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Veröffentlicht am 27.07.2018

Ausbaufähig

Mörderische Côte d'Azur
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Es ist Mai und das Filmfestival hat begonnen. Da wird Serge Thibaut, ein etwas umstrittener Regisseur ermordet. Léon Duval, der gerade erst von Paris nach Cannes gezogen ist, muss durch diesen Notfall ...

Es ist Mai und das Filmfestival hat begonnen. Da wird Serge Thibaut, ein etwas umstrittener Regisseur ermordet. Léon Duval, der gerade erst von Paris nach Cannes gezogen ist, muss durch diesen Notfall sofort seine Stelle als Kommissar antreten. Die Ermittlungen werden dadurch erschwert, dass er seine Kollegen noch nicht kennt und die Frage des Essens, vor allem wo und wann, sich als sehr schwierig erweist. 1 Tag darf er auch noch mal nach Paris, um mit seinen ehemaligen Kollegen eine Wohnung zu durchsuchen.

Was mir gefiel waren die Schilderungen von Cannes und den Filmfestspielen. Das konnte man sich so richtig plastisch vorstellen. Ich fühlte fast die Sonne auf der Haut und roch das Wasser und fühlte mich wohl. Die Schilderungen des Essens waren auch immer interessant und machten Appetit. Da ich unheimlich gerne Romane lese, die in Frankreich spielen machte dieser Teil richtig Spaß zu lesen.

Was mir nicht gefiel und den Spaß wieder eindämmte, war der Krimi. Sicher, die Macken der Personen, die die Autorin geschrieben hat, waren nicht schlecht, aber man wurde nicht wirklich warm mit den Akteuren. Auch der „Ausrutscher“ des Kommissars, dass er in den wenigen Stunden, die er in Paris verbracht hat, auch noch mit seiner Frau ins Bett ging, fand ich nicht gerade witzig und passend. Da gefielen mir die Annäherungen des Kommissars zu der Journalistin viel besser. Auch die Kollegen des Kommissars wirken sehr blass und man hat sie schnell wieder vergessen. Dadurch, dass er immer wieder gestoppt wird, in bestimmte Richtungen zu recherchieren wird auch immer wieder viel Spannung herausgenommen, finde ich. Die Autorin setzt dem Kommissar in manchen Richtungen zu viele Grenzen, während uninteressante Sachen ewig ausgebaut werden. Das ist irgendwie schade.

Ich habe sehr lange Zeit benötigt, den Krimi zu lesen, über eine Woche und das sagt wohl schon alles über die Spannung. Ich fand den Krimi überhaupt nicht spannend. Es wirkte so konstruiert und zufällig und überhaupt. Das gefiel mir überhaupt nicht.

Es gab durchaus nette Buchszenen. Als der Kommissar bei dem Einzelhändler eingekauft hat, obwohl der sein Geschäft noch nicht offen hatte. Duval hat einfach nie Zeit zum Einkaufen und kann schon froh sein, wenn er Zeit hat, irgendwo zu Essen. Was sich aber immer zufällig wunderbar fügt und das Essen ist auch immer sehr lecker.

Das Buch macht durchaus Laune auf mehr und auf Cannes und das Mittelmeer. Ich würde auch noch eine Fortsetzung lesen, falls es eine geben würde, allerdings wünsche ich mir dann eine spannendere Handlung und die Charaktere besser ausgebaut, damit man als Leser eine Beziehung aufbauen kann und mitfühlen kann. So ist das ganze sehr distanziert und ich war ehrlich froh, als ich das Buch ausgelesen hatte. Ich hätte mir bei diesem Thema einfach viel mehr erwartet und bin nun doch ein wenig enttäuscht.

Veröffentlicht am 27.07.2018

Perfekt, für den Brotbackautomat!

Brot backen mit Emmer, Einkorn und Co. im Brotbackautomaten
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Fee zum Inhalt
Es gibt verschiedene Kapitel in diesem Buch. Natürlich über die verschiedenen Urgetreide, mal kurz alles Wissenswerte. Es gibt auch eine Tauschbörse, welche Zutaten man austauschen kann ...


Fee zum Inhalt
Es gibt verschiedene Kapitel in diesem Buch. Natürlich über die verschiedenen Urgetreide, mal kurz alles Wissenswerte. Es gibt auch eine Tauschbörse, welche Zutaten man austauschen kann und ein etwas größeres Kapitel über den Brotbackautomaten.

Fees Meinung
Für den Leser, der noch keine Ahnung hat, sind die Kapitel rund ums Urgetreide genug, wer sich schon damit befasst hat, der würde sich noch etwas mehr zu dem Thema wünschen.

Die meisten Themen fand ich gut und so konnte ich noch teilweise neue Sachen lernen.

Was mir nicht gefallen hat ist: auf der Rückseite steht: Dass man natürlich auch den Backofen benutzen kann. Toll oder, denkt man erst mal. Aber leider ist weder angegeben, wie lange man das Brot backen soll, noch auf welcher Temperatur. Da mein Mann Bäcker war, ist schon gleich das erste Brot gelungen. Auf Seite 8 steht dann aber auch deutlich, dass man Vorkenntnisse über Knetzeit, Teiggärung und Teigtemperatur benötigt, für Brote im Backofen.

Und dann kommt es: Das ausführlichste Kapitel gibt es natürlich über den Brotbackautomaten. Menschen die gerne backen, werden wahrscheinlich dazu verführt einen Brotbackautomaten zu kaufen. Hinten ist dann auch noch eine ganze Seite Werbung für Unold Backautomaten. Daher hatte ich persönlich den Eindruck, dass das Buch eigentlich mehr eine Werbung für Menschen ist, die noch keinen Brotbackautomaten haben und einen kaufen sollen. Da ich aber keine Brotbackautomaten mag und schon mal einen von Unold für ein paar Monate geliehen habe, weiß ich, wovon ich spreche. Ich bin auch die, die Teige – nach Möglichkeit – von Hand herstellen. Bei Tipps und Tricks gibt’s dann auch noch die meisten fürs Backen mit dem Brotbackautomaten.

Lustig ist auch: Man kann das mit dem Brot abends im Backautomaten vorbereiten und morgens – dank Zeitschaltuhr – ist das Brot dann fertig. Aber man darf den Backautomaten nicht unbeaufsichtigt lassen, weil falls es brennt bezahlt die Hausratversicherung vielleicht nicht. Und jetzt?

Vielleicht wäre es daher sinnvoll, wenn die Autorin noch die benötigten Angaben für den Backofen ergänzen würde. Wobei ja dann sicher weniger Brotbackautomaten verkauft werden würden.

Aber nichtsdestotrotz, mein Mann sagt, die Rezepte wären sonst sehr gut. Man merkt, dass die Autorin weiß wovon sie schreibt. Und das erste Brot ist auch gelungen. Es war auch sehr lecker. Blöde nur, dass die Brote schnell weggegessen sind, so merkt man nicht, wie es schmeckt, wenn zum Beispiel Roggenmehlbrot sein volles Aroma entfaltet.

Selbst gebackenes Brot schmeckt auf jeden Fall besser und man weiß wenigstens, was da drin ist. Dieses Backbuch wird uns noch lange begleiten und wir werden noch einiges draus backen.

Fees Fazit
Trotz der fehlenden Angaben für den Backofen, wer ein bisschen Erfahrung hat und gerne experimentiert, der ist bei diesem Buch auch gut aufgehoben. Sonst gilt, wer einen Brotbackautomat hat, der hat nun auf einen Schlag ganz viele tolle Rezepte. Und selber Brot backen ist ja auch sinnvoll und schmeckt besser, wie bei vielen Bäckereien.

Veröffentlicht am 21.10.2017

Fesselnde Irritationen am Brenner

Nachts am Brenner
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Fee erzählt von der Geschichte
Am Brenner passieren ein paar unschöne Morde. Der Kommissar wird auch so involviert, in dem die Geschichte seiner ermordeten Eltern noch mal aufgerollt wird.

Fee meint zur ...

Fee erzählt von der Geschichte
Am Brenner passieren ein paar unschöne Morde. Der Kommissar wird auch so involviert, in dem die Geschichte seiner ermordeten Eltern noch mal aufgerollt wird.

Fee meint zur Geschichte
Es war zwar spannend, aber immer mal wieder gab’s langwierige Passagen, wo ich dann froh war, eine Pause machen zu können.

Die „Morde“ waren auch eher unappetitlich und teilweise vielfältig, so dass es dann doch wieder spannender wurde.

Die Charaktere waren nicht immer gut nachzuvollziehen und man kam ihnen nicht immer nahe.

Manchmal war auch nicht ganz nachzuvollziehen, warum ein Kommissar nun tatsächlich in ein Flugzeug steigt oder einen neuen Fiat Panda kauft und sich damit anfreundet. Klar, war ihm sehr wichtig, aufzuklären, was nun mit seinen Eltern war und warum, aber wenn er doch lieber bei seinen Kühen und auf dem Bauernhof lebt. Vielleicht liegt es daran, dass es wohl schon der dritte Band der Serie war. Obwohl ich jetzt nicht unbedingt die anderen 2 kennen muss, wäre es manchmal schon vielleicht wünschenswert gewesen. In diesem Fall fand ich den Quereinstieg nicht so einfach.

Auch war es ein bisschen verwirrend, mal Ermittlungen in einem Kloster, dann der Pater, dann die „Asylanten“ mitsamt dem Pater, dann Berlin, dann wieder das Dorf und die ganzen Leute dort samt das mit der Bäckerei und dem „verkauften Auto“. Die Sachen (Kneipe mit Bordell) an der Grenze, die dann in Österreich gespielt haben.

Ja sowieso, Drogen, Asylanten und dazu die Nazizeit bzw. die Vergangenheit sind schwierige Themen und die alle in einem Buch zu bearbeiten ist doch nicht so einfach. Vor allem die diversen Milieus, in denen die Geschichte spielt und dann noch in mehreren Ländern.

Auch die Frau des Kommissars und deren (seine auch?) Tochter waren nur so leblose, blasse Randpersonen, was ich sehr schade fand.

Und der Schluss gefiel mir auch nicht. Zumal die Geschichte eigentlich schon zu Ende war. Es lag zwar eigentlich nahe, aber andererseits war es unfair, blöde und so richtig fies. Wie das Leben so spielt. Mehr möchte ich nicht dazu sagen.

Fees Fazit
Nichtsdestotrotz werde ich gerne ein weiteres Buch des Autors lesen. Vielleicht hab ich einfach noch meine Probleme mit Ebook-Krimis. Also wer die Serie kennt, der sollte auf jeden Fall weiterlesen und für alle anderen gilt, mit 3,5 Sternen ist es ein guter, solider Krimi.

Veröffentlicht am 21.02.2026

Spannende Idee, aber zu viel Privatleben – eine durchwachsene Lektüre

Schattenmädchen
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Schattenmädchen – Ein Fall für Frederika Strom beginnt vielversprechend: Das Cover ist wunderschön gestaltet, hat allerdings inhaltlich kaum etwas mit der Geschichte zu tun. Schade, denn es weckt Erwartungen, ...


Schattenmädchen – Ein Fall für Frederika Strom beginnt vielversprechend: Das Cover ist wunderschön gestaltet, hat allerdings inhaltlich kaum etwas mit der Geschichte zu tun. Schade, denn es weckt Erwartungen, die das Buch so nicht erfüllen kann.

Besonders erschreckend – und zugleich spannend – ist die Tatsache, dass die Grundidee auf wahren Begebenheiten basiert, die sich offenbar an einer Universität in Schweden zugetragen haben. Dieses Thema hätte enormes Potenzial geboten, um eine dichte, beklemmende Atmosphäre zu schaffen. Leider wird diese Chance nur teilweise genutzt.

Statt konsequent Spannung aufzubauen, verliert sich die Handlung immer wieder in den privaten Problemen von Frederika und Henry. Deren Beziehungs- und Alltagsdramen nehmen zu viel Raum ein und bremsen den eigentlichen Krimiplot deutlich aus. Dadurch versiegt die Spannung mehrfach, was den Lesefluss erheblich stört. Vor allem bei knapp 450 Seiten, die für diesen Krimi deutlich zu viel sind, wirkt die Geschichte stellenweise sehr langatmig.

Der Schreibstil ist solide und angenehm zu lesen, weshalb ich trotz der Schwächen bis zum Ende durchgehalten habe. Auch die Auflösung konnte mich noch einmal überraschen: Auf den Mörder wäre ich nicht gekommen. Zwar hatte ich viele Vermutungen, doch letztlich kam alles ganz anders – ein klarer Pluspunkt. Leider gab es insgesamt nur ein kurzes echtes Highlight, das die Spannung wirklich spürbar anziehen ließ.

Was mir ebenfalls gefehlt hat, war der typische Schwedenflair. Für einen in Schweden angesiedelten Krimi blieb die Atmosphäre insgesamt zu blass und hätte deutlich intensiver ausfallen können.

Fazit: 3 von 5 Sternen ⭐⭐⭐☆☆

Begründung für die Sterneabwertung:

zu viele Längen

überbetontes Privatleben der Hauptfiguren

zu geringe Spannungskurve

fehlender Schwedenflair

unnötig große Seitenzahl

Eine interessante Grundidee und eine überraschende Auflösung retten das Buch letztlich vor einer schlechteren Bewertung – mehr aber leider auch nicht.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Solider Band, aber für mich einer der schwächeren

Treibholz
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Treibholz bietet vertraute Figuren und einen unblutigen, gut nachvollziehbaren Kriminalfall, doch für mich fehlte diesmal der besondere Funke. Die Atmosphäre wirkt zwar vorhanden, aber eher routiniert: ...

Treibholz bietet vertraute Figuren und einen unblutigen, gut nachvollziehbaren Kriminalfall, doch für mich fehlte diesmal der besondere Funke. Die Atmosphäre wirkt zwar vorhanden, aber eher routiniert: viel Aufzählung von Straßen und Geschäften, wenig echtes Sylt‑Gefühl. Stellenweise erinnerte mich das eher an Werbung als an lebendigen Insel‑Flair.

Der zweite Mord fühlte sich unnötig an und traf eine Figur, deren Schicksal für mich eher ungerecht als spannend wirkte. Auch der Humor blieb deutlich hinter früheren Bänden zurück. Violetta konnte mich nicht überzeugen – ihre Darstellung schwankt so stark, dass ich als Leserin nicht mitgehen konnte. Der Running Gag mit der Haustür und der Katze ist inzwischen etwas überstrapaziert, und Mamma Carlotta hätte für meinen Geschmack öfter bei der Nachbarin auftauchen dürfen.

Das Cover passt für mich ebenfalls nicht: niedliche Robben, aber kein Bezug zur Geschichte und kaum Sylt‑Atmosphäre. Es könnte jede x‑beliebige Nord- oder Ostseeinsel sein.

Positiv hervorheben möchte ich die Rezepte am Ende – die gefallen mir sehr gut, und einige davon möchte ich unbedingt ausprobieren.

Insgesamt ein Band, der Fans der Reihe sicher unterhält, für mich aber nicht an die stärkeren Teile heranreicht.

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