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Veröffentlicht am 02.05.2024

Basenfasten kann zum Tod führen

Gärten, Gift und große Liebe
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"Gärten, Gift und große Liebe" von Klaudia Basl ist der zweite Teil einer Reihe von Garten-Krimis. Ich habe ihn jetzt vor dem ersten gelesen, es ist alles verständlich, der Fall abgeschlossen, die Reihe ...

"Gärten, Gift und große Liebe" von Klaudia Basl ist der zweite Teil einer Reihe von Garten-Krimis. Ich habe ihn jetzt vor dem ersten gelesen, es ist alles verständlich, der Fall abgeschlossen, die Reihe bringt einem nur die Mitwirkenden näher, man kann die Entwicklung besser verfolgen.
Die lustige Seniorenrunde aus Oberdistelbrunn ist zum gemeinsamen Heilfasten in einem Wellnessresort eingerückt. Auch wenn das mit dem fasten dort nicht jedem gelingt, sind sie sehr schnell in andere, schwere Verbrechen verwickelt. Erst als Zeugen, aber nicht nur.
Berta, Pauline, Emma und Elsbeth liegen also nicht auf der faulen Haut, sondern versuchen einen Mörder oder Mörderin dingfest zu machen. Das ist nicht ganz ungefährlich.
Ich hatte mit dem Buch, trotz Mordfällen, einen Riesenspaß von Anfang an. Der Schreibstil ist voller Humor, was sonst nicht so unbedingt meins ist, aber hier passt das ganz herrlich. Ich hatte diese Damen-Clique direkt vor Augen.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Pauline, die kein Blatt vor den Mund nimmt, herrlich.
Was mir auch sehr gefallen hat, sind diese kleinen Ausflüge ins Reich der Kräuter und Giftpflanzen, das ist hier sehr schön integriert.
Das Buch hat eine sehr spannende Handlung, die nach einigen Irrwegen auch gut und souverän aufgelöst wird, es ist sehr locker und leicht zu lesen durch einen entspannten Schreibstil und schafft es nebenbei wirklich ständig, einen zum Lachen zu bringen. Mir hat dieses Buch viel Spaß gemacht, auch wenn ich nicht auf den Täter gekommen wäre.

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Veröffentlicht am 02.05.2024

Ein absolut gekonnter Abschluss

Evas Rache
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"Evas Rache" von Thomas Ziebula ist der vierte und letzte Teil einer absolut spannenden Krimi-Reihe im historischen Leipzig. Ich habe alle Teile der Reihe mit ihrem Erscheinen gelesen und mich sehr gefreut, ...

"Evas Rache" von Thomas Ziebula ist der vierte und letzte Teil einer absolut spannenden Krimi-Reihe im historischen Leipzig. Ich habe alle Teile der Reihe mit ihrem Erscheinen gelesen und mich sehr gefreut, hier einige liebgewonnene Charaktere wieder zutreffen. Aber auch für Neueinsteiger ist dieser Band geeignet, es ist ein in sich abgeschlossener Kriminalfall. Danach möchte man sowieso die anderen Teile nachholen.
Im Mittelpunkt steht hier wieder der Kommissar Paul Stainer, der in der Wächterburg arbeitet. Es gibt brutale Morde an jungen Frauen, die nach einem ähnlichen Schema ablaufen, die Suche nach einem Serienmörder läuft also auf Hochtouren.
In einem anderen Handlungsstrang begleiten wir den Kriegsheimkehrer Nakaski, der seine Erfahrungen in Krieg und Gefangenschaft ganz anders verarbeitet und versucht in der Heimat wieder Fuß zu fassen.
Die titelgebende Eva ist die Frau des Ingenieur Armin Dorn, der auf der Messe in Leipzig seine neueste Erfindung der Öffentlichkeit präsentieren möchte. An dieser sind allerdings auch noch andere Mächte interessiert.
Eva selber möchte ernst genommen werden, sie ist eine intelligente junge Frau, die auch zur Messe nach Leipzig fährt. Sie passt haargenau in das Beuteschema des Serienmörders vor Ort. Spätestens als Eva dann verschwindet, verbinden sich gekonnt die verschieden angelegten Handlungsstränge und der Autor schafft es tatsächlich die Spannung nochmals zu steigern.
Das Buch ist nicht nur ein Krimi, es ist irgendwie ein Gesamtkonzept. Wir erleben hier die unterschiedlichsten Entwicklungen mit, persönliche, wie auch historische und politische. Es war eine sehr aufregende Zeit in der Geschichte Deutschlands und es hätte politisch zu einigen anderen Wegen führen können, all das wird hier sehr gekonnt und gut recherchiert mit eingeflochten.
Auch die Entwicklung der Charaktere im Buch selber und über die komplette Reihe ist sehr interessant nachzuverfolgen.
Der Schreibstil ist souverän und gut lesbar, das Buch ist spannend und interessant, die Auflösung gekonnt und nicht vorhersehbar.
Das einzige negative für mich ist, dass diese Reihe hiermit beendet ist. Ich freue mich auf weitere so gute Bücher des Autors.

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Veröffentlicht am 19.04.2024

Genial aufgebaut

Die Nacht des Blutadlers
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"Die Nacht des Blutadlers" von Marc Voltenauer ist schon der dritte Teil einer Reihe rund um den Schweizer Kommissar Andreas Auer, für mich ist es der erste Teil. Man kann das Buch als komplett eigenständig ...

"Die Nacht des Blutadlers" von Marc Voltenauer ist schon der dritte Teil einer Reihe rund um den Schweizer Kommissar Andreas Auer, für mich ist es der erste Teil. Man kann das Buch als komplett eigenständig betrachten und lesen, ich bin hier aber so begeistert, dass ich die vorigen Bände nachholen werde. für das Verständnis ist es nicht nötig.
Das Buch ist total vielschichtig geschrieben und das nicht nur die verschiedenen Zeitebenen betreffend. Es gibt auch viele wichtige Charaktere, die aber so treffend eingeführt werden, dass man den Überblick behalten kann.
Andreas Auer ist hier auf der Suche nach seinen eigenen Wurzeln, er erfährt das er ein Adoptivkind ist und versucht seine Vergangenheit zu ergründen. Dazu nimmt er Urlaub und reist nach Gotland. ach und nach gelingt es ihm die Blockaden seiner Erinnerung zu lösen und es ist unglaublich, was da nach und nach zutage kommt.
Fast eine eigenständige Geschichte ist die Erzählung rund um einen Wikinger-Clan, gegründet um Gemeinschaft und Traditionen zu halten. Auch hier gibt es eine Entwicklung, die absolut spannend und unglaublich klingt.
Dieses Buch ist ebenso schwer zu fassen wie hier zu beschreiben, man muss es selber lesen und nach und nach erfassen. Es ist so spannend und komplex, dass man es am liebsten nicht mehr aus der Hand legt zwischendurch.
Der Autor spannt hier mehrere Bögen, in verschiedene Vergangenheiten, von verschiedenen Personen und es ist fast unfassbar, wie es ihm gelingt, diese zu verknüpfen und wieder zusammenzuführen. Da ist ein hochintelligenter Plot dahinter, den man gar nicht gleich erfassen kann.
Ein Krimi, den es sich zu lesen lohnt, wenn man mal ein wenig mitdenken möchte, es etwas anspruchsvoller mag.

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Veröffentlicht am 19.04.2024

Sehr informativ und lesenswert

Die erstaunliche Welt der Graugänse
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"Die erstaunliche Welt der Graugänse" von der Verhaltensbiologin und Ornithologin Sonia Kleindorfer ist ein erstaunlich komplexes und trotzdem sehr unterhaltsames Buch.
Mir war hier vorher gar nicht klar, ...

"Die erstaunliche Welt der Graugänse" von der Verhaltensbiologin und Ornithologin Sonia Kleindorfer ist ein erstaunlich komplexes und trotzdem sehr unterhaltsames Buch.
Mir war hier vorher gar nicht klar, wie spannend und individuell diese Tiere sind und wieviel mehr Spaß ihre Beobachtung macht, nachdem man ihnen um einiges näher gekommen ist.
Man bekommt hier geballt sehr viele Informationen und Fakten, hochinteressant und wissenschaftlich belegt, aber man bekommt auch ganz viele kleine Geschichten und Anekdoten, die hier jedes einzelne Tier aus der Masse abheben.
Auch der Verhaltensforscher Konrad Lorenz steht hier im Fokus, er hat diese Tiere schon seit vielen Jahren beobachtet und an der Forschungsstelle Erkenntnisse über sie erhalten, ausgewertet und weiter gegeben.
Das Buch liest sich trotz der vielen Fakten sehr leicht, es ist nirgends langweilig und ganz viele tolle Fotografien lockern den Text auf und ergänzen ihn.

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Veröffentlicht am 15.04.2024

Ein Hauch von Magie

Der Vertraute
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"Der Vertraute" von Leigh Bardugo entführt die Lesenden ins Spanien zu Beginn des Goldenen Zeitalters.
Wir begleiten hier Luzia Cotado, ein Küchenmädchen, dass bei ihrer Herrschaft, die auch nicht wirklich ...

"Der Vertraute" von Leigh Bardugo entführt die Lesenden ins Spanien zu Beginn des Goldenen Zeitalters.
Wir begleiten hier Luzia Cotado, ein Küchenmädchen, dass bei ihrer Herrschaft, die auch nicht wirklich reich ist, im Schmutz schlafen muss. Luzia ist nicht schön, aber sie hat eine Gabe und ist meistens klug genug, diese zu verbergen.
Sie kann mit Liedern kleine Zauber, Wunder wirken und sich damit ihren harten Alltag erleichtern. Nachdem sie dann doch von ihrer gierigen Herrin dabei erwischt wird, ändert sich ihr Leben und sie wird gezwungen ihre Magie öffentlich vorzuführen.
Das bleibt zu Zeiten der Inquisition natürlich nicht unbemerkt und langsam, aber unaufhaltsam, spinnen sich rund um Luzia so einige politische Intrigen.
Luzia soll weiter ausgebildet werden, um ihre Magie zu stärken und bekommt dazu einen sehr interessanten Charakter an die Seite gestellt. Guillén Santangel, er ist uralt und beherrscht so einige Tricks, hat aber auch sein eigenes schweres Schicksal zu tragen.
Ich mag hier die beiden Protagonisten, Luzia und Santangel, sehr, gerade weil sie nicht hübsch und angepasst sind. Sie haben ihre Ecken und Kanten, sind beide sehr spannende Charaktere. Gerade die beiden tragen hier die ganze Geschichte, halten die Lesenden in atemloser Spannung.
Hier geht es immer um Politik, wer welche Ziele verfolgt, wer dem König dient oder ein Ausgestoßener ist, auf wen das Auge der Inquisition fällt, diese mächtige Institution dahinter. Diese ganzen Ränke und Intrigen sind hier sehr intelligent eingeflochten und werden auch zu keiner Zeit langweilig.
Mir hat diese Zeitreise nach Spanien gut gefallen und auch desen Hauch von Magie, der einen beim Lesen verzaubert hat und diese Geschichte zu etwas Besonderem machte.

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