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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2024

Gibt den Sonnenaufgängen mehr Aufmerksamkeit!

Und vor uns (k)ein neuer Morgen
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Julia leidet und das seit dem Zeitpunkt, als ihre große Liebe Yannik plötzlich bei einem Autounfall ums Leben kam. Nichts ist mehr wie es war und oft ergibt das ganze Leben für sie keinen Sinn mehr. Julia ...

Julia leidet und das seit dem Zeitpunkt, als ihre große Liebe Yannik plötzlich bei einem Autounfall ums Leben kam. Nichts ist mehr wie es war und oft ergibt das ganze Leben für sie keinen Sinn mehr. Julia zieht sich völlig in ihr Schneckenhaus zurück und möchte sich vor der ganzen Welt verstecken. Als dann Yanniks bester Freund bei ihr auftaucht und darum bitten, dass sie ihm den Van verkauft, den Yannik aufgebaut hat, bricht die ganze Wut und Verzweiflung aus Julia heraus.
Wie kann Niklas nur so unverschämt sein? Sie will den Van nicht verkaufen und schon gar nicht an ihn! Und überhaupt, sie konnten sich noch nie leiden.
Gleichzeitig trifft Julia die Entscheidung selbst mit dem Van zu verreisen nachdem sie die geplante Route von Yannik findet. Kurz entschlossen tritt sie die Reise zu ihrer Schwester nach Schweden an.
Sie fühlt sich plötzlich bereit, den Roadtripp den Yannik für sie beide geplant hat endlich in die Tat umsetzen. Doch dann kommt die Panik und alles anders als Julia es für möglich gehalten hat. Ausgerechnet Niklas ist es der ihr seine Hilfe anbietet. Sie springt über ihren Schatten und nimmt Niklas helfende Hand, wenn auch wiederwillig, an. Die beiden begeben sich auf einen gemeinsamen Roadtrip.
Svenja Lassen hat mich mit ihren Worten so sehr berührt! Schon auf den ersten Seiten war Taschentuchalarm angesagt! Denn man spürt so deutlich den Schmerz von Julia und auch den von Niklas. Dann die teilweise philosophischen Unterhaltungen zwischen den beiden, die gemeinsame Reise zurück in die Zeit als Yannik noch gelebt hat.

Man hat mit den beiden regelrecht mitgelitten. Die Trauerverarbeitung ist so ergreifend und man sieht gleichzeitig wieder, wie die Tage für beide heller werden und sie wieder positiver in die Zukunft gucken.

Ich habe es geliebt die bildliche Beschreibung der Reiseziele zu erleben, die Sonnenaufgänge, das Küstensetting und Stellplätze die sie ansteuern. Oft habe ich das Gefühl gehabt im Campingstuhl neben ihnen zu sitzen.

Fazit:
Ein emotionaler Roadtrip mit zwei ganz liebenswerten und authentischen Protagonisten, wahnsinnig tollen Momenten die das Herz berühren und positiven Gedankengängen auch in schweren Zeiten.


Liebe Svenja, auch wenn diese Geschichte tiefgründiger und so emotional ist, ich liebe sie!!!! Denn, du lässt das Herz nie lange traurig sein!



Zitatliebe:
„Weißt du, ich wollte dir zeigen. Dass die Sonne auch wieder aufgeht, selbst wenn man es nicht für möglich hält, dass heute ein neuer Tag sein kann.“

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Veröffentlicht am 22.05.2024

Die kleine Momente sind es, die mehr Aufmerksamkeit verdienen!

Das Glück liegt am Strand
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Wer die Bücher der Autorin kennt weiß, dass die Freundschaften im Vordergrund stehen und immer etwas Brausepulver dazu gereicht wird für das gewissen Bauchkribbeln.
Hier steht die Beziehung der beiden ...

Wer die Bücher der Autorin kennt weiß, dass die Freundschaften im Vordergrund stehen und immer etwas Brausepulver dazu gereicht wird für das gewissen Bauchkribbeln.
Hier steht die Beziehung der beiden Schwestern Liv und Johanna im Vordergrund und das ist mindestens genauso schön!
Liv arbeitet als Intensivkrankenschwester und liebt ihren Job. Aber sie merkt, dass sie ausgebrannt ist, sie keine Zeit mehr für sich selbst findet und gefühlt das Leben nur noch aus Arbeit besteht. Als dann noch ihre Mutter auftaucht und es sich in ihrer Wohnung bequem macht beschließt Liv sich eine Auszeit zu gönnen und besucht ihre Schwester auf der schönen Inseln Norderney wo diese ein Café betreibt. Die Beziehung der beiden Schwestern ist aktuell auch nicht die Beste und so möchte sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zeit für sich und ihre Schwester!

Anfangs knallt es zwischen den beiden und eine Aussprache ist längst überfällig.
Man spürt beim Lesen regelrecht, dass die beiden eigentlich so viel mehr verbindet aber immer etwas zwischen ihnen stand.
Ich möchte eigentlich gar nicht zu viel zum Inhalt sagen aber ich habe die Briefe aus Omas Schatzkiste so sehr geliebt!!!! Damit verbunden eine Reise in die Vergangenheit.
Langweilig wird es auf der Insel auch nicht, denn die beiden versuchen das Café zu retten und nehmen deshalb am Inselwettbewerb teil. Christin-Marie Below nimmt uns durch die Ralley mit über die gesamte Insel und man kann sich dank ihres bildlichen Schreibstils alles so gut vorstellen! Wieder stelle ich fest, dass ich unbedingt mal nach Norderney möchte!

Und dann gibt es da noch Keno! Er lässt Livs Schmetterlinge wieder fliegen und sich muss eine Entscheidung treffen!

Fazit:
Ein Wohlfühlroman der uns mitnimmt auf die schöne Insel Norderney, an Traumstrände, in ein gemütliches Café mit lauter Köstlichkeiten und man sich im Strandkorb zurücklehnen und alles einfach nur genießen kann während das Brausepulver seine Wirkung zeigt!
Lieblingszitat:
„Manchmal denkt man erst über offensichtlich scheinende Dinge nach, wenn es zu spät ist. Es sind die kleinen Momente, die viel mehr Aufmerksamkeit verdient haben.“
„Erinnerungen setzen Erlebnisse voraus“, sagt sie und lächelt mich an. S. 51

„Unser Ziel ist nicht, ineinander überzugehen, sondern einander zu erkennen und einer im anderen das zu sehen und ehren zu lernen, was er ist: das andere Gegenstück und Ergänzung.“ S. 89
„Und dafür, dass er mir gezeigt hat, wie wichtig es ist, seine Träume nicht aus den Augen zu verlieren.“ S. 281

Liebe Christin-Marie, ich danke dir von Herzen für deine Überraschungspost!!!
Ich habe traumhaft schöne Lesestunden gehabt!

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Veröffentlicht am 16.04.2024

Marconi - Ermittler mit Herz und Humor

Marconi und der tote Krabbenfischer
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Du schlägst einen Krimi auf und hast mit vielem gerechnet, aber nicht damit, dass dich gleich der Prolog schon zu Tränen rührt!
Wow! Und damit stand fest, unser Protagonist Commissario Marconi ist mir ...

Du schlägst einen Krimi auf und hast mit vielem gerechnet, aber nicht damit, dass dich gleich der Prolog schon zu Tränen rührt!
Wow! Und damit stand fest, unser Protagonist Commissario Marconi ist mir direkt sympathisch. Durch seine offene und ehrliche Art wirkt er direktauthentisch und man fühlt schnell die Unsicherheit und die Zweifel die das neue Leben im Norden für ihn mit sich bringen. Der Umzug für den Bayern mit italienischen Wurzeln wäre ja schon genug Veränderung, aber dass er neben seinem neuen Job auch noch in die Vaterrolle verfällt, ist dann doch alles etwas zu viel und man spürt beim Lesen oft seine Unsicherheit. Aber er gibt sich wirklich Mühe allen neuen Aufgaben und seinen Mitmenschen, gerade den Kindern seines Bruders und seinen Kollegen, gerecht zu werden.
Gleichzeitig bekommt man Lust auf einen Urlaub an der Nordsee!
Daniele Palu hat ein Gespür dafür uns mit seinen Worten zu unterhalten.
Die Art wie er schreibt, der Schreibstil und die gut ausgearbeiteten Charaktere der Protagonisten machen es einem leicht abzutauchen in die Geschichte und den Fall.
Denn oft fühlt man sich, als wäre man selbst in St.-Peter-Ording und eins sage ich euch, das Wasser läuft einem beim Lesen im Mund zusammen! Da merkt man doch die italienischen Wurzeln von Marconi.
Auch wenn es sich hier um einen Krimi handelt kommt der Humor nicht zu kurz. Denn unser Marconi kann wirklich unterhaltsam und witzig sein. Gleichzeitig verfolgt man immer neugierig die ganzen Fährten um den Fall, zu den brandaktuellen und stellenweise politischen Themen, mitzulösen. Aber einige Fährten enden in einer Sackgasse und das ist es was ich super finde. Man hat nicht schon am Anfang den Fall gelöst, sondern die Spannung zieht sich durch das ganze Buch.
Fazit:
Ich will bitte „Meer“ und mehr Marconi!!! Allerdings wünsche ich mir für ihn gescheiten Kaffee! Da leidet man ja schon mit!
Das Ende lässt uns Leser ja hoffen, dass es weitergeht mit dem Commissario, der in eine völlig neue „Welt“ stolpert und seine Aufgaben mit Herz und Humor hervorragend meistert!
Lieblingszitat:
S.112
Dein Möwenvater würde jetzt vielleicht sagen: „Das Leben hört nicht auf, lustig zu sein, nur weil jemand stirbt; und es hört nicht auf, ernst zu sein, nur weil jemand lacht.“

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Veröffentlicht am 13.03.2024

Meister der Thriller

Gestehe
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Henri Faber hat mich bisher mit jedem seiner Werke total überzeug!
Daher war ich anfangs etwas überrascht, dass der Sog gar nicht eingesetzt hat. Aber ich glaube es lag an Jacket, dass ich ihn einfach ...

Henri Faber hat mich bisher mit jedem seiner Werke total überzeug!
Daher war ich anfangs etwas überrascht, dass der Sog gar nicht eingesetzt hat. Aber ich glaube es lag an Jacket, dass ich ihn einfach oberflächlich fand.
Doch dann, nach den ersten Kapiteln war es um mich geschehen. Ich konnte nicht aufhören zu lesen und habe immer wieder mit mir gehadert, ob Jacket nun gegründet zweifelt oder ob ich als Leser einfach etwas ganz Wichtiges übersehen habe.
Jacket ist ein Protagonist der mit seiner überaus arroganten Art nicht gerade meinem Lieblingscharakter in Büchern widerspiegelt. Aber er ist einfach perfekt von Henri Faber gezeichnet worden und Stück für Stück kann man miterleben wie sein Leben einer reinsten Katastrophe gleicht.
Sein Kollege hingegen hat alle Hände voll zu tun. Sowohl privat als auch dienstlich kommt er nicht zur Ruhe und muss sich mit Rassismus sowie politischen Themen am Arbeitsplatz auseinandersetzen.
Doch irgendwie hat er das richtige Gespür und bleibt wachsam an den richtigen Stellen und hinterfragt.
Gestehe ist ein echt rasanter (vom Anfang mal abgesehen) und actionreicher Thriller, der einen mitnimmt in eine Welt zwischen Irrsinn und Realität. Denn oft ist es nicht immer so wie es auf den ersten Blick scheint.
Ohne zu spoilern möchte ich sagen, dass ich bei einer einzelnen Person hier immer ein ungutes Gefühl hatte. Aber das Ende hat mich dann doch trotzdem noch völlig überrascht! Denn in der Form hätte ich damit niemals gerechnet!
Lieber Herr Faber, ich bin ein absoluter Fan und bitte, hören Sie nie nie nie auf so gute Thriller zu schreiben!


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Veröffentlicht am 07.02.2024

Gefühle sind zum fühlen da!

Wo die Sterne uns sehen
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Justine Pust hat mich mit ihrem ersten Buch bereits so überzeugt, dass jedes neue gleich auf der Wunschliste landet. Und auch bei „Wo die Sterne uns sehen“ schafft sie es wieder mit ihrem Schreibstil mich ...

Justine Pust hat mich mit ihrem ersten Buch bereits so überzeugt, dass jedes neue gleich auf der Wunschliste landet. Und auch bei „Wo die Sterne uns sehen“ schafft sie es wieder mit ihrem Schreibstil mich mitzureißen. Sie setzt ihre Worte so gekonnt ein, dass man regelrecht ergriffen ist. Dabei gibt es oft so schmerzhafte Themen in ihren Büchern und dennoch beendet man sie mit einem puren Glücksgefühl!
Man konnte direkt gut in die Geschichte und ich mochte Willa und Elias gleich. Was vielleicht auch daran liegt, dass die Geschichte einmal aus Willas und dann aus Elias Sicht erzählt wird.

Beide studieren Soziale Arbeit und arbeiten ehrenamtlich in einem Gemeindezentrum. Sie begegnen sich das erste Mal bei einer Rollstuhl-Basketballgruppe im Gemeindezentrum. Schnell wird für Elias klar, dass er sein Projekt was er plant mit Willa umsetzen möchte. Auch wenn diese nicht gleich begeistert klingt.

Elias hat eine ganz fröhliche und lockere Art an sich und Willa ist da her die abgeklärte und geradlinigere Person.
Vielleicht ist genau das Unterschiedliche was die beiden ausmacht und warum sie so gut zusammen harmonieren. Denn während Willa durchgetaktet und geplant lebt ist Elias mit seiner lockeren Art eher die Person, die in den Tag lebt. Und dennoch hat er einen ausgesprochen guten Blick für das Wesentliche und ihm entgeht nichts.
Die beiden Protagonisten sind immer in Bewegung und so ist auch die Geschichte immer aktiv und man hat nie das Gefühl auf der Stelle zu stehen oder festzustecken.

Justine Pust schafft es einen mit wundervollen Zitaten immer wieder zu bewegen, aufzumuntern und zu sensibilisieren. Denn auch wenn die Themen ernst sind gibt es immer wieder ein Blick in die Sterne und nach vorne.

Ich habe das Buch gelesen und gleichzeitig als Hörbuch gehört. Und ich kann euch auch das Hörbuch echt empfehlen, denn die Sprecherstimmen machen es zu einem ganz wundervollen Hörerlebnis.

Dieses Buch ist wieder ein ganz persönliches Buch von mir geworden, weil ich so viele berührende Textstellen markieren musste!
Und nach dem Nachwort der Autorin steht fest: Das Buch wird nie hergegeben.
Vielen Dank ganz besonders für dein persönliches Nachwort Justine!

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