Mein Froind, der Roboter
Ada und die Künstliche Blödheit – Ein Roboter auf der FluchtMein Froind, der Roboter
Ada hat Geburtstag, sie wird zwölf Jahre alt. Schon lange wünscht sie sich nichts sehnlicher als eine Froindin, eine KI, die ihr helfen soll, sich weiter zu optimieren. Ada hat ...
Mein Froind, der Roboter
Ada hat Geburtstag, sie wird zwölf Jahre alt. Schon lange wünscht sie sich nichts sehnlicher als eine Froindin, eine KI, die ihr helfen soll, sich weiter zu optimieren. Ada hat sie designt, mit den besten Programmen ausgestattet bestellt und dafür seit Jahren auf Geschenke verzichtet. Denn die Froindin ist nicht billig. Heute ist der große Tag, heute soll sie geliefert werden.
Wer dann durch die Tür stürmt, ist Ada nicht geheuer. Ein Roboterjunge! Allerdings mit besonders schöner Haut, tollen Haaren und interessanten Augen. Hat Ada bei der Bestellung falsche Häkchen gesetzt?
Der einzige, der über KB- so nennt Ada den Jungen, der nicht einmal einfache Fragen beantworten kann, glücklich ist, ist Adas Opa. Der ist echt cool und witzig, hat fetzige Sprüche aus den achtziger Jahren drauf und findet die künstliche Blödheit von KB toll. Auch Ada beginnt, den Roboterjungen, der inzwischen im Staubsaugerroboter einen Freund gefunden hat, zu mögen. Und zu beschützen. Denn KB ist aus seiner Fabrik geflohen, er sollte eingestampft werden.
Nun beginnen Ada und Opa KB Manieren beizubringen, jeder auf seine Weise. Als KB mit in Adas Schule darf, gewinnt er mit seltsamen Sprüchen auch sofort die Anerkennung aller Mitschüler. Etwas, auf das Ada selbst sehnsüchtig wartet. Aber jetzt sind sogar die Alpha-Girls der Klasse, deren Meinung Ada so wichtig ist, von KB begeistert.
Doch dann werden KB und Ada entführt. Und nun versteht man, wieso KB so etwas wie ein Herz hat und nicht nur von Ada geliebt wird.
Einfühlsam gezeichnet ist der Charakter von Ada, einem “Vorzeigemädchen”, organisiert, fleißig und mit guten Noten. Aber ohne eine Freundin und daher einsam, denn die Eltern kümmern sich mehr um Tiffany, ihre kleine Schwester. Besonders liebenswert ist Opa, aus der Zeit gefallen, lustig und um keinen Retrospruch verlegen.
Und die Kinder werden KB in ihr Herz schließen, der wie ein kleines Kind alles aufnimmt, was er hört und sieht, aber von der furchtbaren Angst beherrscht wird, in die Fabrik zurück zu müssen.
Mit “Ada und die künstliche Intelligenz” ist Franziska Gehm ein wunderbares, einfühlsames und kluges Buch für Kinder ab zehn Jahren gelungen. Das gelbe Cover mit den lustig illustrierten Figuren weist direkt auf eine urkomische, aber auch zum Nachdenken anregende Geschichte hin. Und die Kinder werden nicht nur KB, sondern auch dieses Buch lieben.