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Veröffentlicht am 21.07.2024

spannender, niveauvoller, historisch angehauchter Krimi

Mord auf dem Königssee
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Das vorliegende Buch ist das dritte in der Reihe um Ermittler Simon Perlinger, der vor der gigantischen Kulisse des Königssees einen mehr als mysteriösen Fall zu lösen hat: tote Prieser treiben nach der ...

Das vorliegende Buch ist das dritte in der Reihe um Ermittler Simon Perlinger, der vor der gigantischen Kulisse des Königssees einen mehr als mysteriösen Fall zu lösen hat: tote Prieser treiben nach der Almer Wallfahrt in Booten auf dem Königssee und damit nicht genug - auch eine abgehakte Hand gibt Rätsel auf. Was ist nur los im sonst so idyllischen Berchtesgadener Land?

Ich kenne die beiden Vorgängerbände nicht und fing "völlig unbedarft" zu lesen an. Ich wurde - positiv - überrascht durch die geschichtlichen Sprünge, die der Autor mit dem Leser unternimmt. Weit zurück in die Vergangenheit des Klosters und die damalige Zeit mit Hexenverbrennungen usw. Sehr anschaulich, aber auch erschreckend beschreibt der Autor diese Zeit und die dort herrschenden Weltanschauungen. Dann geht es immer wieder zurück in das Hier und Jetzt zu den sechs toten Priestern.
Das Personenverzeichnis leistete mir sehr gute Dienste und der öfter passierende "Zeitensprung" war daher für mich problemlos machbar. Sehr gut gefallen haben mir die vielen Infos und Details zu geschichtlichen Dingen, die der Autor - mit Sicherheit in mühevoller und sehr aufwändiger Recherche - zusammengetragen und für den Leser in einer kurzen, übersichtlichen Form mit verwendet hat. Der lebendige und sehr schön zu lesende Schreibstil des Autors trägt seinen Teil zum tollen Leseerlebnis bei.
Der Spannungsbogen wird kontinuierlich aufgebaut und konstant hochgehalten. Jedes Mal, wenn ich dachte ich hätte einen Mörder ausfindig gemacht, wurde ich kurz darauf wieder enttäuscht, so dass ich bis zum Schluss am Knobeln war. Die Auflösung war für mich nachvollziehbar und schlüssig. Aber nicht nur der Mordfall beschäftigte mich als Leser. Auch die Frage bleibt Simon seiner Freundin treu oder kommt doch Clara ins Spiel wurde bis zum Schluss gekonnt offengelassen um dann genial, in einem schönen Schlusspunkt für den Roman beantwortet zu werden.
Abgerundet wird das Ganze mit einem tollen Cover und einem auffälligen, aber einfach passenden Farbschnitt sowie mit einer Karte im Einband, damit nicht Ortskundige leichter die Schauplätze einordnen können.

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Veröffentlicht am 12.05.2024

wie guter Wein, das Buch muss man genießen

Mord am Lago Maggiore
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Die Autorin Alexandra Holenstein nimmt den Leser mit an den Lago Maggiore. Zur Einstimmung hält das Buchcover bereits ein gigantisches Panorama bereit, was zum Träumen einlädt. Dem folgt eine toll konstruierte ...

Die Autorin Alexandra Holenstein nimmt den Leser mit an den Lago Maggiore. Zur Einstimmung hält das Buchcover bereits ein gigantisches Panorama bereit, was zum Träumen einlädt. Dem folgt eine toll konstruierte Geschichte: Tabea und Ludwig ziehen von Zürich zu Ludwigs Vater Herbert nach Ascona. Tabeas Schwiegervater "entpuppt" sich dann aber als ein sehr spezielles "Exemplar Mensch", der versucht seinen Mitmenschen das Leben schwer zu machen. Was für ein Unmensch! Aber dann liegt Herbert plötzlich ermordet in seiner Luxusvilla. Da er sich nicht nur Freunde gemacht hat, gibt es einige Kandidaten, die ein Motiv hätten ihn zu vergiften. Aber wer war es wirklich und warum? Tabea fängt selbst das ermitteln an und dass das nicht gut gehen kann, war gefühlt ja schon klar.

Besonders gefallen haben mir die Wort- und Satzwahl, die Szenenbeschreibungen und die Dialoge. Diese warten mit einer Eleganz auf, die man heute gefühlt nur selten bei Krimis noch findet. Daher war das Buch für mich wie ein guter Wein, langsam lesen und Stück für Stück einfach genießen.
Die Figuren sind eine bunte Mischung der Menschheit mit ihren Eigenheiten, Marotten und Angewohnheiten. Daher habe ich als Leser auch sehr schnell in die Geschichte reingefunden, da die Anzahl der Personen übersichtlich war und diese prägnant beschrieben sind. Was den Täterkreis betrifft wurde eine breite Palette an Möglichkeiten quasi "präsentiert" und ich persönlich hatte es lange schwer mich überhaupt auf einen festzulegen - aber dann kam alles ganz anders. Super, denn die Spannung und der Überraschungsmoment waren dadurch gegeben!

Fazit: lesenwerter Ausflug nach Italien mit Spannung und Überraschung

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Veröffentlicht am 11.05.2024

ein spannender Leseausflug nach Frankreich

Traubenfest
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Die Autorin Julie Dubois nimmt ihre Leser mit ins Périgord, dem "Feinschmeckerparadies". Das dortige mehrtägige Fest und die Stimmung werden getrübt, als kurz hintereinander zwei Mädchen verschwinden, ...

Die Autorin Julie Dubois nimmt ihre Leser mit ins Périgord, dem "Feinschmeckerparadies". Das dortige mehrtägige Fest und die Stimmung werden getrübt, als kurz hintereinander zwei Mädchen verschwinden, darunter die 16 jährige Winzertochter Emma. Kommissarin Marie Mercier, die sich auf ein paar ruhigere Tage mit ihren Liebsten gefreut hatte, muss sich wieder voll in die Arbeit stürzen. Während die Polizei fieberhaft nach den Mädchen sucht, taucht u.a. ein mit Blut beflecktes Beweisstück auf und kurz danach gibt es einen Toten.

Die Autorin hat einen sehr angenehm zu lesenden Schreibstil. Mit ihrer Wortwahl beschreibt sie die Szenen und die Protagonisten aus meiner Sicht sehr plastisch und treffend. Begeistert haben mich an dem Buch die von der Autorin immer wieder eingestreuten französischen Ausdrücke sowie z.B. das Gedicht von Jacques Prévert oder zum Einstieg in das Buch die beiden Sätze von Simone de Beauvoir und Jean Cocteau: zum Teil nachdenklich, immer passend gewählt und zusammen tragen um mir als Leser ein bisschen französisches Feeling zu transportieren. Wunderschön!
Während der gesamten Geschichte schafft es die Autorin immer wieder neue Fährten zu legen, so dass es mir nicht möglich war zeitnah den für mich mutmaßlichen Täter zu ermitteln. Die Spannung baute sich langsam auf und wurde zum Ende hin konstant hoch gehalten. Neben der Krimihandlung sorgten Szenen u.a. mit Maries Großtante und deren Lebensgefährten sowie den "Haustieren" auch für lustige Szenen.
Das Buchcover und die Innenseiten strahlen durch den überwiegenden blau und gelb Anteil eine Fröhlichkeit aus und sind ein schöner Eyecatcher - ich fühlte mich dadurch gleich nach Frankreich "gebeamt".

Für mich war es der erste Fall an der Seite von Marie Mercier, die allerdings schon drei Fälle lösen durfte. Ich bin schnell in die Geschichte reingekommen und habe mich sehr gut zurecht gefunden. D.h. aus meiner Sicht braucht man die Vorgängerbände nicht zwingend lesen. Da mir aber der vorliegende Band 4 sehr gut gefallen hat, werde ich wohl nach und nach auch die anderen Bände lesen.

Fazit: spannender aber auch amüsanter Ausflug nach Frankreich

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  • Spannung
Veröffentlicht am 20.04.2024

spannender und informativer Krimi, der in die Zeit der DDR zurückreicht

Potsdamer Intrigen
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Maik von Lilienthal - Kriminalrat - hat alle Hände voll zu tun. Kaum ist er am Tatort der ersten Leiche in der Kantine des Landtags angekommen, bahnt sich schon der nächste Leichenfund an. Schnell wird ...

Maik von Lilienthal - Kriminalrat - hat alle Hände voll zu tun. Kaum ist er am Tatort der ersten Leiche in der Kantine des Landtags angekommen, bahnt sich schon der nächste Leichenfund an. Schnell wird klar, es gibt einen Zusammenhang zwischen den beiden Toten. Doch damit nicht genug, Enne - Lilienthals Mutter und pensionierte Fallanalytikerin - kann die Finger auch wieder nicht vom ermitteln lassen und bringt sich dadurch in große Gefahr. An ihrer Seite quer durch Potsdam der ehemalige Kriminalrat Körner - beide zusammen sorgen auch für die lustigen Szenen in der Geschichte und halten Lilienthal junior ganz schön auf Trapp. Und weil das alles noch nicht reicht, gibt es auch ein Beziehungsaus mit Susanne - Maiks Partnerin, die ihn verlässt und sich auch beruflich perspektivisch von ihm entfernt.

Ich kannte bisher die Lilienthal-Reihe nicht, konnte aber relativ schnell die "Stammbelegschaft" der Geschichte einordnen. Der Krimi ist sehr treffsicher erzählt, die Beschreibungen sind von einer Klarheit und Kürze (die aber keineswegs stört) geprägt, die mir sehr gut gefallen haben.
Informativ und für mich aber zugleich auch erschütternd war der Hintergrund des Krimis. Phasenweise wirkte er auch etwas düster, aber es war absolut passend zu dieser Geschichte. Ich durfte mit Eintauchen in einen Teil der DDR-Geschichte, in das Leben und die dortigen Umstände. Sehr gut erzählt.

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Veröffentlicht am 07.04.2024

tolle, fantasievolle Geschichte

Stadt der bösen Tiere, Band 2 - Die Rettung
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Die "Stadt der Bösen Tiere - Die Rettung" ist Band zwei um Lizard, die im Internat der bösen Tiere auf den geheimen Inseln nun ihre Ausbildung begonnen hat. Endlich angekommen - so fühlt sie sich - ein ...

Die "Stadt der Bösen Tiere - Die Rettung" ist Band zwei um Lizard, die im Internat der bösen Tiere auf den geheimen Inseln nun ihre Ausbildung begonnen hat. Endlich angekommen - so fühlt sie sich - ein Zuhause und Freunde. Doch dann erreicht sie ein Anruf: ihre Schwester sei in Gefahr. Lizard flieht von der Insel um ihre Schwester zu retten und begibt sich damit in eine großes, spannendes Abenteuer und in Gefahr, denn Tiger Raj und ein Alligator haben es auf Lizard abgesehen und wollen Rache.

Das Buchcover mit dem "Ausschnitt" und die Betonung des Alligators alleine ist ja schon ein Highlight. Dem folgen in dem in drei Abschnitten unterteilten Buch weitere, in schwarz-weiß gehaltene Abbildungen zu Beginn eines jeden Kapitels. Die Unterteilung in drei Abschnitte sowie darin nochmals in Kapitel bilden eine sehr schöne Gliederung und sind vom Umfang auch für die jungen Leser toll handhabbar.
Bei der packenden Geschichte hätten wahrscheinlich auch längere Kapitel nicht "gestört": es wurde mitgefiebert und das Buch wurde quasi förmlich verschlungen. Der Schreibstil von Gina Mayer ist wunderbar zu lesen, Schriftgröße und -art passend.
Wir kannten bis dato Band 1 nicht: sicherlich wäre es schöner gewesen die vorhergehende Handlung schon zu kennen, aber wir konnten uns auch ohne dieses Vorwissen recht schnell zurecht finden. Begeistert haben uns die unterschiedlichen Charaktere, die sehr detailliert beschrieben sind und die Kreativität/Fantasie der Autorin, so eine tolle und zugleich spannende Geschichte zu schaffen.

Fazit: spannende Geschichte, toll erzählt. Wir freuen uns auf die anderen Teile!

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