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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.08.2024

Sehr spannend, ein Pageturner

Der Plan – Zwei Frauen. Ein Ziel. Ein gefährliches Spiel.
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Meg kämpft für Gerechtigkeit. Sie schleicht sich in das Leben skrupelloser Männer, die Frauen ausnehmen und sich an ihnen bereichern und nimmt ihnen ihr Geld und den guten Ruf. Sie möchte den Mann fallen ...

Meg kämpft für Gerechtigkeit. Sie schleicht sich in das Leben skrupelloser Männer, die Frauen ausnehmen und sich an ihnen bereichern und nimmt ihnen ihr Geld und den guten Ruf. Sie möchte den Mann fallen sehen, mit dem alles angefangen hat. Aber auch eine andere Frau möchte Rache, Meg ahnt nicht, dass die Frau ihr auf den Fersen ist...

Da ich das erste Buch von Julie Clark regelrecht verschlungen habe, habe ich mich umso mehr auf das zweite Buch gefreut - und wurde nicht enttäuscht.
Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht von Meg und der Journalistin Kat geschrieben. Zur Übersicht ist vor dem Kapitelanfang vermerkt, von wem es handelt und in der welcher Zeit man sich gerade befindet. Da Meg und Kat aus ihrer Sicht die Geschichte erzählen, wird eine unglaublich gute Spannung aufgebaut und die Gefahr ist immer zum Greifen nah. Als Leser gerät man immer wieder in die Spirale aus Manipulationen, Lügen und Betrügereien. Man weiß nie: wem kann ich trauen, was ist wahr?
Megs radikales Verhalten konnte ich am Anfang nicht nachvollziehen, aber nach und nach erfährt man mehr über sie und kann sie besser verstehen. Generell zeichnet Julie Clark hier zwei unglaublich starke Persönlichkeiten. Vor allem das Ende mit vielen Wendungen und einem wie immer grandiosen Finale lässt die Spannung nochmal steigen.

Von mir eine klare Empfehlung, ein toller psychologisch und rhetorisch sehr guter Thriller, der den Puls in die Höhe treibt!

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Rollentausch mit fatalen Folgen - sehr spannend

Der Tausch – Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg.
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Claire ist verheiratet, lebt in New York und ist mit einem dort einflussreichen Politiker verheiratet. Sie möchte vor der Gewalt in der Ehe fliegen und ein neues Leben in einem anderen Land anfangen. Minutiös ...

Claire ist verheiratet, lebt in New York und ist mit einem dort einflussreichen Politiker verheiratet. Sie möchte vor der Gewalt in der Ehe fliegen und ein neues Leben in einem anderen Land anfangen. Minutiös plant sie alles sorgfältig und findet sich am Flughafen JFK in New York wieder, von wo aus sie in ihr neues Leben starten will. Dort wird sie von Eva angesprochen. Im letzten Moment beschließen sie, die Bordkarten zu tauschen. Aber auch Eva hat eine Vergangenheit, die sich nicht abschütteln lässt und Claires neues Leben in Evas Heimat entpuppt sich nach und nach als Albtraum...

Von Julie Clark hatte ich vorher noch nicht gelesen, aber das Cover und der Klappentext haben mich sofort angesprochen.
Das Buch erzählt kapitelweise die Geschichte von Eva und Claire. In Rückblicken erfährt man nach und nach die Geschichte von Eva. Beide Geschichten sind sehr spannend erzählt und Julie Clark schafft es, eine unglaublich gute Spannung zu erzeugen. Immer in den richtigen Momenten endet das Kapitel, sodass man das Buch nicht mehr weg legen möchte.
Das Buch ist auch ein gutes Beispiel, dass häusliche Gewalt und Gewalt gegen Frauen leider immer noch "normal" ist und es nicht leicht ist, daraus auszubrechen.

Für mich ein absoluter Pageturner und hochspannend geschrieben. Empfehlenswert für alle, die einen guten Thriller suchen, der nicht blutig ist und viele Überraschungen bereit hält.

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Veröffentlicht am 12.08.2024

Tolles und wichtiges Buch mit vielen Denkanstößen

Kim Jiyoung, geboren 1982
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Kim Jiyoung ist Mitte dreißig und lebt in einem Vorort von Seoul mit ihrem Mann und ihrem kleinen Baby. Sie hat, wie es üblich ist, ihren Job aufgegeben um für ihr Baby voll als Mutter da zu sein. Bald ...

Kim Jiyoung ist Mitte dreißig und lebt in einem Vorort von Seoul mit ihrem Mann und ihrem kleinen Baby. Sie hat, wie es üblich ist, ihren Job aufgegeben um für ihr Baby voll als Mutter da zu sein. Bald verhält sie sich jedoch immer seltsamer: sie schlüpft in Rollen von Frauen aus ihrem Umfeld, ihre Persönlichkeit scheint sich zu spalten. Sie wird zum Psychiater geschickt, aus dessen Sicht die Geschichte rund um Kim erzählt wird.

Das Cover ist für mich schon sehr gut gestaltet, zeigt es doch eine Frau "ohne Gesicht". So fühlt sich auch die Protagonistin allzu oft. Außerdem sticht die Farbe Rot heraus und zeigt die Wichtigkeit und das Alarmierende der Geschichte.
Beim Lesen bleibt immer eine gewisse Distanz zur Protagonistin, auch die nüchterne Erzählweise des Psychiaters tragen dazu bei. Cho Nam-Joo möchte das Leid von Millionen Frauen auf der ganzen Welt aufzeigen - es soll hier gar nicht so sehr um die Geschichte von Kim Jiyoung als Person gehen. Sie steht vielmehr stellvertretend für das Frauenbild in der heutigen Gesellschaft, allen voran in Korea.
Der Psychiater zeichnet ein Bild von Kims Vergangenheit, ihrer Erziehung und ihrer Umwelt, aber auch von ihrem Eltern und deren Herkunft. Untermauert wird dies durch eingestreute Fakten und Statistiken, die der Erzähler immer wieder anführt. Von der koreanischen Gesellschaft und dem Land an sich wusste ich bis dahin nicht viel. Dies hat sich mit dem Buch geändert und man hat das Gefühl, um viele Jahrzehnte in der Zeit zurückgeworfen zu sein. Die Geschichte ist jedoch aktuell und wiederholt sich tagtäglich auf der ganzen Welt.
Kim macht, was von ihr verlangt wird: sie erfährt gute Bildung, heiratet, bekommt ein Kind. Alles in allem ein "normales" Leben, aber schnell merkt man, dass sie spätestens nach der Geburt kurz vor dem Zusammenbruch steht und unter dem Druck der Gesellschaft zerbricht.

Die Geschichte hat mich berührt und lässt mich nachdenklich, aber auch wütend zurück. Wir in Deutschland scheinen vermeintlich alles richtig zu machen, aber auch hier gibt es noch genügend Ungerechtigkeiten und Benachteiligungen in der Gesellschaft. Über das Buch muss gesprochen und diskutiert werden, es behandelt ein so wichtiges Thema der heutigen Zeit. Von mir eine klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 08.08.2024

Wichtiges Buch über die Rolle der Frau in der heutigen Gesellschaft

Drei Wünsche
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Drei Frauen um die dreißig treffen im Wartezimmer eines Frauenarztes zusammen. Rebecca möchte gerne ein Kind bekommen, möchte aber auch ihre Karriere behalten und voran treiben. Maxie hat als verheiratete ...

Drei Frauen um die dreißig treffen im Wartezimmer eines Frauenarztes zusammen. Rebecca möchte gerne ein Kind bekommen, möchte aber auch ihre Karriere behalten und voran treiben. Maxie hat als verheiratete Frau eine Affäre mit einem deutlich älteren Mann. Helena bekommt zwei Nachrichten, die ihr Leben durcheinander bringen und ihr bewusst machen, dass wir auf viele Dinge im Leben keinen Einfluss haben.

Da ich selbst vor dem Lesen gerade 30 Jahre alt geworden bin, habe ich mich erst recht gerne in die Geschichte gestürzt. Und was soll ich sagen - sie hat mich umgehauen!
Auf knapp 350 Seiten porträtiert Laura Karasek die Frauen der Genration Y in all seinen Facetten. Alle drei Protagonistinnen haben ihre Probleme: reicht meine Karriere mit 30 Jahren? Will ich ein Kind und Eigenheim? Fange ich nochmal ganz von vorne an und brauche ein Abenteuer?
Im ersten Teil werden die drei Protagonistinnen abwechselnd dargestellt, hauptsächlich in Form von Monologen. Man begleitet die drei Frauen bei ihren Handlungen und Gedanken als stiller Beobachter, was mir die Charaktere nochmal näher gebracht hat. Auf viele Situationen blickt man deshalb auch distanziert, weil man nur zuschaut als Leser. Laura Karasek gelingt es unheimlich gut, das alles so darzustellen, dass es nicht gekünstelt oder bewertend klingt. Vielmehr beschreibt sie es so, dass sich wahrscheinlich jede Frau in der ein oder anderen Situation wieder finden kann.
Helena, Maxie und Rebecca begegnen sich dann alle beim Frauenarzt und kommen ins Gespräch. Sie durchleuchten ihre jeweiligen Lebenssituationen und kommen in den Dialog - ohne den anderen etwas aufzudrängen oder sie in eine Schublade zu stecken.
Allgemein gefällt mir der Schreibstil von Laura Karasek unglaublich gut, unaufgeregt und sprachlich einmalig schafft sie es, die Geschichte sowohl der drei Frauen als auch der Frauenrolle in unserer Gesellschaft brillant zu erzählen. Im Buch wird viel mehr erzählt als die Geschichte von drei Frauen: es geht um die Rolle der Frau in der heutigen Gesellschaft, den Druck, der auf Frauen lastet, um Alltagssexismus, Schubladendenken und vieles mehr. Oft habe ich mich in einigen Situationen und Gedanken der Protagonistinnen selbst wieder gefunden.

Ein brillantes und wichtiges Buch für jede Frau, in jeder Generation, zeigt es doch auf, was es heißt, heute Frau zu sein. Ich kann das Buch nur jedem empfehlen!

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Veröffentlicht am 05.08.2024

Spannungsgeladener Thriller mit unerwarteten Wendungen

SCHWEIG!
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Ein Tag vor Heiligabend: Esther hat eigentlich genug um die Ohren, das Weihnachtsfest mit ihrer Familie vorzubereiten. Sie plagt allerdings das schlechte Gewissen, ihre jüngere Schwester Sue nach deren ...

Ein Tag vor Heiligabend: Esther hat eigentlich genug um die Ohren, das Weihnachtsfest mit ihrer Familie vorzubereiten. Sie plagt allerdings das schlechte Gewissen, ihre jüngere Schwester Sue nach deren Scheidung allein zu lassen. Sue wohnt allein in einem riesigen Haus mitten im Wald. Kurzerhand macht sich Esther auf den Weg, "nur mal kurz" vorbeizuschauen. Die Schwestern kommen nach langer Zeit wieder ins Gespräch - und dabei kommen immer mehr Details und Konflikte aus der Kindheit und der Beziehung der beiden ans Tageslicht. Die Lage spitzt sich zu und eine Person wird das Haus nicht lebend verlassen...

Schon des Covers wegen war ich von dem Buch begeistert. Die Bäume mit ihren Wurzeln spiegeln perfekt die Kulisse des Thrillers wieder - und dass die Probleme ganz tief in der Erde versteckt sind.
Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht von Sue und Esther geschrieben. Hier liegt auch die Besonderheit für mich: jede der Schwestern hat ihre Kindheit und ihre Beziehung zueinander völlig unterschiedlich wahrgenommen und verarbeitet. Esther, manipulativ, narzisstisch und fordernd, möchte als große Schwester alles richtig machen und "sorgt" sich vermeintlich um jeden - man erfährt jedoch, dass sie stets die Kontrolle über alles und jeden haben möchte. Sue erscheint zunächst sympathischer, jedoch trägt auch sie zu der mehr als toxischen Beziehung bei.
Judith Merchant gelingt es unglaublich gut, die düstere Atmosphäre zwischen den beiden Schwestern zu umschreiben. Nach und nach wird die Toxizität sichtbar, die seit frühester Kindheit zwischen den beiden steht. Der Spannungsbogen ist unheimlich gut gelungen und ich wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Lage spitzt sich immer weiter zu und als Leser wartet man gespannt auf das Ende, das jedoch anders ausfällt als man am Anfang erwartet.
Der Schreibstil ist gut zu lesen, da die Kapitel jeweils aus der Ich-Perspektive dargestellt sind, bekommt man so auch direkte Einblicke in Esthers und Sues Sicht. Ich habe immer wieder beim Lesen geschwankt, wer von beiden nun eigentlich Schuld an der Beziehung ist. Da sich die Konflikte in der Kindheit und als Erwachsene immer weiter aufschlüsseln, fällt das zunehmend schwerer. Vor allem das Ende hat mich umgehauen!

Von mir eine klare Empfehlung für alle, die einen psychologisch spannenden und gut konstruierten Thriller suchen.

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