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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.02.2025

Unspektakulär

Dunkle Asche
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"Ein Fenster in die Vergangenheit öffnete sich, zu einem Sommer, den sie am liebsten vergessen hätte."

Jona Thomsens Krimi "Dunkle Asche" entführt uns an die Ostseeküste, genauer gesagt in den kleinen ...


"Ein Fenster in die Vergangenheit öffnete sich, zu einem Sommer, den sie am liebsten vergessen hätte."

Jona Thomsens Krimi "Dunkle Asche" entführt uns an die Ostseeküste, genauer gesagt in den kleinen Ort Kalifornien, wo ein alter Mordfall neu aufgerollt wird. Im Zentrum der Handlung steht das neu formierte Ermittlerduo mit Gudrun Möller und Judith Engster; zwei Charaktere, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Die anfängliche übergroße Distanz zwischen den beiden Ermittlerinnen entwickelt sich im Laufe der Geschichte zu gegenseitigem Vertrauen. Besonders für Gudrun wird der Fall sehr schnell zu einer persönlichen Reise in ihre eigene Vergangenheit.

Aufgrund einiger, für mich schwer nachvollziehbarer Handlungen, bin ich mit den beiden Figuren jedoch nie richtig warm geworden.

Der Krimi ist insgesamt flüssig zu lesen, die Kapitel sind überschaubar kurz. Die Geschichte selbst ist handwerklich gut geschrieben, dennoch fehlt es durchgehend an wirklicher Spannung und Überraschung. Zwar sorgt das Ende noch für eine unerwartete Wendung, doch diese wirkt übertrieben konstruiert und ist nun wirklich enttäuschend und unnötig klischeehaft ausgefallen.

Die falschen Fährten, die Jona Thomsen immer wieder legt, sind stets allzu offensichtlich, sodass sich der Fall relativ früh durchschauen lässt.

Wer auf Hochspannung und zahlreiche Wendung hofft, wird möglicherweise enttäuscht. Alles in allem ist "Dunkle Asche" ein solider, aber gleichzeitig auch unspektakulärer Krimi.
Kein herausragendes Highlight, aber dennoch unterhaltsam für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 14.11.2024

Irgendwie außergewöhnlich anders

Wir finden Mörder (Wir finden Mörder-Serie 1)
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"Rechne stets mit dem Schlimmsten, dann bist du für alles gewappnet."

Zugegebenermaßen, der Einstieg in diesen Kriminalroman ist mir etwas schwer gefallen. Zu viele handelnde Personen und die ständig ...


"Rechne stets mit dem Schlimmsten, dann bist du für alles gewappnet."

Zugegebenermaßen, der Einstieg in diesen Kriminalroman ist mir etwas schwer gefallen. Zu viele handelnde Personen und die ständig wechselnden Schauplätze haben mich anfänglich leicht verwirrt. Doch hat man, ungefähr nach mindestens hundert Buchseiten, eine erste zarte Vermutung, um was es in etwa vielleicht gehen könnte, macht die Lektüre irgendwie Spaß.
Wer ist Opfer, wer ist Täter? Und warum eigentlich?

Klingt kompliziert? Und ja: ist es auch!

Eine Personenschützerin, eine reiche und erfolgreiche Thrillerautorin sowie ein Ex-Kriminalkommissar müssen sich als Ermittlertrio zusammenfinden, um möglichst schnell mehrere Morde an Influencern aufzuklären, bevor sie selbst in tödliche Gefahr geraten.

Die Kriminalgeschichte bleibt durchweg unübersichtlich, die Verflechtungen der
vielen Charaktere undurchsichtig, fast nicht nachvollziehbar. Trotzdem sind die unterschiedlichen Protagonisten von R. Osman wunderbar detailliert und sehr individuell ausgearbeitet.
Auch für einen stets angenehm hohen Spannungsbogen ist gesorgt, denn mit absoluter Regelmäßigkeit gibt es weitere Mordopfer.

Die zumeist äußerst kurzen, temporeich geschriebenen (über einhundert!) Kapitel lassen sich flüssig lesen. Die Dialoge kommen mitunter wunderbar britisch trocken und humorvoll daher. Diese bisweilen fast sinnfreien, auf die Spitze getriebenen Wortgefechte sind dabei gleichzeitig unterhaltsam originell.

Fazit
Die Handlung an sich ist abgedreht. Die häufig wechselnden Schauplätze und die vielen Protagonisten strengen beim Lesen schon ordentlich an und machen es mühsam, sich zurechtzufinden.
Der trockene Humor kann gefallen, und gerade und nur deshalb hat mich der Roman "Wir finden Mörder" von Richard Osman streckenweise angenehm kurzweilig unterhalten.

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Veröffentlicht am 23.09.2024

Hatte mehr erwartet

Als wir nach den Sternen griffen
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"Im östlichen Teil Deutschlands gingen Dinge vor sich, von denen man vor wenigen Jahren noch nicht zu träumen gewagt hätte."

Deutschland im Wendejahr 1989.
Kurz vor dem Fall der Mauer flüchten einige ...


"Im östlichen Teil Deutschlands gingen Dinge vor sich, von denen man vor wenigen Jahren noch nicht zu träumen gewagt hätte."

Deutschland im Wendejahr 1989.
Kurz vor dem Fall der Mauer flüchten einige ausreisewillige DDR-Bürger auf das Grundstück der bundesdeutschen Botschaft in Prag und hoffen, damit ihre Ausreise in den Westen zu erzwingen. Unter ihnen sind auch Tobias und seine kleine Tochter Jasmin.

Leider wird, meiner Meinung nach, im Klappentext auf dem Buchrücken bereits viel zu viel von der Geschichte vorweggenommen, man erfährt hier schon Einzelheiten, die erst im letzten Drittel des Buches relevant werden!! Warum spoilert der Verlag oder die Autorin hier so immens? Das hat mir gar nicht gefallen...

Ebenso hatte ich mir wesentlich mehr sorgfältig recherchierte und fundierte Fakten sowie ein packend erzähltes Stück deutscher Zeitgeschichte erhofft.

Leider ist sogar das berühmte Willy Brandt Zitat "Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört" zeitlich falsch eingeordnet. Brandt hat diesen Satz eben nicht am 03. Oktober 1990 sondern schon am 10. November 1989 ausgesprochen.

Auch von der knisternden Atmosphäre und den zwischenmenschlichen Spannungen, die zwangsläufig bei derart vielen Personen auf engstem Raum auftreten müssen, ist im Roman kaum etwas zu spüren. Der von Theresa Herold einfach gehaltene Schreibstil ermöglicht es, sehr schnell durch die einzelnen Kapitel des Buches zu fliegen.

"Als wir nach den Sternen griffen" ist eine leichte und gefühlvoll erzählte Liebesromanze vor historischem Hintergrund. Leider nicht mehr.

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Veröffentlicht am 30.08.2024

zi wenig "echter" Strobel

Stalker – Er will dein Leben.
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"Eines wusste er genau: Das Leben, wie er es bisher gekannt hatte, war vorüber."

Nachdem er sich zunächst auf übelste Nachrede in den Social-Media-Kanälen
beschränkt, dringt der Stalker immer tiefer ...


"Eines wusste er genau: Das Leben, wie er es bisher gekannt hatte, war vorüber."

Nachdem er sich zunächst auf übelste Nachrede in den Social-Media-Kanälen
beschränkt, dringt der Stalker immer tiefer in Eric's Privatleben ein und stellt ihm eine schier unlösbar erscheinende Aufgabe.

Von Anfang an verhält dieser Eric sich äußerst naiv und seine Vorgehensweise war für mich wiederholt wenig nachvollziehbar. Leider konnte ich mich zu keiner Zeit mit seiner Person, respektive seinem Handeln auch nur ansatzweise identifizieren. Auch sein Umfeld und alle weiteren Charaktere reagieren mehr als fragwürdig. Seine Frau Paula agiert nur eingeschränkt emotional und zeigt sich leider null empathisch.

Die Handlung kommt, recht untypisch für einen Strobel Thriller, am Anfang kaum voran, ist eher langatmig und spannungsarm. Erst etwa ab Mitte des Buches zieht dann aber der angelegte Spannungsbogen deutlich an und die erzählte Geschichte wird zunehmend facettenreicher und interessant. Leider gelingt es Arno Strobel dann aber nicht, dieses Spannungsniveau auch bis zum Finale entsprechend hoch zu halten.
Das dann irgendwie überraschend plötzliche, gleichzeitig unglaubwürdige und arg konstruierte Ende der Erzählung hat mich persönlich nicht überzeugt.

Fazit: Aufgrund der durchgängig einfachen Sprache und der vielen, kurzen Kapitel ist der STALKER schnell ausgelesen. Für mich leider nur ein netter Thriller für Zwischendurch, der meine Erwartungen nicht erfüllen konnte: für einen echten, klassischen "Strobel" ist mir das zu wenig.

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Veröffentlicht am 28.06.2024

Schön gestaltet, inhaltlich aber detailarm

Stolz und Vorurteil - Die Graphic Novel nach Jane Austen
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Leider kenne ich weder das klassische Original von Jane Austin, noch habe ich eine der Verfilmungen gesehen. Da ich deshalb gar kein Vorwissen bezüglich der Hintergrundgeschichte hatte, fiel es mir zugegebenermaßen ...


Leider kenne ich weder das klassische Original von Jane Austin, noch habe ich eine der Verfilmungen gesehen. Da ich deshalb gar kein Vorwissen bezüglich der Hintergrundgeschichte hatte, fiel es mir zugegebenermaßen schwer, der Erzählung inhaltlich zu folgen. Offensichtlich nimmt Claudia Kühn in dieser Graphic Novel die ein oder andere "Abkürzung", ich fand mich in der erzählten Geschichte nur schwer zurecht.

Der klare Zeichenstil von Tara Spruit hat mir sehr gut gefallen, viele der Bilder fangen eine wunderschöne Atmosphäre ein. Kompliment.
Leider sind die Charaktermodelle aber zu ähnlich geraten, so dass ich die fünf Schwestern und auch die männlichen Protagonisten ständig durcheinander gebracht habe. Auch die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren waren streckenweise für mich arg verwirrend.

Das Buch ist schnell ausgelesen; die Erzählung bleibt leider durchgehend sehr oberflächlich und deshalb auch wohl kaum in Erinnerung. Eigentlich schade, den die grundlegende Idee, eine "Alte Geschichte in neuen Bildern" zu erzählen erscheint durchaus reizvoll, um klassische Literatur unterhaltsam zu präsentieren.

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