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Veröffentlicht am 25.05.2024

Im dunklen, dunklen Wald

Das Baumhaus
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Ein schwedischer Thriller von einer deutschen Autorin? Gehts das? - und wie!
Vera Bucks neuer Thriller ist eine komplexe und wendungsreiche Geschichte, die aus der Sicht von Henrik, Marla, Nora und Rosa ...

Ein schwedischer Thriller von einer deutschen Autorin? Gehts das? - und wie!
Vera Bucks neuer Thriller ist eine komplexe und wendungsreiche Geschichte, die aus der Sicht von Henrik, Marla, Nora und Rosa erzählt wird. Es sind sehr individuelle Charaktere, wobei Rosa für mich der mit Abstand interessanteste ist.
Das Buch ist von Beginn an fesselnd. Bereits der Prolog ließ mich erschauern. Wir werden mit einer Figur konfrontiert, die uns das ganze Buch über begleitet und mir Gänsehaut beschert hat.
Der Thriller beginnt mit der Ankunft von Henrik, Nora und Fynn, einer deutschen Familie, die im ehemaligen Sommerhaus von Henriks Großvater in Västernorrland, ihren Urlaub verbringen möchten. Das seit Jahren leerstehende Haus ist jedoch ziemlich heruntergekommen. Der Garten ist verwildert und die Zufahrt zum Haus kaum mehr zu finden und einsehbar. Vom dunklen Wald in der Nähe geht etwas Bedrohliches aus. Henrik verbindet jedoch mit dem Haus Erinnerungen an seine Ferien bei seinem geliebten Großvater in Schweden. Als er im Wald ein Baumhaus entdeckt, kommen Erinnerungen an eine Begebenheit in ihm hoch, die er jahrzehntelang verdrängt hatte.
Als Fynn beim Spielen im Wald innerhalb von kurzer Zeit plötzlich verschwindet, fällt das Kartenhaus der nach außen hin harmonischen Familie in sich zusammen.

Henrik ist Kinderbuchautor und seine Fantasie scheint keine Grenzen zu haben. Das bringt ihn aber auch oftmals in Schwierigkeiten, weil er auch gerne flunkert. Selbst Nora weiß nicht immer, wann er lügt oder die Wahrheit spricht. Für ihn ist vieles ein großes Abenteuer, bis ihn gewisse Erinnerungen einholen, die ihm keine Ruhe lassen.

Nora hütet ein Geheimnis und möchte dieses mit der Urlaubsreise nach Schweden hinter sich lassen. Doch das scheint nicht möglich. Verstörende Nachrichten auf ihrem Handy und eine unbestimmte Angst lassen sie nicht wirklich los.

Spannend fand ich den Charakter von Rosa. Sie ist alles andere als erfreut, dass sie wieder zu Hause einziehen muss. Sie soll ihren Vater bei der Pflege ihres verunglückten Bruders helfen, der seitdem querschnittgelähmt ist. Dafür muss sieh ihre eigenen Pläne zurückstecken.
Rosa interessiert sich seit ihrer Kindheit für den Tod und hat in forensischer Botanik promoviert. Sie untersucht die Auswirkungen von Tierkadavern in der unmittelbaren Umgebung von Bäumen. Ihr seltsame Vorliebe hat sie allerdings zur Einzelgängerrin gemacht. Als sie bei ihren Grabungen auf ein Kinderskelett stößt, bittet die Polizei um ihre Hilfe. Sie soll weitere Grabungen durchführen, denn in den letzten Jahrzehnten sind einige Kinder auf mysteriöse Weise verschwunden.

Und dann ist da noch Marla. Das kleine Mädchen wurde entführt und wird seitdem in einem Baumhaus gefangen gehalten.

Die Figuren sind sehr facettenreich und unheimlich gut dargestellt. Jeder von ihnen hat etwas zu verbergen. Als Leser erlebt man die Gedanken und Ängste der Figuren immer hautnah mit.
Der Schreibstil ist sehr bildhaft und lebendig. Ich bin begeistert!

Durch die wechselnden Kapitel mit unterschiedlichen Erzählern entsteht eine Spannung, die sich immer weiter aufbaut. Vera Buck gelingt es eine atmosphärische Grundstimmung zu erzeugen, die eher düster und beklemmend ist.
Mich hat der Plot fasziniert und die Sogwirkung, die bereits zu Beginn entsteht, hat mich das Buch kaum aus der Hand legen lassen. Die Autorin hat einige Themen aufgemacht, die nach und nach an Intensivität gewinnen. Puzzlestein um Puzzlestein lassen ein Gesamtbild entstehen, welches sich dann doch wieder verändert.
Vera Buck hat viele Wendungen eingebaut, die überraschen und mich oftmals kurz die Luft anhalten hat lassen. Man rätselt gerne mit und wird doch auf eine falsche Fährte geführt, wobei es trotzdem immer wieder weitere Verdächtige gibt. Mit einem Verdacht lag ich richtig, doch mit dem tatsächlichen Ende konnte mich die Autorin richtig überraschen.
Zum Ende hin wurde mir der komplexe Thriller fast ein wenig zu schnell aufgelöst. Ein Twist nach dem anderen folgte und mir schwirrte richtig der Kopf! Die Auflösung ist trotzalledem schlüssig und nachvollziehbar.

Fazit:
Ein verstörender Thriller, der den Alptraum vieler Eltern Wirklichkeit werden lässt. Facettenreiche Charaktere und eine durchgehend beklemmende Atmosphäre ließen mich das Buch kaum aus der Hand legen. Das Ende war mir dann jedoch fast ein bisschen zu schnell und es ging Schlag auf Schlag.
Der Schreibstil ist fantastisch und ich werde mir auch noch die anderen Romane/Thriller der Autorin näher anschauen, wobei ich "Runa" bereits im Regal stehen habe.

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Veröffentlicht am 21.05.2024

Pageturner vom Feinsten

Absturz
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Von der Autorin habe ich bereits "Flug 416" gelesen. Der Thriller hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich ihn etwas zu "amerikanisch" fand mit den typischen Heldenfiguren, die wir aus diversen Actionfilmen ...

Von der Autorin habe ich bereits "Flug 416" gelesen. Der Thriller hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich ihn etwas zu "amerikanisch" fand mit den typischen Heldenfiguren, die wir aus diversen Actionfilmen kennen. Auch bei "Absturz" muss ich dies wieder "bemängeln", jedoch hat mich auch ihr zweiter Thriller wieder richtig gefesselt.

T.J. Newman greift abermals das Thema einer Flugzeugkatastrophe auf. Nur sechs Minuten nach dem Start in Honolulu stürzt Flug 1421 ins Meer. Unter den Überlebenden befinden sich auch Will und seine Tochter Shannon. Während sich bereits einige Passagiere über die Notrutsche aus dem Wrack retten konnten, sind Will, Shannon und noch einige andere Menschen im Flugzeug, als dieses plötzlich zu sinken beginnt. Es gibt kein Entkommen und es bleiben nur mehr wenige Stunden Sauerstoff. Der Countdown läuft.....

Wir erleben Kapitel aus der Sicht der eingeschlossenen Passagiere und aus der Sicht der Rettungkräfte. Es werden zu Beginn jede Menge Figuren vorgestellt. Im Mittelpunkt steht jedoch Will Kent. Parallel dazu gibt es einen weiteren Handlungsstrang um Chris, der Mutter von Shannon und Noch-Ehefrau von Will. Sie ist Industrietaucherin und wird zum Unglücksort gerufen. Natürlich setzt sie alles daran, ihre Tochter zu retten. Ihr Plan, den sie der Rettungsmannschaft darlegt, scheitert zunächst an der Sturheit von Navy und Küstenwache....
Als Leser wechseln wir zwischen den beiden Handlungssträngen und erleben die Emotionen im Flugzeug, sowie von den Rettungsmannschaften hautnah mit.
In kleinen Rückblenden erfahren wir zusätzlich mehr aus dem Leben der Familie Kent.

Die Autorin spielt gekonnt mit unseren Albträumen, wenn es ums Fliegen geht. Sie war jahrelang Flugbegleiterin und kennt sich mit diesem Thema sehr gut aus....auch mit den Ängsten der meisten Passagiere. Meisterhaft fängt sie die Emotionen und die Umstände während des Absturzes ein.
Der Spannungsbogen bleibt von Beginn an hoch und T.J. Newman hat wieder einen absoluten Pageturner geschrieben. Ich habe den Thriller an zwei Abenden inhaliert. Aufgebaut ist er ähnlich, wie ihr Debüt. Die Umstände sind jedoch anders als bei "Flug 416".

Der Schreibstil ist sehr bildhaft und knackig - passend für einen Thriller. Die technischen Details werden verständlich dargestellt. Die Charaktere sind allerdings ein wenig eindimensional und stereotypisch.
Meine Kritikpunkte, die ich schon bei ihren Debütthriller hatte, gibt es auch diesmal, obwohl ich "Absturz" doch um einiges besser fand. Es war mir wiederum zu amerikanisch (heldenhaft) und manchmal etwas überzogen. Als Katastrophenfilm kann ich mir die Geschichte allerdings sehr gut vorstellen und anscheinend sind die Filmrechte bereits vergeben.

Spannung auf hohem Niveau kann die Autorin - ob es ihr auch bei anderen Themen gelingt?


Fazit:
Ein wahrer Pageturner, den ich in kurzer Zeit gelesen habe. Actionreich und spannend - jedoch wieder sehr "amerikanisch" und etwas überzogen. Trotzdem fand ich "Absturz" gelungen und empfehle es allen weiter, die einen nervenaufreibendn Katastrophen-Thriller lesen möchten!

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Veröffentlicht am 15.05.2024

Sommerlicher und erfrischender Jugendroman

Emmas Herzdilemma
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Von Stefanie Gerstenberge habe ich schon einige Jugendromane gelesen - viele davon hat sie gemeinsam mit ihrer Tochter Martha Martin geschrieben. "Emmas Herzdilemma" kommt aus der alleinigen Feder der ...

Von Stefanie Gerstenberge habe ich schon einige Jugendromane gelesen - viele davon hat sie gemeinsam mit ihrer Tochter Martha Martin geschrieben. "Emmas Herzdilemma" kommt aus der alleinigen Feder der Autorin.

Besonders spannend am Roman fand ich die beiden Verläufe, die die Geschichte einnimmt. Der gemeinsame Ausgangspunkt zweigt nämlich ab einer bestimmten Stelle in verschiedene Richtungen ab und wir erhalten zwei parallel laufende Handlungsalternativen. Beide Handlungsstränge sind toll gekenntzeichnet. Es gibt verschiedene Schriftarten und zu Beginn wissen wir durch eine Grafik des Collosseums oder des Kölner Doms, wo wir uns gerade befinden.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Emma erzählt. Sie ist ein typischer Teenager, die sich vor ihren Pflichten drückt und selten Verantwortung überbnimmt. Das wird ihr jedoch zum Verhängnis, als sie mit Ringo, dem betagten Hund ihres Großvaters in den Park geht, um ihren heimlichen Schwarm Oscar zu sehen. Statt auf Ringo aufzupassen, sind ihre Augen nur bei Oscar. Ringo nutzt die Gelegenheit und haut ab - und wird von einem Auto angefahren. Daraufhin muss Emma die Tierarztkosten selbst zahlen und der gemeinsame Urlaub mit den Eltern in Frankreich wird gestrichen. Stattdessen soll sie in der kleine Pension ihrer Tante Dette in Rom sechs Wochen Mädchen für alles spielen und das Geld für den Tierrarzt verdienen. Emma hat null Bock darauf, vorallem wo Oscar den Sommer über in Köln bleibt.

Und hier teilt sich nun die Geschichte:
- Bei der Rom-Variante fliegt Emma in die italienische Hauptstadt, wird endlich selbstständiger und lernt Verantwortung zu übernehmen. Dabei läuft ihr immer wieder ein süßer Junge mit dunklen Locken über den Weg. Sie lernt italienisch und verliebt sich nicht nur in das quirlige Rom.
- Bei der Köln-Variante bleibt Emma in Köln. Etwas wiederwillig hilft sie ihren Opa in seiner Wohnung. Dabei lernen sich die Beiden richtig gut kennen und lernt einiges über Poesie. Emma macht sich Gedanken über einige Dinge, die zum Erwachsen werden dazugehören, macht ihren Roller-Führerschein und wird ebenfalls sehr viel selbständiger. Nur Oscar schwirrt ihr noch immer im Kopf herum....

Es macht Spaß die Geschichte aus zwei verschiedenen Perspektiven zu lesen und zu sehen, wie Emma sich in Köln und in Rom verhält. Die Unterschiede zwischen den beiden Städten nutzt die Autorin geschickt, um die Entwicklung von Emma in verschiedenen Situationen zu beleuchten.

Stefanie Gerstenberger hat die oftmals impulsive Art von Emma sehr gut getroffen. Auch diese "Ich-Bezogenheit", die Teenager in diesem Alter an sich haben, spiegelt sich perfekt wieder. Emmas Seelenleben wird ebenfalls gut beschrieben. Sie macht eine glaubhafte Entwicklung durch, während sie sich mit den Entscheidungen und Konsequenzen ihres Handelns auseinandersetzt.

Das Buch fällt mit dem quitschgelben Cover sofort ins Auge und versprüht Fröhlichkeit. Der frech fröhliche Schreibstil passt perfekt zur jugendlichen Zielgruppe und macht auch Erwachsenen Spaß. Obwohl einige ernste Themen aufgegriffen werden, sprüht die Geschichte oftmals voller Humor. Während es in Köln meistens regnet und die Stimmung in diesen Leseabschnitten düsterer ist, wirkt der Abschnitt in Rom fröhlicher. Die Beschreibungen der italienischen Hauptstadt sind sehr bildhaft und den typischen Lebensstil der Einheimischen spürt man durch die Zeilen. Dramatische Ereignisse findet man aber in beiden Handlungssträngen.

Neben der jugendlichen Leichtigkeit werden aber auch Themen wie Scheidung, s*xuelle Übergriffigkeit, Diebstahl, Lügen, Untreue und Tod behandelt. Gerstenberger verwebt diese doch schweren Themen gut in die Geschichte rund ums Erwachsen werden. Sie geben dem Roman auch Tiefgang neben der jugendlichen Leichtigkeit.
Stefanie Gerstenberger hat es perfekt geschafft, die beiden Handlungsstränge am Ende so zusammenzuführen, dass sie ein logisches und passendes Bild ergeben und dem Leser trotzdem noch Spielraum für seine eigenen Gedanken lässt.

Fazit:
Ein erfrischender Jugendroman mit zwei möglichen Varianten, der unterhält. Perfekt für Mädchen ab 13 Jahren und junggebliebene Erwachsene, die nach einem tollen Sommerroman suchen.

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Veröffentlicht am 11.05.2024

Überraschung auf Korfu

Im Sommer treffen wir uns wieder
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Den neuen Sommerroman von Sarah Morgan, der jedes Jahr auf meiner Leseliste steht, hätte ich fast übersehen. Der Verlag hat nämlich schon wieder die Cover verändert und so habe ich dieses gelb-pink-weiße ...

Den neuen Sommerroman von Sarah Morgan, der jedes Jahr auf meiner Leseliste steht, hätte ich fast übersehen. Der Verlag hat nämlich schon wieder die Cover verändert und so habe ich dieses gelb-pink-weiße Cover zuerst nicht mit der Autorin in Verbindung gebracht.

In ihrem neuen Roman stellt Sarah Morgan wiederum eine schwierige Mutter-Tochter Beziehung in den Mittelpunkt. Catherine Swift ist eine erfolgreiche Liebesroman-Autorin, die die Bestsellerlisten seit Jahren anführt. Während sie über die große Liebe schreibt, schaut ihr Privatleben ganz anders aus. Mittlerweile steht sie kurz vor ihrer vierten Hochzeit. Ihre beiden Töchter Adeline und Cassie, die in Großbritannien leben, flattert die Hochzeitseinladung nach Griechenland überraschend ins Haus. Zusätzlich hält Catherine den Namen ihres zukünftigen Mannes geheim und will ihn erst zuhause auf Korfu lüften, wenn ihre beiden Töchter eintreffen.

Adeline, ihrer ältere Tochter, ist ihr großes Sorgenkind. Die Beziehung zwischen den beiden Frauen ist angespannt. Adeline hat die Trennung ihrer Eltern nie wirklich überwunden, vorallem aber leidet sie seit ihrer Kindheit daran, dass sie auf Wunsch ihrer Mutter bei ihrem Vater aufwachsen musste. Adeline hat zwar eine sehr gute Beziehung zu ihrem Vater, aber dass sie ihre Mutter einfach abgeschoben hat, hat sie bis heute nicht verkraftet. Als ausgebildete Psychologin erkennt sie zwar ihr Problem, hat aber seitdem keinerlei Gefühle mehr zugelassen. Sie glaubt nicht an die Liebe und lebt ein sehr selbstkontrolliertes Leben. Ihr widerstrebt es sehr, die Reise nach Korfu anzutreten und eine weitere Hochzeit zu feiern...

Cassie ist das komplette Gegenteil von Adeline. Sie ist gefühlsbetont, offen und eine kleine Romantikerin. Sie hat das Herz auf der Zunge und ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Mutter. Cassie verbringt ihre Sommer jedes Jahr auf Korfu. Nachdem sie ihr Studium abgeschlossen hat, träumt sie davon, ebenfalls Schriftstellerin zu werden. Noch verheimlicht sie, dass sie bereits ein Manuskript eingereicht hat....

Als Adeline und Cassie auf Korfu eintreffen, erwartet sie eine Überraschung, die jedoch nicht so ausfällt, wie ihre Mutter es sich vorgestellt hat und das Aufeinandertreffen eskaliert...

Sarah Morgan erzählt abwechselnd aus der Sicht der einzelnen Figuren. Es ist klar, dass in der Vergangenheit so einiges passiert sein muss, was das Verhältnis zueinander belastet. Deshalb ist die Atmosphäre zu Beginn zwischen den drei Frauen ziemlich angespannt. Man fühlt und fiebert mit Catherine, Adeline und Cassie mit, die sich eigentlich alle drei nichts anderes wünschen, als ein harmonisches Familienglück.

Der mitreißende und bildhafte Schreibstil hat mich durch die Geschichte "getrieben" und ich wollte unbedingt wissen, was in der Vergangenheit passiert ist. Sarah Morgan hält dabei auch einige Überraschungen parat.

Die Charaktere sind lebendig und wieder sehr liebevoll gezeichnet. Man erlebt drei sehr unterschiedliche Frauen einer Familie, die sich nach außen tough geben, aber sehr unsicher sind. Ich mochte sie alle drei auf ihre eigene Art und Weise.
Ganz besonders geliebt habe ich das Setting Korfu. Ich habe die griechische Insel selbst vor Jahren besucht und die wunderschönen Beschreibungen der Landschaft hat mir Fernweh beschert. Viel zu lange war ich nicht mehr in Griechenland...


Fazit:
Sarah Morgan hat mit ihrem neuen Roman "Im Sommer treffen wir uns wieder" eine emotionale Geschichte über Familiengeheimnisse, Neuanfänge, verlorenes Vertrauen und neue Chancen geschrieben, den ich gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 16.04.2024

Ewig leben?

Wir werden jung sein
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Schon der Klappentext des neuen dystopischen Romans von Maxim Leo hat mich sofort angesprochen. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass der KiWi Verlag mir den Wunsch eines Rezensionsexemplares erfüllt hat.

Professor ...

Schon der Klappentext des neuen dystopischen Romans von Maxim Leo hat mich sofort angesprochen. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass der KiWi Verlag mir den Wunsch eines Rezensionsexemplares erfüllt hat.

Professor Martin Mosländer ist Wissenschaftler und Nerd. Er arbeitet zur Zeit an einem neuen Medikament gegen Herzinsuffizienz an der Charité in Berlin. Dafür hat er neben sich und seinem altersschwachen Hund Charles auch vier Proband:innen ausgewählt, die seine neuen Pillen erhalten.

Einer davon ist der sechzehnjährige Jakob, der aufgrund seiner angeborenen Herzmuskelschwäche seit seiner Kindheit sein Leben nur sehr eingeschränkt leben kann. Er schreibt Songs am Computer und ist zum ersten Mal verliebt - in Marie, eine Klassenkameradin. Marie ist ebenfalls eine Außenseiterin und fühlt sich ebenso zu Jakob hingezogen. Doch wenn es um körperliche Nähe geht, versagt Jakob total.
Die ehemalige olympische Schwimmerin Verena nimmt an einem Benefizschwimmen teil und bricht plötzlich ihren alten Rekord. Sie wird daraufhin des Dopings verdächtigt.
Jenny versucht seit Jahren endlich schwanger zu werden. Nachdem alle durchgeführten Kinderwunschbehandlungen erfolglos blieben und ihre Ehe daraufhin zerbricht, wird sie plötzlich auf natürlichem Wege schwanger.
Karl Wenger ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, jedoch schwer krank. Er möchte sein Firmenimperium in die Hände seiner Kinder geben und plant seinen Tod in der Schweiz, als er sich plötzlich wieder fitter und gesünder fühlt.

Alle vier haben Mosländers Pillen geschluckt und werden immer jünger. Diese Verjüngung verläuft jedoch unkontrolliert und scheint nicht zu stoppen zu sein. Was wird passieren, wenn die jungen Probanden unter Null angelangt sind?
Während Wenger seinem Leben nochmals einen richtigen Kick geben möchte, wird Jakob innerlich immer mehr zum Kind und verzweifelt langsam an seiner Liebe zu Marie. Verena ist plötzlich Anfeindungen ausgesetzt und Jenny bleibt immer länger schwanger....

Als bekannt wird, dass es ein neues Medikament gibt, welches die Menschen stark verjüngt und diese vielleicht ewig leben können, kommt es zu Tumulten. Machtgierige Konzerne, Politiker, Neider, Weltverbesserer und Ethiker...alle wollen mitmischen und stellen sich für oder gegen eine Weiterentwicklung des Medikamentes. Dabei wollte Martin Mosländer nur herzkranken Menschen helfen...

Der Autor hat dieses Szenario sehr realistisch dargestellt, welches nicht gar so weit hergeholt ist. Während jüngere Menschen sich noch nicht wirklich mit dem Thema auseinandersetzen, sehen ältere Menschen eine Möglichkeit länger zu leben.

Mich hat die Auswirkung des Medikamentes auf das Leben der vier Probanden gefesselt. Jeder von ihnen geht anders mit seiner innerlichen Veränderung um. Abwechselnd wird aus der Sicht von Jakob, Jenny, Verena, Karl, aber auch aus der Sicht von Martin und der wissenschaftlichen Ethikberaterin der Regierung, Miriam Holstein, erzählt. Die Namen der Erzählenden sind am Kapitelanfang vermerkt.

Maxim Leo wiegt jede Menge Vor- und Nachteile ab und setzt sich mit dem Thema auseinander. Schreibstil und vorallem die Charakterdarstellung seiner Figuren fand ich richtig toll. Man befasst sich beim Lesen mit den Auswirkungen eines ewigen Lebens auf die Weltbevölkerung. Themen wie: Wer erhält die verjüngenden Pillen? Wie sieht es mit Chancengleichheit und Missbrauch aus? Soll sich die Menschheit überhaupt weiterhin vermehren oder kommt es zur kompletten Geburtenkontrolle?
Der Autor hat sich mit den Vor- und Nachteilen diesers Szenario auseinandergesetzt und ethische Bedenken durchdacht.
Man fragt sich selbst immer wieder, wie man sich verhalten würde, wenn es die Möglichkeit für eine Verjüngung oder ein ewiges Leben geben würde.

Die Gedanken und Sichtweisen sind mega interessant. Der Spannungsbogen ist hoch und man will wissen, was weiter passieren wird. Bis zum letzten Viertel hätte ich der Geschichte 5 Sterne gegeben, doch auf den letzten hundert Seiten gab es eine Wendung, die mir weniger gefallen hat und zur Folge hat, dass das Ende etwas unausgegoren wirkt. Auch die wichtige Figur der wissenschaftlichen Beraterin scheint plötzlich nicht mehr auf und verschwindet einfach in der Bedeutungslosigkeit. Sehr schade!

Mit einem Schmunzeln habe ich die Idee des Autors, ein Foto seines jüngeren Ichs auf der Innenklappe abzubilden, reagiert. Ein cooler Gedanke!

Fazit:
Ein Roman, der einen kleinen Einblick in eine mögliche Zukunft bietet. Tolle Ideen, ein fesselnder Schreibstil, aber zum Ende hin blieb die Geschichte dann leider ein bisschen hinter meinen Erwartungen zurück. Trotzdem empfehle ich diesen leicht angehauchten dystopischen Roman sehr gerne weiter!

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