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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.05.2024

Mutmacher

Mutmurmeln für den ersten Schultag
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Viele Kinder fürchten sich vor dem ersten Schultag, da sie plötzlich an einem völlig neuen Ort sind und sich dort erst zurecht finden müssen. Dass ihnen dabei vorher gerne etwas mulmig zumute ist, ist ...

Viele Kinder fürchten sich vor dem ersten Schultag, da sie plötzlich an einem völlig neuen Ort sind und sich dort erst zurecht finden müssen. Dass ihnen dabei vorher gerne etwas mulmig zumute ist, ist daher keine Überraschung. Schön finde ich dabei den Vergleich, dass da Murmeln in unseren Bäuchen sind, die für diese Gefühl verantwortlich sind. Aber die beiden Geschwister finden eine prima Lösung, um mit ihrer Nervosität umzugehen. Die Mutproben als solche finde ich größtenteils passend, wobei ich den Kirschbaum inhaltlich weggelassen hätte, da es mit zu vielen Gefahren einhergeht, doch die anderen Mutproben lassen sich gut von neugierigen Kindern nachmachen, um auch ihre Murmeln mit Mut zu füllen. Somit ziehe ich ein Stern ab, da die Kinder dazu ermutigt werden, auf einen Baum zu klettern, wo ich mir doch deutlich ungefährlichere Mutproben hätte vorstellen können. Dennoch gefällt mir die Grundidee sehr und auch die Umsetzung bis zur Einschulungsfeier beeindruckt mich. Die farbenfrohen Bilder nehmen die ganzen Seiten ein und eignen sich dementsprechend gut, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen. Die beiden Protagonisten wirken sympathisch und ideenreich, wodurch sie sich gut als Identifikationsfiguren anbieten. Zwischen den einzelnen Mutproben wird schnell gewechselt, sodass sich die Geschichte auch nicht zieht, sondern ein angenehmes Tempo aufweist. Grundsätzlich gefällt mir auch die hochwertige Aufmachung und das große Format des Werkes, wodurch es gut in der Hand liegt und von mehreren Augen gleichzeitig bestaunt werden kann. Zusammenfassend handelt es sich hier also um ein geeignetes Vorlesebuch, mit dem Kindern die Angst vor dem ersten Schultag genommen werden kann, auch wenn sicherlich nicht jede Mutprobe von jedem Kind nachgemacht werden sollte.

Veröffentlicht am 24.04.2024

Ergreifend

Glow Like Northern Lights (Strong Hearts 1)
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Cover und Titel passen perfekt zum Inhalt des Buches, auch wenn man dies erst gegen Ende hin komplett versteht. Auf den Farbschnitt hätte ich durchaus verzichten können, weil es so wirkt, als wäre die ...

Cover und Titel passen perfekt zum Inhalt des Buches, auch wenn man dies erst gegen Ende hin komplett versteht. Auf den Farbschnitt hätte ich durchaus verzichten können, weil es so wirkt, als wäre die Farbe ausgegangen, sodass es nicht für die ganze Seite gereicht hätte, aber dennoch passt auch dieser gut zu Geschichte. In diese wird man sehr schnell geworfen und mit dem konfrontiert, womit Lilly durchwegs zu kämpfen hat. Der Tod des Bruders hat mich sehr berührt, obwohl man weder die Protagonistin, noch ihn lange gekannt hat und doch geht der Schreibstil und die enge Bindung der beiden Geschwister unter die Haut. Dass Lilly dennoch eine Kämpferin ist, gefällt mir sehr. Mit ihren Eltern hat sie es auch nicht sonderlich leicht, daher gefällt es mir, dass sie aus ihrer Situation ausgebrochen ist und die Reise nach Island gewagt hat. Die erste Begegnung mit Aron war überraschend kühl, jedoch wachsen die beiden über den Verlauf der Geschichte sehr zusammen. Schön fand ich dabei, dass Aron einfach nur nach ihr geschaut hat und sie dadurch zum ersten Mal erfahren durfte, wie es ist, wenn nicht ein Anderer im Fokus steht. Die Entwicklung und die Beziehung zwischen ihnen wurde in einem guten Tempo erzählt und Lillys Zerrissenheit zwischen Glücklich- und Traurigsein dennoch authentisch widergespiegelt. Beeindruckt hat mich auch sehr, wie viele unterschiedliche Charaktere eingefangen wurden, wobei man manche erst im Verlauf des Buches zu schätzen gelernt hat. Die Wendung am Ende kam überraschend, auch wenn es hin und wieder kleinere Andeutungen gab, aber diese doch erst kurz vor der großen Enthüllung zu einem Bild wurden und die Spannung somit erhalten blieb. Tatsächlich hatte ich erwartet, dass Johanna mehr Probleme bereitet, aber die Charaktere handeln durchwegs sehr erwachsen und das schlägt sich eben oftmals in ihren überlegten Taten nieder. Der Cliffhanger am Ende ist absolut gemein, da mit dem Anfang dieses Buches zu erwarten ist, dass es kein klassisches Happy End geben wird, obwohl sie es sich alle redlich verdient hätten. Lediglich das letzte Kapitel aus Arons Perspektive hat mich gestört. Das Buch wird durchlaufend aus Lillys Perspektive erzählt und dann wird man als Leser für wenige Seiten ganz am Ende in eine neue Perspektive gerissen, die zwar weiterhin gut geschrieben ist, aber mir zu willkürlich eingeworfen wurde und inhaltlich auch nichts Neues beiträgt. Dennoch muss einmal betont werden, dass die Geschichte sämtliche Emotionen authentisch einfängt und mit einem traurigen, aber zugleich auch hoffnungsvollen Unterton sehr ergreifend ist.

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Veröffentlicht am 14.04.2024

Wohlfühlcharaktere

The Happiness Blueprint
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The Happiness Blueprint ist ein super angenehmer Roman, wenn man einfach mal abtauchen will und bereit ist, sich auf besondere, aber dennoch absolute Wohlfühlcharaktere einzulassen. Das Buch habe ich dabei ...

The Happiness Blueprint ist ein super angenehmer Roman, wenn man einfach mal abtauchen will und bereit ist, sich auf besondere, aber dennoch absolute Wohlfühlcharaktere einzulassen. Das Buch habe ich dabei schon gerne wegen des Covers in die Hand genommen, wobei ich sehr schön finde, dass hier auf so kleine Details wie Klaras Ohrringe geachtet wurde, die einem doch immer wieder im Buch begegnen. Auf den einfarbigen Farbschnitt hätte ich durchaus verzichten können, da er nichts Besonderes ist. Der Anfang der Geschichte zieht sich ein wenig, bis die beiden Protagonisten aufeinandertreffen, dennoch hat es mich hier nicht gestört, da man die beiden so zunächst einmal getrennt mit ihren individuellen Problemen kennengelernt hat. Beide werden sehr authentisch dargestellt und in ihren Gefühlen intensiv begleitet, wobei der Perspektivenwechsel hier einen wichtigen Teil beiträgt. Klara habe ich von Anfang an sofort liebgewonnen, da sie nicht die perfekte, makellose Protagonistin ist, aber sich deswegen trotzdem nicht einfach alles gefallen lässt. Ihre autistischen Züge fallen von den ersten Seiten an auf, doch man gewöhnt sich schnell an ihr Denken und ihre Art, die Welt in Schriften und Schuhen zu betrachten, was zwischendurch auch mehrmals für amüsante Gespräche geführt hat. Generell liegt dem Roman ein humorvoller Unterton bei, der mich des Öfteren zum Schmunzeln gebracht und die Geschichte aufgelockert hat. Mit Alex selbst musste ich zunächst warm werden, was dabei weniger an ihm und seiner Persönlichkeit lag, sondern dem abgehackten Schreibstil geschuldet war. Nachdem ich mich damit jedoch angefreundet habe, ist er mir auch sofort ans Herz gewachsen, vor allem für seine Art, Klara so anzunehmen, wie sie ist und sich liebevoll um sie zu kümmern. Die Google Suchanfragen am Anfang von Klaras Kapiteln und die Kalendereinträge bei Alex haben immer einen kleinen Ausblick gegeben, aber dennoch konnte ich nicht immer vorhersagen, was nun passieren würde, wodurch sie sehr passend gewählt waren. Klara und Alex haben beide ihr Päckchen zu tragen und das steht ihnen durch einen Haufen Misskommunikation doch deutlich im Wege, aber genau das macht das Buch interessant. Ein wenig mehr Spannung hätte ich mir jedoch gewünscht, insbesondere da durch die von Klara gefeuerten Kollegen, wofür ich sie wirklich sehr bewundert habe, reichlich Potential gewesen wäre. Dass diese der Firma die Aufträge wegschnappen, hätte dafür gesorgt, dass sich das Buch nicht komplett in der Liebesgeschichte verliert, dennoch hat mich das Wiedersehen mit einem gewissen Herrn im Gericht dann doch überrascht. Toll finde ich auch, dass Klaras Schwester Saga anfangs nicht unbedingt eine sympathische Person war, aber mit der Zeit deutlich an Tiefe gewonnen hat und auch klar wurde, dass ihr Leben nicht so perfekt ist, wie Klara es oftmals annimmt. Das hat Saga nahbarer gemacht und sie in die Reihe von Charakteren gefügt, die man doch einfach nur gerne auf den Seiten des Buches antrifft. Schlussendlich bleibt mir also nur zu sagen, dass ich das Buch sehr gerne gelesen habe, insbesondere durch Klara und Alex, die zwei absolute Wohlfühlprotagonisten mit ihren authentischen Fehlerchen und Schwierigkeiten sind, der Schreibstil mir nach einer kurzen Gewöhnungsphase an Alex‘ Perspektive gut gefiel, aber durchaus noch mehr Potential mit einem bereits gegebenen Konflikt möglich gewesen wäre. Wer jedoch gerne einfach mal abtauchen und nach Schweden reisen möchte, ist hier definitiv richtig.

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Veröffentlicht am 15.03.2024

Viele Wiederholungen

Jede*r kann die Welt verändern! - Ich bin Leonardo da Vinci
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An sich hat mir das Buch über Leonardo da Vinci gefallen. Die Bilder sind, abgesehen von der Tatsache, dass Leonardo kein einziges Mal zu wachsen scheint und eher als Zwerg dargestellt wird, detailreich ...

An sich hat mir das Buch über Leonardo da Vinci gefallen. Die Bilder sind, abgesehen von der Tatsache, dass Leonardo kein einziges Mal zu wachsen scheint und eher als Zwerg dargestellt wird, detailreich und ansprechend. Mithilfe des Textes wird man von seiner Geburt bis weit über sein Lebensende informiert, auch wenn mir hier deutlich die Tiefe gefehlt hat. Zwar mag es sich bei der Zielgruppe primär um Grundschüler handeln, doch sind auch diese neugierig und wollen sicherlich mehr über eine solche faszinierende Persönlichkeit erfahren, als mehrmals lesen zu müssen, dass er sich sehr für Vögel faszinierte. Meiner Meinung nach bleibt es zu oberflächlich, doch für einen ersten Eindruck in sein Leben eignet es sich auf jeden Fall. Die Sprechblasen zu den Bildern sind sehr unterhaltsam und passen hervorragend zu der Ich-Perspektive, mit der man noch mehr in da Vincis Leben geschleust wird. Schön finde ich zudem, dass wichtige Fachbegriffe, beispielsweise hinsichtlich seines Stils, erklärt wurden, auch wenn sein Künstlerleben neben all seinen anderen Entdeckungen und Leidenschaften in diesem Buch ein wenig untergeht und das Cover für mich eher wie ein leeres Versprechen erscheint. Verwirrend ist zu Beginn des Buches auch, dass üblicherweise erst die linke Seite und dann die rechte Seite gelesen wird, jedoch eine Doppelseite hier aus dem Rahmen fällt und so zuerst die obere Bilderreihe komplett betrachtet werden sollte, bevor man zu der unteren geht. Trotz allem finde ich, dass das Buch mit dem Fazit, neugierig zu sein und mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, eine wichtige Botschaft für Kinder enthält und einen doch für sie sehr ansprechenden, groben Überblick über sein Leben gegeben hat. Zu erwähnen ist auch noch, dass die Zeitleiste am Ende als kleine Zusammenfassung und Übersicht mit zentralen Daten eine gute Idee ist, obwohl hier Daten und Ereignisse thematisiert werden, die vorher im Buch nicht dargestellt wurde, so etwa seinen Tod.

Veröffentlicht am 04.02.2024

Abwechslungsreich

Meisterdetektiv Sherlock Bones, Band 2 - Die verfluchte Maske
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„Die verfluchte Maske“ ist das erste Werk dieser Reihe, das ich gelesen habe und ich wurde definitiv neugierig auf den Vorgänger und all die weiteren Teile, die noch folgen werden. Das Cover finde ich ...

„Die verfluchte Maske“ ist das erste Werk dieser Reihe, das ich gelesen habe und ich wurde definitiv neugierig auf den Vorgänger und all die weiteren Teile, die noch folgen werden. Das Cover finde ich farblich und bildlich sehr ansprechend gestaltet, wobei bereits zu erahnen ist, wohin die Reise in diesem Buch führt. Das Setting ist sehr schön gewählt, da man sich fühlt, als würde man sich selbst auf einer Reise durch Ägypten befinden. Dem tragen insbesondere die detaillierten und bildlichen Beschreibungen bei. Die Grundlage der Geschichte hat mir demnach schon sehr gefallen. Beeindruckt war ich aber vor allem durch die faszinierenden Charaktere und deren Namen. So musste ich nicht nur über Dr. Jane Catson, sondern unter anderem auch über Tutanchkatzmun schmunzeln. Kinder erkennen die Parallelen möglicherweise nicht sofort, aber wenn man mit ihnen darüber spricht, gefällt auch ihnen der Humor diesbezüglich. Die Charaktere sind super abwechslungsreich, weshalb für ordentlich Spannung gesorgt wird. Da die Geschichte aus der Perspektive der Dr. Jane Catson erzählt wird, kann man auch nicht gleich in den Kopf des Meisterdetektivs blicken, sondern wird zum Miträtseln angeregt, wer denn nun die Maske geklaut hat. Überrascht bin ich daher, warum Dr. Catson nicht im Titel erwähnt wird, da die beiden doch ein unzertrennliches Duo bilden. Die Bilder, welche die Geschichte immer wieder begleiten, greifen Details aus dem Text auf, sodass Kinder diese Illustrationen mit großer Freude betrachten. Hier hat mich jedoch gestört, dass diese schwarz-weiß gehalten sind, insbesondere da ein Rätsel verlangt, dass der Kater mit weißem Jackett gefunden werden soll. Dies erschwert die Aufgabe zusätzlich, doch nach langer Suche kann man fündig werden, sollte aber in den Lösungen nachschauen, ob man nicht doch falsch liegt. Ebendiese sind am Ende des Buches zu finden und sehr verständlich mit Lösungsweg angegeben, sodass eine Selbstkontrolle ermöglicht wird. Die verschiedenen Rätsel sprechen verschiedene Kompetenzen an, unter anderem den mathematischen Bereich, und wirken motivierend. Sie lockern den Text immer wieder auf und regen zum Mitmachen an, was mir persönlich sehr gefallen hat, vor allem, da die Kinder nicht wissen, welche Informationen im nächsten Rätsel gebraucht werden, sodass sie genauer lesen. Einzig und allein ein Teil des Rätsels auf Seite 24 hat mich gestört, da gefragt wird, ob der Löwe Walter aufgeregt oder nervös wirkt. Wenn man jedoch Synonyme für aufgeregt im Internet sucht, wird sofort auch nervös vorgeschlagen, weshalb ich mir hier trennschärfere Wörter gewünscht hätte. Umso besser hat mir dafür die Darstellung der Aussagen aller Mitreisenden gefallen, da diese wie echte Notizen in einem visualisierten Buch präsentiert werden und somit auch hier wieder für Abwechslung gesorgt wird. Beeindruckend ist auch, wie der Fall von Sherlock Bones gelöst wird, jedoch hat mir das Ende weniger gut gefallen. So verkündet eine Illustration von Bones auf der letzten Seite, dass der Fall gelöst ist, dennoch ist das Ende offen, da der Fall doch nicht ganz bewältigt scheint. Offen bleibt auch, ob dies im darauffolgenden Band aufgegriffen wird oder ob die Reise nach Ägypten als erledigt gilt, obwohl nicht alle Probleme geklärt sind. Schade finde ich auch in diesem Kontext, dass Dr. Catson sehr unsicher wirkt und ihre Beobachtungen nicht mit Sherlock Bones teilt. Hier hätte ich mir mehr Mut von ihrer Seite gewünscht, aber so resultiert dies nun in diesem nur halbwegs abgeschlossenen Fall. Im Ganzen gefällt mir das Buch jedoch durchaus gut, da es nicht nur mit abwechslungsreichen Charakteren, sondern auch Rätseln überzeugt und eine schöne Reise in ein anderes Land mit genug Spannung darstellt.

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