Valenda ein, denn nicht nur Legend scheint ...

Achtung, Band 3 einer Trilogie: inhaltliche Spoiler können vorhanden sein.

Caraval, das magische Spiel ist beendet. Doch nach wie vor kehrt keine Ruhe in die Stadt Valenda ein, denn nicht nur Legend scheint Pläne zu verfolgen, auch die Schicksalsmächte sind erwacht. Für Donatella, genannt Tella, stehen schwere Entscheidungen an und ob sie dabei immer auf ihr Herz hören sollte, scheint fraglich. Auch für Donatellas Schwester Scarlett gibt es einschneidende Veränderungen und ein Geheimnis stellt alles bisherige auf den Kopf. Letzten Endes muss jeder von ihnen herausfinden, welche Entscheidung getroffen werden soll.
Meine Meinung
Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich auf den Abschlussband der Caraval Trilogie gefreut habe, denn diese Geschichte ist einfach so unglaublich toll geschrieben.
Da die Bücher aufeinander aufbauen, sollte man natürlich die Vorgänger bereits kennen. Da es schon eine Weile her war, dass ich Band 2 gelesen habe, war ich hier doch angenehm überrascht, wie schnell es mir gelang, wieder Zugang zu der Geschichte zu finden. Schon nach wenigen Seiten war alles, was bisher geschah, wieder präsent. Was allerdings auch mit an Stephanie Garbers unglaublichen Schreibstil liegt. Sie schreibt nicht nur besonders fesselnd und fließend, sondern schafft es in kürzester Zeit, mit den passenden Bildern ihre Leser mitten ins Geschehen zu setzen. Auch Finale ist eines dieser Bücher, bei dem man beim Lesen alles um sich herum vergessen kann.
Die Welt rund um die Stadt Valenda ist eine Mischung aus düsterem Märchen und reiner Magie. Dabei passen hier Hexen genauso hinein, wie fliegende Kutschen.
Wer Caraval und Legendary bereits gelesen hat, weiß mit welchen Intrigen und Machenschaften die Protagonistinnen zu tun haben. Auch hier gibt es immer wieder neue Gefahren, denen sie ausgesetzt werden und die immer wieder für Wendungen sorgen, die ich nicht habe kommen sehen. Dadurch, dass das Spiel Caraval beendet ist, scheint es zunächst, als wäre es nicht ganz so spannend, aber das hat sich dann auch wieder ganz schnell geändert und man bekommt hier wieder einige Machtspielchen geboten. Letzten Endes hat mich auch Finale völlig in seinen Bann gezogen.
Im letzten Band stehen beide Schwestern, Scarlett und Tella, im Vordergrund und aus wechselnden Perspektiven zwischen den beiden erlebt man alles mit. Wie schon zuvor konnte ich mit beiden absolut mitfiebern und mitzittern. Auch die Liebesgeschichten zwischen Scarlett und Julian, aber auch zwischen Tella und Legend sind mit von der Partie, bleiben aber auch hier in einem angehmen Rahmen, viel mehr geht es um Zweifel, Vertrauen, Macht, Angst und vieles mehr. Für mich ist dies genau die richtige Mischung.
Nach nunmehr drei Romanen sind mir die Charaktere fest ans Herz gewachsen. Wobei das eigentlich schon zuvor geschehen ist. Für mich hat Stephanie Garber auch mit ihren Protagonistinnen zwei ganz besondere Charaktere gezeichnet, mit denen man ordentlich mitfühlen und mitleiden konnte. Legend bleibt auch hier eher geheimnisvoll und düster und lässt sich weiterhin nicht in die Karten gucken und Julian ist mir nach wie vor einfach sympathisch. Neben den Hauptfiguren erfährt man nun auch viel über die Schicksalsmächte und das Zusammenspiel des ganzen ist einfach grandios.
Mein Fazit
Mit Finale habe ich nun eine wirklich grandiose Trilogie beendet, bei der ich mir einfach wünschen würde, dass es nie zu Ende geht. Angefangen von einem wirklich stimmigen Worldbuilding bis hin zu Liebesgeschichten, die selbst Leser, die das nicht so gerne haben, berühren können, passt in dieser Trilogie einfach alles. Die Charaktere sind großartig gezeichnet, es gibt spannende Wendungen und diese düstere Magie rundet noch einmal das Gesamtbild ab. Für mich ist diese Trilogie eine meiner absoluten Lieblingen. Unbedingt lesen!