Spannend von der ersten bis zur letzten Seite
Finsteres HerzIn einem furiosen Einstieg erleben wir hautnah mit, wie ein Zeugenschutzhaus auffliegt. Dies ist so plastisch beschrieben, dass ich mich mitten im Geschehen glaube. In zwei parallelen Erzählsträngen, die ...
In einem furiosen Einstieg erleben wir hautnah mit, wie ein Zeugenschutzhaus auffliegt. Dies ist so plastisch beschrieben, dass ich mich mitten im Geschehen glaube. In zwei parallelen Erzählsträngen, die häufig am selben Ort, aber zu unterschiedlichen Zeiten spielen, begleiten wir zwei Ermittlerteams. Das Team Mendt/Elling (bekannt aus Teil 1 des Buchs) hat den Originalfall bearbeitet und ist nach dem Auffliegen des Zeugenschutzhauses nicht mehr ansprechbar. Mendt/Elling haben alle Unterlagen zum Fall vernichtet. Und da setzt das zweite Team an. Dudek und Kaminski aus unterschiedlichen Behörden versuchen, den Fall zu rekonstruieren. Und gleich zu Beginn wird klar, dass mindestens einer von ihnen ein eigenes Süppchen kocht.
Und diese Frage, wer nun falsch spielt im Umfeld der Ermittlungen, zieht sich durchs ganze Buch und macht faktisch eine dritte Ebene auf. Es ist faszinierend, wie Holger Karsten Schmidt, die Fäden in der Hand behält und sie zu einem logischen Ende führt. Dabei kommt ihm die Erfahrung als Drehbuchautor sehr entgegen. Ich kann mir die Orte und Menschen direkt vorstellen. Gerade die zentralen Charaktere sind hervorragend skizziert.
Das Buch spielt vor knapp 20 Jahren und die Zeit wird durch kleine Details immer wieder lebendig. Auch das ist hervorragend gelungen.
Es braucht beim Lesen ein gewisses Maß an Konzentration, um in der Komplexität des Falls (der eine stringente innere Logik hat) nicht verloren zu gehen. Gleichzeitig liest sich das Buch flüssig und ich bin nur so durch die Seiten geflogen, um endlich Klarheit in dem ganzen Verwirrspiel zu haben.
Ein absoluter Lesetipp.