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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.01.2025

Treffen sich zwei Menschen im Zug...

In einem Zug
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Eduard Brünhofer, ein alternder Schriftsteller mit seit Jahren andauernder Schreibblockade, sitzt im Zug von Wien nach München, ihm schräg gegenüber eine Frau frühen mittleren Alters, was auch immer das ...

Eduard Brünhofer, ein alternder Schriftsteller mit seit Jahren andauernder Schreibblockade, sitzt im Zug von Wien nach München, ihm schräg gegenüber eine Frau frühen mittleren Alters, was auch immer das heißen soll. Er hofft inständig, dass sie ihm kein Gespräch aufdrängt, doch dieser Wunsch wird ihm nicht erfüllt. Allerdings merkt er nach einer Weile, dass er sich eigentlich ganz gern mit der Frau „mit den moosgrünen Augen“ unterhält, wobei das Gespräch schnell eine Richtung einschlägt, die ihm nicht behagt. Da er in der Vergangenheit mit Liebesromanen bekannt wurde, meint sein Gegenüber Catrin Meyr, in ihm einen Experten in Liebesdingen gefunden zu haben und will alles über seine Einstellung zu Liebe, Ehe, Sex wissen. Der Dialog beginnt sehr amüsant, doch je penetranter Catrins Fragen werden, desto weniger hat mich die Unterhaltung der beiden interessiert, zumal Brünhofer zunächst seine Antworten im Kopf durchgeht, so dass der Leser immer seinem gesamten Denkprozess folgen muss. Teils ist dies kurzweilig, teils einfach nur langatmig und enervierend. Zwischendurch holen sich die beiden etwas im Bordbistro oder gehen auf die Toilette, viel mehr passiert nicht an Handlung. Gegen Ende nimmt die Geschichte eine unerwartete Wendung.
Nachdem ich von Glattauers letztem Roman „Die siehst du nicht“ begeistert war, war „In einem Zug“ trotz der sprachlichen Finesse für mich eher enttäuschend. Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 29.12.2024

Jeder ist sich selbst der Nächste

To Die For
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Andi Hart arbeitet erfolgreich als Maklerin in Los Angeles. Als das Maklerbüro den Auftrag erhält, einen Käufer für ein 50 Millionen-Projekt in Malibu zu finden, herrscht große Aufregung unter den Maklern, ...

Andi Hart arbeitet erfolgreich als Maklerin in Los Angeles. Als das Maklerbüro den Auftrag erhält, einen Käufer für ein 50 Millionen-Projekt in Malibu zu finden, herrscht große Aufregung unter den Maklern, denn die Provision soll eine Million Dollar betragen! Natürlich will jeder von ihnen die Provision kassieren, koste es, was es wolle. Sie haben alle ihre Gründe, weshalb sie das Geld dringend benötigen. Und sie schrecken nicht davor zurück, mit unlauteren Mitteln zu kämpfen, um die Rivalen aus dem Rennen zu werfen. Von Sachbeschädigung bis Körperverletzung ist alles dabei.
Ausgerechnet an dem Tag, an dem das Millionen-Dollar-Haus den Maklern vorgestellt wird und die Schönheit des Anwesens und die Lage am Strand von Malibu alle Erwartungen übertrifft, wird eine Leiche im Swimming Pool entdeckt. Bald stellt sich heraus, dass einige der Anwesenden als Mörder in Frage kommen und Andi Hart das Opfer sogar aus der Vergangenheit kennt.
Den Anfang des Buchs habe ich sehr gern gelesen. Gegen Ende hat es sich jedoch sehr gezogen, so dass ich froh war, zum Ende zu kommen. Im Großen und Ganzen ist die Übersetzung von „To Die For“ ganz gut, aber einige Stellen sind mir doch negativ aufgefallen. So ist ein „yard sale“ keineswegs ein Hinterhofverkauf, sondern ganz einfach ein privater Flohmarkt. Und die wortwörtliche Übersetzung „Ich konnte nicht mehr geradeaus denken“ für „I couldn’t think straight any more“ ist auch keine Glanzleistung.
Das Buch wird im übrigen als Thriller vermarktet, Kriminalroman hätte es eher getroffen, denn über weite Strecken fehlt die Spannung. Von mir 3,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 22.11.2024

Nicht umwerfend, aber ganz okay

Wir finden Mörder (Wir finden Mörder-Serie 1)
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Personenschützerin Amy Wheelers neueste Klientin ist die Erfolgsschriftstellerin Rosie d’Antonio, die von einem Russen bedroht wird. Rosie lebt auf einer privaten Insel in den USA, in deren Nähe ein toter ...

Personenschützerin Amy Wheelers neueste Klientin ist die Erfolgsschriftstellerin Rosie d’Antonio, die von einem Russen bedroht wird. Rosie lebt auf einer privaten Insel in den USA, in deren Nähe ein toter Influencer aufgefunden wird. Es ist bereits der dritte solche Fall und die Opfer, alles Influencer, wurden alle drei von derselben Agentur betreut. Was sie außerdem gemeinsam haben, ist, dass Amy sich zum Zeitpunkt ihres Todes immer in der Nähe befunden hat. Es sieht ganz so aus, als ob ihr jemand die Morde in die Schuhe schieben will. Amy beschließt daher, auf eigene Faust zu ermitteln. Helfen soll ihr dabei ihr Schwiegervater Steve, ein pensionierter Kriminalkommissar, der sich in seinem kleinen Dorf in England wohlfühlt und eigentlich keine Lust auf Mördersuche hat. Mit von der Partie ist Rosie, denn Amy ist ja nach wie vor für ihren Schutz verantwortlich.
Dieses ungleiche Trio jettet auf Mörderjagd um die Welt, wobei die verschiedenen Handlungsstränge manchmal ziemlich verworren sind. Die vielen Namen und Decknamen tragen auch nicht gerade zur Klarheit bei.
Am sympathischsten war mir Steve, der Amy zuliebe seine Komfortzone verlässt. Amy selbst bleibt trotz der Geschichten über ihre früheren Fälle blass und Rosie ist eine ziemlich skurrile und trinkfeste alte Dame, die am laufenden Band jüngere Männer vernascht.
Als großer Fan des Donnerstagsmordclubs habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut, doch leider kommt es an den Donnerstagsmordclub nicht heran. Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese Reihe weiterverfolgen werde.

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Veröffentlicht am 19.08.2024

Tolles Buch mit schwachem Schluss

Der längste Schlaf
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Mara Lux, die als Schlafforscherin in London arbeitet, leidet seit ihrer Kindheit an Schlaflosigkeit. Wenn sie dann einmal tatsächlich schläft, hat sie zuweilen Träume, in denen sie Dinge sieht, die später ...

Mara Lux, die als Schlafforscherin in London arbeitet, leidet seit ihrer Kindheit an Schlaflosigkeit. Wenn sie dann einmal tatsächlich schläft, hat sie zuweilen Träume, in denen sie Dinge sieht, die später tatsächlich passieren. In Deutschland geboren, hat sie keine Verbindung mehr in ihr Heimatland, mit Ausnahme ihrer Adoptivschwester Roxi. Umso erstaunter ist sie, als sie den Brief einer deutschen Anwaltskanzlei erhält, in dem ihr mitgeteilt wird, sie habe ein Herrenhaus geerbt. Sie glaubt an ein Versehen oder einen Scam, was nicht so weit hergeholt ist, auch ich hatte schon einmal das Angebot einer todkranken Milliardärin, sie zu beerben, ich müsse lediglich eine Gebühr von ein paar hundert Euro hinterlegen… Doch nach einem Anruf und Recherchen eines Freundes stellt sich heraus, dass alles seine Richtigkeit hat, allerdings sagt Mara der Name des Erblassers rein gar nichts. Ihre erste Reaktion ist, das Erbe abzulehnen, doch dann siegt die Neugier und sie will sich das Herrenhaus zumindest einmal ansehen.
Sie fliegt nach Deutschland und ist überwältigt von dem wunderschönen, voll möblierten und gepflegten Anwesen. Sogar ein Gästezimmer ist für sie gerichtet. Doch in der Nacht geschehen seltsame Dinge. Vielleicht hat das Haus, das im Dorf als Spukhaus bekannt ist, seinen Namen zurecht?
Das Thema des Romans, laut Klappentext „über Schlaf und Schlaflosigkeit, über Träume und die Geister der Vergangenheit“, klang faszinierend. Das Buch hat mich auch über weite Strecken gefesselt, es ist packend geschrieben und die Story ist spannend und mysteriös. Allerdings hat mich das Ende und die Auflösung des Ganzen dann doch sehr enttäuscht. Manche der seltsamen Vorkommnisse werden mehr schlecht als recht versucht zu erklären, andere, zum Beispiel eine Szene, in der sich die Tiere des Waldes Zutritt zum Herrenhaus verschaffen, bleiben einfach so stehen und der Leser bleibt ratlos zurück. Ein für mich äußerst enttäuschendes Ende, deshalb nur 3,5 Sterne für ein Buch, das ich anfangs sehr genossen habe.

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Veröffentlicht am 19.06.2024

Alles andere als eine Idylle

Mühlensommer
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Maria wächst auf einem abgelegenen Bauernhof auf. Während die Klassenkameraden in den Sommerferien ins Schwimmbad gehen, muss sie bei der Ernte helfen. Urlaub kennt sie nicht und sie hasst den ersten Schultag ...

Maria wächst auf einem abgelegenen Bauernhof auf. Während die Klassenkameraden in den Sommerferien ins Schwimmbad gehen, muss sie bei der Ernte helfen. Urlaub kennt sie nicht und sie hasst den ersten Schultag nach den Sommerferien, wenn die Lehrerin sich neugierig erkundigt, wer wo in Urlaub war. Aus den ersten Kapiteln des Buchs wissen wir, dass die erwachsene Maria mittlerweile in der Großstadt lebt und das Landleben so schnell wie möglich hinter sich gelassen hat.
In der ersten Szene will sie gemeinsam mit ihren beiden Töchtern und Freunden eine Bergwanderung machen, als sie einen Anruf ihrer Mutter erhält. Der Vater ist schwer verunglückt, Maria soll sofort nach Hause kommen. Dort angekommen, muss sie sofort kräftig anpacken, die Tiere müssen versorgt werden und jemand muss sich um die demente Großmutter kümmern.
In Rückblicken erfahren wir viel über Marias Kindheit, die strenge Großmutter, Mobbing in der Schule, die harte Arbeit tagein, tagaus. Diese Kindheitserinnerungen nehmen einen Großteil des Buchs ein, womit ich nicht gerechnet hatte. Lieber hätte ich mehr über die erwachsene Maria erfahren.
Der Autorin war es offensichtlich wichtig, nicht nur die romantisch-verklärte Seite des Lebens auf dem Bauernhof zu zeigen, sondern auch die harte Realität. Sie beschreibt minutiös krasse Szenen, beispielsweise das Schlachten des Hausschweins Emma und dessen anschließende Verarbeitung, sowie andere Situationen, über die ich lieber nichts gelesen hätte. Tierquälerei wird teilweise wie eine lustige Anekdote beschrieben, was mir sehr gegen den Strich ging. Da vieles aus der Sicht eines neunjährigen Mädchens geschildert wird, ist die Sprache entsprechend einfach, was auf Dauer etwas anstrengend und stellenweise albern ist, wenn sie zum Beispiel erzählt, dass sich in einem Schrank im Schweinestall auch Zigaretten finden, „aber die sind nicht für die Schweine“.
Vieles in diesem Roman hat mich aber auch angesprochen, nicht zuletzt, weil es mich an meine eigene Kindheit in einem Dorf erinnert hat. Das wunderschöne Cover suggeriert heile Natur und ein Wohlfühlbuch, doch davon sollte man sich nicht täuschen lassen. Manche Szenen sind wahrhaftig nichts für Zartbesaitete.

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