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Veröffentlicht am 15.12.2024

Jahreshighlight - Academy trifft Gestaltenwandler und Magie

Shifter Island - Die Akademie der Wölfe
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Shifter Island - Die Akademie der Wölfe von Leia Stone und Raye Wagner
Nai lebt mit ihrem Rudel, dem Crescent-Rudel, im Exil, der Menschenwelt. Als sie überraschend ein Jahr zu früh ihre Einladung in die ...

Shifter Island - Die Akademie der Wölfe von Leia Stone und Raye Wagner
Nai lebt mit ihrem Rudel, dem Crescent-Rudel, im Exil, der Menschenwelt. Als sie überraschend ein Jahr zu früh ihre Einladung in die Akademie bekommt, die alle Alphas besuchen müssen, wird sie direkt mit Großaufgebot abgeholt - nämlich von ihren Feinden vom Midnight-Rudel, den vier Brüdern, die sie so überhaupt nicht leiden kann.
Auf der Insel, auf der die Akademie liegt, gibt es dann die nächste Überraschung: Eigentlich hätte Nai dieses Jahr noch gar nicht auf die Akademie kommen sollen. Die Einladung stammte nicht vom König und der ist alles andere als begeistert über Nais Anwesenheit. Nai erfährt viel Abneigung und muss einiges durchmachen, da ihr Clan verbannt worden ist und ihr Ansehen daher sehr niedrig ist. Neben ihr gibt es nur noch ihren Cousin, der selbst allerdings plant, das Rudel zu übernehmen und ihr daher alles andere als eine große Hilfe ist. Unterstützung bekommt sie aber dennoch von einer neuen Freundin und ihrem Seelengefährten, den sie auf einem Maskenball findet - und der seine Identität ihr gegenüber geheim hält. Und so tut sie alles, um gegen die Widrigkeiten anzukommen, die ihr in den Weg gelegt werden in ihrem ersten Halbjahr.

Der Schreibstil des Buches ist flüssig, leicht zu lesen und geht insgesamt gut von der Hand. Es gibt eigentlich keine Stelle, wo man ins Stocken kommt oder die man mehrmals lesen müsste, um sie zu verstehen. Die Sätze sind einfach gebildet, ohne zu viel ausgeschmückt zu sein und trotzdem genug zu beschreiben, um eine Vorstellung zu bekommen. Gerade durch die Perspektive aus der Ersten-Person fühlt man sich dem Hauptcharakter (Nai) sehr nahe und erlebt gut mit, was sie fühlt und selbst erlebt.
Die Charaktere sind gut gestaltet und in die Story mit eingebracht. Gerade Nai, die man in diesem Buch begleitet, ist ein nahbarer Charakter, mit dem ich persönlich mich gut identifizieren konnte. Sie ist witzig, sarkastisch und trifft nicht immer die richtigen Entscheidungen, nur um Konflikten zu entgehen. Nein, eher im Gegenteil. Sie weiß, was sie will und sie hat kein Problem damit, Opfer für ihre Freunde zu bringen oder sich selbst vielleicht sogar in Gefahr zu begeben, um ein paar Antworten zu bekommen. Auch gerade den Umgang mit ihrem Seelengefährten, der seine Identität nicht preisgeben wollte, fand ich sehr gut, weil sie nicht immer direkt auf ihn zu ist, sobald sich die Chance gegeben hat, sondern für sich selbst eingestanden ist. Das ist ein gutes Vorbild, von dem sich der ein oder andere Autor definitiv eine Scheibe abschneiden könnte. Ihre Beziehung zu ihrer besten Freundin Kaja war etwas schnell aufgebaut, aber auch Kaja ist ein sehr gut gestalteter Support-Charakter, den man einfach ins Herz schließen muss. Die vier Midnight-Brüder und Nais Seelengefährte sind ebenfalls gut in die Story eingebracht und gerade den Humor mit ihren Namen und Eigenschaften ist schon ein absolut positiver Punkt. Ich liebe es, wie sie immer wieder versuchen auf Nai zuzugehen, auch wenn die gerne mal etwas kratzbürstig ist und eigentlich Abstand sucht.
Die Handlung des Buches gefällt mir alles in allem auch sehr gut. Es gab einiges in dem Buch, was schon sehr ersichtlich ist und was einem als Leser relativ schnell klar gewesen ist. Aber es gab auch einige Überraschungen, mit denen ich tatsächlich nicht gerechnet habe. Ich mochte es, dass die Autoren versuchen, die Leser ein bisschen zu verunsichern, was die Gefährten angeht. Man glaubt, man weiß es, aber tut man das wirklich? Man will eine Bestätigung, aber die bekommt man dann doch erst sehr spät. Was mir in der Handlung ebenfalls gut gefallen hat, weil ich mich konkret nicht daran erinnern kann, schon mal ein Buch in der Hand gehabt zu haben, wo der Fokus so darauf lag: Das Magiesystem. Gestaltenwandler mit Magie, die sie lernen in einer Akademie zu nutzen? Für mich auf jeden Fall etwas Neues und Interessantes. Und die ganzen Geheimnisse um Nai und ihre Familie - ihre Mutter, das Exil, ihre Elemente. Das Buch gibt viel zum Nachdenken über die Story und Nai, ohne dass man das Gefühl hat, dass es mit Rätseln überladen ist. Es bleibt von Anfang bis Ende spannend.

Mein Fazit ist durch und durch positiv. Alle, die Werwölfe, Gestaltenwandler und Magie mögen, für die ist das Buch ein absolutes Muss. Ebenso natürlich für alle Romantasy-Fans, denn auch wenn der Seelengefährte erst spät einen Namen bekommt, bekommen wir trotzdem die ein oder andere süße Szene, die das Romantasy-Herz eindeutig höher schlagen lässt. Auch Action kommt nicht zu kurz, denn Nai findet sich in dem ein oder anderen Kampf wieder, nicht nur unter ihresgleichen.
Und bei dem Ende des Buches bleibt mir nur zu sagen: Ich kann es nicht erwarten, bis der zweite Band erscheint, denn ich muss unbedingt wissen, wie es weitergeht!

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Veröffentlicht am 13.05.2023

Gefesselte Obsession

Neon Gods - Hades & Persephone
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Persephone hatte einen Plan für ihr Leben. Bis zu ihrem 25ten Geburtstag warten, mit dem Geld aus den Treuhandfonds aus Olympus verschwinden und ein eigenes Leben abseits der Machtspiele der Dreizehn leben. ...

Persephone hatte einen Plan für ihr Leben. Bis zu ihrem 25ten Geburtstag warten, mit dem Geld aus den Treuhandfonds aus Olympus verschwinden und ein eigenes Leben abseits der Machtspiele der Dreizehn leben. Doch ihre Mutter Demeter hat andere Pläne, als sie ihre Tocher an Zeus verspricht. Persephone flüchtet über den Fluss Styx in die Unterstadt und steht niemandem geringeren als einem Mythos der Unterstadt gegenüber. Hades. Und dann gehen die beiden einen Deal ein - unter dem Deckmantel der Liebesbeziehung versuchen sie beide ihre Ziele zu erreichen, bloß dass dabei wohl die ein oder andere Priorität recht schnell verschoben wird und das Ziel der beiden mehr als nur leicht ins Wanken gerät.

Das Buchcover ist wunderschön schlicht und trotzdem kräftig. Ich habe bereits den zweiten Band, der sich farblich perfekt anschmiegt.
Wer sich das Buch zulegt, sollte definitiv nichts gegen Spicy Szenen haben, denn mit denen geizt Katee Robert keinesfalls. Doch die Szenen passen wirklich perfekt in das Bild, das sie für ihr Buch von Hades gezeichnet hat. Und auch wenn es mehr als genug dieser Szenen gibt, passen sie sich nahtlos in die Handlung ein, ohne aufgezwungen zu wirken.
Wer hier allerdings eine großartige Geschichte über die griechische Mythologie erwartet, der wird wohl eher enttäuscht sein. Die Geschichte bedient sich zwar der Figuren, Machtgefügen und einer groben Richtung, ist aber wirklich nicht weiter mit dem "Originalen" Mythos zu vergleichen. Ob man das nun gut findet oder nicht, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Mich hat es tatsächlich nicht weiter gestört, allerdings hänge ich in der griechischen Mythologie gerade in den Details auch nicht tief drin. Ich könnte mir vorstellen, dass es allerdings eingefleischte Fans etwas vor den Kopf stoßen könnte. Die Welt, die hier von Katee Robert erschaffen wird, ist aber auch gut erklärt, so dass man sich das Gefüge sehr gut vorstellen kann und nicht alleine gelassen wird.
Die Figuren sind zwar an die griechische Mythologie angelehnt und haben auch gewisse Wesenzüge, doch Katee Robert hat ihnen auch ein ganz eigenes Licht zugefügt. Persephone und ihre Schwester Psyche (um die es im zweiten Band gehen wird) sind mit ihren Charakterzügen gut ausgearbeitet und ich liebe es, wie Persephone Hades immer wieder neu herausfordert und mit ihren Handlungen überrascht. Sie schafft es einfach noch tiefer zu schauen als eigentlich fast alle anderen und genau das ist es, was die Beziehung der beiden so besonders macht.
Neben den Hauptcharakteren wurden auch einige Nebencharaktere vorgestellt, die einem langsam ins Herz gewachsen sind wie Hermes, die auch hoffentlich noch in den folgenden Bänden ihre Auftritte haben wird.

Alles in allem konnte ich das Buch nicht mehr wirklich lange weglegen, nachdem ich es begonnen hatte und ich hoffe, dass die andere Bücher der Reihe auch fesselnd sein werden, aber auf eine andere Art und Weise. Immerhin reicht der Kink für ein Buch vollkommen aus, ich bin gespannt, was sich Katee für Eros ausgedacht hat
Hades und Persephones Geschichte ist auch zu einem tollen Ende gebracht worden, auch wenn es wenig wirklich überraschende Wendungen aus meiner Sicht gab. Das stört die Geschichte aber keinesfalls. Es passt sich gut in den Lesefluss ein und trotzdem besteht immer eine gewisse Spannung.

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Veröffentlicht am 30.03.2023

Ermittlerin mit dem siebten Sinn

Sense of Danger
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(Kann Spoiler enthalten!)

Als ich gesehen habe, dass Jenniger Estep ein neues Buch veröffentlicht hat, war klar: Das brauche ich unbedingt. Und es hat mich nicht im mindesten enttäuscht!
Normalerweise ...

(Kann Spoiler enthalten!)

Als ich gesehen habe, dass Jenniger Estep ein neues Buch veröffentlicht hat, war klar: Das brauche ich unbedingt. Und es hat mich nicht im mindesten enttäuscht!
Normalerweise ist man von der Autorin mehrteilige Buchreihen (Mythos Academy, Elemental Assassin, ...) gewöhnt, in denen die Spannung und die magische Fähigkeit der jeweiligen Protagonisten sich langsam aufbaut und die Protagonistin immer etwas neues an ihrer Fähigkeit entdeckt oder erschaffen kann und im letzten Teil dann mit Hilfe ihrer Freunde vollkommen über sich hinaus wächst.
Sense of Danger ist eine angenehme Abwechslung, wenn gleich ich nicht sagen würde, dass mich der Stil und Aufbau von den anderen Storys stören würde. Im Gegenteil. Sense of Danger ist als Einzelband angelegt, was leider ein schnellen Abschied von Charlotte und Desmond bedeutet.
Die Handlung beginnt langsam und führt uns in die Welt und Arbeit von Charlotte Locke ein. Wie immer gibt es einiges zu erfahren, doch auch vieles, was wir erst im Laufe der Geschichte erfahren werden. Wie immer hat Jennifer Estep eine perfekte Mischung aus dem Leserwissen und einer Prise Überraschung für später getroffen. Ich finde es jedes Mal wieder faszinierend, welche Detailliebe in den Storys steckt, denn einige Details werden langsam aufgebaut, rücken wieder in den Hintergrund und schwups! Plötzlich sind sie wichtig. Und dabei gibt Jennifer Estep ihren Leser*innen immer die Chance, diese Entdeckungen zu machen, kurz bevor der Protagonist die "Erleuchtung" hat. Genau das ist es, was mich immer wieder mitfiebern lässt und so auch bei Sense of Danger. Wer ist Freund, wer ist Feind? Man glaubt, man weiß es und dann kommt doch wieder eine Wendung, die man nicht unbedingt erwartet hat.
Storytechnisch hat mich Sense of Danger also komplett eingefangen. Ermittlerin mit übernachtürlichen Fähigkeiten in der "normalen" Welt mit einigen Altlasten aus der Vergangenheit und Problemen in der Gegenwart. Eines der Probleme: Desmond. Einerseits in der Anziehung, die die beiden unweigerlich aufeinander ausüben, die hier gut von Jennifer Estep beschrieben wird, ohne zu sehr ins Detail zu gehen und von Liebes- oder expliziteren Szenen überladen zu sein (nein, nein, man fiebert quasi daraufhin, bis es endlich so weit ist). Andererseits aber auch das Problem, dass Charlotte ins Visier gerät und man mehrfach versucht, sie umzubringen - natürlich gerettet durch Desmond - ich meine, was auch sonst?
Auch vom Charakter der Protagonisten her, ist die Story in meinen Augen sehr gelungen. Charlotte Locke ist zwar Hals über Kopf in Desmond verknallt, aber sie behält trotzdem ihren messerscharfen Verstand, der mithilfe ihrer magischen Fähigkeiten natürlich ein gutes Radar ist. Sie bleibt eigenständig und weiht ihn nicht in ihren endgültigen Masterplan ein. Sie übersteht das alles, ohne zu ihm zu laufen und irrsing schwachsinnig zu werden. Sie ist eine starke Persönlichkeit, ohne überladen oder zu perfekt zu wirken. Desmond hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt und versucht immer sein Bestes, auf Charlotte Acht zu geben, was sie ihm natürlich nicht immer einfach macht. Aber auch er hat sein Ziel im Auge - fest im Auge. Aber er ist nicht nur von Rache getrieben, sondern bleibt auch wenn er ordentliche magische Fähigkeiten hat trotzdem noch absolut nachempfindbar und auf dem Boden.

Nachdem ich in das Buch eingetaucht bin, konnte ich es nicht zur Seite legen und habe es ziemlich verschlungen. Also mal wieder ein neues Meisterwerk von Jennifer Estep, das ich jedem empfehlen würde, der Nervenkitzel mag und gerne auch mal selbst mitdenkt, was denn "falsch" sein könnte oder gerade im Busch sitzt.

Einzig das Cover ist nicht wirklich mein Fall. Das Rot ist meiner Meinung nach zu kräftig und wirkt auch mehr eher störend und stiftet irgendwie mit der Intensität eine gewisse Unruhe bei mir.

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Veröffentlicht am 10.06.2024

Süße Romanze im K-Drama-Stil

Once upon a K-Prom
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Elena Soo ist eigentlich ein normales Schulmädchen, der das Leben gerne mal Steine in den Weg legt. Wenn sie nicht gerade unsichtbar ist oder nur als Anhängsel ihres Bruders angesehen wird, dann ist es, ...

Elena Soo ist eigentlich ein normales Schulmädchen, der das Leben gerne mal Steine in den Weg legt. Wenn sie nicht gerade unsichtbar ist oder nur als Anhängsel ihres Bruders angesehen wird, dann ist es, weil sie sich in einer peinlichen Situation wiederfindet. Gerade jetzt versucht sie Geld für das Gemeindezentrum, in dem sie mehr sein kann als nur jemandes Anhängsel, zusammenzutreiben, da die Gelder gestrichen worden sind und das Zentrum kurz vor der Schließung steht. Leider sind ihre Mitschüler gar nicht empfänglich, gerade weil sie Elenas Spendenkampagne als Bedrohung für ihren Abschlussball ansehen.
Und dann lädt ausgerechnet ihr ehemals bester Freund aus Kindertagen sie zum Ball ein – nur dass er nicht mehr der kleine Junge ist, sondern ein international bekanntes Idol. Und als er mit Pauken und Trompeten kommt, um seine Einladung kundzutun, ist Elena absolut überfordert und verschreckt. Kann das wirklich ihr Freund aus Kindheitstagen sein, der das Versprechen seines Zehnjährigen Selbst einhalten will oder steckt da etwas anderes hinter?
Das Cover und der Farbschnitt sind wirklich schön und ansprechend geworden und passen meiner Meinung nach gut zu dem ganzen K-Pop-Thema, um das das Buch aufgebaut ist. Das Cover war tatsächlich auch der erste Grund, weshalb ich auf dieses Buch aufmerksam geworden bin und es überhaupt in die Hand genommen habe.
Der Klappentext hat mich – als K-Pop- und K-Drama-Fan – natürlich dann auch soweit abgeholt, dass ich es gekauft habe. Inhaltlich hat es mich auch nicht enttäuscht. Der Schreibstil ist leicht und flüssig geschrieben. Die Kapitel haben eine gute Länge und ich habe mich immer gut geführt gefühlt.
Die Story selbst war einfach aufgebaut, ein wenig Klischeebehaftet und hat sich leider etwas weniger mit den Idols und ihrer Kultur auseinandergesetzt, als ich mir erhofft hatte. Insgesamt war die Handlung grundsätzlich vorhersehbar, was bei einer süßen Romanze meiner Meinung nach aber auch überhaupt nicht weiter tragisch ist, sondern mir persönlich auch einen gewissen Komfort gibt, zu wissen, worauf ich mich einstellen kann.
Das Buch wird ganz grundsätzlich aus der Perspektive von Elena geschrieben. Dadurch wird man gut in die Story mitgenommen und auch mit ihrer Gefühlswelt vertraut gemacht. Hierbei hat die Autorin es wirklich auch geschafft, mich am Ende mit einem kleinen Clou zu überraschen, der sich durch die Erzählerperspektive der ersten Sicht ergibt, den ich so eigentlich nicht weiter auf dem Schirm hatte. Es wird einiges zum Ende hin durch kurze, aber wichtige Gespräche mit einigen Nebenfiguren erläutert, was dem ganzen Buch ein wenig mehr Tiefe bietet. Neben Elenas Ich-Perspektive kriegen wir als Leser auch einen kleinen Einblick in kurze Kapitel, die sich mit Robbie befassen. Diese sind in der dritten Person geschrieben und grenzen sich so sowohl inhaltlich als auch emotional klar von Elenas Kapiteln ab. Mir persönlich gefällt diese kurze Einsicht in Robbies Sicht sehr gut, da sie den Spannungsbogen ein wenig vorantreibt und einige Informationen gibt, die sein Verhalten erklären. Insgesamt hätte ich mir trotzdem ein wenig mehr von Robbie gewünscht. Manchmal wirkt er auf mich auch nur wie eine Nebenfigur in seiner eigenen Story.
Die richtigen Nebenfiguren, wie Elenas beste Freundin Josie, den Leuten aus dem Gemeindezentrum, ihre Feindinnen Caroline und Felicity und ihre Familie, inklusive ihrem Bruder Ethan, bleiben insgesamt am Rande der Story, so dass es ihnen teilweise etwas an Tiefe mangelt oder manche Entscheidungen oder Handlungen dieser Figuren Verwirrung stiftet. Auch wenn es am Ende aufgeklärt wird, hätte ich mir schon früher mehr Tiefe und Dynamik in der Geschwister-Beziehung mit Ethan und Elena gewünscht, insbesondere da immer wieder von Beginn der Story an auf diese Beziehung eingegangen wird.
Obwohl es mir bei den Nebenfiguren an Tiefe handelt und auch Robbie ein wenig mehr Licht hätte bekommen können, finde ich das Drama und die Wendepunkte gelungen. Es wirkt nicht übertrieben und auch nicht zu aufgesetzt, sondern folgt einer guten Entwicklung der Handlung.
Alles in allem würde ich das Buch jedem empfehlen, der Lust auf eine süße Teenie-Romanze mit ein bisschen Drama hat. Das Buch geht leicht von der Hand und Robbie und Elena sind einfach nur süß zusammen. Ihre Unbeholfenheit und die Hilfe, die sie von fast allen Seiten benötigen, bringen dazu noch eine Prise Humor mit rein, die mich als Leser immer wieder zum Lächeln bringt.
Ich werde in Zukunft auf jeden Fall wieder zu Kat Cho greifen und vielleicht bringt sie ja noch eine Fortsetzung heraus, in der es um die anderen Idols geht. Auch wenn bis jetzt, soweit ich weiß, nichts dazu angekündigt ist.

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Veröffentlicht am 07.04.2024

Magisch, Humorvoll, Sexy - zauberhafte Mischung

Ex Hex
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Vivi ist eine unscheinbare Hexe, die mit ihrer Cousine und ihrer Tante in dem beschaulichen Graves Glen lebt und dort eine Stelle an der örtlichen Universität hat. Sie hat in ihrem Alltag nicht wirklich ...

Vivi ist eine unscheinbare Hexe, die mit ihrer Cousine und ihrer Tante in dem beschaulichen Graves Glen lebt und dort eine Stelle an der örtlichen Universität hat. Sie hat in ihrem Alltag nicht wirklich viel mit Magie zu tun, sondern verlässt sich lieber auf ihre normalen Fähigkeiten.
Rhys steht mit beiden Beinen im Leben und hat eine Reise-Agentur, der er mit seiner Magie hier und da unter die Arme greift, um seinen Kunden das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Bis sein Vater ihn nach Graves Glen schickt, um den familiären Pflichten als Gründerfamilie nachzukommen.
Das Problem: Vivi hat Rhys nach einer verpatzten Romanze in einem Sommer ihrer Jugend verflucht und dieser Fluch entfaltet sich, als Rhys nun Graves Glen betritt. Seine Magie beginnt verrückt zu spielen. Damit nicht genug, nicht bloß Rhys scheint verflucht zu sein, sondern die gesamte Stadt. Um wieder Kontrolle über die Magie zu bekommen, müssen Vivi und Rhys zusammenarbeiten und dabei kommen sie sich näher, als sie anfangs erwartet haben.

Also: Willkommen in Graves Glen. Einer süßen Stadt, die gerade in ihren Halloween Vorbereitungen steckt und somit das perfekte Setting bietet für Hexen, Zauber, Flüche und Geister. Die Stadt ist so süß und mit genügend Detail beschrieben, aber ohne zu sehr aufzutragen. Ich kann mir die Stadt vorstellen, auch wenn es viele erzählerische Freiheiten gibt. Eine perfekte Mischung aus dem, was notwendig ist, um die Geschichte in einen guten Ort zu setzen und dem, was man aus der Fantasie gestalten kann.
Das Buch ist in der dritten Person geschrieben, wechselt aber trotzdem die Sichtweisen zwischen Rhys und Vivi. Ich bin jemand, der gerade bei wechselnder Perspektive lieber Geschichten in der ersten Person liest, deshalb brauchte ich einige Seiten, um mich in dem Lesefluss einzufinden. Davon ab lässt sich das Buch sehr flüssig lesen und man stolpert an keiner Stelle über irgendwelche Ungereimtheiten, unpassende Wortwahl oder zu lange Sätze, die den Fluss unterbrechen.
Die Geschichte plätschert harmonisch vor sich her. Dadurch ist der Spannungsbogen vielleicht nicht so intensiv, wie er hätte sein können, aber es lässt sich entspannt lesen und eignet sich damit als absolutes Wohlfühlbuch für stressige Tage. Ich liebe Vivi und Rhys einfach beide, da man sie genügend kennen lernt, ohne wirklich tief in ihre Vergangenheit eintauchen zu müssen. Es passiert einfach so nebenbei.
Ich liebe es wirklich, mit welchem Humor Erin Sterling schreibt. Rhys ist einfach der perfekte Beweis dafür und ich habe mich mehrfach mit einem Lächeln auf dem Gesicht erwischt, wenn er wieder über Vivi nachgedacht hat oder seine Probleme nicht ernst genommen hat. Und Vivi, die langsam einsehen muss, dass sie der Magie in ihrem Leben doch nicht entkommen kann – und dass die Magie gar nicht so schlimm ist, wie sie sich immer eingeredet hat. Sie wächst ganz langsam in ihre Rolle hinein und überrascht am Ende doch mit einer gewissen Kreativität bei der Problemlösung.
Vivi und Rhys haben eine wahnsinnige Chemie und passen einfach perfekt zueinander, was durch die kleinen Details zwischen ihnen immer deutlicher wird. Die Sommernacht, die immer wieder Erwähnung findet, gepunktete Kleidung, die eine kleine Rolle übernimmt. Außerdem geht es auch gut zur Sache, was mich tatsächlich etwas überrascht hat, da ich das bei der Beschreibung zunächst nicht unbedingt angenommen habe. Das ist tatsächlich ein kleiner Kritikpunkt, den ich an diesem Buch habe, da der Fokus gerade im letzten Drittel des Buches für mich zu sehr auf dem Gefummel der beiden lag und weniger auf dem eigentlichen Problem. Es hätte gerne eine Szene weniger sein dürfen und dafür vielleicht ein Problem mehr, das sie gemeinsam hätten lösen müssen.

Alles in allem ist das Buch ein absolutes Wohlfühlbuch für gemütliche Abende zum Entspannen, wenn man eine unterhaltsame, aber weniger anspruchsvolle Lektüre lesen möchte, bei der es Details gibt, die einen zum Lächeln bringen, man aber nicht super konzentriert jedes einzelne Detail aufsaugen muss, um die Handlung zu verstehen. Es ist schön leicht geschrieben und plätschert bequem vor sich her. Ich freue mich schon darauf, den zweiten Band bald zu lesen.

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