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Arambol

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.09.2024

Hatte mehr erwartet

Als wir nach den Sternen griffen
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"Im östlichen Teil Deutschlands gingen Dinge vor sich, von denen man vor wenigen Jahren noch nicht zu träumen gewagt hätte."

Deutschland im Wendejahr 1989.
Kurz vor dem Fall der Mauer flüchten einige ...


"Im östlichen Teil Deutschlands gingen Dinge vor sich, von denen man vor wenigen Jahren noch nicht zu träumen gewagt hätte."

Deutschland im Wendejahr 1989.
Kurz vor dem Fall der Mauer flüchten einige ausreisewillige DDR-Bürger auf das Grundstück der bundesdeutschen Botschaft in Prag und hoffen, damit ihre Ausreise in den Westen zu erzwingen. Unter ihnen sind auch Tobias und seine kleine Tochter Jasmin.

Leider wird, meiner Meinung nach, im Klappentext auf dem Buchrücken bereits viel zu viel von der Geschichte vorweggenommen, man erfährt hier schon Einzelheiten, die erst im letzten Drittel des Buches relevant werden!! Warum spoilert der Verlag oder die Autorin hier so immens? Das hat mir gar nicht gefallen...

Ebenso hatte ich mir wesentlich mehr sorgfältig recherchierte und fundierte Fakten sowie ein packend erzähltes Stück deutscher Zeitgeschichte erhofft.

Leider ist sogar das berühmte Willy Brandt Zitat "Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört" zeitlich falsch eingeordnet. Brandt hat diesen Satz eben nicht am 03. Oktober 1990 sondern schon am 10. November 1989 ausgesprochen.

Auch von der knisternden Atmosphäre und den zwischenmenschlichen Spannungen, die zwangsläufig bei derart vielen Personen auf engstem Raum auftreten müssen, ist im Roman kaum etwas zu spüren. Der von Theresa Herold einfach gehaltene Schreibstil ermöglicht es, sehr schnell durch die einzelnen Kapitel des Buches zu fliegen.

"Als wir nach den Sternen griffen" ist eine leichte und gefühlvoll erzählte Liebesromanze vor historischem Hintergrund. Leider nicht mehr.

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Veröffentlicht am 30.08.2024

zi wenig "echter" Strobel

Stalker – Er will dein Leben.
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"Eines wusste er genau: Das Leben, wie er es bisher gekannt hatte, war vorüber."

Nachdem er sich zunächst auf übelste Nachrede in den Social-Media-Kanälen
beschränkt, dringt der Stalker immer tiefer ...


"Eines wusste er genau: Das Leben, wie er es bisher gekannt hatte, war vorüber."

Nachdem er sich zunächst auf übelste Nachrede in den Social-Media-Kanälen
beschränkt, dringt der Stalker immer tiefer in Eric's Privatleben ein und stellt ihm eine schier unlösbar erscheinende Aufgabe.

Von Anfang an verhält dieser Eric sich äußerst naiv und seine Vorgehensweise war für mich wiederholt wenig nachvollziehbar. Leider konnte ich mich zu keiner Zeit mit seiner Person, respektive seinem Handeln auch nur ansatzweise identifizieren. Auch sein Umfeld und alle weiteren Charaktere reagieren mehr als fragwürdig. Seine Frau Paula agiert nur eingeschränkt emotional und zeigt sich leider null empathisch.

Die Handlung kommt, recht untypisch für einen Strobel Thriller, am Anfang kaum voran, ist eher langatmig und spannungsarm. Erst etwa ab Mitte des Buches zieht dann aber der angelegte Spannungsbogen deutlich an und die erzählte Geschichte wird zunehmend facettenreicher und interessant. Leider gelingt es Arno Strobel dann aber nicht, dieses Spannungsniveau auch bis zum Finale entsprechend hoch zu halten.
Das dann irgendwie überraschend plötzliche, gleichzeitig unglaubwürdige und arg konstruierte Ende der Erzählung hat mich persönlich nicht überzeugt.

Fazit: Aufgrund der durchgängig einfachen Sprache und der vielen, kurzen Kapitel ist der STALKER schnell ausgelesen. Für mich leider nur ein netter Thriller für Zwischendurch, der meine Erwartungen nicht erfüllen konnte: für einen echten, klassischen "Strobel" ist mir das zu wenig.

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Veröffentlicht am 28.06.2024

Schön gestaltet, inhaltlich aber detailarm

Stolz und Vorurteil - Die Graphic Novel nach Jane Austen
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Leider kenne ich weder das klassische Original von Jane Austin, noch habe ich eine der Verfilmungen gesehen. Da ich deshalb gar kein Vorwissen bezüglich der Hintergrundgeschichte hatte, fiel es mir zugegebenermaßen ...


Leider kenne ich weder das klassische Original von Jane Austin, noch habe ich eine der Verfilmungen gesehen. Da ich deshalb gar kein Vorwissen bezüglich der Hintergrundgeschichte hatte, fiel es mir zugegebenermaßen schwer, der Erzählung inhaltlich zu folgen. Offensichtlich nimmt Claudia Kühn in dieser Graphic Novel die ein oder andere "Abkürzung", ich fand mich in der erzählten Geschichte nur schwer zurecht.

Der klare Zeichenstil von Tara Spruit hat mir sehr gut gefallen, viele der Bilder fangen eine wunderschöne Atmosphäre ein. Kompliment.
Leider sind die Charaktermodelle aber zu ähnlich geraten, so dass ich die fünf Schwestern und auch die männlichen Protagonisten ständig durcheinander gebracht habe. Auch die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren waren streckenweise für mich arg verwirrend.

Das Buch ist schnell ausgelesen; die Erzählung bleibt leider durchgehend sehr oberflächlich und deshalb auch wohl kaum in Erinnerung. Eigentlich schade, den die grundlegende Idee, eine "Alte Geschichte in neuen Bildern" zu erzählen erscheint durchaus reizvoll, um klassische Literatur unterhaltsam zu präsentieren.

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Veröffentlicht am 29.05.2024

zieht sich etwas

Wenn sie lügt
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"Ihre Vergangenheit war nicht tot. Sie war noch nicht einmal vergangen."

Norah, Peggy, Lisa, Rolaf, Daniel, Marcel und Goran...
Eine Jugendclique in einer einsamen Kleinstadt tief im Thüringer Wald im ...


"Ihre Vergangenheit war nicht tot. Sie war noch nicht einmal vergangen."

Norah, Peggy, Lisa, Rolaf, Daniel, Marcel und Goran...
Eine Jugendclique in einer einsamen Kleinstadt tief im Thüringer Wald im Sommer 2004. Scheinbar unbeschwert genießen sie die Jahre ihrer Jugend, bis plötzlich ein Mord diese idyllische Stille jäh zerstört.

Die Clique wird von einem auf den anderen Tag gesprengt und verstreut sich in alle Himmelsrichtungen.

Heute, fast zwei Jahrzehnte später, kehrt Goran in den Ort Waldesroda zurück, und die Vergangenheit holt ihn unvermittelt wieder ein. Viele der alten, und längst nicht verheilten Wunden werden wieder aufgerissen. Scheinbar kann und will in Waldesroda niemand die ganze Wahrheit sagen, es werden immer nur vage Andeutungen gemacht. Und das zieht sich durch das gesamte Buch, immer wird nur häppchenweise das zugegeben, was gerade nicht mehr verheimlicht werden kann. Das ist zeitweilig nervtötend, denn bedeutend mehr Offenheit und auch gegenseitiges Vertrauen sollte zwischen langjährigen Freunden selbstverständlich sein. Die Charaktere sind allesamt sehr stereotyp einfach gezeichnet, eine Identifikation fällt zuweilen schwer.

Gekonnt abwechslungsreich wird die Geschichte aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt und bietet zudem durch Rückblenden Einblicke in die Vergangenheit. Durch die ausufernden Dialoge, die nur selten auf den Punkt kommen, zieht sich der Thriller unnötig in die Länge. Immerzu wird um das eigentliche Thema herumgesprochen ohne wirklich konkret zu werden.

Die aufgebaute Spannung hält sich auf gleichbleibend hohem Niveau, wirkliche Thrillermomente gibt es allerdings nicht. Der eingängige Schreibstil macht es leicht, den Thriller flüssig zu lesen.

Das Ende wirkte auf mich leider viel zu konstruiert, um auch nur ansatzweise lebensnah und glaubwürdig zu sein.

Linus Geschke liefert mit seinem Buch "Wenn sie lügt" einen soliden und routiniert geschriebenen Thriller ab, der sich etwas in die Länge zieht und dem zum Pageturner das gewisse Etwas fehlt.

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Veröffentlicht am 14.05.2024

leichter Sommer-Wohlfühlkrimi

Tödliche Tide in St. Peter-(M)Ording (St. Peter-Mording-Reihe 3)
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"Ich wollte kein Mörder sein, doch mein Schicksal ließ mir keine andere Wahl."

Nach den ersten beiden Bänden der historischen St. Peter-Ording-Saga ist dies mein erster (insgesamt allerdings bereits ...


"Ich wollte kein Mörder sein, doch mein Schicksal ließ mir keine andere Wahl."

Nach den ersten beiden Bänden der historischen St. Peter-Ording-Saga ist dies mein erster (insgesamt allerdings bereits der dritte) Teil der St. Peter-(M)Ording-Krimireihe.

Ein Filmteam bringt jede Menge Aufregung nach St. Peter und als dann noch der Filmbösewicht ermordet wird, nehmen nicht nur die Dorfpolizisten Fred und Ernie die Ermittlungen auf.

Ede Glabotki, ein pensionierter Haupt-Kommissar a. D. aus Gelsenkirchen, schleust sich als "verdeckter Ermittler" zusammen mit seinem Rauhhaardackel Distel beim Drehteam ein. Auch Ute und Ilva, zwei Lehrerinnen an der örtlichen Nordseeschule, stellen zeitgleich ihre eigenen Nachforschungen an.

Ganz Sankt Peter-Ording sucht einen Mörder.

Die Geschichte ist in weiten Teilen (zu) vorhersehbar, schon früh war mir zwar nicht das Motiv, aber sehr wohl der/die Täter/in zu offensichtlich bekannt.

Durchaus humorvoller, aber dann auch ausgesprochen seichter Küstenkrimi ohne nennenswerten Tiefgang, der sich aufgrund des angenehm leicht gewählten Schreibstils flüssig lesen lässt.

Der eigentliche Krimifall kommt ohne größere Überraschungen oder gar Storywendungen aus, ist insgesamt in sich schlüssig.
Wie bei einem Wohlfühlkrimi erwartet, ist der angelegte Spannungsbogen eher flach.

Unterhaltsame Sommer-Lektüre für Zwischendurch.

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