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Veröffentlicht am 13.09.2024

Ganz anders als ich dachte

Mary Shelley, Frankenstein. Ein Schauerroman
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Ich wollte bereits seit sehr langer Zeit ein paar mehr Klassiker lesen, und nachdem mir im Buchladen zufällig Frankenstein in die Hände fiel, musste ich mich natürlich daran versuchen, und muss sagen, ...

Ich wollte bereits seit sehr langer Zeit ein paar mehr Klassiker lesen, und nachdem mir im Buchladen zufällig Frankenstein in die Hände fiel, musste ich mich natürlich daran versuchen, und muss sagen, ich war ziemlich überrascht von der Geschichte.
Ich wusste vorher absolut nichts über die Geschichte (gut, das ist gelogen, jeder kennt Frankensteins Monster, aber abgesehen davon wusste ich nichts von der Geschichte), hatte nie einen Film geguckt, mich näher damit beschäftigt, oder sonst irgendetwas, und entsprechend aus dem Nichts kam für mich die Tatsache, dass es sich technisch gesehen um einen Briefroman handelt (mehr oder weniger), in dem dann die tatsächliche Geschichte erzählt wird, und wie unglaublich ruhig die Geschichte ist. Ruhig genug, dass man sie zweifellos auch streckenweise als langweilig empfinden oder bezeichnen könnte, aber ich muss sagen, dass mir diese eher entspannte Lebensgeschichte sehr viel Spaß zu lesen gemacht hat. Es war vom Aufbau her überhaupt nicht, was ich gedacht hätte, aber Victor Frankensteins Lebensgeschichte und wie sein Geschöpf in diese eingegriffen hat, hat mir gut gefallen. Auch ist sehr klar, welche Meinung Frankenstein zu dieser ganzen Sache hat, aber obwohl er die Geschichte erzählt, ist das Buch dennoch nicht einseitig geschrieben und lässt auf jeden Fall Raum dafür, sich selbst seine Meinung zu bilden, da sehr offensichtlich ist, dass es sich bei Frankenstein nicht um einen zuverlässigen Erzähler handelt. Auch gab es auf jeden Fall stellen, die ich persönlich unglaublich amüsant geschrieben fand (vermutlich nicht zwingend beabsichtigt, aber an zwei/drei Stellen hatte ich wirklich viel zu viel Freude, und insgesamt hat es mir einfach sehr viel Spaß gemacht.
Auch liebe ich das Aussehen meiner Ausgabe von Frankenstein, muss allerdings sagen, dass ich die Übersetzung teils etwas gezwungen kompliziert fand. Ich habe zwischen meiner Ausgabe, der Originalausgabe, und einem Hörbuch einer anderen deutschen Ausgabe variiert, und hatte teils das Gefühl, dass meine Ausgabe am Umständlichsten zu verstehen ist, da die Sätze unnötig geschwollen waren. Was auch dafür gesorgt hat, dass ich anfangs bestimmt 20 Seiten brauchte, um überhaupt entspannt lesen zu können, da ich vorher viel zu lange brauchte, um mich jeweils auf das Geschriebene einzulassen. Ich habe nicht das Gefühl, dass es unverständlich war, aber gerade die letzten 20% (ungefähr), die ich als Hörbuch gehört habe, klangen ebenfalls nicht modern und waren aber um einiges einfacher formuliert (und nicht gekürzt, alle Ausgaben, die ich gelesen habe, waren ungekürzte Ausgaben), sodass die Sprache zum Setting genauso gut passte, es aber um einiges leichter fiel, genau verfolgen zu können, was genau passierte.
Abgesehen von der nicht immer idealen Übersetzung (oder so kam es mir vor), hatte ich aber mit allen Varianten sehr viel Spaß und habe es sehr genossen, endlich zum Lesen zu kommen.

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Veröffentlicht am 05.07.2024

Toller Abschluss einer tollen Reihe

Arlo Finch (3). Im Königreich der Schatten
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Dieses Buch ist ein in meinen Augen würdiger Abschluss der Reihe, und ich hatte wirklich viel Spaß daran, Arlo ein weiteres Mal auf seiner Reise zu begleiten.
Leider hatte ich das Gefühl, dass einige Dinge ...

Dieses Buch ist ein in meinen Augen würdiger Abschluss der Reihe, und ich hatte wirklich viel Spaß daran, Arlo ein weiteres Mal auf seiner Reise zu begleiten.
Leider hatte ich das Gefühl, dass einige Dinge zu kurz kamen oder ein paar Fragen offen geblieben sind, von denen ich aber auch nicht unbedingt wüsste, wie oder wo man in dieses Buch noch Antworten hätte hineinschreiben sollen, abgesehen davon war es aber wieder wirklich super. Auch teils erstaunlich brutal, muss ich sagen, und auf einem in meinen Augen anderen Level als die ersten zwei Bände, aber mir persönlich hat's durchaus gefallen.
Auch gibt es zwar ein paar Dinge, die ich nicht unbedingt zufriedenstellend fand, wie sie am Ende ausgingen, aber gleichzeitig passe es alles wirklich gut in die Welt, also war es jetzt auch nichts, was mich wirklich gestört hat.
Und inhaltlich hatte ich wieder eine Menge Freude an allem. Es war toll, diesmal so viel mehr von den Long Woods zu sehen, und ich habe mich auch gefreut, wie sich die Figuren über die Zeit entwickelt haben, und dass man einen Unterschied zum ersten Buch so stark gemerkt hat. Auch finde ich es super, dass man zwar in allen Büchern merkt, dass Arlo etwas besonderes ist, aber er ist nie zu besonders, oder kann alles, oder braucht deshalb niemanden. Ich finde es wirklich erfrischend, zu lesen, wie jemand mit seinen Fähigkeiten trotzdem auch nur ein ganz normales Kind ist. Und auch die Nebenfiguren waren wieder toll. Generell waren die Charaktere wie so oft wirklich fantastisch (ein zwei Nebenfiguren/"Gegenspieler" gingen mir vielleicht auf die Nerven, aber den Rest fand ich echt stark), die Geschichte war spannend erzählt, und ich war auch sehr zufrieden mit dem Ausgang insgesamt und dem allerletzten Kapitel. Das fühlte sich alles echt ziemlich passend an. Es hätte zwar auch durchaus mehr sein können, oder ich hätte nichts dagegen, generell mehr Bücher der Reihe zu Gesicht zu bekommen, aber es passt auch so, wie es aufgehört hat.
Insgesamt eine wirklich schöne Buchreihe, die jetzt zum Ende teils überraschend düster wurde, auch wenn man damit vermutlich hätte rechnen können, insgesamt aber trotzdem sehr "leicht" geschrieben war, und einen mit seiner magischen Stimmung eher fröhlich als unglücklich zurücklässt, oder so habe ich es empfunden.

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Veröffentlicht am 28.06.2024

Tolles Buch, wenn auch nicht ganz so wie erwartet

Arlo Finch (1). Im Tal des Feuers
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Ich habe zuerst den zweiten Band gelesen, den ich so gut fand, dass ich unbedingt auch Band eins lesen musste, um zu sehen, wie sehr er tatsächlich dem entspricht, was ich mir vorgestellt habe, und leider ...

Ich habe zuerst den zweiten Band gelesen, den ich so gut fand, dass ich unbedingt auch Band eins lesen musste, um zu sehen, wie sehr er tatsächlich dem entspricht, was ich mir vorgestellt habe, und leider war es nicht ganz so sehr das, mit dem ich gerechnet hatte, aber trotzdem verdammt gut. Die Charaktere haben mir hier zum Beispiel sogar besser gefallen , irgendwie wurde ich mit ihnen schneller warm, und gerade Arlo ist einfach ein unglaublich sympathischer Hauptcharakter, dessen Gedanken ich wirklich gerne folge und bei dem ich richtig gerne dabei bin, aber leider waren meine Erwartungen fürchte ich doch ein wenig hoch. Viele Dinge, die ich vom zweiten Band her erwartet hätte (zum Beispiel Figuren, die eine Rolle spielen, oder ein paar mehr Antworten) blieben leider aus oder waren eher kurz vorhanden, andere Dinge haben sich aber durchaus geklärt und haben auch schon früher auf spätere Ereignisse vorgegriffen, was ich wirklich super finde. Man merkt auf jeden Fall, dass mit Band eins bereits klar war, wohin die Reise gehen würde (oder auf jeden Fall bilde ich mir das ein), und Band zwei wirkt nicht wir "es sollte einfach noch weiter gehen", sondern tatsächlich wie eine von Anfang an geplante Fortsetzung, was mir sehr gut gefällt.
Im Vergleich zu Band 2 hat mich leider auch das Abenteuer nicht so richtig mitgenommen, das war in Band 2 einfach noch mal sehr viel spannender, aber die tollen Figuren und das Setting konnten mich trotzdem wieder überzeugen, und ich bin froh, dass ich dazu kam, auch den ersten Band jetzt zu lesen (und auch, dass ich Band 3 in den nächsten Tagen voraussichtlich auch lesen kann, denn ich mag die Bücher wirklich gerne).

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Veröffentlicht am 11.06.2024

Spannender Fall, tolle Figuren

Lost in Fuseta - Spur der Schatten
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Eine schöne Fortsetzung zu Band eins, mit wieder einmal sehr liebenswerten und lebendigen Figuren, und auch einem spannenden Fall.
Ich mag Lost als Figur immer noch sehr gerne, und es ist sehr interessant, ...

Eine schöne Fortsetzung zu Band eins, mit wieder einmal sehr liebenswerten und lebendigen Figuren, und auch einem spannenden Fall.
Ich mag Lost als Figur immer noch sehr gerne, und es ist sehr interessant, wie aus seiner Sicht alle Tatsachen beschrieben werden, und wie er durchs Leben geht. Teilweise kam es mir auch hier wieder etwas vereinfacht vor, wie das Asperger-Syndrom dargestellt war, da es sich auch bei den beiden Figuren, die es in dieser Geschichte hatten, so ähnlich geäußert hat, aber wie in Band eins auch schon wirkte es gleichzeitig nicht zu überzogen oder zu simpel, sodass ich (aus Perspektive von jemandem, der sich eher bedingt mit dem Thema auskennt) sehr gut damit leben konnte, wie Lost (und Eva) dargestellt wurden.
Der Aufbau des Falls und wie sich langsam an die Lösung herangetastet wird, hat mir ebenfalls wieder zugesagt, und als jemand, der vor ein paar Monaten festgestellt hat, dass er Krimis zwar durchaus etwas abgewinnen kann, aber meist nur, wenn auch die zugehörigen Figuren stark präsent sind, passt die Mischung zwischen Fall und Figuren in der Reihe bisher wirklich gut zu meinem Geschmack.
Ich hätte zwar sogar noch mehr mit einem Fokus auf Figuren leben können (hauptsächlich, weil ich zum Beispiel Lost und Zara wirklich gerne interagieren sehe), aber sie kamen keineswegs zu kurz, und ich werde die Reihe auf jeden Fall auch weiter verfolgen, denn bisher machen Figuren, Setting und Plot eigentlich alles ziemlich richtig in meinen Augen!

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Veröffentlicht am 20.04.2024

Genau, wie ich mir erhofft hatte

Dark Rise
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Dark Rise stand sehr lange auf meiner Leseliste, und ewig habe ich mich immer wieder davor gedrückt, aus Sorge, dass es mir vielleicht doch nicht gefällt, aber jetzt habe ich mich endlich doch einmal überwunden ...

Dark Rise stand sehr lange auf meiner Leseliste, und ewig habe ich mich immer wieder davor gedrückt, aus Sorge, dass es mir vielleicht doch nicht gefällt, aber jetzt habe ich mich endlich doch einmal überwunden und fand es wirklich von Anfang an ziemlich fantastisch.
Es gibt eine menge Figuren auf einmal, was in Kombination mit den teilweise wechselnden Sichten theoretisch leicht überfordern könnte, aber ich hatte zu keiner Zeitpunkt das Gefühl, anhand verschiedener Namen überfordert zu sein, und jede Figur ist auch vom Charakter her deutlich von allen anderen zu unterscheiden, sodass es nie wirkt, als wären es zu viele Leute. Auch ist jede Person sehr greifbar und wirklich keine einzige Figur war irgendwie so geschrieben, dass sie mir eher auf die Nerven ging, sondern jede war mit ihrer Geschichte auf ihre eigene Art und Weise faszinierend und ich habe von allen gerne mehr gelesen.
Teilweise wurde das Buch außerdem erstaunlich düster, womit ich eigentlich gar nicht gerechnet habe (auch wenn ich nicht sagen könnte, warum ich damit nicht gerechnet habe), aber es fügt sich wirklich gut in die ganze Geschichte ein, und auch die Wendungen sind in meinen Augen gut gelungen. Ich war auf jeden Fall das ein oder andere Mal doch ein wenig überrascht, aber ohne das Gefühl zu haben, dass irgendetwas aus dem nichts gekommen oder unlogisch wäre.
Die Interaktionen und Beziehungen zwischen einzelnen Figuren sind wirklich schön lebendig dargestellt, wirken für die Welt der Geschichte sehr natürlich, und ich fand es wirklich angenehm, wie selbstverständlich sich bestimmte Romanzen (nicht) entwickelt haben. Hat mich sehr positiv überrascht.
Die einzige Sache, die ich nicht so ganz gelungen fand, war dass das Buch an einigen Stellen etwas wiederholend wirkt. Es gab auf jeden Fall zwei oder drei Momente, wo auf dasselbe vergangene Ereignis zurückgeblickt wurde, und das auf eine Art und Weise, die eher immer wieder schon bekanntes aufgerollt hat, statt mehr zu dem Ereignis hinzuzufügen. Ich weiß nicht mehr genau, was es war, aber ich weiß, dass ich da das Gefühl hatte, das hätte nicht sein müssen, gerade weil der Rückgriff sich auf etwas bezieht, was im Buch passiert, man beim Lesen also mit dabei war und entsprechend die Erinnerung nicht zwingend notwendig gewesen wäre.
Aber das war eigentlich alles, den Rest fand ich sehr gelungen, und die Mischung aus Schicksal, freier Wille, doch nicht ganz freier Wille, und wie all das sich abspielt, hat mich sehr angesprochen. Außerdem finde ich wirklich alle Figuren (gut, fast alle) einfach unglaublich gut geschrieben, nachvollziehbar, und bin auch eventuell etwas zu (emotional) eingenommen von dem ein oder anderen Charakter und dessen Geschichte ... was in meinen Augen aber nur fürs Buch spricht.
Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt, wie das weitergehen wird!

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