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Veröffentlicht am 17.06.2024

In seinem vierten Fall ermittelt Mike Müller gleich auf zwei Zeitebenen

Ihr letztes Spiel
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Mit diesem Kriminalroman legt der Autor Arne Dessaul den vierten Band seiner Reihe um den Bochumer Privatdetektiv Mike Müller vor und konnte mich dabei erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern. ...

Mit diesem Kriminalroman legt der Autor Arne Dessaul den vierten Band seiner Reihe um den Bochumer Privatdetektiv Mike Müller vor und konnte mich dabei erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern. Diesmal spielt die Geschichte auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen, den größeren Anteil nimmt dabei der Erzählstrang ein, der rund um die Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2006 angesiedelt ist. Der zweite Erzählstrang spielt in der Gegenwart und startet einen Tag vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-Europameisterschaft 2024.

Man benötigt hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus den ersten drei Bänden, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber doch, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Als Alice, die Sekretärin und Lebensgefährtin von Mike Müller spurlos verschwindet, wird dieser schmerzlich an das Jahr 2006 und die dramatischen Ereignisse rund um seine damalige Freundin Valerie erinnert. Seinerzeit war Mike noch Student an der Ruhr-Universität Bochum und hatte sich auf eigene Faust auf die Suche nach Valerie gemacht. Wird die Geschichte diesmal ein besseres Ende nehmen ?

Mit einem packenden Schreibstil, reichlich Bochumer Lokalkolorit und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute und atmosphärisch dichte Geschichte voran und liefert am Ende eine ziemlich überraschende, aber doch absolut schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Dass die Krimihandlung diesmal etwas über 100 Seiten braucht, bis sie richtig auf Touren kommt, konnte meinen Lesegenuss nicht trüben. Durch immer wieder eingestreute Passagen aus den Perspektiven einer Gefangenen und ihrer Entführer zieht schnell eine unterschwellige Bedrohungslage auf, die für ausreichend Spannung sorgt.

Natürlich tauchen hier auch wieder einige bekannte Figuren aus der früheren Reihe des Autors auf. Der damalige Hauptermittler Helmut Jordan ist nach seinem Ausscheiden bei der Polizei mit seiner Freundin Jutta Langner von Wolfenbüttel nach Bochum übergesiedelt, wo diese nun ein Restaurant in unmittelbarer Nähe des Bochumer Schauspielhauses betreibt. Und Jordans ehemalige Mitarbeiterin Lisa Bertram hat sich der Liebe wegen nach Bochum versetzen lassen und ermittelt nun im KK 11 der dortigen Kriminalpolizei. Im Gegensatz zu den ersten beiden Bänden spielen die „alten Figuren“ diesmal allerdings nur Nebenrollen, die Geschichte ist im Wesentlichen auf den Ich-Erzähler Mike Müller zugeschnitten, der mit seinem lakonischen Erzählstil zudem eine ordentliche Portion Humor mit ins Spiel bringt.

Als besonderes Bonbon hat der Autor auch diesmal wieder jedem Kapitel einen Songtitel zugeordnet, der einen Bezug zum jeweiligen Abschnitt aufweist. Bei einigen Titeln ist dieser schnell erkennbar, in allen anderen Fällen kann man die entsprechenden Informationen einem Glossar am Ende des Buches entnehmen.

Wer auf spannende Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Und man muss sich nicht unbedingt besonders für Fußball interessieren, um seinen Spaß an diesem Buch zu haben, es schadet aber auch nicht.

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Veröffentlicht am 11.06.2024

Ein weiteres spannendes und actionreiches Highlight innerhalb der Divinus-Saga

Divinus: Der Pontem-Code
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Mit diesem Thriller legt der Autor Roland Hebesberger das zweite Crossover seiner Serienhelden Cornell Rohde, Ava Canary, Cyberella, P.I.K.E. und deren jeweiligen Gefährten bzw. Mitstreitern vor und steuert ...

Mit diesem Thriller legt der Autor Roland Hebesberger das zweite Crossover seiner Serienhelden Cornell Rohde, Ava Canary, Cyberella, P.I.K.E. und deren jeweiligen Gefährten bzw. Mitstreitern vor und steuert damit langsam, aber sicher auf das große Finale der Divinus-Saga zu.

Innerhalb der Saga handelt es sich dabei um den bereits 14. Band und angesichts der zahlreichen Querverbindungen und Entwicklungen dürfte es für Neueinsteiger inzwischen doch ziemlich schwierig sein, mit diesem Band in den Serienkosmos einzusteigen. Es ist daher schon erforderlich, zumindest den einen oder anderen Band der Saga zu kennen. Und wer die gesamte Saga und die Entwicklung der Figuren in Gänze genießen möchte, sollte die Bücher in der richtigen Reihenfolge lesen, zumal diese auch durchgehend spannende Thriller-Unterhaltung liefern.

Die Geheimorganisation Insurgents steht kurz vor ihrem großen Ziel, die Menschheit zu unterjochen. Um den letzten Schritt zu gehen, muss nur noch der Pontem-Code entschlüsselt werden. Und so bleibt den letzten Widerständlern nicht mehr viel Zeit, das Verhängnis noch aufzuhalten. Doch dafür ist es zunächst einmal erforderlich, die persönlichen Differenzen zu überwinden und endlich zu einem echten Team zu werden. Nur dann haben sie gegen einen übermächtig erscheinenden Gegner, der überall seine Verräter platziert hat, überhaupt eine Chance.

Mit einem packenden Schreibstil, einigen überraschenden Wendungen und einem hohen Erzähltempo treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und lässt sie schließlich in einen fulminanten Showdown münden, der das Ganze zu einem (vorläufigen) Abschluss bringt, dabei allerdings auch noch den einen oder anderen Cliffhanger liefert. Dabei erzählt er das turbulente Geschehen aus den wechselnden Perspektiven der vier Hauptfiguren, deren Abschnitte, wie in den jeweiligen Einzelromanen auch, in der Ich-Perspektive geschrieben sind. Als fünfte Erzählperspektive taucht hier zudem noch der geheimnisvolle Regent aus den Reihen der Insurgents auf. Durch eine gute Kennzeichnung zu Beginn der einzelnen Kapitel findet man sich in diesem Stil aber doch sehr gut zurecht. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die zudem immer wieder für Überraschungen gut sind.

Wer auf actionreiche und packende Thriller mit reichlich Mystery-Elementen steht, wird hier erneut bestens bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 29.05.2024

Intensiver Thriller voller Abgründe

Erloschene Stimmen
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Mit diesem Buch legt die Autorin Jessica Potthast einen ungemein intensiven Thriller voller Abgründe vor, der mich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Als ihre fünfjährige Tochter Luisa ...

Mit diesem Buch legt die Autorin Jessica Potthast einen ungemein intensiven Thriller voller Abgründe vor, der mich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Als ihre fünfjährige Tochter Luisa spurlos verschwindet, stürzt dies die alleinerziehende Anwältin Maja Verstaad in große Verzweiflung, die kurz darauf durch einen schockierenden Anruf noch einmal gesteigert wird. Der Entführer gibt Maja fünf Tage Zeit, das Schicksal von Joline aufzuklären, der Tochter einer Nachbarfamilie, auf die Maja in der Nacht aufpassen sollte, in der sie spurlos verschwunden ist. Da sie an Phonagnosie leidet, einer Krankheit, durch die sie keine Stimmen erkennen und Personen zuordnen kann, ist Maja den Ermittlern der Kriminalpolizei Holzminden keine große Hilfe und so müssen diese das komplizierte Beziehungsgeflecht rund um Maja und die Familien Behrendt und Maaßen selbst entwirren, um das Leben von Luisa zu retten.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und sorgt dabei mit kurzen Kapiteln und immer wieder wechselnden Erzählperspektiven für ein hohes Tempo, dass einem beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen lässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die fast alle ihre Leichen im Keller haben und alles dafür tun würden, dass diese dort auch bleiben. So enthüllt erst der krachende Showdown das erschütternde Gesamtbild mit weitreichenden Folgen für alle Beteiligten. Ein absolut schockierendes, aber durchaus schlüssiges Ende, das keine wesentlichen Fragen offenlässt.

Wer auf intensive Thriller voller Abgründe steht, wird hier bestens bedient und spannend unterhalten. Nach meiner ersten Begegnung mit Jessica Potthast ist meine Neugierde auf die weiteren Werke der Autorin auf jeden Fall geweckt.

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Veröffentlicht am 13.05.2024

Grandioser Abschluss der Krimi-Reihe aus dem Leipzig der 20er-Jahre

Evas Rache
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In diesem historischen Kriminalroman lässt der Autor Thomas Ziebula seinen Ermittler Paul Stainer zum vierten und leider auch letzten Mal im Leipzig der 20er Jahre ermitteln und bietet dabei nicht nur ...

In diesem historischen Kriminalroman lässt der Autor Thomas Ziebula seinen Ermittler Paul Stainer zum vierten und leider auch letzten Mal im Leipzig der 20er Jahre ermitteln und bietet dabei nicht nur viel Spannung und Dramatik, sondern darüber hinaus auch noch eine atmosphärisch dichte Geschichte, die den damaligen Zeitgeist gut transportiert.

Man kann das Buch auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten drei Bänden problemlos lesen und verstehen. Alle dazu erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Diesmal sind Paul Stainer und sein Kollege Siegfried Junghans auf der Suche nach einem brutalen Frauenmörder. Als die Ehefrau eines Ingenieurs, der seine neueste Erfindung auf der Technischen Messe Leipzig vorstellen will, spurlos verschwindet, glauben die Ermittler zunächst, dass auch sie der Bestie von Leipzig zum Opfer gefallen ist. Doch dann weisen die Ermittlungen urplötzlich in eine ganz andere Richtung.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und lässt dabei das immer noch von den Folgen des 1. Weltkrieges gezeichnete Leipzig der 20er Jahre vor unseren Augen auferstehen. Mit jeder Seite konnte mich der Autor tiefer in den Bann des facettenreichen Geschehens ziehen. Wie er die einzelnen Erzählfäden dabei immer mehr ineinander übergreifen lässt und am Ende zu einem überzeugenden Gesamtbild verknüpft, ist schon große Klasse. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die vielfach bereits aus den vorherigen Bänden bekannt sind. Die neuen Figuren fügen sich zudem hervorragend in das sehr gut aufeinander abgestimmte Ensemble ein. Das der Autor sorgfältig für die Hintergründe seiner Geschichte recherchiert hat, merkt man dem Buch jederzeit an. So sprengt es auch immer wieder die Grenzen des Kriminalromans und stellt darüber hinaus ein rundherum gelungenes Sittengemälde der damaligen Zeit dar, bei dem er auch reale Ereignisse, wie z.B. die Gründung der NSDAP in das Geschehen einfließen lässt.

Wer auf historische Kriminalromane steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Mich konnte das Buch auf jeden Fall erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

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Veröffentlicht am 03.05.2024

Packender und wendungsreicher Hauptstadt-Thriller mit einem gut aufeinander abgestimmten Ermittler-Duo

Die Dämmerung (Art Mayer-Serie 2)
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Mit diesem fulminanten Thriller legt Marc Raabe den zweiten Band seiner Reihe um den eigenwilligen Ermittler Artur „Art“ Mayer und die Kommissar-Anwärterin Nele Tschaikowski vor und konnte mich dabei erneut ...

Mit diesem fulminanten Thriller legt Marc Raabe den zweiten Band seiner Reihe um den eigenwilligen Ermittler Artur „Art“ Mayer und die Kommissar-Anwärterin Nele Tschaikowski vor und konnte mich dabei erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

Man braucht hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus dem ersten Band, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber doch, die Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Im Königswald nahe Berlin wird die bizarr arrangierte Leiche von Charlotte Tempel gefunden, der Witwe eines Rüstungsunternehmers, die heute eher als gefeierte Wohltäterin unterwegs ist und demnächst einen großen Medienpreis überreicht bekommen sollte. Wegen der Verbindung zum Rüstungskonzern übernehmen Art und die hochschwangere Nele die Ermittlungen für das BKA. Schnell gerät die rebellische Tochter ins Visier, da sie als engagierte Klimaschützerin immer wieder mit ihrer Mutter aneinandergeraten ist. Doch Art glaubt nicht an die Schuld der jungen Frau und verfolgt zusammen mit Nele andere Spuren.

Dieser ungemein temporeiche Thriller lässt einem beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen. Bei dem doch recht umfangreichen Personenaufgebot und den immer wieder eingestreuten Rückblenden mit den Erinnerungen einer jungen Frau, die sie auf einem mysteriösen Tonband hinterlassen hat. muss man aber gerade zu Beginn schon sehr aufmerksam lesen, um hier den Überblick zu behalten. Der packende Schreibstil und die mehr als gelungene Charakterisierung der vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen erleichtern dies aber ungemein und sorgen zudem dafür, dass hier die Grenzen zwischen Gut und Böse immer wieder aufgeweicht werden und sogar verschwimmen. Der krachende Showdown sorgt dann für eine überraschende, aber zugleich auch schlüssige Auflösung. Auch die längeren Passagen nach dem Showdown, in denen die letzten noch offenen Fragen geklärt werden, lassen den Spannungsbogen nicht abbrechen, sondern sorgen für ein rundes und absolut stimmiges Ende der Geschichte.

Wer auf abgründige, wendungsreiche und packende Thriller steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Auf den nächsten Auftritt von Art und Nele bin ich nun schon sehr gespannt.

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