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Veröffentlicht am 27.08.2024

Der Genozid an den Armeniern und der Versuch einer Vergeltung

"Ich habe getötet, aber ein Mörder bin ich nicht"
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Mit "Ich habe getötet, aber ein Mörder bin ich nicht" hat Birgit Kofler-Bettschart ein sehr wichtiges Sachbuch über ein oft vergessenes Kapitel der Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts geschrieben: den ...

Mit "Ich habe getötet, aber ein Mörder bin ich nicht" hat Birgit Kofler-Bettschart ein sehr wichtiges Sachbuch über ein oft vergessenes Kapitel der Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts geschrieben: den Völkermord an den Armeniern durch die Türken, und die Vergeltungsaktion Nemesis einiger junger armenischer Männer danach, Anfang der 1920er.

Der Völkermord an den Armeniern durch die Türken während des 1. Weltkrieges ist - wie man auch in diesem gut recherchierten Buch sieht - eine vielfältig belegte historische Tatsache und etwas, wovon sogar Hitler Kenntnis hatte und was er als Rechtfertigung für seine eigenen abscheulichen Taten genommen hat, von ihm ist offenbar die Aussage belegt, dass ja auch der Völkermord an den Armeniern nach zwei Jahrzehnten niemanden mehr interessiere. Gleichzeitig ist es nach wie vor im Kontakt mit der Türkei ein heikles politisches Thema und wird dort nicht unter dieser Bezeichnung diskutiert, geschweige denn aufgearbeitet. Umso mehr Chapeau, Frau Kofler-Bettschart, sich diesem wichtigen Thema anzunehmen.

Das Buch ist grundsätzlich sehr wertig gestaltet, mit Landkarten der entsprechenden Gebiete ganz am Anfang, einem Interview einer Armenien- und Genozidspezialistin ganz am Ende, und einer sehr sorgfältig dokumentierten Darstellung sowohl des Völkermords an den Armenien als auch der Vergeltungsaktion Nemesis. Für Lesende, die sich bisher noch nicht viel mit dem Thema beschäftigt habe, ist es durchaus anzuraten, das Interview der Spezialistin ganz am Anfang zu lesen, dann lässt sich auch der Rest des Buches noch einmal besser verstehen und einordnen.

Den größten Teil des Buches nehmen die verschiedenen Vergeltungsaktionen ein. Mutige, entschlossene junge armenische Männer (gelegentlich unterstützt von wenigen Frauen, wobei die Rächer selbst ausschließlich Männer waren) haben sich - zeitweise durch den kurz unabhängigen Staat Armenien unterstützt - zur Geheimaktion Nemesis zusammengeschlossen und eine Liste der 100 am schwersten an der Planung des Völkermordes Beteiligten erstellt, um so viele wie möglich von diesen zu ermorden... einerseits aus Rache, andererseits, damit diese nicht noch weitere Verbrechen gegen das armenische Volk planen konnten. Monate- bis jahrelang wurden die Betreffenden ausspioniert, verfolgt und auf eine günstige Gelegenheit für die Attentate gewartet.

So gelang es, zumindest einige der Drahtzieher des Völkermordes auszuschalten - und gleichzeitig, das war ein weiteres Ziel - die Weltöffentlichkeit auf den Völkermord an den Armeniern aufmerksam zu machen, etwa im Rahmen der vielbeachteten Gerichtsprozesse nach zweien der Attentate, in denen nicht nur das Attentat an sich, sondern vor allem auch der historische Kontext eine große und medial stark rezipierte Rolle spielten.

Es ist ein Buch, das beim Lesen schon einiges an Mitdenken und Aufmerksamkeit fordert. Insbesondere, wenn man mit dem Thema noch nicht viele Berührungspunkte hatte. Wenn man sich darauf einlässt, ist es aber ein sehr gut recherchiertes und spannend geschriebenes Buch zu einem wichtigen Thema, das viel Wissen vermittelt, das dabei hilft, auch die Konflikte in der Kaukaususregion, etwa im Herbst 2023 um Berg-Karabach, noch einmal besser einordnen und verstehen zu können. Es hilft auch dabei, den 1. und 2. Weltkrieg mit all ihren Verbrechen gegen die Menschlichkeit und den dahinterstehenden Militärbündnissen in einem noch einmal differenzierteren Licht zu sehen: so hatten etwa Deutschland und Österreich-Ungarn schon beim Völkermord der Türken an den Armeniern im 1. Weltkrieg eine unrühmliche Rolle, da sie diesen aufgrund des Bündnisses mit der Türkei ebenfalls zu leugnen versuchten.

Aufgrund des Themas ist es natürlich kein Unterhaltungsbuch für gemütliche Lesestunden, sondern ein sehr heftiges, hartes Buch zu sehr schlimmen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Zu lesen, auf welch brutale Art im Rahmen des Völkermordes selbst Zivilisten, Frauen, Kinder und Greise unbarmherzig vernichtet wurden, ist zutiefst erschütternd, und reiht sich in andere unvorstellbare Verbrechen der Menschheitsgeschichte ein, steht diesen in nichts nach. Umso tröstlicher, dass zumindest ein paar der Verantwortlichen nicht ungestraft davon gekommen sind, hier mein Respekt vor der mutigen Operation Nemesis, die ich tatsächlich auch, dem Zitat eines der Attentäters entsprechend, nicht als Mörder im herkömmlichen Sinne ansehen würde (die Operation war, mit wenigen Ausnahmen, auch immer sehr bestrebt, keine Unschuldigen zu verletzen).

Gleichzeitig ist es auch im Rahmen der Prävention und des Einsatzes für Frieden und Völkerverständigung so wichtig, darüber Bescheid zu wissen. Ich wünsche dem Buch deshalb eine breite Leserschaft und dem Thema eine differenzierte Diskussion, speziell auch in Schulen, was leider aufgrund bekannter Gründe nicht einfach sein wird.

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Veröffentlicht am 27.08.2024

Ein Buch über bedingungslose Liebe, Mut und Resilienz

Hauptsache geliebt
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Die meisten Frauen, die schon einmal schwanger waren, kennen den Spruch "Hauptsache gesund", der oft so locker-flapsig dahergesagt wird. Meistens geht es dabei darum, dass das Geschlecht des Kindes nicht ...

Die meisten Frauen, die schon einmal schwanger waren, kennen den Spruch "Hauptsache gesund", der oft so locker-flapsig dahergesagt wird. Meistens geht es dabei darum, dass das Geschlecht des Kindes nicht so wichtig wäre, denn am wichtigsten sei, dass es gesund sei. Wir wünschen uns ja alle ein gesundes Kind, für das Kind und für uns selber... natürlich... oder?

Und doch... manche Kinder sind nicht gesund. Manches davon kann schon während der Schwangerschaft festgestellt werden und dann stehen die Eltern oft vor schwierigen Entscheidungen.

"Hauptsache geliebt" ist die wahre Geschichte einer bedingungslosen Liebe einer Mutter für ihr Kind... auch und gerade wenn dieses Kind eben nicht gesund ist... und lange nicht klar ist, auch nach der Geburt, welche Beeinträchtigungen es dauerhaft davon tragen wird, wie es sich entwickeln wird und sogar, ob es überhaupt überleben wird. Und doch!

Diese Mutter liebt ihr Kind so sehr, sie ist an seiner Seite, sie kämpft für das Kind, schon in der Schwangerschaft und dann danach, setzt sich wie eine Löwin für die besten Behandlungen ein und nimmt uns in diesem Buch mit durch diese berührende Zeit. Beim Lesen hoffen und bangen wir mit dem Kind, dass es überlebt... und es überlebt!

Im ersten Teil des Buches begleiten wir die Mutter und ihr (drittes) Kind durch Schwangerschaft, Geburt und die schwierige Zeit danach, mit langen Spitalsaufenthalten und Hoffen und Bangen um das Leben des Kindes.

Es ist auch ein sehr persönliches Buch über die Bewältigung einer Krise und über Resilienz. Die Autorin nimmt uns mit auf ihren Weg, teilt ihre persönlichen Gedichte, Erinnerungen, Tagebucheinträge, Märchen, ein inneres Gespräch mit dem Tod und vieles mehr. Das hat eine wichtige Rollenvorbildfunktion und damit zeigt die Autorin: so habe ich das gemacht, als ich durch eine schwere Krise gegangen bin. Das sind Anregungen, aus denen du dir mitnehmen kannst, was dich anspricht, wenn du Anregungen brauchst, um selbst eine Krise zu bewältigen. Damit macht sie Hoffnung und Mut.

Im zweiten Teil des Buches finden sich weitere Anregungen und Methoden zur Bewältigung von Krisen, wie Atemtechniken, Achtsamkeitsübungen, innere Verbindungen und Imaginationen, heilsame Mantras und kreative Schreibübungen.

Und schließlich endet das Buch zutiefst hoffnungsvoll mit einer Liste zum Thema "Mein reich gewordenes Leben".

Mich hat dieses Buch zutiefst berührt und ich ziehe meinen Hut vor der unbedingten Lebensbejahung und immerwährenden Hoffnung auch in dunklen Zeiten, die die Autorin in diesem Buch vermittelt. Diese Geschichte macht auch mir Hoffnung, dass ich - egal, welche Zeiten kommen, ganz besonders in Bezug auf die Themen Schwangerschaft, Geburt und Kinder-Haben - auch ich in mir die Ressourcen finden kann, diese gut zu bewältigen. Danke dafür!

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Veröffentlicht am 27.08.2024

Tiefgründige Einführung in die mystische Sufi-Tradition Usbekistans - ein besonderer spiritueller Reiseführer

Heiliges Usbekistan
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"Heiliges Usbekistan - auf den Spuren großer Sufis" von Stephanie Clasemann ist viel mehr als ein Reiseführer. Auf über 350 Seiten werden wir intensiv in die Sufi-Tradition Usbekistans eingeführt. Bevor ...

"Heiliges Usbekistan - auf den Spuren großer Sufis" von Stephanie Clasemann ist viel mehr als ein Reiseführer. Auf über 350 Seiten werden wir intensiv in die Sufi-Tradition Usbekistans eingeführt. Bevor ich das Buch gelesen habe, hatte ich weder von Sufismus noch von Usbekistan sonderlich viel Ahnung, beide waren für mich eher weiße Flecken auf meiner mentalen und spirituellen Landkarte. Nun habe ich ein differenziertes Bild von beidem bekommen und so richtig Lust darauf, das Land zu bereisen.

Das Buch beginnt mit einer Einführung in die wichtigsten Begriffe des Sufismus (z.B. Dhikr, eine Anrufung der heiligen Namen Gottes, aus dem Herzen heraus und oft still). Wir erfahren, dass es dabei um die "weibliche Seite des Islam" geht, nicht um strenge Regeln oder Äußerlichkeiten, sondern um Mystik, Gotteserleben und die innere Zuwendung zu Gott. Sufismus wird üblicherweise von einem Lehrer (sheikh) an seine Schüler weitergegeben und erfordert von den Schülern viel Hingabe und Demut, ist aber nach außen hin sehr offen und tolerant.

Es werden viele wichtige Sufi-Persönlichkeiten vorgestellt und ihr Leben, ihre Entwicklung und Erkenntnisse in spannender Weise beschrieben, sowohl allgemein am Anfang des Buches als auch dann durch das ganze Buch hindurch die wichtigsten Persönlichkeiten der jeweiligen Stadt (verbunden mit einer Beschreibung der entsprechenden Sehenswürdigkeiten, z.B. Denkmäler und Grabstätten). Auch auf Frauen im Sufismus - von denen es ebenfalls einige bedeutende Persönlichkeiten gegeben hat - wird in einem Extra-Kapitel eingegangen.

Besonders interessant habe ich die Kapitel gefunden, in denen die Verbindung zwischen Osten und Westen aufgezeigt wurde und erklärt wurde, wie sowohl sufisches Gedankengut über verschiedene Kulturmittler (z.B. Llewellyn Vaughan Lee und Irina Tweedie), die bei Sufis gelernt hatten, in den Westen getragen wurde, als auch wie große Persönlichkeiten des Westens - auch wenn sie keine Sufis waren - ganz ähnliche Traditionen gelebt und gelehrt haben (z.B. die christlichen Mysteriker*innen Hildegard von Bingen, Meister Eckhart, Teresa von Avila). Somit zeigt sich hier sehr schön, wie ähnlich sich die mystischen Traditionen in ihrem spirituellen Kern sind.

Überhaupt ist es ein sehr religionsverbindendes Buch, das immer wieder diese Parallelen aufzeigt, gemäß dem Zitat des Sufi Rumi, dass es in Wahrheit nur ein einziges Licht geben würde, das durch verschiedene Fenster scheine (Gott bzw. die göttliche Wahrheit, durch verschiedene Religionen und deren Propheten übermittelt).

Wer äußerlich (oder auch im Inneren) nach Usbekistan reisen will, findet im Buch ebenfalls ausführliche Informationen dazu. Die verschiedenen Städte Usbekistans, z.B. Buchara, Chiwa, Termez, Sharisabz, Samarkand oder Tashkent, werden durch bildhafte Beschreibungen der bekanntesten Sehenswürdigkeiten lebendig vorgestellt. Auch hier sind die Informationen wiederum verflochten mit der jeweiligen Sufi-Tradition und ergänzt um interessante historische Informationen (z.B. zu Dschingis Khan, seinen Feldzügen und Nachkommen, zur Seidenstraße, zur Verbreitung des Islam, zu den verschiedenen Herrschern, aber auch zur Sowjetzeit und ihren Spuren...), inspirierende spirituelle Gleichnisse und Fabeln sowie um wunderschöne Bilder.

Ganz am Ende finden sich noch praktische Informationen zur Reise. Gut zu wissen ist, dass Usbekistan offenbar zumindest bis jetzt ein relativ unkompliziert (Menschen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz brauchen für Aufenthalte unter 30 Tagen kein Visum), günstig und sicher zu bereisendes Land ist, auch für Frauen, und sich auch die offizielle Vertretung des Landes dem Tourismus immer mehr öffnet und diesen aktiv fördert.

Ich kann das Buch allen, die sich entweder für Usbekistan oder für Sufismus - eine sehr interessante und im Westen oft wenig bekannte Seite des Islam - interessieren, wärmstens ans Herz legen. Es ist ein tiefgründig recherchiertes, persönliches, liebevoll gestaltetes und religionsverbindendes, wunderschönes Buch. Mich hat es auch eingeladen, meine eigene Spiritualität zu reflektieren, und ich werde sicher auch in Zukunft immer wieder mal zu diesem Buch greifen, um mich von den vielen schönen Gleichnissen, Geschichten und Fabeln inspirieren und zum Nachdenken anregen zu lassen.

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Veröffentlicht am 27.08.2024

Vom Frieden finden mit der eigenen Vergangenheit

Unter Wasser ist es still
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Maira hat es nicht leicht gehabt in ihrer Kindheit und Jugend. Ihren Vater hat sie nie kennen gelernt (er kommt im Buch auch nicht vor), sie wächst alleine bei ihrer alleinerziehenden Mutter Kathi auf. ...

Maira hat es nicht leicht gehabt in ihrer Kindheit und Jugend. Ihren Vater hat sie nie kennen gelernt (er kommt im Buch auch nicht vor), sie wächst alleine bei ihrer alleinerziehenden Mutter Kathi auf. Kathi ist sehr bemüht, Maira eine möglichst schöne Kindheit zu ermöglichen. Umso mehr, als sie das Damoklesschwert kennt, das darüber hängt: mit noch nicht einmal 40 Jahren hat sie eine seltene, unheilbare und schnell voranschreitende Form der früh einsetzenden Demenz. Solange es noch möglich ist, kämpft Kathi dagegen an, und sie schafft besondere Erinnerungsstücke für Maira: viele einzelne Briefe, in denen sie gemeinsame Erlebnisse schildert, damit diese für ihre Tochter erhalten bleiben.

Auch weitere Lichtblicke gab es in Mairas Kindheit und Jugend: tiefe Freundschaften mit den Kindern Anne und Jasper und die gemeinsame Liebe zur Natur, zur Ostsee und den darin lebenden Kreaturen. Leider schreitet Kathis Demenz in Mairas Jugend rapide voran und die Tochter wird aufgerieben zwischen der Pflege der Mutter und dem Versuch, deren Krankheit vor der Außenwelt so gut wie möglich zu verstecken... bis schließlich die Mutter tragisch ums Leben kommt.

Im Buch lernen wir zwei Mairas kennen: die kindliche und jugendliche Maira sowie die Maira knapp 20 Jahre nach dem Unglück, die sich ein Frankfurt ein neues Leben aufgebaut hat, als Restaurateurin arbeitet und versucht, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen... bis die Umstände sie dazu bringen, noch einmal für kurze Zeit in ihre alte Heimat zurückzukehren, mit dem Plan, ihr seit langem leer stehendes Elternhaus zu räumen und zu verkaufen. Und dort kommt es natürlich zu verschiedenen Begegnungen mit den Menschen aus ihrer Vergangenheit, etwa mit Jasper und Anne (bei denen wir auch miterleben, was aus ihren Träumen und Wünschen geworden ist und welche Leben sie nun leben), und so einigen weiteren.

Wir erleben beim Lesen eine freundliche Welt... tragisch ist Kathis Schicksal und dessen Auswirkungen auf ihre Tochter... aber ansonsten kommen überwiegend herzliche, unterstützende, wohlwollende Charaktere vor... sympathisch und doch vielschichtig und damit authentisch, mit gelegentlichen kleinen menschlichen Schwächen, aber grundsätzlich sehr liebenswert. Es tut gut, ein Buch zu lesen, in dem die Menschen so liebenswert sind und so gut aufeinander schauen.

Wunderschön sind auch die vielen Schilderungen des Kontakts von Maira (und auch der anderen Jugendlichen) mit der Natur und insbesondere mit dem Meer und ihre Sensibilität und ihr Einsatz für Naturschutz. In einer besonders berührenden Szene schwimmt Maira mit Schweinswalen, zu denen sie eine besondere Verbindung spürt.

"Unter Wasser ist es still" ist also ein sehr schönes, angenehmes und gerade in seinem ruhigen Tempo sehr wohltuendes Debüt, das ich mit viel Freude gelesen habe und wärmstens empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 27.08.2024

Wunderschöne Ideensammlung, um unbekannte Orte in Ligurien zu erkunden

Glücksorte in Ligurien
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"Glücksorte in Ligurien" ist genau das, was der Titel sagt: ein inspirierendes Büchlein, das bunt gemischt diverse schöne Orte in Ligurien vorstellt. Das Buch ist wunderschön gestaltet und es macht schon ...

"Glücksorte in Ligurien" ist genau das, was der Titel sagt: ein inspirierendes Büchlein, das bunt gemischt diverse schöne Orte in Ligurien vorstellt. Das Buch ist wunderschön gestaltet und es macht schon auf den ersten Seiten der Freude: in der Umschlagkappe finden sich fröhliche Definitionen der Begriffe "Glück", "Ort" und "Ligurien", darauf folgt eine Möglichkeit, das Buch zu personalisieren ("Dieses Glücksbuch ist für...") und eine kurze persönliche Begrüßung der Autor*innen.

Und dann geht es auch schon los mit dem, woraus das Buch hauptsächlich besteht: jeweils auf einer Doppelseite werden verschiedene Glücksorte vorgestellt: links ein inspirierender Text dazu und rechts ein großes Foto. Das macht so richtig Lust darauf, durch das Buch zu blättern, zu schauen, was einen anspricht und über welcher der Orte man gerne mehr erfahren oder diese besuchen möchte.

Thematisch ist das Buch bunt gestreut: es gibt viele Orte mit kulinarischem Bezug (z.B. zu Olivenöl, Mandelprodukten oder dem berühmten Pesto Genovese), spirituelle und historische Orte, Anregungen zum Wandern entlang der Küste oder hinauf ins Hinterland oder zu Kunst und Kultur.

Eine Variante, das Buch zu erkunden, ist also, wie gesagt, einfach querbeet zu schauen, was einen anspricht. Eine andere Variante ist, zielgerichtet zu planen, in welche Teile Liguriens die eigene Reise geht und welche Glücksorte es dort geben könnte. Auch das ist möglich, denn auf den letzten Seiten des Buches findet sich eine Karte Liguriens, auf der die jeweiligen Glücksorte mit Nummern eingetragen sind. Ich kann also gezielt z.B. nach Empfehlungen in der Nähe von Genua, Sanremo etc. suchen.

Was das Buch nicht ist und auch nicht verspricht zu sein: ein klassischer Reiseführer. Es gibt keine strukturierten Informationen zu Hotels, Restaurants, Infrastruktur aufgeschlüsselt nach den einzelnen Teilen oder Orten Liguriens. Damit empfiehlt sich dieses Büchlein also ergänzend zu einem klassischen Reiseführer, aber nicht als Ersatz.

Für eine weitere Auflage würde ich dennoch empfehlen, die vorhandenen Glücksorte ein bisschen nach Kategorien zu sortieren bzw. ein entsprechendes Sachregister einzufügen (z.B. "Für Kinder geeignet", "Kulinarisch", "Sportlich", "Kunst & Kultur" usw.). Dieses habe ich vermisst und das würde das Planen einer Ligurienreise und das Entdecken der wunderschönen Glücksorte noch ein bisschen leichter machen.

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