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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.08.2024

Berührend, spannend, mitreißend - eine gelungene Mischung

The Monet Family – Shine Bright Like a Treasure
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Hailie muss nachdem ihre Mutter und Großmutter tödlich verunglückt sind, ihr ganzes bisheriges Leben hinter sich lassen. Ihr Vormund ist ihr Halbbruder Vincent, von dessen Existenz sie vorher ...

Hailie muss nachdem ihre Mutter und Großmutter tödlich verunglückt sind, ihr ganzes bisheriges Leben hinter sich lassen. Ihr Vormund ist ihr Halbbruder Vincent, von dessen Existenz sie vorher noch nicht mal etwas wusste. Und zusätzlich zu Vincent hat sie noch 4 Halbbrüder, mit denen sie ab sofort zusammenleben muss.
Die Verzweiflung und das Bemühen von Hailie nach Anerkennung und Zuneigung hat mir mehr als einmal die Tränen in die Augen getrieben. Weronika Anna Marczak ist es gelungen, die Gefühle des Teenagers glaubwürdig darzustellen ohne kitschig zu wirken. Man leidet mit ihr - sieht ihre Verzweiflung- auch ihr Unverständnis ggü. der neuen Regeln, ihre Angst vor ihren Brüdern und man hofft, dass Hailie ihren Platz findet (auch für die 5 Jungs ist die Situation ja alles andere als leicht). Ein wirklich gut zu lesendes Buch für jedes Alter vom Teenie bis zur Oma - hier findet jeder eine Botschaft, die ihn anspricht und mitzieht.

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Veröffentlicht am 15.07.2024

Wortgewaltig

Mitternachtsschwimmer
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Ein Buch, welches mich insbesondere durch die Kraft der Gefühle, die es in mir geweckt hat, gefesselt hat. Selten habe ich Liebe, Schmerz, Nachdenklichkeit aber auch Freude so stark beim Lesen ...

Ein Buch, welches mich insbesondere durch die Kraft der Gefühle, die es in mir geweckt hat, gefesselt hat. Selten habe ich Liebe, Schmerz, Nachdenklichkeit aber auch Freude so stark beim Lesen gespürt. Der Inhalt ist im Klappentext ausreichend erläutert worden, deshalb sage ich dazu nichts. Aber das Besondere am Stil der Autorin sind die Bilder, die sie im Kopf freisetzt. Ich habe die Brandung gerochen, die Kühle der salzigen Luft aber auch die Wärme sonnendurchfluteter Wege gespürt. Eine Landschaft, die viel mit der Bevölkerung gemeinsam hat- rau, umfassend und im Bezug auf die Einwohner- unglaublich gastfreundlich, wenn auch skeptisch. Eine Gemeinschaft in der Evan erst noch seinen Platz finden muss. Ein Buch, welches man im Urlaub auf der Terrasse oder am Strand schnell gelesen hat, welches aber in der Seele nachhallt.

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Veröffentlicht am 15.06.2024

Heimat der Riesenwellen

Nazaré. Leben und Tod der Big Wave Surfer
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Nazaré bekannt als Surfhotspot aufgrund seiner Monsterwellen. Der Sportjournalist Matt Majendie hat das Glück Einblick in die Welt der Surfer zu bekommen und durfte einige der Profis eine Saison begleiten. ...

Nazaré bekannt als Surfhotspot aufgrund seiner Monsterwellen. Der Sportjournalist Matt Majendie hat das Glück Einblick in die Welt der Surfer zu bekommen und durfte einige der Profis eine Saison begleiten. Und diese Welt ist aufregend - das Spiel mit dem Leben, die Jagd nach Rekorden, die Wipeouts, die schlimmen Verletzungen und Nahtoderfahrungen, die langen Rehas nach Stürzen - all das wird sehr plastisch und mitreißend beschrieben. Sehr schön finde ich, dass zusätzlich zu den Surfern auch die Spotter auf den Felsen und die Jetskifahrer zu Wort kommen, welche zum einen den Sportler in die Wellen ziehen und zum anderen sie such bergen müssen und dafür nur wenige Sekunden Zeit haben. Auch wenn in den Videos meist der Surfer gefeiert wird, betonen diese immer wieder, dass ohne ihr Team nichts geht und es wird sich vor allem bei Rettungen auch teamübergreifend geholfen. Einer für Alle… Alle für einen - hier passt das noch. Ich habe den Einblick in diese Welt des Leistungssports sehr genossen und hoffe, dass jeder dieser sympathischen Menschen sein Glück und seine Welle findet. Ich kann das Buch auch Landratten nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 31.05.2024

Ich bin sprachlos zurückgeblieben

Solito
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Stellt Euch vor ihr seid 9 Jahre alt und zieht zu Euren Eltern. Nur diese Reise wird nicht per Auto, Flugzeug oder Zug stattfinden, sondern mittels Schleppern, die beim illegalen Grenzübertritt ...

Stellt Euch vor ihr seid 9 Jahre alt und zieht zu Euren Eltern. Nur diese Reise wird nicht per Auto, Flugzeug oder Zug stattfinden, sondern mittels Schleppern, die beim illegalen Grenzübertritt die Gruppe führen - begleitet von Durst, der Angst erwischt zu werden, der Sehnsucht nach den Eltern und dem Heimweh nach dem bisherigen zu Hause- den Großeltern, der Tante, den Haustieren. Geht das, wenn man doch so jung ist? Oh ja - Javier ist 9 Jahre als er zu seinen Eltern in die USA aufbricht und sein altes Leben in El Salvador hinter sich lässt. Dieses Buch hat mich sehr berührt - der Autor schafft es den Jungen von damals nochmals zurückzuholen und berichten zu lassen mit seinen Wünschen, Ängsten, Hoffnungen und dem kindlichen Vertrauen, dass alles gut wird. Er wird, nachdem ihm sein Großvater ein Stück des Weges begleitet hat, von einer Flüchtlingsfrau und ihrer Tochter, sowie einem jungen Mitflüchtling nahezu liebevoll betreut. Diese drei werden zu seiner Ersatzfamilie.
Der Schreibstil ist wohltuend unaufgeregt, denn die Erlebnisse und die Ungewissheit sprechen für sich und doch gibt es Momente der Wärme und Menschlichkeit, die den Glauben an das Gute im Menschen zurückbringen . Ein sehr nachdenklich stimmender Roman, den man beim Lesen nicht aus der Hand legen möchte. Endlich bekommt ein Flüchtlingskind einen Namen, eine Stimme, stellvertretend für so Viele. Dieses Buch kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 15.05.2024

Wandlung

Wir waren nur Mädchen
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Der Roman zeigt eindrucksvoll die Wandlung der Hannie Schaft von der schüchternen Jurastudentin zur erbitterten Widerstandskämpferin, deren einziger Antrieb Menschlichkeit und Gerechtigkeitssinn ...

Der Roman zeigt eindrucksvoll die Wandlung der Hannie Schaft von der schüchternen Jurastudentin zur erbitterten Widerstandskämpferin, deren einziger Antrieb Menschlichkeit und Gerechtigkeitssinn waren. Ich habe gebannt der Entwicklung dieser jungen Frau zugesehen. Denn Hannie erzählt selbst - von ihrer Ratlosigkeit, ihrem Wunsch, ihren beiden jüdischen Freundinnen zu helfen und von dem Schmerz, der an ihr nagt. Der Schmerz eines jungen Menschen, der seine Seele und seine Zukunft zu Scherben zerfallen sieht.
Schade ist, dass das Buch ab und an aus meiner Sicht zu kurz bei Hannies Entwicklung greift. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass so eine intelligente Frau einfach auf Anweisung eines Mannes, den sie zu diesem Zeitpunkt kaum kannte, auf einen Menschen schießt. Gut hier war es nur ein Test der Widerstandsgruppe. Aber das Schießen wird ja bald Realität sein.
Mir hat hingegen sehr gut gefallen, dass Hannie und nicht ein neutraler Erzähler das Wort hatte. Denn Neutralität wäre hier völlig unangebracht. Ich neige meinen Kopf vor ihrem Mut und dem ihrer Eltern. Ich hätte ihr und der Widerstandszelle ein bisschen mehr Kooperation mit anderen Zellen und genauere Planung gewünscht. Aber Hannie ist eine sehr mutige Frau und ich finde es schön, dass sie endlich mehr Gehör gefunden hat.

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