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Veröffentlicht am 27.10.2025

Eine wilde Reise

Ever & After, Band 3 - Die letzte Stunde
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Bevor ich damals den ersten Band dieser Reihe gelesen habe, dachte ich wirklich, mich erwartet ein mehr oder weniger harmloses, nettes Jugendbuch. Diese Voreinstellung wurde schon sehr zügig widerlegt, ...

Bevor ich damals den ersten Band dieser Reihe gelesen habe, dachte ich wirklich, mich erwartet ein mehr oder weniger harmloses, nettes Jugendbuch. Diese Voreinstellung wurde schon sehr zügig widerlegt, aber Band 3 hat mich dann noch mal auf ganz neue Art und Weise sprachlos hinterlassen. Kein Wunder, dass die Altersenpfehlung hier noch mal auf 16 angehoben wurde. Die Brutalität wurde schon noch mal auf ein neues Level gehoben.

Ich bin immer noch dieses unfassbar kuriose, teilweise verwirrende und auf jeden Fall spektakuläre Ende am Verarbeiten. In jedem Kapitel gab es gefühlt einen neuen Plot-Twist. Und ich hätte wirklich mit allem gerechnet, aber DAMIT? Never ever. Ich würde gern mal einen Blick in Stellas Kopf werfen, um verstehen zu können, wo sie das jetzt schon wieder hergeholt hat.
Die Charaktere sind wie immer so liebevoll gestaltet und selbst die Nebencharaktere bekommen ihre eigene Geschichte. Gelegentlich konnte ich einige Handlungen der Figuren nicht ganz nachvollziehen und fand sie vielleicht etwas überzogen, aber das ist ja auch Gechmackssache.
Geschichten, in denen die Zeit manipulierbar und veränderbar ist, sind so unfassbar schwer zu schreiben, ohne dass Plotholes entstehen und alles irgendwie logisch bleibt. Ich muss zugeben, dass ich oft so verwirrt und überrumpelt war, dass ich nicht sagen kann, ob es irgendwelche nicht logischen Zusammenhänge gab. Es gibt eine Sache hinsichtlich Coles Portrait, die ich noch nicht ganz verstehe, aber vielleicht bin ich auch einfach zu blöd dafür. Alles in allem hat es Stella geschafft, dass auf den ersten Blick zumindest für mich letztendlich alles irgendwie Sinn ergeben hat.
Ich bin schon ein wenig traurig, dass diese turbulente Reise jetzt sein Ende gefunden hat ;) und hoffe, dass Stelle alsbald wieder den Schritt ins Fantasy Genre zurückwagt, auch wenn sie laut Danksagung davon ja erst mal eine Pause braucht.

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Veröffentlicht am 16.07.2024

Jetzt schon ein Jahreshighlight

When The Moon Hatched
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Dieses Buch hat mich aus einer Leseflaute gerettet! Seit Wochen war ich versunken im Unistress und konnte mich nicht motivieren, mehr als 10 Seiten am Tag zu lesen, und dann kam dieses wunderschöne Schätzchen ...

Dieses Buch hat mich aus einer Leseflaute gerettet! Seit Wochen war ich versunken im Unistress und konnte mich nicht motivieren, mehr als 10 Seiten am Tag zu lesen, und dann kam dieses wunderschöne Schätzchen bei mir an. Und zack, waren in einer Woche über 800 Seiten verschlungen als wären es nichts.
Das Buch ist wirklich sehr schön aufbereitet. Ich war aber nicht von Anfang an ein Fan vom Cover, weil es mir irgendwie starke Jugendbuch-Vibes gibt, obwohl ich es definitiv erst ab einem bestimmten Alter empfehlen würde. Es gibt ein paar explizite spicy Szenen und die Kampfszenen sind schon recht brutal. Die Innengestaltung gefällt mir allerdings super. Die Illustrationen sind wunderschön, wie auch die kleine Zeichnung am Kapitelbeginn. Ich hätte gerne noch einen Farbschnitt gehabt, aber Leute, bitte tut mir den Gefallen und kauft das Buch trotzdem! Es lohnt sich.
Raeve als Protagonistin habe ich von Anfang an geliebt. Sie ist einfach badass und lässt sich von absolut niemandem etwas sagen. Sie lässt am Anfang noch rein gar nichts von dem durchblicken, was eigentlich in ihr steckt, was es so unglaublich spannend macht, sie immer näher kennenzulernen. Selbst am Ende des Buches habe ich noch sehr viele Fragen, weshalb ich Band zwei kaum erwarten kann. In ihr steckt einfach so viel Potential und so viele Geheimnisse. Allgemein sind die Charaktere in dem Buch sehr tiefgründig, allesamt. Ich glaube, dass es mir hier sehr leicht fallen wird selbst in einem Jahr noch zu wissen, wer wer ist, was tatsächlich nicht oft in Büchern so ist...
Was den Plot angeht habe ich mich leider etwas gespoilert. Passt auf, wenn ihr im Vorhinein Goodreads-Rezensionen lest! Das hat mich super geärgert. Ich weiß deshalb gar nicht, ob ich diesen Plottwist irgendwann schon von allein erraten hätte, oder ob es mich überrascht hätte. Zu dem Zeitpunkt im Buch, an dem ich gerade war, als der Spoiler mich erwischt hat, hat es mich auf jeden Fall überrascht. Die Autorin schafft es super gut die Spannung aufrechtzuerhalten. Mir war eigentlich zu keinem Zeitpunkt langweilig, es gab immer einen Grund, weshalb ich das Buch wieder aufschlagen wollte.
Was die Drachen angeht habe ich mich gefragt, wie groß ihre Rolle sein wird. Deshalb möchte ich da kurz drauf eingehen. Sie sind im Laufe des Buches definitiv nicht immer so präsent wie zum Beispiel in Fourth Wing. Dennoch sind sie elementar für die Welt, in der die Geschichte spielt, und ich könnte mir vorstellen, dass sie in den Folgebänden noch eine größere Rolle spielen werden.
Noch eins zwei Sätze zum Worldbuilding: Grandios! Ich bin jetzt schon versunken in der Welt und finde sie absolut einzigartig. Natürlich, Fae, die mit Elementen umgehen, erfindet das Rad nicht neu. Aber es gibt so viele andere Aspekte, die hier alle zusammenspielen. Allein, dass es ein riesiges Glossar am Ende des Buches gibt, zeigt, wie viele Gedanken sich die Autorin hier gemacht hat. Das wird definitiv mehr als deutlich.

So, es gibt natürlich noch mehr, worüber man schwärmen könnte, aber ich glaube, diese Auswahl an Aspekten trifft es erst mal sehr gut. Zum Abschluss noch mal eine Empfehlung an alle Fantasy Fans und die, die es noch werden wollen!

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Veröffentlicht am 13.09.2023

Absolut direkt und unzensiert

Ich, Sperling
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Er nennt sich selbst Jakob, doch in seinem Leben trug er viele verschiedene Namen, die ihm von anderen gegeben worden sind.
"Ich war einmal ein sprechendes Werkzeug. Jetzt bin ich ein Werkzeug, das keinen ...

Er nennt sich selbst Jakob, doch in seinem Leben trug er viele verschiedene Namen, die ihm von anderen gegeben worden sind.
"Ich war einmal ein sprechendes Werkzeug. Jetzt bin ich ein Werkzeug, das keinen Zweck mehr erfüllt, aber immer noch die Macht der Sprache besitzt". Unter anderem auf diese Weise wendet sich der fiktionale Erzähler und Protagonist immer wieder zwischendurch an den Leser. Er erzählt eine Geschichte voller Höhen und Tiefen, eine Geschichte von einem kleinen Jungen, dem seine Kindheit geraubt worden ist, der als Sklave in einem Bordell im spätrömischen Reich aufgewachsen ist. Eine Geschichte von sich selbst und von dem Sperling, der stets sein treuer Begleiter war.

Ich weiß nicht so recht, wie ich diese Rezension verfassen soll, weil ich das Gefühl habe, dass alles, was ich schreibe, dem Roman nicht gerecht werden kann. Ich habe gerade die letzte Seite beendet und bin immer noch völlig in der Geschichte gefangen. Die einzigartigen Charaktere, die ausdrucksstarke, knallharte Ehrlichkeit der Erzählung hat mich absolut gefesselt. Ich hätte vorher nicht damit gerechnet, dass knapp 600 Seiten, welche zudem nicht in Kapitel eingeteilt worden sind, sondern nur in vier größere Abschnitte, so schnell dahinfliegen können.
Es gab unglaublich viele Momente, in denen ich das Buch kurz zuklappen musste, um zu verarbeiten, was gerade geschehen ist. Es hat mir das Herz zerrissen. Und auch das Ende quält mich ziemlich. Es ist zwar irgendwie zufriedenstellend, aber so offen, dass es sich gleichzeitig auch nicht richtig anfühlt, den jungen Protagonisten nicht mehr länger auf seinem langen Weg zu begleiten. Denn dieser Roman zeigt nur einen Auszug seines Lebens. Dieser Auszug ist allerdings so ausführlich und bildlich beschrieben, dass man nicht anders kann, als in den Moment hineinzutauchen. Die Gerüche und Geräusche, die der Protagonist wahrnimmt, werden nahezu real.
Ich kann den Roman absolut empfehlen, aber seid euch bitte bewusst, dass einige Inhalte triggern können. Es gibt äußerst explizite Szenen mit sexuellem Missbrauch in jeglicher Form. Ich kann mir vorstellen, dass es einigen Menschen nicht gut tun würde, diese zu lesen.

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Veröffentlicht am 28.04.2023

Anders als alle Liebesromane, die ich zuvor gelesen habe

Wo du uns findest (Light in the Dark 2)
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Zuvor möchte ich einmal anmerken, dass ich den ersten Band der Reihe noch nicht gelesen habe. Es ist also auf jeden Fall möglich, die Bände einzeln zu lesen. Das Buch hat mich allerdings sehr dazu motiviert, ...

Zuvor möchte ich einmal anmerken, dass ich den ersten Band der Reihe noch nicht gelesen habe. Es ist also auf jeden Fall möglich, die Bände einzeln zu lesen. Das Buch hat mich allerdings sehr dazu motiviert, jetzt auch noch die anderen Bände lesen zu wollen.

Was macht diesen New Adult Roman besonders? Die Frage stelle ich mir immer, wenn ich auf der Suche nach neuen Büchern dieses Genres bin. Bei "wo du uns findest" ist das ganz einfach zu beantworten: Ich habe vorher noch nie einen Roman gelesen, indem es nicht direkt um das Verlieben ging, sondern um die bereits bestehende Liebe und die Probleme in einer Beziehung.
Das andere große, wichtige Thema in dem Buch ist der Umgang mit Depressionen besonders bei männlichen Personen. Es ist traurig, aber wahr, dass Depressionen bei Männern (und von Männern selbst) oft nicht richtig ernst genommen und akzeptiert werden. Die Stimmen von Betroffenen am Ende des Romans fand ich dabei sehr wichtig und passend.

Ich bin innerhalb weniger Tage nur so durch das Buch geflogen. Es ließ sich total flüssig lesen und zum Ende hin konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Antonia konnte die Gefühle der beiden Protagonisten Ben und Mel unfassbar gut darstellen, was unter anderem daran lag, dass es ähnlich viele Kapitel aus der Sicht des jeweils anderen Charakters gab.

Die Gestaltung des Buches ist dann noch die Kirsche auf der Sahne. Ich weiß nicht, wie oft ich den goldenen Farbschnitt in die Sonne gehalten habe, weil er so schön glänzt xD
Der Roman konnte mich alles in allem also rundum überzeugen.

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Veröffentlicht am 08.03.2023

Nicht nur was für Gaming-Begeisterte

Morgen, morgen und wieder morgen
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Ich weiß noch nicht, ob es dieser Roman bei mir zu einem Jahreshighlight schafft, aber er wird mir definitiv in Erinnerung bleiben. Zuerst hatte ich die falsche Erwartung, dass es sich um die Sorte Liebesroman ...

Ich weiß noch nicht, ob es dieser Roman bei mir zu einem Jahreshighlight schafft, aber er wird mir definitiv in Erinnerung bleiben. Zuerst hatte ich die falsche Erwartung, dass es sich um die Sorte Liebesroman handelt, von der es schon so viele gibt, aber die Geschichte von Sam und Sadie ist einzigartig und zeigt, dass Freundschaft so viel intensiver sein kann als Liebe.

Gabrielle Zevin hat es geschafft, Charaktere zum Leben zu erwecken, die einem ans Herz gehen. Sie sind alle so unterschiedlich und haben ihr eigenes Päckchen zu tragen. Noch dazu finde ich ihre Entwicklung vom Anfang bis zum Ende des Buches faszinierend. Wir begleiten sie durch alle Höhen und Tiefen ihres Lebens und erfahren, wie sie dadurch geprägt wurden. Das ist nicht nur bei Sam und Sadie der Fall. Es gibt auch unfassbar tolle Nebencharaktere, wobei es mir gar nicht so leicht fällt, eine Grenze zwischen Haupt- und Nebencharaktere zu ziehen.

Der Schreibstil hat mich auch das ein oder andere Mal überrascht. Ich empfand ihn als sehr sachlich und distanziert, aber genau das hat einfach zu der Geschichte gepasst. Und trotzdem wurden so viele Emotionen überliefert. Dadurch kamen einige Ereignisse so plötzlich und ohne, dass sie vorherzusehen waren, was sie noch viel intensiver und bedeutsamer gemacht hat. Dieses Phänomen finde ich schwer zu beschreiben, dafür muss man das Buch einfach gelesen haben. Ich hatte zum Schluss immer wieder die Metapher eines Puzzles im Kopf. Die Handlung legt immer neue Puzzleteile offen, mit denen man am Anfang vielleicht noch gar nicht so viel anfangen kann. Aber zum Schluss ergeben all diese Puzzleteile bzw. Informationen ein absolut harmonisches Gesamtbild, bei dem alles zueinander passt.

Ich selbst hatte vorher noch keine Ahnung vom Thema Gamedesign, welches in dem Roman eine zentrale Rolle einnimmt. Höchstens von diversen Spielen, die ich gerne gespielt habe. Das hat mich zuerst abgeschreckt, aber beim Lesen empfand ich die fehlende Kenntnis von Fachbegriffen und das geringe Interesse daran keinesfalls als störend. Ganz im Gegenteil, der Roman konnte mir noch einiges darüber beibringen und ich habe mich nie dadurch gelangweilt gefühlt. Deshalb mein Fazit: Nicht zur was für Gaming-Begeisterte.

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