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Veröffentlicht am 14.09.2024

Japanischer Krimi nach Agatha-Christie-Manier

Die rätselhaften Honjin-Morde
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Seishi Yokomizo, in Japan eine Krimi-Institution, wie bei uns etwa Agatha Christie, siedelt seine „rätselhaften Honjin-Morde“ 1937 in der Provinz Settsu zwischen Osaka und Okayama an.

Die Idee hinter ...

Seishi Yokomizo, in Japan eine Krimi-Institution, wie bei uns etwa Agatha Christie, siedelt seine „rätselhaften Honjin-Morde“ 1937 in der Provinz Settsu zwischen Osaka und Okayama an.

Die Idee hinter diesem Buch ist sehr interessant und enthält unerwartete Wendungen. Die Beschreibungen sind sehr detailliert, jedoch auch sehr sachlich. Der etwas altmodische Stil ist etwas gewöhnungsbedürftig, gibt jedoch einen faszinierenden Einblick in die japanische Gesellschaft vor nicht ganz hundert Jahren.

Das Konzept von dem "Locked-Room-Murder-Mystery" mag ich sehr gerne, einfach weil es so viele Rätsel gibt. Während des Verlaufs der Geschichte fügen sich langsam die Puzzelteile zusammen, und ich konnte ein bisschen miträtseln.

Mir hat der Roman sehr viel Spaß gemacht.

Der Schreibstil war für mich zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, doch je weiter ich im Buch voranschritt, desto besser hat mir der Schreibstil gefallen.

Yokomizo erzählt seinen Krimi aus der Sicht eines Autors, der die Geschichte des Mordes nacherzählt. Dabei spricht er auch den Leser direkt an und verwendet insgesamt drei Zeitebenen: die Gegenwart des Erzählers, den Zeitpunkt der Tat und die Vorgeschichte der Figuren.

Am Ende gibt es ein Personenverzeichnis und ein sehr hilfreiches Glossar mit japanischen Begrifflichkeiten.

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Veröffentlicht am 24.08.2024

Ein spannender, komplexer Serienauftakt

Glutspur
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Zu Beginn haben mich die vielen, völlig unterschiedlichen Perspektiven etwas verwirrt, deshalb war der Einstieg für mich nicht ganz so leicht. Es wurde dann aber schnell besser, und ich war in der Geschichte ...

Zu Beginn haben mich die vielen, völlig unterschiedlichen Perspektiven etwas verwirrt, deshalb war der Einstieg für mich nicht ganz so leicht. Es wurde dann aber schnell besser, und ich war in der Geschichte drin.

Was ich besonders interesannt finde, ist der persönliche Hintergrund, den Katrine Engberg in die Geschichte einfließen lässt. Verfolgung und Flucht, Verlust und Trauer werden thematisiert. Es geht um Flucht in mehr als einem Sinn. Alle ihre Figuren fliehen vor irgendetwas.

Glutspur ist ein spannender Krimi, durch die verschiedenen Perspektiven sehr komplex und vielschichtig. Drei teilweise zusammenhanglos erscheinende Teilgeschichten werden am Ende geschickt zusammengeführt. Jedoch scheint die Übersetzung nicht immer ganz gelungen.

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, und es hat mich nicht enttäuscht. Wie lernen sehr interessante Protagonisten kennen. Der zeitliche Rahmen ist durch die Datumsangaben gut nachvollziehbar.
Mir hat dieser erste Fall mit Liv Jensen jedenfalls gut gefallen, und ich freue mich schon auf den zweiten Band.


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Veröffentlicht am 26.07.2024

Gedanken über das Älterwerden

Altern
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Ich bin keine "nette Alte“, sagt Elke Heidenreich und ja, das hört man auch. Elke Heidenreich wie man sie kennt.

Viele Zitate zum Thema "Altern" von literarischen Größen bereichern das Hörvergnügen und ...

Ich bin keine "nette Alte“, sagt Elke Heidenreich und ja, das hört man auch. Elke Heidenreich wie man sie kennt.

Viele Zitate zum Thema "Altern" von literarischen Größen bereichern das Hörvergnügen und haben mir sehr gut gefallen. Es hat Spaß gemacht ihr zuzuhören, ich mag ihre schonungslose Ehrlichkeit und ihren Humor.

Auch wenn ich nicht mit allem einverstanden bin und es meiner Meinung nach manchmal etwas am Thema "Altern" vorbei geschrieben wurde, ein durchaus lesenswertes Buch.

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Veröffentlicht am 29.06.2024

Ein wahrer Fall fiktiv aufgearbeitet

Im Kopf des Bösen - Ken und Barbie
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Dieses Buch ließ anhand des Co-Autors Axel Petermann einen Einblick in den fallanalytischen Blickwinkel des behandelten Falls erwarten. Hier wird der Fall des kanadischen Serienmörder-Pärchens „Ken und ...

Dieses Buch ließ anhand des Co-Autors Axel Petermann einen Einblick in den fallanalytischen Blickwinkel des behandelten Falls erwarten. Hier wird der Fall des kanadischen Serienmörder-Pärchens „Ken und Barbie“ zum Vorbild für die Handlung genommen, die von den Autoren nach Deutschland transferiert wird.

Wir erleben das Ermitteln und letztlich die Lösung des Falles sowohl aus Sicht der klassischen Polizeiarbeit, als auch aus dem Blickwinkel der fiktiven Fallanalytikerin Sophie vom BKA, welcher dadurch besonders hervorgehoben wird, dass Sophe eine Asperger-Autistin ist. Deren oft zwanghaft analytische Denkweise bildet einen gut nachvollziehbaren Kontrast zu der eher auf ermittlungstechnischen Erfahrungswerten bezogenen Herangehensweise der ermittelnden Kollegen, was der Geschichte ihre innewohnende Spannung plastisch hervorhebt.

Doch nicht allein der dadurch erzeugte Spannungsbogen macht das Buch lesenswert, sondern insbesondere auch der hierbei bewusst eingesetzte erklärende Dialog, durch welchen die grundlegenden Denkansätze einer Mordermittlung ebenso nachvollziehbar vermittelt werden, wie die Denk- und Erlebenswelt eines autistischen Menschen. Ich habe das Buch daher mit besonderer Spannung gelesen.

Ein Wermuthstropfen war für mich lediglich, dass sich manche auf die Interaktion der Protagonisten bezogene Formulierungen für mein Empfinden etwas stereotyp wiederholen, was ich dann sprachlich als ein wenig flach empfand. Dies tut wiederum dem richtig gut aufgebauten Spannungsbogen keinen Abbruch.

Unbedingt eine Leseempfehlung von mir, für die ich gern vier von fünf Sternen vergebe.

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Veröffentlicht am 28.06.2024

Ein solider Krimi, vielversprechender Reihenauftrakt

Der Wald ist Schweigen
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Die Geschichte war gut geschrieben, auch spannend und von der Idee her abwechselungsreich geschildert. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht, lediglich die Auflösung des Falles war aus meiner ...

Die Geschichte war gut geschrieben, auch spannend und von der Idee her abwechselungsreich geschildert. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht, lediglich die Auflösung des Falles war aus meiner Sicht relativ früh vorhersehbar.

Die Erwähnung der vielen Markenartikeln nebst Hersteller waren aus meiner Sicht überflüssig.

Es war mein erstes Buch von Gisela Klönne. Insgesamt fand ich es gut. Ich werde sicher auch die weiteren Bücher von der Autorin lesen und hoffe, dass es noch Steigerungen gibt.

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