Wohlfühlkrimi, sehr gute Urlaubslektüre
Gefährliche Aussicht„Gefährliche Aussicht“ ist ein kurzweilig und interessant geschriebener „Wohlfühlkrimi“. Es gibt einige Parallelen zu der Buchreihe von Martin Walker mit Bruno, Chef de Police, die in derselben Region ...
„Gefährliche Aussicht“ ist ein kurzweilig und interessant geschriebener „Wohlfühlkrimi“. Es gibt einige Parallelen zu der Buchreihe von Martin Walker mit Bruno, Chef de Police, die in derselben Region spielt. Anders als Walker verzichtet Dubois aber auf den erhobenen Zeigefinger, außerdem sind die ermittelnden Kommissarin Marie Mercier und Kommissar Richard Martin viel realer als der „übermenschliche“ Bruno.
Eine aus Paris zugezogene Frau, die zusammen mit ihrem Lebensgefährten ein großes altes Haus und das zugehörende Grundstück erworben hat und renovieren lässt, wird ermordet. Julie Dubois beschreibt sehr liebevoll, aber auch kritisch die Region, das familiäre Umfeld von Mercier, Martin und der anderen auftretenden Personen. Neben der Aufklärung des Mordfalls spielen das Essen und das Feiern herausragende Rollen. Immerhin spielt sich alles im Perigord ab. Die Ermittlungen klingen tatsächlich nach Polizeiarbeit, und der Mord wird einigermaßen glaubwürdig geklärt. Das Buch liest sich sehr flüssig. Was mich ein wenig stört, sind die sehr frühe Festlegung der Autorin auf den Charakter der Menschen, besonders der potenziellen Täter. So kann man einige Personen schnell ausschließen, weil sie zu positiv beschrieben werden. Und die Verhaltensweisen mancher Menschen erscheinen mir sehr provinziell und teilweise skurril. Das soll die Leser vielleicht zum Schmunzeln bringen, aber ich halte es für übertrieben.