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Veröffentlicht am 02.04.2025

Liegt im Wein immer die Wahrheit?

Winzerkrieg
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Ich kann es fast nicht glauben, aber Winzerkrieg ist tatsächlich schon der 7. Fall für Privatschnüffler André Sartorius und sein „Ermittler-Team“ und eigentlich müsste man glauben, dass einen als Leser ...

Ich kann es fast nicht glauben, aber Winzerkrieg ist tatsächlich schon der 7. Fall für Privatschnüffler André Sartorius und sein „Ermittler-Team“ und eigentlich müsste man glauben, dass einen als Leser nach 6 spannenden Fällen nichts mehr überraschen könnte, aber weit gefehlt. Der Autor Uwe Ittensohn hat mich mit diesem Buch echt aus den Socken gehauen, ja ich habe einen spannenden Krimi erwartet, aber mit dieser einzigartig genialen Handlung habe ich nicht im Traum gerechnet. Hier ein großes Dankeschön an Uwe Ittensohn, der es geschafft hat einen so einzigartigen Krimi zu schreiben.

Aber erst mal von vorne, um was geht es eigentlich in diesem Band? Privatschnüffler André hat sich von seiner Mitbewohnerin Irina zum morgendlichen Joggen am Speyerer Rheinufer überreden lassen. Als wäre der morgendliche Frühsport nicht schon schlimm genug, finden die beiden zu ihrem Entsetzen auch noch eine, durch einen Kopfschuss entstellte, Leiche. Doch das anfängliche Entsetzen macht bei André schnell Platz für seine Neugierde für den Fall, denn dieser ist doch sehr mysteriös. Die Tatwaffe fehlt, also Mord, aber kurz danach taucht ein Abschiedpost auf Facebook auf, was doch eher für Selbstmord spricht. Als wäre das nicht schon verwirrend genug, gibt es zusätzlich auch noch 2 Geständnisse, weshalb sein Freund und Kriminalhauptkommissar Frank Achill von einer schnellen Lösung des Falls ausgeht und sich dabei bei der Lösung des Falls immer mehr selbst im Weg steht. André hingegen denkt komplexer und beginnt mal wieder auf eigene Faust im schönen Deidesheim zu ermitteln. Dabei entdeckt er, dass es zwischen dem Opfer und den Tatverdächtigen, nicht nur einfache Streitereien zwischen Winzern gegeben hat, sondern einen regelrechten Krieg und kommt dabei auf eine seiner genialen Ideen.

Der Titel und das Cover geben dem Leser gleich einen Einblick zur Handlung des Buches und es würde mich überraschen, wenn man nicht spätestens nach dem Klappentext Lust hat das Buch zu lesen, denn dieser allein macht schon Lust auf mehr, ohne dabei zu viel zu verraten. Für mich als großer Fan der Reihe, hat sich das Lesen der ersten Seiten wie heimkommen angefühlt, die Figuren und ihre Geschichte waren sofort wieder vertraut, fast so als wäre zwischen diesem Band und dem letzten keine Zeit vergangen. Für alle Neulinge oder Wiedereinsteiger nach längerer Zeit, gibt es eine kurze Personenübersicht am Anfang des Buches. Das Buch wäre damit auch für Neulinge geeignet, ohne dass es zu kompliziert wäre. Dennoch würde ich persönlich empfehlen zunächst die vorhergehenden Bände zu lesen, da doch mal zwischendurch Informationen aus diesen erwähnt werden oder Personen aus der Vergangenheit auftauchen und es einfach mehr Spaß macht, wenn man diese bereits kennt. Zumal jeder einzelne Band spannend und lesenswert ist und ich sie alle nur wärmstens empfehlen kann.

Das Buch ist in 63 Kapitel unterteilt, die alle eine angenehme Länge haben und sehr kurzweilig waren, wodurch es mir noch schwerer gefallen ist, das Buch aus den Händen zu legen, denn immer wieder kam der Gedanke auf „nur noch ein Kapitel“, jedoch ist es nie bei nur einem geblieben. Zur besseren Übersicht hat jedes Kapitel einen kurze „Überschrift“ und Informationen bezüglich Zeit und Ort, wodurch eine zeitliche Einordnung deutlich einfacherer wird. Es gibt dabei zwei Handlungsstränge, den aktuellen in der Gegenwart und einen aus der Vergangenheit, die natürlich mit einander verwoben sind und auch geschickt ineinander übergehen.

Diese Einteilung hat den Lesefluss zusätzlich verbessert und die Seiten sind nur so dahingeflogen. Auch der spannende und packende Schreibstil des Autors haben dazu einen großen Beitrag geleistet. Uwe Ittensohn schafft es jedes Mal mich von Seite 1 in seinen Bann zu ziehen, wobei alles so real wirkt. Jedes Mal, wenn ich in Speyer bin, denke ich, dass mir gleich André über den Weg laufen würde. Die Schauplätze sind ebenfalls schön gewählt, denn Speyer und Deidesheim sind zwei besonders schöne Pfälzer Orte. Für mich als Pfälzerin ist es natürlich besonders schön einen guten Krimi, der in meiner Heimat spielt zu lesen, aber auch für alle Nicht-Pfälzer lohnt es sich ebenfalls, denn der Autor beschreibt die Örtlichkeiten so detailliert und gibt dabei auch gute Tipps, was man sich anschauen könnte oder wo man Essen gehen könnte. Viele dieser Örtlichkeiten kannte ich selbst noch nicht und durfte ich durch die Bücher kennen und lieben lernen. Ein besonderes Highlight ist hier auch immer wieder der Pfälzer Dialekt, der hier auch nicht zu kurz kommt und höchst amüsant ist, sodass ich an der ein oder anderen Stelle laut loslachen musste.

Das Buch birgt so viel Besonderheiten in sich, aber ganz zentral sind natürlich auch die Protagonisten. Diese wurden von dem Autor mit so viel Liebe zum Detail gestaltet, dass sie für mich real erscheinen und ich mir jedes Mal wieder ins Gedächtnis rufen muss, dass sie nicht wirklich existieren und ich sie nicht in Speyer oder im Umland sehen werde. André ist schon eine Nummer für sich, aber im Duo mit Irina muss man als Leser doch öfter schmunzeln oder gar laut loslachen. Natürlich dürfen auch Frank Achill und Verena Bertling nicht fehlen, die ohne Andrés Unterstützung in diesem Fall aufgeschmissen wären, auch wenn Achill das nicht einsehen möchte und dabei sogar seine Freundschaft mit André aufs Spiel setzt, was auch bei seiner Kollegin Verena nur Kopfschütteln auslöst.

Zur Handlung will ich gar nicht so viel verraten, außer dass der Ausgang legendär ist und den ich so nie erwartet hätte. Das Miträtseln und -fiebern hat mir viele schöne und spannende, aber auch humorvolle Lesestunden beschwert und besonders schön war, dass ich während dem Lesen so tief in der Handlung versunken war und dabei meinen stressigen Alltag ganz vergessen konnte.

Klare Leseempfehlung für alle Krimifans und solche die es noch werden wollen (so viel verrate ich, nach diesem Buch seid ihr es bestimmt).

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.01.2025

Eine Reise auf die Blumeninsel Madeira, auf der nicht nur Blumen blühen sondern auch Geheimnisse und Intrigen

Der Ruf des schwimmenden Gartens
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Ich bin ein großer Fan der Autorin Tara Haigh und freue mich jedes Jahr auf Neue, wenn ein neuer Roman von ihr erscheint, die ausnahmslos zu meinen Jahreshighlights zählen, so wie auch dieser hier. Die ...

Ich bin ein großer Fan der Autorin Tara Haigh und freue mich jedes Jahr auf Neue, wenn ein neuer Roman von ihr erscheint, die ausnahmslos zu meinen Jahreshighlights zählen, so wie auch dieser hier. Die Autorin schafft es immer wieder einen neuen, unentdeckten Teil deutscher Geschichte aus ihrer Fundgrube hervorzuholen und verarbeitet diesen in einem spannenden, genreübergreifenden Roman, den ich als Leser nur genießen kann.

Diesmal führt uns die Autorin auf die Blumeninsel Madeira, wo die junge Ärztin Sofie 1914 beim Aufbau einer deutschen Klinik helfen möchte. Voller Tatendrang erreicht sie die blühende Insel, muss aber bald feststellen, dass nicht alles so rosig ist, wie ihr von Richard Hauenstein, der eine Gruppe von deutschen Investoren vertritt, versprochen wurde. Anstelle eines Krankenhaus warten Intrigen und Geheminisse auf sie, doch Sofie spielt nicht, wie von Richard geplant, die Schwachfigur in diesem Spiel aus Lügen und Macht, sondern kämpft für Gerechtigkeit. Unerwartet geht ihr ein Weisenjunge zur Hand, sodass sie sich aus diesem Netz voller Unwahrheiten und Gier befreien kann, wobei sie auch von Ludwig, Richards Bruder, unterstützt wird, der schnell ihr Herz schneller schlagen lässt. Aber kann diese Liebe erblühen unter solchen Umständen?

Ich bin doch immer wieder fasziniert, wo die Deutschen im Laufe der Geschichte ihre Hände im Spiel hatten, wo man es gar nicht erwartet hätte. Normalerweise bin ich kein großer Geschichtsfan, aber Tara Haight schafft es mit ihren Romanen, dann doch meine Neugierde zu wecken. Aus diesem Grund bin ich ein großer Fan von ihrer Gabe, einen wahren historischen Kern, in eine aufregende Geschichte voller Höhen und Tiefen einzuarbeiten. Während das wunderschön gestaltete Cover auf den ersten Blick eine Liebesgeschichte vermuten lässt, zeigt schon der Klappentext, dass die Handlung mehr Tiefgang hat und facettenreicher ist. Spätestens dann ging mir das Buch nicht mehr aus dem Kopf und ich habe mich gefreut, als ich es dann endlich in den Händen halten durfte. Von Beginn an war ich an das Buch gefesselt und konnte es nur schwer aus der Hand legen, woran der unglaublich spannende aber auch malerische Schreibstil von Tara Haight Schuld war. Die Landschaftsbeschreibungen von Madeira waren so detalliert, dass ich am liebsten zum Flughafen fahren würde und in den nächsten Flieger auf die Insel steigen möchte (und versprochen, es liegt nich am kalten Wetter hier in Deutschland) und natürlich möchte ich auch Ausflüge wie Sofie mit Ludwig unternehmen.

Neben der malerischen Landschaft, hat natürlich auch die Handlung Lust aufs Weiterlesen gemacht. Es handelt sich bei diesem Buch um eine Mischung aus historischem Roman, Krimi und einer Liebesgeschichte, eine unglaublich aufregende Kombination, die mich in ihren bann gezogen hat. Ich kenne keinen Autor oder Autorin, die es schafft solche diversen Genres zu verknüpfen, sodass am Ende alles glaubwürdig und stimmig rüberkommt, doch Tara hat es mal wieder geschafft. Die ganze Handlung samt sämtlicher Figuren erschien mir so unglaublich real, als hätte es die Persönlichkeiten wirklich gegeben, beim Lesen ist mir die Handlung dabei fast wie ein Film vor meinem inneren Auge vorgekommen. Ich denke, die Tatsache, dass die Autorin ihre Figuren so voller Leben gestaltet hat, hat dazu beigetragen, dass mir die Handlung so täuschend echt erschienen sind. Nicht nur Sofie als Protagonistin wurde von der Autorin liebevoll gestaltet, sondern auch in der kleinsten Nebenfigur spürt man als Leser die Liebe zum Detail und die Gedanken, die sie sich gemacht hat. Die einzelnen Charaktere haben es geschafft, die unterschiedlichsten Gefühle in mir hervorzurufen, sodass ich eine Achterbahnfahrt der Gefühle beim lesen mitgemacht habe. Viele Figuren habe ich in mein Herz geschlossen, andere gehasst, aber das man als Leser so tief für fiktive Charaktere empfinden kann, bedarf meiner Meinung nach schon großes Talent der Autorin. Oft haben mich die Protagonisten mit ihrer Handlung überrascht, sodass es nie langweilig wurde und die Handlung in keinster Weise vorhersehbar war, was für mich ein sehr wichtiger Aspekt is.

Was habe ich mit den einzelnen Personen und insbesondere mit Sofie mitgefühlt und Eotionen erlebt. Am Ende war ich dann doch sehr traurig, dass der Roman mal wieder ausgelesen war, aber ein anderes Ende hätte auch nicht gepasst und irgendwann muss auch mal Schluss sein, egal wie schwer es einem als Leser fällt sich von seinen liebgewonnen Figuren zu verabschieden. Aber es bleibt die große Vorfreude auf den nächsten Roman und ich bin heute schon gespannt, mit welchem Teil mysteriöser, vergessener Geschichte uns Leser als nächstes überrascht.

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Veröffentlicht am 07.06.2024

Ein mörderisches Verbrechen zwischen den Reben der Pfalz

Letzte Lese
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Lange erwartet und jetzt endlich erschienen, der neue Roman von Uwe Ittensohn. Bei „Letzte Lese“ handelt sich um den 6. Kriminalroman rund um Hobbyermittler Andre Sartorius, seiner Mitbewohner Irina und ...

Lange erwartet und jetzt endlich erschienen, der neue Roman von Uwe Ittensohn. Bei „Letzte Lese“ handelt sich um den 6. Kriminalroman rund um Hobbyermittler Andre Sartorius, seiner Mitbewohner Irina und dem befreundeten Polizei Team Frank Achill & Verena Bertling. Auch wenn es sich um eine Reihe handelt, können die Bände auch unabhängig voneinander gelesen werden, ich selbst habe auch erst mit „Festbierleichen“ angefangen und erst danach die vorherigen Bände gelesen. Dennoch kann ich jedem ans Herz legen die komplette Reihe zu lesen, nicht nur weil die vorherigen Fälle leicht angeschnitten werden (es gibt aber keine Spoiler) sondern weil jedes Buch der Reihe lesenswert und empfehlenswert ist. Dementsprechend hoch war die Erwartung auch an „Letzte Lese“ und ich wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil: Wenn ich aus der Reihe Favoriten wählen müsste (was sehr schwer ist) gehört dieser zur Top Drei (die ich aber nicht noch weiter platzieren kann).

Doch um was geht es diesmal? Die Bewohner des pfälzischen Örtchens Nußdorf genießen normalerweise ihren Wein und ihre Ruhe, doch zwei schreckliche Ereignisse innerhalb von zwei Wochen werfen tiefe Schatten über das sonst so idyllische Dorf. Nicht nur dass ein Winzer vom eigenen Traubenvollernter überfahren wird, nein es stirbt auch noch ein Polizist beim überqueren einer Straße. Die Polizei geht von tragischen Unfällen aus, doch Kriminalhauptkommissar Achill hat da seine Zweifel. Bei seinen Ermittlungen wird er vom neuen Oberstaatsanwalt begleitet, der so gar nicht mit den Pfälzer Winzern klar kommt und Achill an der kurzen Leine hält. Da kommt doch sein Freund und Privatschnüffler und dessen Mitbewohnerin Irina wie gerufen und diese finden schnell Hinweise, die daran zweifeln lassen ob es wirklich Unfälle waren.

Der Klappentext hat mich wieder sofort neugierig gemacht und mir war sofort klar, dass es sich bei dem Buch wieder um ein Meisterwerk von Uwe Ittensohn halten muss. Der Schreibstil hat mich wie immer gefesselt und es fiel mir schwer das Buch aus der Hand zu legen. Die Spannung war allgegenwärtig und erreicht ein fulminantes Ende, mit dem ich mal wieder nicht gerechnet hätte und bei dem ich mich Frage wie einem sowas Geniales einfallen kann. Insbesondere im Finale konnte ich nicht aufhören zu lesen und hatte daher eine sehr kurze Nacht, aber das war es wert. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich der Schreibstil flüssig lesen lässt, ohne dabei an Qualität bezüglich der Sprache einzubüßen. Zudem haben die Kapitel eine angenehme Länge, jedoch kam mir als Leser oft der Gedanke „Nur noch ein Kapitel, sie sind ja nicht so lang“, dass es nicht bei einem geblieben ist, verstehen wohl viele Leser, sodass man hier in Versuchung gelangt viel länger zu lesen als geplant. Was mir bei den Büchern des Autors besonders gefällt, dass es unter den Kapitelüberschriften immer eine Orts- und Zeitangabe gibt, was es einem extrem erleichtert der Handlung zu folgen, die in mehrere Handlungsstränge eingeteilt ist. Normalerweise bin ich kein Freund von mehreren Handlungssträngen gerade bei Kriminalromanen, da diese schnell verwirrend und unübersichtlich werden. Hier ist das anders, die Handlungsstränge sind zunächst klar voneinander getrennt und finden zum Glück auch am Ende stimmig zusammen, aber in der Zeit davor bewegen sie den Leser zum Nachdenken. Ich hab emich während des Lesens immer wieder gefragt, wie der Handlungsstrang in die Geschichte passen könnte und dieses miträtseln hat die Spannung weiter erhöht und trotz dessen, dass ich als Leser einen größeren Gesamtüberblick hatte als unser Ermittlerteam, war ich an der Aufklärung des Falls auch nicht näher dran. Neben all der Spannung gibt es aber auch eine ordentliche Prise Humor an angebrachten Stellen und ich musste nicht nur einmal beim Lesen schmunzeln.

Natürlich wäre ohne die vom Autor mit Liebe und Detailgetreue gestalteten Charaktere die Handlung ziemlich lieblos, sodass ich froh bin, dass es unser Ermittlerteam gibt. Für alle die nicht mit der Reihe vertraut sind oder sich während des Lesens unsicher sind bezüglich der Personen gibt es eine kleine Figurenübersicht zu Beginn des Buches, die ich persönlich aber nicht benötigt habe, dennoch ist sie in meinen Augen ein weiterer Vorteil der Reihe. Die Protagonisten erscheinen mir immer sehr authentisch, sodass ich mich nicht wundern würde ihnen in Speyer plötzlich gegenüber zu stehen. Egal ob Andre, Frank, Andre oder Irina ich habe sie alle in mein Herz geschlossen mit samt ihren kleinen Eigenarten, die sie erst so echt erscheinen lassen. Daher habe ich auch mit ihnen gefühlt während der Handlung und gerade um Irina habe ich in diesem Buch besonders gebangt.

Auch gefallen hat mir, dass der Autor nahe an aktuellen Geschehen ist und für mich war es sehr interessant gerade Irinas Sicht zu lesen, die es als gebürtige Russin in den aktuellen Kriegszeiten nicht leicht hat. Ihre Gedanken und Gefühle diesbezüglich zu verfolgen hat mich zum intensiven Nachdenken angeregt und man erhält als Leser auch einen anderen Blick auf diesen Krieg, da eben nicht nur die Leute vor Ort betroffen sind von der ganzen Situation.

Ich kann nur jedem Krimi-Fan und Pfälzer ans Herz lesen den Roman zu lesen. Ich selbst lebe in der Pfalz und auch meine Familie stammt aus dieser und Uwe Ittensohn schafft es immer wieder mit für mich neuen, interessanten Fakten über meine eigene Heimat um die Ecke zu kommen, was ich sehr interessant finde.

Jetzt heißt es nur noch auf den nächsten Band warten!

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Veröffentlicht am 04.06.2024

Ein Krimi der die Sehnsucht weckt....

Mord am Lago Maggiore
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….aber natürlich nicht aufs Morden oder andere Verbrechen sondern nach einem Urlaub am Lago Maggiore, insbesondere in dem idyllischen Örtchen Ascona.

Doch ganz so idyllisch ist es dann doch nicht, denn ...

….aber natürlich nicht aufs Morden oder andere Verbrechen sondern nach einem Urlaub am Lago Maggiore, insbesondere in dem idyllischen Örtchen Ascona.

Doch ganz so idyllisch ist es dann doch nicht, denn die traumhafte Stimmung in diesem kleinen Paradies, an das sich Tabea und ihr Mann Ludwig nach ihrem Umzug aus Zürich langsam gewöhnen, wird abrupt durch ein Verbrechen gestört. Das Opfer: Herbert Kummer, Tabeas unliebsamer Schwiegervater, der nicht nur ihr furchtbar auf die Nerven gegangen ist, sodass sie sich nie 100%ig im neuen Zuhause wohlfühlen konnte, sondern auch den wenigen weiteren Menschen in seinem Umfeld. Wäre da nicht der Mord, könnte der Haussegen in der Villa wieder gerade hängen, aber so lange der Täter nicht gefasst ist, wird das wohl nicht so schnell passieren. Also stürzt sich Tabea in die Ermittlungen und deckt dabei so manches Geheimnis über ihren Schweigervater auf. Der ermittelnden Kommissarin gefällt das natürlich gar nicht aber auch der Mörder wird auf Tabeas eigenmächtige Ermittlungen aufmerksam und fühlt sich bedroht.

Ich, die schon lange Mal an den Lago Maggiore wollte, wurde natürlich gleich aufgrund des Titels und des wunderschönen, aber zugleich schlichten, Covers direkt auf das Buch aufmerksam. Jedes Mal, wenn ich das Cover sehe, würde ich am liebsten sofort ins Auto steigen und losfahren. Natürlich sollte man ein Buch nicht nur nach dem Äußeren beurteilen, sondern auch nach dessen Inhalt. Auf diesen wird man durch den Klappentext sehr neugierig, ohne dass dieser allzu viel verrät, sodass man beim Miträtseln seiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Es handelt sich bei diesem Krimi, um einen der sanfteren Natur, also wer auf Blut und Gemetzel steht ist hier falsch. Lesern, denen wie ich nicht nur die Tat und die Aufklärung an sich wichtig sind, sondern denen auch das Setting am Herzen liegt, sind hier allerdings genau richtig. Bei mir muss das Ganze, drumherum stimmen, sodass das Hauptaugenmerk nicht nur auf der Tat liegt, sondern auch auf den Menschen und der Landschaft. Und die Autorin Alexandra Holenstein, die mir bis dahin leider unbekannt war, hat ein Talent für herrliche Landschaftsbeschreibungen und authentische Charaktere, die zwar die unterschiedlichsten Emotionen hervorrufen, aber eins haben sie gemeinsam, sie wirken so echt, dass ich sie mir bildlich vorstellen konnte und ich mich nicht wundern würde, wenn ich ihnen am Lago Maggiore begegnen würden.

Als Leser erleben wir abwechselnd die Handlung aus der Sichtweise von Tabea und ihrem Mann Ludwig, was sehr praktisch ist, da beide zueinander nicht immer voll und ganz offen sind. Dadurch erhält man als Leser einen umfangreichen Einblick in die beiden Persönlichkeiten und deren Tätigkeiten. An der Aufklärung des Mordes ist man jedoch auch nicht näher, da bleibt es bis zum Ende spannend. Auch wenn viele Täter in Frage kommen, gibt die Autorin keinen verfrühten Hinweis, was es für mich noch spannender gemacht hat und einen guten Kriminalroman ausmacht. Bis zum Schluss war ich ahnungslos, jedoch hat am Ende alles Sinn gemacht.

Die Handlung erschien mir sehr kurzweilig, sodass das Buch leider viel zu schnell beendet war. Dennoch konnte ich viele spannende Stunden mit ihm verbringen, in denen ich im Verlauf der Handlung auch das ein oder andere Mal schmunzeln musste, denn neben den erfrischenden Beschreibungen der Umgebung und natürlich der Aufklärung des Mordes hat die Autorin noch eine ordentliche Brise Humor in den Handlungsstrang miteingewebt. Dieser ist immer genau richtig platziert, sodass mir das Lesen sehr viel Vergnügen bereitet hat. Auch der Schreibstil hat für mich dazu beigetragen, denn er liest sich locker leicht, ohne zu dick aufzutragen, sodass die Seiten im wahrsten Sinne des Wortes nur so dahinflogen.

Eine klare Leseempfehlung meinerseits und ich hoffe bald mehr von der Autorin lesen zu können!

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Veröffentlicht am 15.04.2024

Hack in ein neues Leben

Lakestone Campus of Seattle, Band 1 - What We Fear
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Lakestone Campus „What we fear“ ist der erste Band der neuen Trilogie der Autorin Alexandra Flint und wenn die Folgebände nur halb so gut sind wie dieser, kann ich diese jetzt schon kaum erwarten.

Harlow ...

Lakestone Campus „What we fear“ ist der erste Band der neuen Trilogie der Autorin Alexandra Flint und wenn die Folgebände nur halb so gut sind wie dieser, kann ich diese jetzt schon kaum erwarten.

Harlow sieht sich selbst schon im Gefängnis sitzen, nachdem sie ein Bankkonto gehackt hat, um ihrem Bruder eine lebensrettende OP zu ermöglichen. Da taucht plötzlich Harvey Abbot auf, Leiter des Lakestone Campus, einer berühmten Elite Uni in Seattle und bietet ihr die „Du kommst aus dem Gefängnis frei“-Karte an: Sie darf nicht nur an der Uni studieren, sondern bekommt aufgrund ihres herausragenden Talents im Programmieren sogar ein Stipendium. Einzige Bedingung: Neben Sozialstunden am Campus, muss sie sich vom Hacken und allen illegalen Aktivitäten fernhalten. Erleichtert nimmt sie das Angebot an, will einen Neustart wagen, weshalb sie ihre Vergangenheit geheim halten will und das auch am liebsten vor Zack, den sie am Campus kennenlernt. Zack hat ein fotografisches Gedächtnis und ein Talent für das geschriebene Wort, kann jedoch aufgrund eines Gendefektes nicht sprechen. Für Harlow ist das jedoch kein Hindernis und die beiden verstehen sich schnell auch ohne Worte, einziges Problem: Zack ist Ehrlichkeit sehr wichtig und Harlow will nicht über ihr altes Leben reden, gerade weil dieses nicht so „alt“ ist wie sie gerne hätte, denn ihr ehemaliges Hackernetzwerk lässt sie nicht so einfach gehen.

Ich muss zugeben, dass das wunderschön gestaltete Cover meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die Farben harmonieren meiner Meinung nah perfekt miteinander und lassen das Cover sehr elegant erscheinen, eben ein echter Hingucker im Bücherregal. Mir persönlich ist ein Farbschnitt nicht so wichtig, ist er da freue ich mich, aber ich brauche ihn nicht unbedingt. Der Farbschnitt dieses Buches passt perfekt zum Cover und ist ebenso schön gestaltet. Die Farbschnitte aller drei Bände, sollen die Skyline von Seattle zeigen, was natürlich sehr gut zum Buch passt.

Das war für mich das erste Buch der Autorin Alexandra Flint und definitiv nicht das letzte, denn neben den Folgebänden dieser Reihe will ich unbedingt weiterer Bücher von ihr lesen, denn mit ihrem Schreibstil hat sie mich absolut überzeugt. Kaum eine Seite gelesen, konnte ich nicht mehr aufhören. Die Autorin beschreibt die Szenen so lebhaft und detailliert, dass ich sie mir vor meinem inneren Auge vorstellen konnte. Auch war die Mischung aus Emotionen und Spannung herausragend, sodass ich die ein oder andere schlaflose Nacht hatte, da ich so tief in die Geschichte abgetaucht war, dass ich die Realität und die Uhrzeit vollkommen ausgeblendet hab und manche Szenen waren einfach zu aufregend um das Buch aus der Hand zu legen.

Im Buch wechseln sich die Sichtweisen von Harlow und Zack alle paar Kapitel ab. Dabei finde ich die Wechsel sorgsam gewählt, da es mir sehr ausgewogen erschien, sodass ich in beide Charaktere einen guten Einblick erhalten konnten. Die beiden Hauptcharaktere sind von der Autorin liebevoll gestaltet worden und erschienen mir sehr sympathisch. Harlow ist sehr mutig und hat ihr Herz am rechten Fleck, was der Klappentext schon erahnen hat lassen. Dennoch macht sie Fehler, was sie sehr nahbar macht und sie real erscheinen lässt. Ich habe sie gleich in mein Herz geschlossen und es hat mir Spaß gemacht ihre Entwicklung über die Kapitel zu verfolgen. Auch Zack ist mit Liebe von Alexandra Flint gestaltet worden und erscheint authentisch. Er hat etwas länger als Harlow gebraucht um in mein Leserherz zu kommen, aber dennoch hat auch er es geschafft, auch wenn er manchmal seine Macken hat, aber dadurch konnte ich mich als Mensch besser in ihn hineinversetzen. Auch die Nebencharaktere sind mit Liebe zum Detail kreiert worden und lösen die unterschiedlichsten Gefühle in mir aus und so sollte es meiner Meinung nach auch sein.

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der auf Love Stories mit dem gewissen Etwas steht, abseits von den typischen Mainstream Romanen. Die Geschichte von Harlow und Zack ist mal etwas Neues und lässt mich nicht mehr los. Auch hat es mir sehr viele schöne Lesestunden beschert und ich freue mich auf die nächsten zwei Bände.

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