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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.05.2024

Frust statt Lust mit Projekt Lotte

Fucking Famous
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"Fucking Famous" von Anne Hashagen startet stark, verliert dann zur Mitte hin den anfänglichen bissigen Schwung sowie auch an inhaltlicher Tiefe und lässt mich dann am Ende ratlos zurück.
So bin ich zwiegespalten, ...

"Fucking Famous" von Anne Hashagen startet stark, verliert dann zur Mitte hin den anfänglichen bissigen Schwung sowie auch an inhaltlicher Tiefe und lässt mich dann am Ende ratlos zurück.
So bin ich zwiegespalten, wie ich den kurzweilig geschriebenen Roman als Ganzes bewerten soll.

Gut gefallen hat mir der Anfang der Geschichte, hier lernt man noch Lotte, ihr Leben und weitere wichtige handelnde Personen näher kennen. Zudem sorgt der bitterböse Humor und der lockere sowie bissige Schreibstil der Autorin, dass man nur so durch die Seiten und das neue Leben der Ich-Erzählerin Lotte Hohenfeld als Influencer-Berühmtheit fliegt.

Weniger überzeugen konnte mich der inhaltliche Verlauf der anfangs vielversprechend klingenden Geschichte. Denn mit zunehmender Seitenzahl vergeht einem nämlich beim Lesen von Lottes unreifen und unsympathischen bis beleidigenden Gedanken und Kommentaren der Spaß am Lesen.
Anstatt tiefer in ihr jetziges Leben als Influencerin, ihrer Vergangenheit und der künstlichen Welt der Influencer und von Social Media einzutauchen, rast man von einer Szene zur nächsten oder verliert sich in ihren Gedanken. Die Handlung verbleibt an der Oberfläche, Nebencharaktere sind reine Schablonen und werden stereotyp dargestellt. Zunehmend verliert sich dann auch noch die Handlung in Absurditäten.

Eine glaubwürdige, humorvolle und kritische Geschichte über die Fake-Welt der Influencer liest sich für mich anders.

Insgesamt habe ich mir einfach viel mehr von "Fucking Famous" versprochen, besonders nach dem tollen Beginn.
Weniger Handlungsstränge und mehr Fokussierung auf Lotte als Person und als Influencerin hätte dem Roman gutgetan.

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Veröffentlicht am 26.04.2024

Geheimnisse am Gardasee - Kurzweiliger Krimi

Was der See birgt
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“Was der See birgt” von Lenz Koppelstätter ist der kurzweilig geschriebene und durchaus packende Auftakt der neuen Krimireihe rund um die aufgeweckte Polizeireporterin Gianna Pitti.

Handlungsort ist der ...

“Was der See birgt” von Lenz Koppelstätter ist der kurzweilig geschriebene und durchaus packende Auftakt der neuen Krimireihe rund um die aufgeweckte Polizeireporterin Gianna Pitti.

Handlungsort ist der idyllische Gardasee, der zu Beginn des Kriminalromans so gar nicht idyllisch daherkommt. Eine männliche Leiche wurde im Jachthafen gefunden und als Gianna am Tatort ankommt, um erste Informationen für ihren Artikel zu sammeln, erkennt sie mit Schrecken, dass sie den Toten kannte. Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Unterstützung erhält sie von ihrem Onkel und von Elvira, ihrer Chefin. Im Laufe ihrer Nachforschungen bekommt sie es nicht nur mit mysteriösen Fischanhängern und Geheimbünden zu tun, sondern erfährt auch mehr über ihren verschwundenen Vater.

Kurze und knappe Sätze wie auch Kapitel sorgen dafür, dass man von Beginn an regelrecht durch die Seiten fliegt, auch wenn die Spannung nach dem Leichenfund zu Beginn erst mal etwas abflacht. Ab der Mitte nimmt der Krimi jedoch wieder deutlich an Fahrt auf und zum Ende hin überschlagen sich nahezu die Ereignisse und Entwicklungen.
Mir gingen es persönlich dann etwas zu schnell, die Handlung verlor für mich deutlich an Tiefe. Zudem machen neue Entwicklungen zum Ende hin Lust auf den nächsten Band, lassen einen aber auch etwas unbefriedigt zurück.

Wer die Südtirolkrimis vom Autor schon kennt, weiß, dass auch die Landschaft und das italienische Essen eine wichtige Rolle spielen und dass das ein oder andere stereotype Element seinen Eingang in die Handlung findet.

"Was der See birgt" ist ein flüssig geschriebener Kriminalroman, der mit interessanten Charakteren und einer gut durchdachten Handlung aufwarten kann.
Nette Krimiunterhaltung für zwischendurch, mehr aber auch nicht.

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Veröffentlicht am 02.03.2024

Wirre Reise zu den Eltern

Trabant
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Georg Himmel ist als Trauzeuge seines besten Freundes in einem Hotel in Istrien, als er eine für ihn nicht bestimmte SMS seines Vaters bekommt. Die Nachricht an eine "Lisa" liest sich für Georg so, als ...

Georg Himmel ist als Trauzeuge seines besten Freundes in einem Hotel in Istrien, als er eine für ihn nicht bestimmte SMS seines Vaters bekommt. Die Nachricht an eine "Lisa" liest sich für Georg so, als hätte sein Vater eine Affäre. Georg sieht die Ehe seiner Eltern in Gefahr und macht sich in seinem alten Opel Corsa auf den Weg nach München an den Flughafen, um diese zu retten. Es folgt eine bizarre Reise quer durch Österreich bis nach München, sowie auch eine Reise durch seine Kindheitserinnerungen, an deren Ende er sich fragt, ob er seine Eltern wirklich so gut kannte, wie er dachte.

Dabei vermischen sich die Grenzen zwischen Einbildung, Realität, Wahrheit und Erinnerungen, was den Roman für mich mit zunehmender Seitenzahl immer undurchsichtiger und verwirrender machte.
So war für mich ein richtiger roter Faden leider nicht erkennbar, sodass der Roman mich am Ende etwas ratlos zurücklässt.

Zwar konnte das Ende mich etwas mit "Trabant" versöhnen, aber insgesamt konnte mich die Handlung nicht von sich überzeugen.
Zu wirr, zu unzusammenhängend und auch oberflächlich in seinen Handlungsverläufen, machen es einen schwer, den Roman im Ganzen zu fassen.
Vielleicht habe ich auch einfach nur dessen Sinn bzw. dessen Aussage nicht wirklich verstanden.

Die Stärke von "Trabant" liegt in seiner vielschichtigen Charakterzeichnung und bildhaften Sprache. Mit wenigen Worten schafft der Autor das Bild eines feinfühligen Georg zu zeichnen, der trotz seiner Eigenheiten und teils irrationale Ängste, zu faszinieren weiß. Ebenso werden sein Freund und seine Eltern lebendig, auch wenn Letztere zum Ende hin an etwas an Kontur verlieren.

Darüber hinaus, hätte dem Roman ein paar Seiten mehr sicherlich gut getan, sodass das vorhandene Potenzial besser genutzt hätte werden können.
So fühlt sich sich "Trabant" etwas unfertig und ziellos an.

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Veröffentlicht am 02.03.2024

Die Absenz der Königin

Das Lächeln der Königin
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"Das Lächeln der Königin" ist ein interessanter Roman über die Büste der Nofrete, in dem ebenjene Königin selbst seltsam abwesend ist.

Erzählt vorwiegend aus der Sicht von James Simon, einen jüdischen ...

"Das Lächeln der Königin" ist ein interessanter Roman über die Büste der Nofrete, in dem ebenjene Königin selbst seltsam abwesend ist.

Erzählt vorwiegend aus der Sicht von James Simon, einen jüdischen Textilunternehmer Anfang des 20. Jahrhunderts in Berlin, taucht man in das Berlin von 1913 bis 1925 ein. Simon ist ein Kunstliebhaber und unterstützt die archäologischen Ausgrabungen seines Freundes Ludwig Borchart in Ägypten. Dort findet Borchart die Büste der Nofrete und bringt sie nach Berlin. Zunächst wird sie jedoch nicht ausgestellt, aber als die wirtschaftliche und finanzielle Situation in den 20er-Jahren immer schlechter für Simon wird, entschließt er sich, die Büste in Berlin öffentlich im Museum auszustellen.

Was nach einem spannenden historischen Roman klingt, konnte mich nur bedingt überzeugen.

Besonders Anfang fliegt man nur so durch die verschiedenen Jahre, was es teilweise schwer macht, den Überblick über den zeitlichen Ablauf zu behalten. Zum Ende hin ist es jedoch übersichtlicher.
Der Schreibstil ist flüssig, aber etwas emotionsarm. So bleiben einen die Protagonisten fremd und an manchen Stellen liest es sich eher wie ein historischer Sachtext anstatt wie ein historischer Roman.

Mein Hauptkritikpunkt ist jedoch, die inhaltliche Abstinenz der Büste der Nofrete.
Ich hatte vermutet, dass ihre Entdeckung und Ausstellung mehr im Fokus stehen würde.
Stattdessen stehen ab der zweiten Hälfte des Buches mehr die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Deutschland im Vordergrund, auch wenn nicht wirklich tiefgehend.
So verbleibt der Roman leider irgendwo zwischen historischen Sachbuch und historischen Roman stehen ohne einem von beiden so richtig gerecht zu werden. Potenzial wäre da gewesen.

Zugutehalten kann man der Autorin die historischen und wissenschaftlichen Fakten, die sie durchaus kurzweilig in die Handlung einbaut. Eine einnehmendere, weniger oberflächlichliche und mehr fokussierte Rahmenhandlung hätte der Geschichte jedoch gut getan.

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Veröffentlicht am 02.03.2024

Licht und Schatten im Grenzgebiet

Grenzfall – In den Tiefen der Schuld
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Der 4. Band der "Grenzfall"-Reihe knüpft nahtlos da an, wo der 3. Band aufgehört hat.
Bernhard Krammers Kollegin Roza Szabo ist spurlos verschwunden. In ihrer Wohnung befindet sich eine männliche Leiche ...

Der 4. Band der "Grenzfall"-Reihe knüpft nahtlos da an, wo der 3. Band aufgehört hat.
Bernhard Krammers Kollegin Roza Szabo ist spurlos verschwunden. In ihrer Wohnung befindet sich eine männliche Leiche mit Tauchermaske.
Die letzte Spur von Szabo führt nach Bayern an den Walchensee. Da Krammer zunächst nicht öffentlich nach Szabo suchen lassen will, nimmt er Kontakt mit seiner Tochter, der Oberkommissarin Alexa Jahn, auf und bittet sie um ihre Hilfe. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Huber beginnt sie zu ermitteln. Schon bald merken beide, dass mehr hinter Szabos Verschwinden steckt und dass ihr Leben in Gefahr ist.

Erzählt nahezu abwechselnd aus der Sicht von Jahn und Krammer, mit gelegentlichen Unterbrechungen von Kapiteln aus Sicht einer unbekannten Frau, entwickelt der Kriminalroman schnell an Spannung. Zur Mitte hin nimmt diese jedoch etwas ab, um dann in einem packenden, auch wenn leicht kurz geratenen Höhepunkt zu gipfeln.

Nicht nur die Suche nach der Lösung, was hinter Szabos Verschwinden steckt, spielt eine Rolle in der gut konstruierten Krimihandlung. Auch das Thema Familie, Freundschaft und deren Bedeutung wird angerissen.
Jahn versucht, wie auch ihr Vater Krammer, sich über ihre bzw. seine Gefühle gegenüber ihren Vater bzw. seiner Tochter im Klaren zu werden und welche Beziehung sie in Zukunft zu ihm will und er zu ihr.
Bedingt durch die emotionale Suche und der Tatsache, dass sich beide ähnlicher sind, als sich beide eingestehen wollen, kommt es zu Spannungen zwischen Vater und Tochter.

Da viele Personen und Handlungsstränge aus den vorherigen Bänden vorkommen bzw. erwähnt werden, ist es sinnvoll, die ersten drei Bände gelesen zu haben.

Ganz so gut wie der Rest der Reihe hat mir der 4. Band nicht gefallen.
Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt stimmungsvoll und bildhaft. Für meinen Geschmack schweift die Autorin jedoch etwas zu häufig von der Haupthandlung ab, wodurch diese an Spannung verliert.
Ebenso wirken die Anspielungen auf Jahns schwieriges Liebesleben etwas zu gezwungen auf mich.
Des Weiteren habe ich mir auch mehr vom Fall erwartet. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass der 4. Band als Bindeglied zwischen 3. und 5. Band fungiert. Der Cliffhanger am Ende, der Lust auf die Fortsetzung macht, verstärkt diesen Eindruck.

Für Fans der "Grenzfall"-Reihe auf jeden Fall lesenswert, auch wenn nicht so stark wie die ersten drei Bände.

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