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Veröffentlicht am 10.04.2024

Fröhlich bunt und einfach zum Lachen!

Oma zu verkaufen
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Dieses super witzige und dabei gleichzeitig auch lehrreiche Buc habe ich auf der Leipziger Buchmesse beim Kibitz Verlag entdeckt. "Oma zu verkaufen" von Martin Baltscheit und Thomas Wellmann traf voll ...

Dieses super witzige und dabei gleichzeitig auch lehrreiche Buc habe ich auf der Leipziger Buchmesse beim Kibitz Verlag entdeckt. "Oma zu verkaufen" von Martin Baltscheit und Thomas Wellmann traf voll meinen Geschmack, brachte mich zum Schmunzeln und Lachen und es liest sich einfach großartig.

Der Autor und der Illustrator:

Martin Baltscheit (geboren 1965) ist ein deutscher Comiczeichner, Illustrator, Schriftsteller, Schauspieler und Regisseur. Er steckt all sein Geld in die Familie und kann sich keine bessere Investition vorstellen.
Thomas Wellmann (geboren 1983) ist ein deutscher Comic- und Trickfilmzeichner. Er ist außerdem unter dem Künstlernamen Wellmaus bekannt.

Inhalt:

„„Angefangen hat alles mit dem Straßentrödel. Da habe ich, nur aus Versehen, meine kleine Schwester verkauft.“
„Sie war ganz neu!“ Mama und Papa sind sauer, aber die sollen sich auf dem Trödel gegenüber doch einfach ein neues Töchterchen kaufen! Derweil wird fröhlich der Bruder verscherbelt und die Oma in Zahlung gegeben. Ein Familienunternehmer macht richtig Geld! Alles muss raus!
Aber wenn der letzte Papa versilbert, der letzte Opa verpfändet, die letzte Mama an Selbstabholer*innen abgegeben ist, wirst du merken, dass man Geld nicht liebhaben kann. Oder, äh… dass es dir zumindest keine Gute- nachtgeschichte vorliest.“
(Produktbeschreibung)

Gedanken zum Bilderbuch:

Das Cover mit seinen quietschbunten Farben ist ein echter Eye Catcher. Die lustigen Gesichter der dargestellten Figuren und die vielen irrwitzigen Wesen geben uns bereits einen Vorgeschmack auf die Geschichte, die uns im Innern erwarten wird. Denn auch zwischen den Deckeln geht es fröhlich und durchgängig farbig illustriert weiter.

Nicht nur mit den Worten, sondern auch mit den Zeichnungen werden die einzelnen Szenen bis auf die Spitze des Absurden getrieben. Die Figuren sind allesamt liebenswert naiv und lustig. Ich musste mehrfach herzhaft lachen, während ich dem Trödelverkauf beiwohnte, dem Handel folgte und sah, wie aus vermeintlichen Waren Geld geschöpft wurde.

Da gibt es einige versteckte Witze zu entdecken – die vielleicht nur Erwachsene verstehen, aber dennoch werden auch Kinder großen Spaß an diesem lustigen Bilderbuch haben. Dabei vermitteln Autor und Illustrator mehrere wichtige Botschaften wie: Familie ist unbezahlbar oder manchmal lernen Menschen nicht dauerhaft aus ihren Erfahrungen. Auch Themen wie Rassismus, Klimakrise, Kapitalismus und Feminismus werden in die Bilder gewebt ohne zu sehr zu belehren.

Fazit:

"Oma zu verkaufen" ist eine Bilderbuch mit Illustrationen, die viele kleine Details beinhalten. Da gibt es außerordentlich viel zu entdecken. Toll ist auch zu sehen, wie sich die Wertigkeit des Verkaufmaterials immer mal wieder ändert. Es ist witzig wie Stück für Stück die Familie verkauft wird. Die einzelnen Szenen sind sehr fantasievoll bebildert, wobei Menschenwelt sowie Tierwelt ganz natürlich miteinander verbunden werden. Ich möchte auf jeden Fall noch mehr Bücher des Autoren und des Illustratoren kennenlernen.

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Veröffentlicht am 08.04.2024

Dieses Buch öffnet die Augen für ein wichtiges Thema!

»Was wollt ihr denn noch alles?!«
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»Was wollt ihr denn noch alles?!« ist ein Buch, welches hoffentlich großen Anklang finden wird. Akexandra Zykunov setzt sich für Frauen und Kinder ein, zeigt Defizite und Ungerechtigkeiten auf und ruft ...

»Was wollt ihr denn noch alles?!« ist ein Buch, welches hoffentlich großen Anklang finden wird. Akexandra Zykunov setzt sich für Frauen und Kinder ein, zeigt Defizite und Ungerechtigkeiten auf und ruft dazu auf, zu handeln. Mit Zahlen und Fakten unterfüttert sie ihre Beobachtungen und deckt auf, wie wenig gleichberechtigt wir in Wahrheit noch immer sind.

Zitat: "Diese unfassbare Unsichtbarmachung von Frauen in Wissenschaft, Medizin, Literatur, Kunst, Wirtschaft und Politik spiegelt sich nicht nur in den Schulbüchern seit Generationen wider, sondern begleitet unsere Großeltern, Eltern, und selbst und auch heute noch unsere Kinder." Alexandra Zykunov: »Was wollt ihr denn noch alles?!« (Seite 68)

Die Autorin:

Alexandra Zykunov (geboren 1985) ist Journalistin für feministische und gesellschaftliche Themen, sie arbeitet bei der BRIGITTE. Außerdem ist sie Autorin des Bestsellers »Wir sind doch alle längst gleichberechtigt!«. Sie hält Keynotes in internationalen Unternehmen. Dabei geht es um Themen wie Feminismus, Care-Arbeit oder Gender bias. Auf Social Media findet man sie als @alexandra___z. Ihre Texte formuliert sie treffend, manchmal auch etwas zynisch dabei aber immer durch ihre Analysen zur Unsichtbarkeit von Frauen- und Familienthemen in der Politik gestützt.

Inhalt:

„Bestsellerautorin Alexandra Zykunov trägt in ihrem neuen Buch unbekannte, absurde, aber leider sehr reale Zahlen, Studien und Unmöglichkeiten zusammen, die schmerzvoll aufzeigen, wo Frauen benachteiligt werden und wodurch ihr Leben anstrengender, ärmer und im Zweifelsfall lebensgefährlicher wird. Auch heute noch. Oder wussten Sie, dass Algorithmen Frauen automatisch kleinere Kredite gewähren? Dass die Energiekrise die Preise für weibliche Produkte höher steigen ließ als für männliche? Und war Ihnen klar, dass deutsche Gesetze Väter daran hindern, Kindkranktage zu nehmen? Nein? Dann sollten Sie dieses Buch lesen.
In ihrem unnachahmlich wütend-witzigen Ton schreibt Alexandra Zykunov das Anti-Male-Gaze-Buch, das uns allen gefehlt hat. Das Patriarchat ist wohl noch nicht ganz am Ende – aber der Kampf ist eröffnet!“
(Produktbeschreibung)

Gedanken zum Buch:

Bisher kannte ich Alexandra Zkunov nicht, sodass ich auch ihr Bild auf dem Cover nicht zuordnen konnte. Der Titel, sowie die Produktbeschreibung machten mich aber schnell neugierig. Der pinke Hintergrund mag vielleicht etwas stereotyp sein, allerdings kann man das Buch so gut aus der Masse heraus erkennen und es geht ja eben auch um veraltete Geschlechterrollen und den schweren Stand von Frauen und Mädchen (im Prinzip der Hälfte unserer Gesellschaft).

Zitat: "Pinkflation. Damit ist gemeint, dass typische „Frauenprodukte“ wie Kleidung, Schmuck oder Haushaltswaren stärker von der Inflation betroffen waren als „männliche“ Produkte wie Technik, Sportzubehör, Autos und Co." Alexandra Zykunov: »Was wollt ihr denn noch alles?!« (Seite 197)

Mit ihren klaren Worten, den vielen Ergebnissen einiger Studien zu den entsprechenden Themen regt die Autorin uns Leser selbst zum Nachdenken an, mutiger zu werden und für unsere Rechte einzustehen. Die Themen sind dabei vielfältig: männerdominiertes Wikipedia, Gender Leisure Gap, Gender Confidence gap, Care Arbeit, die Situation der Frau auf dem Arbeitsmarkt, Entwertung, Gesundheit, Wochenbett und vieles mehr… All das lässt sich immer wieder auf die veraltete Denkweise einer patriarchalen Gesellschaft zurückführen, die endlich aufgebrochen und bereinigt werden muss. Und hier sind ganz klar auch die Männer gefragt.

Zitat: "das Gefühl der ständigen, andauernden und niemals endenden Dauerbereitschaft" Alexandra Zykunov: »Was wollt ihr denn noch alles?!« (Seite 235)

Gut gefallen hat mir hierbei auch, dass die Autorin nicht nur auf die Probleme für Frauen durch veraltete Denkmuster aufmerksam macht, sondern auch, dass Defizite für Männer gleichermaßen immer wieder ein Thema sind. Das Ungleichgewicht geht je nach Thema auch in die andere Richtung: Männer und Care Arbeit oder Gefühle. Auch die Sprache ist nicht nur immer frauenfeindlich, wieso gibt es beispielsweise den Mutterinstinkt aber keinen Vaterinstinkt?

Zitat: "Wo sind eure Petitionen? Wann schleppt ihr eure Kinder zum Bürgermeister? Wann zündet ihr Kackwindeln vor dem Bundestag an?!
Wo seid ihr, Väter?
Es ist verdammt noch mal Zeit."
Alexandra Zykunov: »Was wollt ihr denn noch alles?!« (Seite 209)

Es ist bedrückend zu lesen, wie wenig Beachtung der Hälfte der Weltbevölkerung – den Frauen und Mädchen – geschenkt wird. Man könnte jetzt meinen, dass die Lektüre dieses Buches einen traurig, müde oder wütend macht. So erging es mir allerdings nicht. Sicher, man ist hier und da gefrustet, allerdings schreibt die Autorin so, dass man Hoffnung hat. Hoffnung, dass sich weiterhin Stück für Stück etwas verbessern kann. Wenn die Männer denn endlich mal klar denken, ihre Ängste vor starken Frauen ablegen und gemeinsam eine neue Weltordnung erschaffen. Die geringe Wertschätzung von Frauen und Kindern in der deutschen Gesellschaft muss ein Ende haben, sonst werden wir ganz schnell weiter von Ländern die Norwegen, Finnland oder Island abgehängt.

Zitat: "Deine Wut weiß, wenn du schlecht oder respektlos behandelt wurdest oder wenn deine Bedürfnisse vernachlässigt wurden. Sie gibt dir ein Zeichen, wenn du einen Ort oder eine Situation verlassen solltest. Lerne, auf die Wut zu hören, und mache sie zu deiner besten Freundin. Den die Wut ist der Teil von dir, der dich am meisten liebt. […] Sie ist eine super Spielgefährtin! Und eine, von der das Patriarchat eine Scheißangst hat." Alexandra Zykunov: »Was wollt ihr denn noch alles?!« (Seite 17)

Fazit

»Was wollt ihr denn noch alles?!« gibt einen guten Überblick über die Defizite in unserer Gesellschaft. Es wäre ideal als Leitfaden für die Politik einzusetzen. Und ich hoffe, dass viele (Männer und Frauen) dieses Buch lesen. Denn es öffnet Augen und es zeigt, wie absurd immer noch gehandelt wird, wie man Frauen oder Menschen aus marginalisierten Gruppen Steine in den Weg legt, um das Patriarchat aufrecht zu erhalten.

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Veröffentlicht am 28.03.2024

Über verpasste Chancen und das Glück sie zu ergreifen!

Was macht man mit einer Chance?
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Jedes Buch der Reihe "Was macht man mit..." hat wundervoll fantastische Zeichnungen aus der Feder von Mae Besom. Mit einer fesselnden Erzählung nimmt Yamada die jungen Leser mit auf eine Reise der Selbstentdeckung ...

Jedes Buch der Reihe "Was macht man mit..." hat wundervoll fantastische Zeichnungen aus der Feder von Mae Besom. Mit einer fesselnden Erzählung nimmt Yamada die jungen Leser mit auf eine Reise der Selbstentdeckung und Selbstbestimmung.

Zitat: "Ich weiß, ich habe so getan, als würden sie [die Chancen] mich nicht interessieren, aber die Wahrheit war, sie interessierten mich. Ich wollte immer noch eine Chance ergreifen, aber ich hatte Angst. Und ich war mir nicht sicher, ob ich jemals mutig genug dafür sein würde." (Kobi Yamada & Mae Besom: Was macht man mit einer Chance?)

Der Autor und die Illustratorin:

Kobi Yamada ist Bestsellerautor und CEO von Compendium. Dieses Unternehmen wird von Menschen geprägt, die besondere Dinge kreieren. Er lebt mit seiner Freundin und den beiden Kindern im Land der fliegenden Lachse und hält sich selbst für den glücklichsten Menschen auf diesem Planeten.
Mae Besom begann ihre Karriere als Charakter-Designerin. Inzwischen arbeitet sie als Kinderbuchillustratorin und geht damit ihrer Liebe zur Illustration nach. Mit traditionellen Techniken (Bleistift und Wasserfarben) verleiht sie ihren Illustrationen eine individuelle Dynamik.

Inhalt:

„Dies ist eine Geschichte für jeden, der schon einmal etwas wollte, aber Angst hatte, zu viel zu riskieren, um es zu bekommen. Chancen werden neue Freundschaften, aufregende Gelegenheiten und großartige Entdeckungen. Chancen sind Einladungen zu großen Abenteuern, Tickets für unvergessliche Erlebnisse und Türen zu ganz neuen Welten.
Chancen helfen dir zu sehen, wer du bist, was du willst und wohin du möchtest. Egal wie alt du bist, lass dich inspirieren, die Chancen zu ergreifen, die das Leben dir bietet. Weil du nie weißt, ob diese Chance diejenige sein könnte, die alles verändert.
Also, was machst du nun mit deiner Chance?“
(Klappentext)

Gedanken zum Bilderbuch:

Das Cover zeigt ein Kind, welches über eine Landschaft blickt, aus der sich goldene Strahlen emporheben. Die Arme sind ausgebreitet und vermitteln eine Offenheit, wie es ebenfalls die lächelnde Mimik des Kindes tut. An der Seite ist ein kleiner Fuchs zu sehen, der auch im Buch ab einem gewissen Punkt stets anwesend ist und vielleicht als eine Art Stütze zu verstehen ist. Die Abenteuerlust wird hier gut eingefangen. Jeder neue Tag gibt uns die Chance etwas besser zu machen oder nochmal von vorne zu beginnen.

Die schwarz-weiß Illustrationen sind mit Bleistift gezeichnet, was dem Ganzen etwas Weiches gibt. Die farbigen Akzente wurden mit Wasserfarben vorgenommen. Die Zeichnungen sind sehr kindgerecht. Die Emotionen sind stets in den Gesichtern zu erkennen, egal ob bei Mensch oder Tier. Sie auftretenden Tiere – Bär, Fuchs und Hase – stehen vielleicht im übertragenen Sinne für Schlauheit (Fuchs), Stärke (Bär) und Schnelligkeit (Hase). Oder sie dienen als treue Begleiter und Mutmacher des kleinen Kindes in allen Lebenslagen. Die atemberaubenden Illustrationen von Mae Besom erwecken das Buch mit leuchtenden Gelbtönen und ausdrucksstarken Figuren zum Leben und regen die Fantasie an.

Yamadas Prosa ist einfach und dennoch tiefgründig, so dass sie für Kinder zugänglich ist und gleichzeitig wertvolle Einsichten für Leser jeden Alters bietet. Die Erzählung ermutigt die Leser, sich ihren Ängsten zu stellen, die Ungewissheit zu akzeptieren und ihre Träume mit unerschütterlicher Entschlossenheit zu verfolgen. Sie fängt auf wunderbare Weise das Wesen der Widerstandsfähigkeit ein und zeigt, wie wichtig es ist, Chancen zu ergreifen, ganz gleich, wie beängstigend sie auch erscheinen mögen. Kobi Yamada erzählt in seiner gewohnt behutsamen Art die Geschichte eines Kindes, das eine Chance erblickt, die in diesem Buch als gelb leuchtender Papierflieger dargestellt wird. Auffallend ist hier wieder, dass das im Zentrum stehende Kind koloriert ist, während die anderen Personen in schwarz-weiß dargestellt werden. Die Geschichte wird in der ich-Perspektive erzählt, sodass sich der Leser sofort damit identifizieren kann.

Der Leser folgt einem kleinen Jungen, der mehrere Chancen erhält und sich mit der Ungewissheit und Angst, die damit einhergehen, auseinandersetzt. Zunächst einmal weiß das Kind gar nicht, was es mit jener ersten Chance, die da um es herumflattert, anfangen soll. So lässt es sie erst einmal davonfliegen. Als einige Zeit später erneut eine Chance erscheint, ergreift es sie, muss aber leider eine harte Landung einstecken. Es schämt sich und hat den Eindruck, dass sich die Menschen drum herum über das Kind lustig machen. So verliert es den Mut, neue Chancen zu ergreifen, lässt sie immer wieder von dannen ziehen, wird immer unglücklicher und die Chancen immer seltener. Als es sein eigenes Unglück aber wahrnimmt, startet es einen neuen Versuch und macht sich auf die Suche nach einer Chance. Von nun an begleiten es ein Bär, ein Fuchs und ein Hase. Am Ende des Wegen ist das Kind gestärkt, voller Mut und Tatendrang, nutzt seine Chancen, wo auch immer sie ihn hinbringen werden.

Fazit:

Mit den Büchern von Kobi Yamada kann man nichts verkehrt machen, sie sind in jeder Hinsicht eine Bereicherung. Auch "Was macht man mit einer Chance" konnte uns also absolut überzeugen. Wir finden hier eine herzerwärmende und inspirierende Geschichte, die die Schönheit der Risikobereitschaft und das Folgen des eigenen Herzens feiert. Die Botschaft sowie die illustrative Umsetzung haben uns zutiefst berührt und selbst ein wenig mutiger gemacht. Wer einen kleinen Schubs braucht, um mutig zu sein und seine Chancen zu ergreifen, der sollte sich dieses Buch einmal ansehen. Die fantasievollen Zeichnungen und die gefühlvollen Worte werden einem ein gutes Gefühl bereiten und zeigen, dass es okay ist, auch einmal eine Niederlage zu kassieren. Wichtig ist, dass man nicht aufgibt, sondern jede Chance ergreift, die sich einem bietet, denn sie sind „vielleicht der Beginn von etwas Wunderbarem“ (Zitat von Kobi Yamada aus dem Bilderbuch Was macht man mit einer Chance?). Dieses Bilderbuch ist ein Muss für Kinder und Erwachsene gleichermaßen und erinnert uns alle daran, dass manchmal die größten Abenteuer mit einer einzigen Chance beginnen.

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Veröffentlicht am 20.03.2024

Eine fantastische Reise an unbekannt Orte

Das Buch, das auf deine Geschichten wartet
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In dem Werk "Das Buch, das auf deine Geschichten wartet" betreten wir eine Welt voller kurioser Gestalten und Orte – bizarr und fabelhaft zugleich. In dieser Welt ist alles möglich, nichts unmöglich. ...

In dem Werk "Das Buch, das auf deine Geschichten wartet" betreten wir eine Welt voller kurioser Gestalten und Orte – bizarr und fabelhaft zugleich. In dieser Welt ist alles möglich, nichts unmöglich. Wir können sie nach Belieben gestalten, denn es gibt keine Vorschriften und uns sind keine Grenzen gesetzt. Wir waren von der Bildgewalt und der Präzision der farbigen sowie schwarz-weißen Zeichnungen schwer beeindruckt, in welcher Mensch und Tier immer wieder in Symbiose zueinander dargestellt werden.

Zitat: "Du hältst die Landkarte mit Orten in Händen, die nur Du sehen kannst." (Elise Hurst: Das Buch, das auf deine Geschichten wartet)

Die Autorin und Illustratorin:

Elise Hurst studierte zunächst in Melbourne Archäologie und Geschichte. Da sie aus einer künstlerischen Familie kommt, ist es nicht verwunderlich, dass sie inzwischen als Illustratorin, bildende Künstlerin und Autorin tätig ist und bereits einige Kinderbücher zum Leben erweckt hat. Sie erschafft fantastische Figuren und Welten, die man gerne selbst kennenlernen möchte.

Inhalt:

„Was passiert, wenn eine Geschichte mit einer leuchtenden Tür unter einer Brücke, einem Koala-Paar, das auf einem Herbstblatt schwimmt, oder einer riesigen Gottesanbeterin, die ein Bibliotheksbuch zurückbringt, beginnt? Absolut alles! In diesem Buch warten unendlich viele Geschichten darauf, zum Leben erweckt zu werden! Zu den 52 magischen handgezeichneten Illustrationen – von fremden Ländern, mystischen Kreaturen, neugierigen Tieren und faszinierenden Charakteren – gibt es jedoch keine begleitenden Worte, denn du erzählst die Geschichten. Öffne das Buch auf einer beliebigen Seite und lasse die reichhaltigen Details jeder Illustration zum Beginn eines Abenteuers werden.“ (Produktbeschreibung)

Gedanken zum Bilderbuch:

Auf dem Cover verschlägt es uns gleich in eine Szenerie, die sich durch das ganze Buch ziehen wird. Fantasiereich, auf seine Weise durchaus auch skurril, angehaucht mit so manch düsterer Stimmung. Es sieht stürmisch aus, das Meer scheint zu toben und wir sehen mehrere fliegende Boote. Wobei eins sofort ins Auge sticht. In diesem Boot sitzt ein Löwe zusammen mit einem Jungen. Außerdem gehört noch ein Fuchs zu ihnen, der die Umgebung im Blick behält. Über dem Geschehen erhebt sich ein Bär – den manch einer erst auf dem zweiten Blick entdeckt – und insbesondere diesen drei Tieren werden wir noch öfters im Buch begegnen. Was hier auch bereits ganz deutlich wird und sich über das gesamte Buch erstrecken wird, ist, dass oben und unten sowie klein und groß keine Konstanten sind und deren typischen physikalischen Gesetze außer Kraft gesetzt werden.

Die Illustrationen sind alle fein mit schwarzem Stift in Kreuzschraffuren gestaltet, welche teilweise durch Farben akzentuiert werden. Die Bilder sind detailreich und sehr präzise gezeichnet. Auch nach mehrmaligen Anschauen entdeckten wir immer wieder neue Details, welche wir vorher nicht wahrgenommen hatten. Auf den meisten Seiten ist es ein Zusammenspiel zwischen Mensch und Tier zu finden.

Nach einer einleitenden Geschichte von Neil Gaiman und einem Brief an den Betrachter des Buches von der Illustratorin, stoßen wir gleich auf einige zauberhafte und fantasievolle Zeichnungen. Das Buch selbst ist dann nochmals in sechs Abschnitte gegliedert, welchen jeweils ein paar Zeilen aus der Feder von Elise Hurst vorangestellt sind. Die Texte sind dabei sehr poetisch verfasst und gibt Anregungen zum Betrachten des Buches.

Zitat: "Sei unerschrocken. Sei mutig. Erschaffe, wovon du dir wünschst, es würde existieren." (Elise Hurst: Das Buch, das auf deine Geschichten wartet)

Wenn man das Buch öffnet geht man durch eine Tür und gelangt in eine Welt voller ungeahnter Magie, in der wir unser Fantasie freien Lauf lassen können und unsere Kreativität angeregt wird. Wir finden Personen, Tiere, ungewöhnliche Ort, geheimnisvolle Wesen, die die unterschiedlichsten Emotionen widerspiegeln. Man kann auf jeder Seite beginnen und aufhören, so wie man möchte. Es gibt keine Handlung die sich durchzieht oder einen Zusammenhang.

Einige Darstellungen haben durchaus etwas Schwermütiges oder Geheimnisumwobenes. Andere sind wiederum überwältigend oder unergründlich. Auf vielen Seiten scheinen Mensch und Tier im Einklang zu leben. Sie scheinen eine enge Verbindung zu haben – die jeweilige Anwesenheit ist ganz natürlich. Uns laufen des Öfteren Tiere wie Löwe, Bär und Fuchs über den Weg.

Fazit:

"Das Buch, das auf deine Geschichten wartet" ist ein ganz besonderes Bilderbuch, welches mit wenig Text auskommt, der sich auch nicht direkt auf die einzelnen Bilder bezieht, sondern eine Atmosphäre erschafft, in der es sich träumen lässt. Und so sind die Bilder, welche mit vielen, kleinen Strichen gezeichnet sind und in bildgewaltigen Szenen gipfeln auch eine Mischung aus Traum und Realität, in welcher Mensch und Tier ganz naturverbunden nebeneinander existieren und kooperieren. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt und jedes Bild erzählt nicht nur eine Geschichte sondern unendlich viele, die in den Gedanken des Betrachters selbst entstehen. Kinder haben sicherlich einen ganz anderen Blick auf die Bilder, als wir Erwachsene. Es ist ein tolles Buch um sich die unterschiedlichsten Szenarien vorzustellen oder mit Kindern bunte Geschichten zu erfinden.

Zitat: "Wir sind so viel mehrt als das Leben, das wir leben. Wir sind Weltenerschafferinnen, Traumredner, Erfinderinnen und Künstler. Dir Welten in unseren Gedanken sind unendlich und einzigartig und mit jedem Moment den wir ihnen schenken, wachsen sie." (Elise Hurst: Das Buch, das auf deine Geschichten wartet)

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Veröffentlicht am 11.03.2024

Eine tolle, neue Buchreihe für Fans des Übernatürlichen und gerne auch mal etwas Düsteren!

Hunting Souls (Romantasy-Dilogie, Bd. 1)
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"Hunting Souls – Unsere verräterischen Seelen" von Tina Köpke war ein absolutes Lesevergnügen, dass ich nicht mehr missen möchte, welches in mir noch lange nach dem Beenden der Lektüre nachgehallt ist ...

"Hunting Souls – Unsere verräterischen Seelen" von Tina Köpke war ein absolutes Lesevergnügen, dass ich nicht mehr missen möchte, welches in mir noch lange nach dem Beenden der Lektüre nachgehallt ist und auf dessen Folgeband ich nun ein viel zu langes Jahr warten muss. Die Geschichte um Katrina, Tate und ihre Familien ist vielschichtig, mitreißend sowie voller Magie und Mythen.

Die Autorin:

Tina Köpke hat eine große Leidenschaft für obskure und gerne auch makabre Urban Fantasy. Düsterer Romantik darf auch nicht fehlen. In Ihrer Kindheit und Jugend prägten sie beispielsweise Heldinnen wie in ‚Buffy – die Vampirjägerin‘. Sie ist Tim Burton Fan und lässt sie sich von den schrägen aber gleichzeitig alltäglichen Dingen inspirieren. Daraus erschafft sie dann einzigartigen Charaktere und Welten. Sie lebt mit Mann und Hund in Berlin.

Inhalt:

„Katrina Smythe ist 18 Jahre alt, Highschool-Schülerin und seit einem Jahr untot. Ein Glücksfall – ist sie so doch endlich diesen mühsamen Gefühlskram los: Schmerzen, Eifersucht, Aufregung. Nicht mehr ihr Problem! Dafür ist sie stark und passt viel besser in ihre außergewöhnliche Familie aus Vampiren, Hexen und Werwölfen. Doch alles ändert sich, als der neue Nachbarsjunge Tate Walker bei ihnen klingelt. Der ist nicht nur unverschämt gut aussehend, sondern leider auch Mitglied einer Familie von Jägern – den Erzfeinden aller Übernatürlichen. Katrina ist sofort bereit, mit diesem nervigen Tate kurzen Prozess zu machen. Aber dann geschieht das Unglaubliche: Die Walkers greifen nicht an, sondern bitten die Smythes um Hilfe. Und Katrina und Tate kommen sich näher als beiden lieb ist. Denn nach einem missglückten Seelenfluch können sie sich nur noch wenige Meter voneinander entfernen. Mehr Horror geht nicht – selbst für eine Untote! Wäre da nicht Katrinas verräterisches totes Herz, das plötzlich wieder sanft zu schlagen beginnt… “ (Produktbeschreibung)

Kritik und Fazit:

Vor allem das Cover erregte zunächst einmal meine Aufmerksamkeit. Es kommt düster aber gleichzeitig verspielt und edel daher. Der wunderschöne Farbschnitt in der ersten Auflage tut sein Übriges. Dieses Buch muss man einfach in die Hand nehmen und weiter entdecken. Das Funkeln der Goldfolie für Titel, Untertitel und einzelne Elemente ist wunderschön anzusehen. Die Blumen, Tiere und weitere Details sind in grün und orange gehalten, während der sonstige Hintergrund schwarz ist. Die Todesthematik oder auch das Übernatürliche werden hier gut in Szenen gesetzt. Der Totenkopf symbolisiert Katrina, er taucht vor jedem Ihrer Kapitel auf, das anatomische Herz steht dabei für Tate. Auch die Illustration im Vorsatzpapier zeigt ganz eindrücklich, welche Atmosphäre uns hier erwarten wird.

Das düstere und melancholische Ambiente, welches das Cover verspricht, wird auch im Buch bedient. Gleichzeitig wird dieses aber auch durch das Verhältnis der beiden Schwestern Katrina und Lyn immer wieder humorvoll aufgebrochen. Wie ein still plätschernder Fluss erfährt man in den ersten Kapiteln Stück für Stück und in stetigen Rhythmus mehr zu der Welt, in welcher Katrina lebt, wie sie zur Untoten wurde und auf welche Weise ihre Familie zusammenkam.

Zitat: "Ich bin glücklich. Zum ersten Mal seit sehr, sehr langer Zeit, bin ich ernsthaft, ganz tatsächlich glücklich, und schuld daran ist ausgerechnet Tate. Tate Walker. Sterblicher. Jäger. Katrina Smythe-Bezwinger.“ (Tina Köpke: Hunting Souls – Unsere verräterischen Seelen (Seite 335))

Zwischen den beiden Hauptprotagonisten Katrina und Tate, aus deren Blickwinkel die Geschichte abwechselnd in umfangreicheren Abschnitten erzählt wird, herrscht eine tolle Dynamik. Die beiden stehen sich zunächst feindlich gegenüber (Enemies to Lovers), müssen durch einen Seelenfluch aber sehr viel Zeit zusammen verbringen (forced proximity) und lernen sich somit näher kennen und schätzen. Tates Offenheit, seine Sensibilität und sein Blick in Katrinas Innerstes ist faszinierend. Beide Protagonisten sind dabei aber auch so herrlich un-perfekt und man muss sie einfach nur ins Herz schließen. Sie sind dadurch authentisch und könnten die Nachbarn von nebenan sein.

Die Angelegenheiten, die im Buch behandelt werden, sind äußerst komplex. Es geht um Menschlichkeit, Familie, böse Untote, einen Auftrag des Todes oder eine neue Untote, die Hilfe braucht. All das wird mit wichtigen Themen wie Vorurteile, Ausgrenzung, Fremdenhass, Angst vor dem Unbekannten und Indoktrination verbunden und somit ist das Buch wirklich ein wahrer Schatz und nicht nur eine spannende sowie mitreißende Story.

Die eigentliche Aufgabe Katrina’s gerät zwischendurch zwar etwas in den Hintergrund, wie auch die Angelegenheit um Tates Schwester Isabelle, allerdings ist es nicht so, dass mich das gestört hätte. Ich vermute das alles wird im zweiten Teil weiter fortgeführt. Ich dachte schon ein Cliffhanger bliebe uns am Ende des ersten Bandes erspart, aber nein, in den letzten vier Sätzen wird noch mal voll rein gehauen. Jetzt liegt ein Jahr voller Ungeduld vor mir, bis Band zwei erscheinen wird.

"Hunting Souls" ist ein wahres Highlight für mich und ich habe die Geschichte so sehr genossen. So sehr, dass ich das Lesen gegen Ende hinauszögerte, weil ich einfach nicht wollte, dass es vorbei ist. Dieser Roman ließ mich trotz Cliffhanger mit einem wohligen Gefühl zurück. Die Geschichte und auch die sympathischen Protagonisten werden mir noch lange nachhängen und ich bin so froh, dieses Buch entdeckt zu haben. Müsste ich dieses Buch mit einem Wort beschreiben, wäre es wohl einfach ein absolut zufriedener Seufzer.

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