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Veröffentlicht am 30.06.2024

Großstadtmädchen im „Ostsee-Outback“ - Hier prallen Welten aufeinander

Strandgeflüster mit Herz
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STRANDGEFLÜSTER MIT HERZ ist der vielsprechende Auftakt zu Katie Jay Adams neuer Reihe MEER FÜR DICH.
Der Verlust ihrer Mutter, die gescheiterte Beziehung und ein bizarrer Blumengruß ihres unbekannten ...

STRANDGEFLÜSTER MIT HERZ ist der vielsprechende Auftakt zu Katie Jay Adams neuer Reihe MEER FÜR DICH.
Der Verlust ihrer Mutter, die gescheiterte Beziehung und ein bizarrer Blumengruß ihres unbekannten Onkels veranlassen die erfolgreiche Scheidungsanwältin Belle Hals über Kopf ihren Job zu kündigen um den Onkel an der Ostsee zu besuchen. Dort lernt Belle statt ihres Onkels den unverblümten Kneipenbesitzer Nick und den gewissenhaften Bürgermeister Tobias kennen. Beide Männer bringen Belles Gefühle in Aufruhr und verbergen gleichzeitig Geheimnisse vor ihr. Als Belle zu allem Überfluss auch noch unbeabsichtigt in einen neuen Job hineinschlittert und sie ganz offensichtlich in ihrem Handeln sabotiert wird, ist das Chaos perfekt. Dabei wollte sie doch eigentlich nur ihren Onkel kennenlernen und ein wenig Urlaub machen.
Im Zentrum des Romans steht die 33-jährige Belle. Als erfolgreiche Scheidungsanwältin und echte Großstadtpflanze ist Belle stets bestens vorbereitet und durchorganisiert – zumindest normalerweise. Nachdem ihr Leben im vergangenen Jahr gehörig durcheinander geraten ist, macht sie sich mit einer nie gekannten Spontaneität in die Provinz auf um ihren Onkel kennenzulernen. Dabei wirkt Belle mit ihrem anfangs recht gezierten Benehmen in der ländlichen Idylle Büdnitz nicht nur völlig fehl am Platz, sie gerät auch prompt in die Bredouille. Im Verlauf ihres Aufenthalts an der schönen Ostseeküste lernt sie jedoch die kleine Dorfgemeinschaft immer mehr zu schätzen und beginnt ihr bisheriges Leben in Frage zu stellen. Außerdem gibt es gleich zwei Männer, die ihr Herz schneller schlagen lassen. Gut, dass ihr bester Freund Florian immer ein offenes Ohr für die Belle hat. Florian möchte natürlich stets das Beste für die langjährige Freundin, allerdings spielt er Belle gegenüber auch nicht immer mit offenen Karten und versucht sie in seinem Sinn zu beeinflussen. Durch seine charmante Art und die Tatsache, dass er jederzeit für Belle da ist, verzeiht man ihm dies jedoch schnell. Der gutaussehende Büdnitzer Bürgermeister Tobias kreuzt regelmäßig Belles Weg. Mit seinem strukturierten Lebenswandel würde er eigentlich bestens zu Belle passen, doch schließlich wird die von Tobias Verlobten zur Brautjungfer auserkoren. Besonders rätselhaft tritt Kneipenwirt Nick immer wieder in Erscheinung. Zunächst Belles Retter in der Not, wechseln seine Stimmungen noch schneller als das Wetter: mal draufgängerisch, mal in sich gekehrt und abweisend. Mysteriös ist auch das Verschwinden von Onkel Hein, der sich in einer Nacht-und-Nebel-Aktion gleich für längere Zeit aus dem Staub gemacht hat. Offenbar hat er ebenfalls etwas zu verbergen. Je mehr Belle über ihn erfährt, desto größere Ähnlichkeiten zu ihr fallen auf. Und was hat es nur mit diesem verflixten Podcast „Meer für dich“ auf sich, der Belle schon in München verfolgt und in Büdnitz präsenter denn je ist?
Der Roman lässt sich sehr flüssig lesen. Katie Jay Adams fängt wunderbar Atmosphäre und Stimmung in den verschiedenen Szene sehr lebendig ein. Durch die Erzählung in Ich-Perspektive erfährt der Leser jede Menge über das Seelenleben Belles und die Art in der sie ihre Umwelt und ihre Mitmenschen wahrnimmt. Der Leser ist also bei ihrer Wandlung vom verwöhnten „Großstadtmädchen“ zu einer bodenständigeren Person, die langsam lernt auch mal zu entspannen hautnah dabei. Viel Spaß bereiten besonders die Momenten in denen die doch sehr gegensätzlichen Charaktere wie zwei verschiedene Welten aufeinander prallen und auch einige Klischees verfehlen ihre Wirkung nicht.
Durch die vielen Geheimnisse, die sich Belle – und somit auch dem Leser – nur nach und nach erschließen, bleibt die Handlung bis zum Schluss spannend. Zu den vielen unvorhersehbaren Wendungen kommt noch die Tatsache, dass keiner der beiden Männer Belle gefühlsmäßig kalt lässt. Am Schluss drängt sich daher unweigerlich die Frage auf, wie es in Sachen Liebe im zweiten Band wohl weitergeht. Und obwohl Onkel Heins Geheimnis eher in die Kategorie ziemlich platt fällt, bleibt die Neugier wie sich die familiäre Bande zwischen Belle und ihm weiter entwickelt.
STRANDGEFLÜSTER MIT HERZ ist ein absoluter Wohlfühlroman, der mit sympathischen aber konträren Charakteren und dem beschaulichen Ostseesetting leichte, vergnügliche Unterhaltung für zwischendurch bietet und absolut zum Abtauchen und Entspannen einlädt – die perfekte Urlaubslektüre.

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Veröffentlicht am 17.05.2024

Dem Spuk-Geheimnis auf der Spur

In unserer Schule spukt's: Das Geheimnis der Villa Einsiedel
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Nachdem die Grundschule von Marode in den Sommerferien einem schrecklichen Tornado zu Opfer gefallen ist, findet der Unterricht vorläufig in der leerstehenden Villa Einsiedel statt. Doch in dem alten hochherrschaftlichen ...

Nachdem die Grundschule von Marode in den Sommerferien einem schrecklichen Tornado zu Opfer gefallen ist, findet der Unterricht vorläufig in der leerstehenden Villa Einsiedel statt. Doch in dem alten hochherrschaftlichen Gebäude geht es offenbar nicht mit rechten Dingen zu: Irgendwer treibt hier Schabernack, verstellt Gegenstände, spielt mit dem Licht und löst sogar einen Feueralarm aus. Und was hat es nur mit den seltsamen Katzen auf sich, die plötzlich wie von Geisterhand auftauchen? Johanna, Lukas, Ravi und Sylvie aus der 3b wollen unbedingt herausfinden, was hinter den seltsamen Vorkommnissen steckt. Gemeinsam starten die vier Kinder mit vollem Einsatz ihre abenteuerliche Mission und kommen dem Spuk schon bald auf die Spur.

In unserer Schule spukt’s – Das Geheimnis der Villa Einsiedel von Susan Niessen und illustriert von Tessa Rath ist der gelungene Auftakt einer neuen Kinderbuchreihe.
Das Cover des Buches passt mit den Hauptcharakteren im Vordergrund und dem Schauplatz Schule im Hintergrund wunderbar zum Inhalt. Allerdings gibt es durch die matte, durchschimmernde Darstellung von Otto und einer der beiden Katzen schon recht viel von dem Spukgeheimnis preis. Auch der Klappentext greift dem Inhalt des Auftaktbandes schon ein wenig vor.
Die Handlung selbst ist ebenso kindgerecht, wie spannend. Zwei eingefügte Zeitungsartikel vermitteln den Geschehnissen eine gewisse Seriosität. Durch die recht unterschiedlichen Charaktere des „Geisterjägerquartetts“ kann jedes Kind eine persönliche Identifikationsfigur für sich finden. Das Umfeld Schule ist Kindern sowieso hinlänglich bekannt. Schön, wenn hier auch mal etwas richtig Spannendes passiert. Insgesamt wirken die Figuren allesamt sehr authentisch. Gerade bei den Erwachsenen werden die hervorstechenden Eigenschaften und Marotten noch einmal besonders betont, was dem Ganzen eine ordentliche Portion Humor einbringt. Viel Freude machen aber vor allem die kleinen und größeren Streiche, die sich im Verlauf des Buches ereignen. Otto scheint sehr gutmütiger und lustiger Geselle zu sein, der jede Menge Schwung in den Schulalltag bringt. Die Streiche in den Kontext der Max und Moritz Geschichten von Wilhelm Busch zu setzen, ist eine großartige Idee. Dies bietet einen direkten Anknüpfungspunkt zu diesem Klassiker der Kinderliteratur.
Susan Niessens Schreibstil lässt sich sehr flüssig lesen, weist aber durchaus komplexe Satzmuster und damit einen gewissen Anspruch an die Lesefähigkeit der Kinder auf. Das Buch ist jedoch auch zum Vorlesen sehr gut geeignet. Kleinere schwarz-weiße Illustrationen von Tessa Rath finden sich auf fast jeder Doppelseite und lockern den Fließtext auf. Einigen Szenen ist auch eine passende große Illustration gewidmet, die das Geschehen noch bildhafter werden lässt.

Insgesamt ein spannendes und hübsch illustriertes Kinderbuch, indem neben allen Abenteuern und allem Humor auch Freundschaft, Neugier und Allgemeinwissen nicht zu kurz kommen. Kurzum: Ein Buch, dass ebenso lesens- wie vorlesenswert ist.

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Veröffentlicht am 25.04.2024

Für einen Neubeginn ist es nie zu spät

Zeit der Schwestern
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Zeit der Schwestern – Apfelblütentage

Als die Naturforscherin und Fotografin Carolin für den 70. Geburtstag ihrer Mutter nach Jahren aus ihrer Wahlheimat Neuseeland an den Bodensee zurückkehrt, freut ...

Zeit der Schwestern – Apfelblütentage

Als die Naturforscherin und Fotografin Carolin für den 70. Geburtstag ihrer Mutter nach Jahren aus ihrer Wahlheimat Neuseeland an den Bodensee zurückkehrt, freut sie sich auf zwei harmonischen Wochen im trauten Familienkreis. Doch ausgerechnet am Tag der Feierlichkeiten erschüttert ein unvorhergesehenes Ereignis das Familienleben in seinen Grundfesten. Jetzt ist mehr denn je Zusammenhalt zwischen den drei Schwestern gefragt. Dabei erkennt Carolin nicht nur, dass auch im Leben ihrer Schwestern nicht alles rund läuft, sondern stellt vor allem ihr eigenes Leben fernab der Heimat immer mehr in Frage. Und auch das Wiedersehen mit Cornell, der das Schmetterlingshaus auf der Insel Mainau leitet und dem sie zuletzt vor über 20 Jahren auf ihrem Abiball begegnet ist, ruft ungeahnte Gefühle in Carolin hervor. Doch ist sie wirklich bereit ihr sprunghaftes Leben am anderen Ende der Welt aufzugeben und in der Heimat einen Neuanfang zu wagen?

„Zeit der Schwestern – Apfelblütentage“ ist der gelungene Auftakt einer neuen Familientrilogie von Tanja Huthmacher. Ist der Beginn des Romans noch ein wenig langatmig, nimmt die Geschichte mit einer unerwarteten Wende schon bald Fahrt auf.

Im Zentrum der Romanreihe „Zeit der Schwestern“ steht die Familie Hohenhausen. Dabei spielen nicht nur die drei ungleichen Schwestern, sondern auch deren Eltern, Generation Ü70, eine bedeutsame Rolle für den Verlauf der Geschichte. Der Debütroman „Apfelblütentage“ stellt die 42-jährige Carolin, mittlere der drei Schwestern, in den Fokus. Das Leben der freiheitsliebenden Frau findet fern von ihrer Familie am anderen Ende Welt statt. Verbindlichkeiten geht sie dabei gern aus dem Weg. Trotzdem ist Carolin keineswegs eine oberflächliche Person, sondern stets hilfsbereit und zuverlässig. Für die Probleme und Bedürfnisse ihrer Freunde und Familie hat sie immer ein offenes Ohr, ohne dabei über deren Handeln zu richten. Tanja Huthmacher setzt in ihrem Roman auf einen personalen Erzähler, was einen tiefen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt ihrer Protagonistin ermöglicht und den Leser mitfühlen lässt. Jeder Tag, den Carolin länger in der Heimat verbringt, verunsichert sie. Ist sie wirklich glücklich mit ihrem abenteuerlichen Leben auf der anderen Erdhalbkugel? Je intensiver sie sich mit dieser Frage auseinandersetzt, desto mehr wird ihr eines klar: Ihre Wünsche und Prioritäten haben sich verändert. Etwas maßgebliches scheint in ihrem Leben zu fehlen. Ein Beispiel im engsten Familienkreis führt ihr vor Augen, dass ein Neubeginn keine Frage des Alters ist. Der innere Konflikt den Carolin mit sich austrägt wird von Tanja Huthmacher im Verlauf der Geschichte immer wieder an den passenden Stellen fein herausgearbeitet. Hat sie den Mut ihre Freiheit aufzugeben und auch ihren Gefühlen für Cornell eine Chance zu geben? Und hat sie vor allem genügend Vertrauen in sich selbst?

Obwohl Carolin zweifellos im Mittelpunkt des Romans steht, erhält der Leser schon jetzt einen guten Einblick in die komplette Familie Hohenhausen und natürlich auf den sympathischen Biologen Cornell. Dass Cornell sein Herz (mittlerweile) offen auf der Zunge trägt, wird schnell ersichtlich. Bei romantischen Verabredungen genießt er die gemeinsame Zeit. Dabei zeigt er sich unglaublich verständnisvoll und übt keinerlei Druck auf Caro aus.
Obwohl der Spannungsverlauf keine steile Kurve aufweist, liefert der Roman immer wieder kleine Überraschungsmomente. Erste Ideen, wie es wohl in den folgenden beiden Bänden mit der lebensfrohen, chaotischen Romy, der sehr disziplinierten Veri, deren Moralvorstellung deutlich enger gesteckt sind und natürlich auch mit Caro weitergehen mag, drängen sich beim Lesen förmlich auf. Auch die Frage, ob Vater Georg sein inneres Gleichgewicht wiederfinden kann, fördert die Neugier auf die Fortsetzung.

Tanja Huthmacher schildert die Geschehnisse in ihrer Geschichte sehr anschaulich. Ihre bildhafte Beschreibung der Schauplätze und Landschaften, insbesondere der berühmten Insel Mainau versetzt den Leser regelrecht in ein Urlaubsfeeling zum Träumen. Der eingängige Schreibstil lässt sich flüssig lesen und macht die Handlung umso lebhafter. Hier und da erscheinen schonmal einzelne Szenen - gerade am Schluss des Buches, wenn die Ereignisse sich überschlagen - ein wenig gestellt. Einige Dialoge tragen, auch durch den Gebrauch von Jugendsprache zu diesem Eindruck bei. Dies schlägt jedoch mit Blick auf den Gesamteindruck – im wahrsten Sinne – nicht weiter zu Buche.

Dass es sich bei der Protagonistin um eine Frau mittleren Alters handelt, die sich noch einmal mit ihren eigenen Wünschen und Lebensvorstellungen auseinandersetzt und sich neu orientiert, wirkt besonders erfrischend. Manchmal ist eben nötig Schwierigkeiten in Kauf zu nehmen und einen Neubeginn zu wagen – vor allem, wenn man erkennt, was wirklich zählt.

„Zeit der Schwestern – Apfelblütentage“ liefert alles, was einen unterhaltsamen Roman ausmacht: eine überzeugende, nicht alltägliche Geschichte mit überraschenden Wendungen, authentische Charaktere mit unterschiedlichsten Persönlichkeiten, ein gesundes Maß an Romantik und nicht zuletzt idyllische Schauplätze am Bodensee. Ein gelungener Auftakt der Familientriologie, der Lust auf die Fortsetzungen macht.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Großstadtpflanze trifft auf Landleben

Die Liebe trägt Gummistiefel - Lakeland Love
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„Die Liebe trägt keine Gummistiefel“ von Alexandra Zöbeli ist Band zwei der „Lakeland Love“-Reihe. Auch wer den Auftakt der Reihe noch nicht gelesen hat, wird mühelos in den zweiten Band hineinfinden. ...

„Die Liebe trägt keine Gummistiefel“ von Alexandra Zöbeli ist Band zwei der „Lakeland Love“-Reihe. Auch wer den Auftakt der Reihe noch nicht gelesen hat, wird mühelos in den zweiten Band hineinfinden. Alle anderen dürfen sich schon mal auf ein Wiedersehen mit Tom, Poppy, Harriet und ihrer Familie freuen, wenn auch nur als Nebenfiguren.
Das Cover macht auf den ersten Blick deutlich, dass es sich hier um einen absoluten Feeling-Good-Roman handelt. Vor einem romantischen Cottage inmitten einer Blütenpracht sitzt ein hübscher Boarder-Collie mit einem gelben Gummistiefel im Maul unter einem strahlend blauen Himmel. Alles in allem wirkt es auf beinahe kitschige Art paradisisch und passt hervorragend zum cosy Inhalt des Buches.
Aufgrund gesundheitlicher Sorgen stellt Investmentbankerin Tess plötzlich ihr ganzes Leben in Frage. Eine Wanderung auf dem idyllischen Pennine Way soll ihr bei der Suche nach einem neuen Lebensplan helfen. Tess muss zwar feststellen, dass wandern nicht ihr Ding ist, trifft dabei aber unverhofft auf den sympathischen Gregg – und findet sich plötzlich auf dem Bauernhof seiner Nachbarin Fran wieder.
Alexandra Zöbeli versteht es das Setting so zu beschreiben, dass man sich beim Lesen beinahe dorthin versetzt fühlt und auch der Gefühlsaufruhr, allen voran von Tess kommt gelungen zur Geltung. Dabei ist das Buch so flüssig geschrieben, dass es sich wunderbar locker-leicht liest. Über den Ausgang des Liebesromans muss man sich sicher keine Illusionen machen. Trotzdem plätschert die Handlung nicht nur seicht dahin, sondern bekommt mit den unterschiedlichen Existenzängsten von Tess und Fran durchaus eine gewisse Dynamik. Herausfordernde Themen wie Traumata und Ängste, Leben mit Down-Syndrom, die Sinn-Frage im Leben, Alternative Heilmethoden und Schwierigkeiten Alleinerziehender werden zwar nicht explizit in den Mittelpunkt gestellt, spielen aber mehr oder minder intensiv in die Handlung rein.
Trotz ihrer misslichen Situation – hochschwanger und vom Lebensgefährten betrogen und verlassen – bietet Tierärztin Fran der gestrandeten Wanderin Tess ein Dach über dem Kopf. Obwohl die beiden Frauen ihre bisherigen Leben grundverschieden verbracht haben, sind sie einander sofort sympathisch. Ohne zu ahnen, wie sehr sie noch auf Tess‘ Hilfe angewiesen ist, bringt Fran ihr das Leben auf dem Land näher. Gregg ist mit seiner hilfsbereiten, freundlichen und verantwortungsvollen Art unheimlich sympathisch. Er kümmert sich um die Menschen und Tiere um ihn herum, ist dabei nach Meinung seiner Schwester Harriet allerdings ein kleiner Kontrollfreak. Gerade der Zusammenhalt und die Nähe zu seiner Familie ist Gregg ausgesprochen wichtig. Die Nähe zu Tess sucht er definitiv nicht nur, um sein ausbrecherisches Alpaka wieder einzusammeln. Mit der Protagonistin Tess hatte ich zugegebenermaßen einen eher schwierigen Start. Obwohl die Autorin hier eigene Erfahrungen einfließen lässt, finde ich Tess‘ Handeln im Großen und Ganzen ziemlich überzogen. Ja, sie hat eine traumatische Zeit hinter sich und sicher hat auch jeder das Recht auf eine Phase von Selbstmitleid oder darauf den eigenen Lebensweg in Frage zu stellen, dennoch steigert sich Tess meiner Meinung nach ziemlich in ihre Ängste hinein – so sehr, dass diese für sie bereits Realität sind. Ihre Entwicklung, ihre Hilfsbereitschaft und ihr unermüdlicher Einsatz in völlig fremden Gefilden gefallen mir jedoch ausgesprochen gut. Zwar ist sie stets bereit andere zu unterstützen und mit großer Hartnäckigkeit das Beste zu erreichen, sie selbst ist jedoch keineswegs bereit Hilfe anzunehmen und hält ihre Mitmenschen immer ein wenig auf Abstand. Vor allem bei Gregg erweist sich dies aber als ausgesprochen schwieriges Unterfangen, denn ihre Gefühle machen ihr einen absoluten Strich durch die Rechnung.
Insgesamt bietet „Die Liebe trägt Gummistiefel“ aus der Lakeland-Love-Reihe ein unterhaltsames Lesevergnügen. Insbesondere Freunde romantischer Liebesromanen im ländlichen Setting kommen hier voll auf ihre Kosten.

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Fake-Dating mit winterlichen Olympia Vibes

One Date to Gold
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„One Date to Gold“ von Ivy Leagh ist eine atmosphärische Sportromance mit jede Menge Wintervibes und einem guten Anteil Spice.
Für Snowboarderin Amie geht der Traum von Olympia in Erfüllung. Doch ihre ...

„One Date to Gold“ von Ivy Leagh ist eine atmosphärische Sportromance mit jede Menge Wintervibes und einem guten Anteil Spice.
Für Snowboarderin Amie geht der Traum von Olympia in Erfüllung. Doch ihre noch junge vielversprechende Karriere steht nach einem internen Skandal bereits ziemlich auf der Kippe und nun sorgt auch noch der attraktive Käpitän des US-Eishockey Teams unfreiwillig dafür, dass Amie im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht. Als der selbstbewusste Hunter ihr – in beiderseitigem Interesse – einen Fake-Dating-Deal anbietet, klingt es nach einer Win-win-Situation. Während Amie das Image des selbstverliebten Frauenbildes aufpolieren soll, hält er ihr die Presse vom Hals. Eigentlich eine sinnvolle Lösung, doch die Spannung zwischen dem ungleichen Fake-Paar wird immer unerträglicher und in all dem Trubel warten ja auch noch die sportlichen Wettkämpfe.
Das Cover ist fliederfarben gehalten und zeigt die beiden Protagonisten mit ihren Sportgeräten, allerdings ohne Gesicht. Ganz besonders ins Auge sticht aber der wunderschöne Farbschnitt, mit der winterlichen Berglandschaft.
In den Tropes Fake-Dating und Enemies-to-Lovers trifft in dieser Sports-Romance unter Wintersportvibes Humor auf Spice, lenkt das Augenmerk des Lesers aber auch auf tiefergehende Themen wie den immensen Erwartungsdruck dem die Sportler ausgesetzt sind. Besonders gefangen genommen hat mich die von Ivy Leagh ausgesprochen bildhaft beschriebene und authentisch wirkende olympische Atmosphäre, die mir fast das Gefühl vermittelt mitten drin zu sein – ein wirklich tolles Setting, das Vorfreude auf die diesjährigen Winterspiele hervorruft. Auch der Druck, der durch eigene Erwartungen, Erwartungen von Familie, Freunden, Sponsoren, der ganzen Nation und den eigenen Trainern, sowie durch die dauerhafte mediale Präsenz auf den Sportlern lastet und nicht spurlos an ihnen vorüberzieht, ist meiner Meinung nach herausragend beschrieben. Durch den Kampf um die Medaillen bleibt diese Sportromance bis zum Schluss spannend und endet in einem interessanten und nachvollziehbar erscheinenden Epilog, der zwei Jahre nach den Spielen in Cortina d’Ampezzo spielt. So atmosphärisch das Buch ist, hat es doch auch kleinere Schwachstellen. Zeitweise wirkt es auf mich ein wenig langatmig und gerade die zahlreichen spicy moments passen für mich nur bedingt in das Bild zweier disziplinierter Profisportler, deren Fokus bei den olympischen Spielen eigentlich woanders liegen sollte.
Die Protagonisten haben beide mit ihren inneren Dämonen zu kämpfen, dabei aber gelernt nach außen hin eine gute Miene zu machen. Durchaus vorhandene charakterliche Schwachpunkte lassen sie sehr menschlich erscheinen. Beide profitieren voneinander und können sich im Lauf des Romans vor allem emotional deutlich entwickeln, obwohl nur wenige ihrer Dialoge wirkliche Tiefe erreichen. Phasenweise hatte ich beim Lesen auch den Eindruck, dass Hunter für Amie einen Psychologen ersetzen möchte. Einfühlungsvermögen gut und schön, hier wird es allerdings ein wenig überzogen. Trotzdem ist er mit seinem Beschützersyndrom und dem Bedürfnis nach Ordnung und Struktur für mich die sympathischere Figur.
Insgesamt ist „One Date to Gold“ eine sehr atmosphärische winterliche Sports-Romance, die ihre Leser im Setting der olympischen Spiele 2026 mitfiebern lässt – nicht nur in sportlicher Hinsicht. Vor allem Freunde der Tropes Fake-Dates und Enemies-to-Lovers, sowie (Winter)Sportfans kommen bei diesem schön aufgemachten Roman auf ihre Kosten.

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