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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.09.2024

ländlicher Krimi mit Schärenflair

Der Tod in den Schären
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Der zweite Fall mit der sympathischen Ermittlerin Anna, die diesmal kurz vor ihrem Mutterschutzantritt steht, kommt mit relativ wenigen brutalen, blutrünstigen, dramatischen Szenen aus, ist aber dennoch ...

Der zweite Fall mit der sympathischen Ermittlerin Anna, die diesmal kurz vor ihrem Mutterschutzantritt steht, kommt mit relativ wenigen brutalen, blutrünstigen, dramatischen Szenen aus, ist aber dennoch spannend und mitreißend. Besonders beeindruckend geschildert werden die örtlichen Gegebenheiten der Schären, die kleinen Inseln und das Leben der Menschen vor Ort mit ihren Streitereien, Gerüchten und Gepflogenheiten. Neben Anna hat mir als Charakter Rolf, ihr pensionierter, ehemaliger Kollege sehr gut gefallen, der ihr nicht nur in beruflicher Sicht mit Ratschlägen und Lebensweisheiten zur Seite steht, sondern auch privat sehr eng mit ihr befreundet ist. Das Privatleben der Ermittlerinnen und der Einwohnerinnen sowie die Ermittlungsfälle sind eng miteinander verstrickt und genau das macht einen guten, ländlichen Krimi aus. Gerne noch weitere Ermittlungsfälle mit Anna, wenn sie wieder aus ihrer Karenz zurück ist.

Veröffentlicht am 07.09.2024

es fehlt der Schluss

VIEWS
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Der Einstieg fiel mehr sehr leicht, da die Sprache recht einfach gehalten ist, erzählend und man als Leserin so ziemlich schnell einen ersten Einblick bekommt. Gleich darauf ereignen sich auch schon die ...

Der Einstieg fiel mehr sehr leicht, da die Sprache recht einfach gehalten ist, erzählend und man als Leserin so ziemlich schnell einen ersten Einblick bekommt. Gleich darauf ereignen sich auch schon die ersten ermittlungsrelevanten Aktionen und somit geht es im BKA rund. Der Fall der verschwundenen Lena löst bald, nachdem ein Video von einer Vergewaltigung auftaucht, eine rassistische Hetzjagd aus und die Presse ist den Ermittlerinnen auf den Fersen. Zu Beginn hat mich das Thema fesseln können, mit der Zeit driftet es zu stark in die KI-Ebene ab, sodass man nicht mehr unterscheiden kann, was real und was fake ist. Gleich geht es auch den Ermittlerinnen und somit tappen alle im Dunkeln, die Situation eskaliert und im Endeffekt kommt es auch zu keiner Lösung.
Das Buch ist sehr spannend und temporiech geschrieben und lädt dazu ein, es in einem Rutsch zu lesen. Die Themen sind gewollt aktuell, brisant und wollen provozieren, wodurch ebenfalls Spannung erzeugt wird.
Mein einziger Kritikpunkt ist das Ende, das mir nicht gefallen hat. Man fühlt sich als Leser
in noch mitten im Geschehen und ist beschäftigt mit den neuen Ereignissen und der Verarbeitung der Geschehnisse und dann ist das Buch plötzlich zu Ende. Ich hatte das Gefühl, als ob die letzten Kapitel fehlen würden, da weder eine Aufklärung des Falles stattgefunden hat, noch in irgendeiner Weise ein Abschluss erkennbar war. Mir sind zu viele offene Fragen, ungeklärte Situationen und das Ende zu plötzlich, sodass ich das Gefühl hatte, nur den Teil eines Buches gelesen zu haben.

Veröffentlicht am 05.09.2024

Leben am Rande der Gesellschaft

Mit kaltem Kalkül
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Da ich bereits den Vorgänger-Teil gelesen habe, bin ich mit dem rechtsmedizinischen Team schon vertraut und habe somit sehr schnell und einfach in die aktuellen Ermittlungsfälle hineinfinden können. Trotzdem ...

Da ich bereits den Vorgänger-Teil gelesen habe, bin ich mit dem rechtsmedizinischen Team schon vertraut und habe somit sehr schnell und einfach in die aktuellen Ermittlungsfälle hineinfinden können. Trotzdem sind die Handlungsstränge so angelegt, dass man erst etwa ab der Mitte des Buches einen direkten Zusammenhang ausmachen kann, vorher laufen sie parallel nebeneinanderher. Für Privatleben oder Familie bleibt in diesem Teil wenig Platz und Raum, was ich etwas schade finde. Ich hätte gerne näher erfahren, wie sich Mailin, Sabines Schwester in ihrer schwierigen Situation schlägt und außer dem nervenaufreibenden Ausfüllen von unzähligen Formularen ist sie leider nicht vorgekommen, die beiden Nichten von Sabine hat sie diesmal gar nicht besucht. Ich befürchte auch, wenn Sabine sich nicht intensiver um ihre Schwester kümmern kann, dass diese wieder einen Rückfall erleiden könnte. Vielleicht erfahren wir hier im nächsten Teil mehr.
Die Ermittlungsfälle sind spannend, da sie nebenbei auch brisante Themen ansprechen. In diesem Fall die illegale Einwanderung von Yassar und seiner Mutter und damit verbunden auch die Angst vor der Polizei, die die Mutter fast daran gehindert hat, ihren Sohn als vermisst zu melden. Ebenso wie die Bandenkriminalität und Schattengesellschaft, die im Trailerpark wohnt, wo wissentlich weggesehen wird.
Gut gefallen hat mir auch, dass trotz modernster Technik und medizinischer Fortschritte und enormem Ermittlungseinsatz, manchmal ein Fall nicht restlos aufgeklärt werden kann. Durch die Obduktionen bekommen Sabine Yao und ihr Team sehr viele Details aus dem Vorleben der verstorbenen Person und von ihren letzten Stunden präsentiert, allerdings gibt es immer gewisse Abweichungen und Unsicherheitsfaktoren, wie im echten Leben auch und dies zu vermitteln, ist gut gelungen.

Veröffentlicht am 04.09.2024

Thriller mit Sogwirkung

RAUCH
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Das Cover ist einfärbig in einem schlichten Grauton und sehr dezent gestaltet. Grundsätzlich mag ich kurze knappe Titel, wie es auch hier der Fall ist, und minimalistische Covergestaltungen sehr gerne, ...

Das Cover ist einfärbig in einem schlichten Grauton und sehr dezent gestaltet. Grundsätzlich mag ich kurze knappe Titel, wie es auch hier der Fall ist, und minimalistische Covergestaltungen sehr gerne, aber dieses Cover wirkt schon fast fad und vor allem ist es sehr empfindlich.
Inhaltlich ist der Schreibstil einfach und abwechslungsreich, sodass man als Leserin sehr schnell in die Geschichte hineinfinden kann. Einzig die zeitlichen Sprünge muss man beachten, damit man sich in der zeitlichen Ebene auskennt, aber dann ist es dadurch recht abwechslungsreich, da man in der Zeit und auch zwischen der Freundesgruppe bzw. der Ermittlerinnengruppe hin- und herwechselt. Die Spannung bleibt dadurch hochgehalten. Die Beschreibung der isländischen Küste finde ich bildhaft und ebenfalls gut gelungen, vor allem in Bezug auf die Wetterbedingungen.
Die Freundesgruppe konnte mich nicht überzeugen, wirklich sympathisch wirkt niemand und auch die Freundschaft ist mehr Schein als Sein. Dies stellt sich auch bei den ersten Problemen heraus. Dadurch wird es aber spannender, da Fehler begangen werden und Differenzen entstehen.
Am Ende des Buches wird für uns als Leser*innen der Fall nochmals aufgerollt und komplett aufgelöst, aber das Ermittlungsteam hat nicht alle Hintergrundfakten und muss sich den Tathergang mühevoll zusammensuchen und Bezüge herstellen, sodass nicht alles gewusst werden kann. Dies finde ich zufriedenstellend und gelungen, denn auch im echten Leben hat man niemals alle Fakten so klar und eindeutig vorliegen und manche Dinge bleiben im Verborgenen und ungelöst. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und werde auch die anderen Teile der Reihe noch nachlesen.

Veröffentlicht am 20.08.2024

viel finnische Kultur, weniger Brutalität

Weißglut
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Der Kriminalroman beginnt erzählen und unaufgeregt, indem drei Handlungsstränge mit unterschiedlichen Personen langsam eingeführt werden. Die erste Zeit hatte ich absolut keinen Zusammenhang der Situationen ...

Der Kriminalroman beginnt erzählen und unaufgeregt, indem drei Handlungsstränge mit unterschiedlichen Personen langsam eingeführt werden. Die erste Zeit hatte ich absolut keinen Zusammenhang der Situationen gesehen, das ergibt sich erst mit der Zeit. Sarah berichtet lebhaft und sehr lustig, auch wenn es Szenen sind, die sie verhindern möchte oder ihr unangenehm sind, sie hat eine satirische Erzählweise. Sie nimmt sich und ihre Sprachkenntnisse selbst nicht so ernst und wirkt an manchen Stellen schon naiv, aber nicht unsympathisch. Ilvi bringt durch ihre unkonventionelle Art zusätzlich Schwung in die Geschichte. Ihren Charakter mag ich selbst besonders gerne. Onni hingegen wirkt fast schon depressiv, kommt mit seiner Doktorarbeit nicht weiter und braucht neue Ideen und neue Energie. Die Charaktere sind überzeichnet beschrieben, mit vielen charakterlichen Schwächen, aber auch mit liebenswürdigen Eigenschaften.
Am Ende werden die losen Fäden zusammengefügt und die Geschichte wird vollständig aufgeklärt. Wer sich einen blutrünstigen oder brutalen Krimi erwartet, wird enttäuscht sein, es ist vielmehr ein humoristischer Krimi mit vielen landschaftlichen Beschreibungen und der Nähe zu Finnland.