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Veröffentlicht am 25.11.2025

Spannende und verstörende Geschichte einer Entführung

Nur das Böse
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Die Studentin Julie wird entführt und über viele Monate in einem fensterlosen Raum gefangen gehalten. Ihr Entführer James und dessen Frau Cora halten Julie für eine "Auserwählte", deren Wille zuerst gebrochen ...

Die Studentin Julie wird entführt und über viele Monate in einem fensterlosen Raum gefangen gehalten. Ihr Entführer James und dessen Frau Cora halten Julie für eine "Auserwählte", deren Wille zuerst gebrochen werden muss.

Der Psychothriller ist spannend, hat allerdings auch einige Längen. Drei Handelsstränge wechseln sich ab: Am meisten Raum nimmt Cora ein. In Rückblenden wird erzählt, wie sie böse gemacht und zu einem Monster geworden ist. Adam, ein ehemaliger Polizist ist auf der Suche nach Cora. Sein Verhalten ist ziemlich undurchsichtig und nur bedingt glaubwürdig. Über Julie erfährt der Leser vor allem, dass sie sich nicht kleinkriegen lässt. Mir fehlt eine glaubhafte Entwicklung von Julies Charakter. Das Ende kann ich nicht nachvollziehen.

Der Psychothriller wird von Nina Petri, Julia Nachtmann und Sascha Rotermund sehr schön gelesen. Dank der drei Stimmen ist es einfach, die Handelsstränge und Personen auseinanderzuhalten.

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Veröffentlicht am 18.09.2024

Actionreicher Abschluss der Reihe

Verraten
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Endlich ist der letzte Band um das Sonderdezernat Q erschienen. Er soll Aufschluss bringen, was vor vielen Jahren passierte, als Anker erschossen, Hardy zu einem Invaliden und Carl angeschossen wurde.

Carl ...

Endlich ist der letzte Band um das Sonderdezernat Q erschienen. Er soll Aufschluss bringen, was vor vielen Jahren passierte, als Anker erschossen, Hardy zu einem Invaliden und Carl angeschossen wurde.

Carl Morck, der Leiter des Sonderdezernats Q, wurde am Ende des 9. Bandes verhaftet, weil auf seinem Estrich ein Koffer voller Drogen und Geld mit seinen Fingerabdrücken gefunden wurde.
Der 10. und zugleich letzte Band der Reihe schliesst nahtlos an diese Verhaftung an. Carl sitzt ohne die für Polizisten üblichen Schutzmassnahmen im Gefängnis. Man fragt sich, warum er von seinen Vorgesetzten dermassen im Stich gelassen wird. Carl muss denn auch mehrmals um sein Leben kämpfen.
"Verraten" dreht sich um die Aufklärung des Druckluftnagler-Falls mit all seinen vielen Fäden und um die Menschen, die Carl helfen seine vermutete Unschuld zu beweisen.

Der Roman ist wiederum gut lesbar und spannend, aber nicht das beste Buch der Reihe. Ich finde, die vielen Actionszenen machen die Geschichte unglaubwürdiger, weniger wäre mehr gewesen.
Trotzdem eine absolute Leseempfehlung für alle Fans vom Dezernat Q und seinen aussergewöhnlichen Charaktere. Schade, heisst es Abschied nehmen!

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Veröffentlicht am 01.08.2024

Die Pariser Nervenklinik Salpêtrière um 1890 – «Die weibliche Hölle»

Nachtblaue Blumen
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Ende des 19.Jahrhunderts grassierte in Paris eine neuartige Krankheit, die Hysterie. Sie befiel vorwiegend junge Frauen, die sich auf irgendeine Weise nicht angepasst verhielten. In der Klinik Salpêtrière, ...

Ende des 19.Jahrhunderts grassierte in Paris eine neuartige Krankheit, die Hysterie. Sie befiel vorwiegend junge Frauen, die sich auf irgendeine Weise nicht angepasst verhielten. In der Klinik Salpêtrière, auch bekannt unter «Die weibliche Hölle», wurden sie hospitalisiert und unbeholfen und auf sehr fragwürdige Weise behandelt.
Die Ich-Erzählerin, eine 16-jährige Cabaret-Tänzerin, bekommt vom behandelnden Arzt ein Tagebuch geschenkt, in dem sie den Leser in den Alltag der Klinik mitnimmt. Sie erzählt von den aus heutiger Sicht schockierenden Behandlungen und Übergriffen, die sie klaglos erträgt. Zwischen den einzelnen, oft sehr kurzen Tagebucheintragungen finden sich auch Beschreibungen des damaligen Paris, über das Leben der Schreiberin vor ihrem Klinikaufenthalt und über dasjenige ihrer Mitpatientin Cloé.
Das Büchlein ist schnell gelesen, aber es beschäftigt und hallt noch lange nach. Die Geschichte ist intensiv, es gibt vieles zu überlegen und immer neue Fragen stellen sich dem Leser. Das Tagebuch-Format passt gut, um ein Gefühl für jene Zeit zu bekommen, aber leider geht es nicht in die Tiefe. Dies ist sehr schade, weil Alexander Kamber ein historisch sehr gut recherchiertes Buch geschrieben hat.

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Veröffentlicht am 15.08.2023

Liebesroman mit ernsten Untertönen

Sterne über Berlin
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Indiaca und René, die Hauptakteure dieser Liebesgeschichte, sind sehr liebevoll gezeichnet. Beide haben durch frühere Erlebnisse ein Trauma. Die Geschichte ist ein typischer Liebesroman mit den üblichen ...

Indiaca und René, die Hauptakteure dieser Liebesgeschichte, sind sehr liebevoll gezeichnet. Beide haben durch frühere Erlebnisse ein Trauma. Die Geschichte ist ein typischer Liebesroman mit den üblichen Irrungen und Wirrungen.

Was das Buch besonders macht, sind die aktuellen, zeitgenössischen Themen, die Daniela Aring aufgreift. Renés Kriegserlebnisse, die zu einer posttraumatischen Belastungsstörung geführt haben, sind z.B. sehr eindrücklich beschrieben. Sehr realitätsnah sind auch die Probleme seiner Ex-Freundin, welche versucht, das gemeinsame Kind von ihm fernzuhalten. Weniger nachvollziehen kann ich das Verhalten von Indie, das mir ziemlich unreif erscheint.

Das Ende ist zuckersüss geraten, so dass "Sterne über Berlin" schlussendlich einfach eine Wohlfühlgeschichte ist.

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Veröffentlicht am 11.05.2025

Romantische Ferienlektüre mit Happy End(en)

Küstenrauschen
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Mit 27 Jahren muss sich Tierärztin Lea neu ausrichten. Ihr Job ist weg und der Lebenspartner genauso. Lea willigt zögernd ein, die Tierarztpraxis ihres Grossvaters kurzzeitig zu führen, obwohl ihr die ...

Mit 27 Jahren muss sich Tierärztin Lea neu ausrichten. Ihr Job ist weg und der Lebenspartner genauso. Lea willigt zögernd ein, die Tierarztpraxis ihres Grossvaters kurzzeitig zu führen, obwohl ihr die Rückkehr in die Heimat panische Angst macht.

Die Geschichte ist leicht und locker zu lesen. Marieke Hansen beschreibt anschaulich die ostfriesische Gegend um die Krummhörn. Den Roman bevölkert sie mit sehr vielen unterschiedlichen Menschen, die alle ein eigenes Päckchen zu tragen haben. Zum Glück gibt es fast für jede der vielen Personen ein Happy End!

Der Beginn der Story war fulminant, flachte dann aber ziemlich ab und wurde vorhersehbar. Ich finde es auch schade, dass viele angesprochene Probleme nicht vertieft wurden. Ich werde Nordseerauschen als einen unterhaltsamen, aber nicht sehr glaubwürdigen Liebesroman in Erinnerung behalten.

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