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Monsieur

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.06.2024

Gefühlswelt einer jungen Frau

Was das Meer verspricht
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"Was das Meer verspricht" von Alexandra Blöchl kann in vielerlei Hinsicht überzeugen, zum einen, weil die Autorin einen flotten und geschliffenen Erzählstil beherrscht. Die Szenen reihen sich schnell und ...

"Was das Meer verspricht" von Alexandra Blöchl kann in vielerlei Hinsicht überzeugen, zum einen, weil die Autorin einen flotten und geschliffenen Erzählstil beherrscht. Die Szenen reihen sich schnell und bildhaft aneinander, sodass der Leser zügig durch die Handlung getragen wird. Weiterhin gelingt es Blöchl, die inneren Zustände ihrer Protagonisten Vida glaubhaft zu beschreiben, die anfangs in ihrem monotonen Leben gefangen ist, mit Maries Auftauchen plötzlich von ungewohnter Euphorie gepackt wird, und letztlich von ihrer Eifersucht förmlich aufgefressen wird. In jeder der drei Phasen fühlt sich der Leser als ein Teil von Vida, man teilt ihr Glück und ihr Leid; als Leser kann man förmlich miterleben, wie Vida nach und nach aus dem Schlaf erwacht, den sie für ihr Leben gehalten hat. Durch Marie erkennt sie, dass sie bisher stets im Schatten ihres Bruders stand, ihre Träume und Wünsche nicht aus ihrem Inneren kamen, sondern ihr von außen diktiert wurden. Schade nur, dass die Geschichte nicht ohne einen großen "Knall" auskommt, was aus dramaturgischer Hinsicht zwar nachvollziehbar ist, der ansonsten lebensnah erzählten Geschichte jedoch einen unschönen Beigeschmack narrativer Konstruktion verleiht. Ansonsten wird das Inselleben überzeugend beschrieben; die Darstellungen der einzelnen Charaktere wie Marie, der geheimnisvollen Neuen, oder Zander, Vidas besitzergreifendem Bruder, sind durchweg gelungen.
Insgesamt bietet der Roman ein kurzweiliges Lesevergnügen. Als Leser taucht man tief ein in die Gefühlswelt einer jungen Frau, die eine innere Verwandlung durchmacht.

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Veröffentlicht am 02.06.2024

Aus der Asche

Wo die Asche blüht
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Der Vietnamkrieg ist ein seltenes Subjekt der Literatur, da er von amerikanischen Autoren weitestgehend totgeschwiegen wird, während vietnamesische Schriftsteller hierzulande nur selten herausgegeben werden. ...

Der Vietnamkrieg ist ein seltenes Subjekt der Literatur, da er von amerikanischen Autoren weitestgehend totgeschwiegen wird, während vietnamesische Schriftsteller hierzulande nur selten herausgegeben werden. Aber dank Nguyễn Phan Quế Mai und dem Insel Verlag gibt es nun einen beachtenswerten Roman zu diesem Thema, in dem die Autorin sowohl das Schicksal der Opfer, als auch der Täter aufzeigt. Dazu bedient sie sich mehrerer Erzählperspektiven. Zum einen begleitet der Leser den jungen Mann Phong, der Jahrzehnte nach dem Vietnamkrieg nach Amerika auszuwandern hofft, bei den Behörden jedoch vorerst abgewiesen wird, weil es ihn an Beweisen mangelt, dass er der Sohn eines amerikanischen Soldaten ist. Daraufhin begibt er sich auf die Suche nach seinem unbekannten Vater, der während des Krieges in Vietnam stationiert war. Quasi als Gegenstrang zu Phongs Geschichte kehrt Dan, ein ehemaliger Flieger von Kriegshelikoptern, nach Ho-Chi-Minh zurück, um Quỳnh ausfindig zu machen, mit der er während seines Kriegsaufenthalts eine Liebesbeziehung hatte, woraus eine gemeinsame Tochter hervorging. Jedoch hat er beide zurückgelassen. Die Geschichte von Quỳnh und ihrer Schwester Trang im Jahre 1969 ist ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil des Romans.
Es ist nicht schwierig zu identifizieren, was Nguyễn Phan Quế Mai mit ihrem Buch ausdrücken will, ihr Hauptaugenmerk liegt auf der Schilderung von kleinen Einzelschicksalen, die dieser verheerende Krieg mit sich brachte. Die Auswirkungen sind für die Menschen auch noch in der Gegenwart spürbar. Besonders authentisch gelingt der Autorin dabei die Beschreibung des Lebens von Quỳnh und Tang, die für das Überleben ihrer Familie so einiges auf sich nehmen. Ebenfalls gut geraten ist die Figur des Dan, ein Kriegsveteran mit Gefühlen der Reue. Ihm dämmert die Sinnlosigkeit der amerikanischen Intervention in einen Krieg, den das Land Vietnam lieber selbst gelöst hätte. Dan sollte jedoch als ein Individuum angesehen werden und steht keineswegs als Sinnbild für die Gesamtheit der Vietnamveteranen. Wie eingangs bereits erwähnt, wird sich in den USA nur wenig mit diesem Krieg auseinandergesetzt, von Bedauern ist nicht nur im Kulturbereich wenig zu vernehmen. Mitunter wird der Vietnamkrieg sogar als Podium für eine amerikanische Heldengeschichte missbraucht – ein prominentes Beispiel ist hierfür "Forrest Gump". Als Vietnamesin begeht Nguyễn Phan Quế diesen Fehler nicht, in ihrem Text setzt sie sich gleichermaßen mit der Sichtweise der Täter und Opfer auseinander. Sie verweilt jedoch weitestgehend auf einer Mikroebene, das große Ganze der damaligen Kriegspolitik ist kein wesentlicher Teil des Romans.
Wie ein vielstimmiger Chor gibt "Wo die Asche blüht" den vergessenen Kindern des Vietnamkriegs eine Stimme, und ist nebenbei äußerst unterhaltsam zu lesen.

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Veröffentlicht am 21.09.2025

Kampf mit Wachs und Blumen

Wachs
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Christine Wunnicke greift in ihrem neuen Roman „Wachs“ auf eine wahre historische Grundlage zurück und erzählt die bemerkenswerte Geschichte zweier Frauen, die im Frankreich des 18. Jahrhunderts gegen ...

Christine Wunnicke greift in ihrem neuen Roman „Wachs“ auf eine wahre historische Grundlage zurück und erzählt die bemerkenswerte Geschichte zweier Frauen, die im Frankreich des 18. Jahrhunderts gegen gesellschaftliche Konventionen und Widerstände ihren eigenen Weg gehen. Im Zentrum stehen Marie Biheron und Madeleine Basseporte – zwei Persönlichkeiten, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch durch ihre Leidenschaft, ihren Eigensinn und schließlich auch durch eine Liebesbeziehung miteinander verbunden sind.
Der Roman eröffnet mit einer eindrucksvollen Szene: Die noch kindliche Marie, die ihre wahre Identität zunächst verschleiert, bittet Soldaten um eine Leiche. Ihr Wunsch: die Anatomie zu studieren, anstatt sich in das ihr zugedachte Rollenbild als Mädchen und spätere Ehefrau einzufügen. Weder der Offizier noch ihre Mutter können ihre Leidenschaft verstehen, doch Marie hält unbeirrt an ihrem Ziel fest. Über die Jahre perfektioniert sie ihr ungewöhnliches Talent – das Modellieren menschlicher Anatomie in Wachs. Diese Arbeit verschafft ihr nicht nur Anerkennung, sondern wird zu ihrer Lebensaufgabe.
Madeleine Basseporte hingegen bewegt sich in einer anderen Welt, wenn auch ähnlich unerschrocken. Ihre Hingabe gilt der Botanik. Gegen alle Erwartungen und gesellschaftlichen Schranken macht sie das Zeichnen und Erforschen von Pflanzen zu ihrem Beruf. Ihre Studien sind nicht nur Ausdruck künstlerischer Neigung, sondern auch stiller Widerstand in einer Gesellschaft, die Frauen festgeschriebene Rollen zuweist. Die Begegnung zwischen ihr und Marie markiert den Beginn einer besonderen Verbindung, die in Zuneigung und Liebe mündet. Während die Französische Revolution tobt und Köpfe buchstäblich rollen, verfolgen die beiden unbeirrt ihre persönlichen und beruflichen Ziele – scheinbar in einer eigenen, von den äußeren Ereignissen abgeschlossenen Sphäre.
Wunnicke entwirft damit keinen klassischen Revolutionsroman mit großen politischen Figuren oder dramatischen Schicksalswendungen. Vielmehr zeigt sie eine leise, beinahe schwebende Erzählung über zwei Frauen, die sich durch ihre individuelle Beharrlichkeit und ihre Leidenschaft selbst behaupten. Gerade in dieser Zurückhaltung liegt die Besonderheit: Der Fokus bleibt stets auf den kleinen, persönlichen Kämpfen, die am Ende nicht weniger bedeutend erscheinen als die großen historischen Umwälzungen.
Sprachlich setzt die Autorin auf eine leichte, gut zugängliche Erzählweise. Stilistisch wie inhaltlich bleibt das Werk bewusst schlicht, fast bescheiden. Der Roman lebt in erster Linie von den beiden außergewöhnlichen Protagonistinnen und dem historischen Hintergrund. Als literarische Konstruktion wirkt „Wachs“ zwar stimmig, erreicht jedoch kaum mehr als ein solides, kurzweiliges Niveau. Tiefere sprachliche Raffinesse oder größere erzählerische Komplexität darf man nicht erwarten.
Dennoch überzeugt das Buch als angenehme Lektüre für zwischendurch. Trotz des ernsten historischen Kontexts gelingt es Wunnicke, mit Leichtigkeit zu erzählen und den Lesern hier und da sogar ein Schmunzeln zu entlocken. „Wachs“ ist damit weniger ein gewichtiger Revolutionsroman als vielmehr ein Plädoyer für Selbstbestimmung – und für die Kraft kleiner, persönlicher Träume.

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Viel Lärm um Nichts

Dr. No
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Wie schon in seinem Roman „James“, der an Mark Twains Klassiker „Tom Sawyer und Huckleberry Finn“ angelehnt war, greift Percival Everett auch in „Dr No“ auf ein berühmtes literarisches Vorbild zurück: ...

Wie schon in seinem Roman „James“, der an Mark Twains Klassiker „Tom Sawyer und Huckleberry Finn“ angelehnt war, greift Percival Everett auch in „Dr No“ auf ein berühmtes literarisches Vorbild zurück: Ian Flemings James Bond. Doch anstatt einfache Unterhaltung zu liefern, wie es das Genre nahelegt, verfolgt Everett einen deutlich literarischeren Anspruch.
Im Zentrum steht Wala Kitu, ein angesehener Mathematikprofessor, der sich in einem ruhigen, unspektakulären Leben eingerichtet hat. Dieses gerät aus den Fugen, als der exzentrische Milliardär John Sill ihn als Berater anwirbt – für nichts weniger als das „Nichts“, auf dem Kitu als Fachmann gilt. Sill hegt den bizarren Wunsch, sich selbst zu einem klassischen Bond-Bösewicht zu formen. Kitu lässt sich auf das Angebot ein und begibt sich damit auf eine abenteuerliche Reise, die ihn in bester Agentenmanier von Privatjets über U-Boote bis hin zu geheimnisvollen Inseln führt.
Everetts literarisches Spiel mit bekannten Vorlagen weckt zunächst Skepsis: Schließlich gelten die Bond-Romane eher als Unterhaltungslektüre und weniger als literarisch hochwertig. Doch Everett, vielfach preisgekrönt und mit weit höheren Ambitionen ausgestattet, versucht genau diesen Sprung. Überraschenderweise setzt er dabei nicht auf Schwere, sondern auf Humor – mal mit Wortwitz, mal komödiantisch, manchmal sogar slapstickhaft. Wie schon in „James“ ist seine Ironie oft kaum mehr als eine feine Schicht, die jedoch im Laufe der Lektüre immer deutlicher hervortritt.
Anfangs funktioniert das sehr gut: Die Dialoge zwischen Sill und Kitu, die absurden Reflexionen über das „Nichts“ sowie die schrägen Nebenfiguren – vom Autohändler bis zum dreibeinigen Hund – sind originell und unterhaltsam. Doch sobald die Handlung Fahrt aufnimmt und Kitu in ein Netz aus Intrigen, Verfolgungen und Agentenabenteuern gerät, verliert der Roman an Kraft. Zwar baut Everett weiterhin theoretische Exkurse ein, die das Geschehen mit metaphorischer Tiefe anreichern sollen, doch wirken diese zunehmend wie ein intellektuelles Alibi. Statt durch erzählerische Dichte zu überzeugen, fordert er hier vor allem die Fantasie der Leser heraus – mit dem Effekt, dass die Handlung bisweilen banal, überzeichnet und in ihrer Parodie zu einseitig bleibt.
Am Ende entsteht so der Eindruck, dass Everett sich wie schon in „James“ zu sehr in der Nacherzählung eines Abenteuerplots verliert, ohne diesem einen tragfähigen literarischen Kern zu verleihen. Was als kluge Satire angelegt sein könnte, gerät streckenweise zu einer geistlosen Agenten-Persiflage.
Nach zwei Romanen muss ich daher feststellen: Everetts Stil – ein wechselvolles Spiel zwischen Gesellschaftskritik, Anspruch, Humor und Satire – entfaltet für mich keine nachhaltige Wirkung. Die Mischung wirkt zunächst spannend und mutig, trägt jedoch keine ganze Erzählung. Zu selten blitzen die wirklich gehaltvollen, intellektuellen Zwischentöne auf. Stattdessen häufen sich Andeutungen, die Raum für Deutung bieten sollen, letztlich aber eher wie Ausweichmanöver erscheinen.
„Dr No“ ist zweifellos unterhaltsam, skurril, mutig und originell – aber ebenso sprunghaft und unausgewogen. Für manche Leser mag genau diese Mischung den Reiz ausmachen. Für mich bleibt der Roman jedoch ein interessantes Gedankenspiel, das als Parodie funktioniert, als Literatur aber nicht gänzlich überzeugt.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Altbekanntes in neuem Gewand: Ein Einzel- und Kollektivschicksal

Portrait meiner Mutter mit Geistern
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Auch im Jahr 2025 scheint die literarische Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegsgeneration noch nicht abgeschlossen zu sein – so zumindest legt es Rabea Edel mit ihrem Roman „Porträt ...

Auch im Jahr 2025 scheint die literarische Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegsgeneration noch nicht abgeschlossen zu sein – so zumindest legt es Rabea Edel mit ihrem Roman „Porträt meiner Mutter mit Geistern“ nahe. Doch angesichts der Fülle an Geschichten, die bereits über diese Epoche erzählt wurden, stellt sich zwangsläufig die Frage: Was hat dieses Werk zu bieten, das nicht schon gesagt wurde?
Die Handlung dreht sich um die Protagonistin Raisa, die in den 1990er Jahren gemeinsam mit ihrer Mutter Martha aufwächst. Der Vater ist abwesend, und Martha hüllt sich in Schweigen, was seine Geschichte betrifft. Diese Leerstelle ist zentral für Raisas Kindheit und prägt die Beziehung zu ihrer Mutter. Erst als Martha zu erzählen beginnt, entfaltet sich eine vielschichtige Familiengeschichte, die von Liebe, Verlust und den Narben der Nachkriegszeit gezeichnet ist.
Stilistisch geht Edel dabei ungewöhnliche Wege. Obwohl es sich um einen Roman handelt, wirkt das Werk streckenweise wie eine Biografie. Auffällig ist das nahezu vollständige Fehlen ausführlicher Gefühlsbeschreibungen. Emotionen werden lediglich angedeutet, was den Lesern Raum für eigene Interpretationen lässt, aber auch eine gewisse Distanz schafft. Besonders die Szenen aus Raisas Perspektive, in denen sie ihre Freundschaft mit dem Nachbarsjungen Mat erlebt, kommen einer klassischen Erzählweise am nächsten. Diese Passagen wirken lebendig und vermitteln ein Gefühl von unbeschwerter Kindheit, die jedoch zunehmend von der düsteren Vergangenheit überschattet wird.
Der Fokus des Romans liegt jedoch nicht auf Raisas Erleben, sondern auf der Geschichte ihrer Mutter Martha. Edel wählt eine distanzierte Erzählweise in der dritten Person, die sich weniger um persönliche Reflexionen als um die Schilderung historischer Stationen bemüht. Diese narrative Entscheidung könnte damit zusammenhängen, dass das Werk zumindest teilweise auf wahren Begebenheiten basiert. Edel verarbeitet in „Porträt meiner Mutter mit Geistern“ offenbar auch die Biografie ihrer eigenen Familie, um den Lebensweg unerschrockener Frauen zu skizzieren, deren Leben vom Krieg und den Nachkriegsjahren geprägt wurden.
So wird Marthas Lebensgeschichte zu einem Spiegelbild ihrer Generation. Ihre Erlebnisse, so spezifisch sie auch erscheinen mögen, repräsentieren das kollektive Schicksal vieler Frauen dieser Zeit. Doch genau hier liegt auch eine Schwäche des Romans: Für Leser, die bereits andere Werke zu diesem Thema kennen, fühlt sich „Porträt meiner Mutter mit Geistern“ nicht neu an. Die Stationen in Marthas Leben scheinen vertraut, fast archetypisch – ein Schicksal, das in der Literatur schon oft beschrieben wurde.
Auf der Makro-Ebene überzeugt der Roman dennoch. Er vermittelt ein beeindruckendes Gesamtbild der Nachkriegszeit und lädt dazu ein, die Geschichte aus einem übergeordneten Blickwinkel zu betrachten. Im Detail jedoch, auf der Mikro-Ebene, fehlt es dem Werk an Originalität und erzählerischer Finesse, um es von ähnlichen Büchern abzuheben. Die distanzierte Erzählweise und das Fehlen eines innovativen Blickwinkels machen es schwer, sich emotional tief auf die Geschichte einzulassen.
Dennoch bleibt „Porträt meiner Mutter mit Geistern“ ein bedeutsames Werk. Es dokumentiert eine tragische Lebensgeschichte und erinnert an die Narben, die eine Generation von Frauen geprägt haben – eine Erinnerung, die auch heute noch von Relevanz ist. Wer sich für die Nachkriegsgeneration interessiert und bereit ist, Altbekanntes in einem neuen Gewand zu lesen, wird diesem Roman mit Sicherheit etwas abgewinnen können.

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