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Veröffentlicht am 29.08.2024

Diebstahl, ein Geist und ein Mord - Willkommen im Antiquariat

Mord in der Charing Cross Road
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Für Sally ist es ein gewöhnlicher Arbeitstag in der antiquarischen Buchhandlung in der Charing Cross Road. Doch was passiert dort, sobald es dunkel wird und niemand hinsieht? Zwischen Bücherdiebstählen ...

Für Sally ist es ein gewöhnlicher Arbeitstag in der antiquarischen Buchhandlung in der Charing Cross Road. Doch was passiert dort, sobald es dunkel wird und niemand hinsieht? Zwischen Bücherdiebstählen und der Sichtung eines Geistes gibt es allerlei Rätselhaftes für die Belegschaft.

Die detaillierten Beschreibungen des Geschäfts in der Buchhandlung geben einen guten Einblick in den Alltag der Figuren. Liebhaber von Geschichten über die Atmosphäre in Buchhandlungen kommen hier voll auf ihre Kosten. So rätselhaft der Mord zu Beginn auch erscheint, so schlicht kommen die Verdächtigungen und schließlich auch die Aufklärung daher. Ja, es handelt sich hier um Cozy Mystery, ein bisschen mehr britischer Ermittlungscharme hätte es für mich schon sein können. Ich hätte mir auch umfassendere Hintergrundgeschichten zu den Charakteren gewünscht, da ich so zu keinem eine richtige Beziehung aufbauen konnte. Auch die Annäherung zwischen Sally und Johnny ist mir recht spät klar geworden, obwohl das sicherlich auch an der Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg liegt, in der die Handlung spielt.

Die Autorin hat eine ruhige, schlichte Schreibweise, was das Lesen für mich sehr leicht gemacht hat. Insgesamt hat mir die Geschichte gefallen, weshalb ich sicherlich auch den nächsten Band lesen werde.
Eine Empfehlung an alle Fans von Cozy Mystery, die ein langsames Erzähltempo schätzen. Vielen Dank an den Klett-Cora Verlag, der mir in Kooperation mit Vorablesen ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Pikante Geschichten hinter verschlossener Tür

Der Salon der kühnen Frauen
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Am Hof des Sonnenkönigs in Versailles gibt es zwar Luxus im Überfluss aber auch zahlreiche Intrigen. Nicht nur das Volk tratscht darüber mit Freuden, auch der Adel gibt gern pikante Details weiter. Wir ...

Am Hof des Sonnenkönigs in Versailles gibt es zwar Luxus im Überfluss aber auch zahlreiche Intrigen. Nicht nur das Volk tratscht darüber mit Freuden, auch der Adel gibt gern pikante Details weiter. Wir tauchen ein in die Geschichten hinter den Kulissen, erzählt in der Form von Märchen durch Frauen in ihren literarischen Salons. Doch auch hier in Paris haben die Wände Ohren und nicht jedes Märchen ist so harmlos wie es zunächst scheint.

Die Kapitel sind kurz und lassen sich flüssig lesen. Neben den Märchen erhalten wir explizierte sexuelle Beschreibungen über die Ausschweifungen der Frauen. Der Erzähler spricht die Lesenden teilweise direkt an, was das Gefühl selbst im Salon anwesend zu sein für mich noch verstärkt und mir gut gefallen hat.

Eigentlich finde ich Personenregister zu Beginn eines Romans immer hilfreich. Hier würde ich jedoch empfehlen, es nicht zu benutzen, um den Lesefluss nicht zu stören. Ich hatte auch so keine Probleme, die Personen zu unterscheiden, auch wenn ich mir eine größere charakterliche Tiefe und mehr Hintergrundgeschichten zu den Figuren gewünscht hätte.

Wie im Nachwort der Autorin beschrieben, handelt es sich hier um Märchen in den Märchen mit vielen fiktiven Ausschmückungen. Wer keinen akkurat recherchierten historischen Roman erwartet, wird die Geschichten sicherlich mit einem Schmunzeln im Gesicht lesen.

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Veröffentlicht am 09.07.2024

Kleine Wunder oder Werk des Teufels?

Der Vertraute
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Ich habe mich gefreut mal etwas ganz anderes von der Autorin zu lesen. Besonders das historische Setting hat mich interessiert. Gerade hier hätte ich mir ein paar mehr Details zu dieser Zeit in Spanien ...

Ich habe mich gefreut mal etwas ganz anderes von der Autorin zu lesen. Besonders das historische Setting hat mich interessiert. Gerade hier hätte ich mir ein paar mehr Details zu dieser Zeit in Spanien gewünscht. Vieles wird zwar am Rand erwähnt, aber ansonsten nicht weiter beschrieben.

Luzia ist ein Küchenmädchen, das sich mit kleinen Wundern ihren Alltag erleichtert. Dabei muss sie ständig darauf bedacht sein, ihre wahre Vergangenheit nicht zu enthüllen. Dabei ist sie nicht auf den Mund gefallen, was teilweise interessante Dialoge ergibt. Ihre Handlungen konnte ich größtenteils nachvollziehen, wer möchte schon mit dieser Dienstherrin für immer dort arbeiten und wünscht sich nicht etwas besseres?

Leider kam zu keinem Zeitpunkt während der Handlung wirklich Spannung auf. Vielmehr plätscherte die Handlung konstant vor sich hin ohne Spannungsbogen. Auch die Liebesgeschichte konnte mich nicht überzeugen, ist für mich auch absolut nicht notwendig für die Story. Hätte ich etwas gemerkt, wenn es sie nicht gegeben hätte? Definitiv nichts verpasst. Zum Ende der beiden Figuren sage ich lieber nichts. Ich mag den Schreibstil von Bardugo gern, aber hier wurde meiner Meinung nach viel Potenzial verschenkt.

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Veröffentlicht am 18.05.2024

Die Schuldigen stehen fest - oder doch nicht?

Promise Boys - Drei Schüler. Drei Motive. Ein Mord.
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"Wir können nicht an das glauben, was wir sehen, sondern nur an das, was wir fühlen."

An der Urban Promise Prep School gelten strenge Regeln, ihr Ruf ist exzellent. Niemand weiß das besser als J.B., Trey ...

"Wir können nicht an das glauben, was wir sehen, sondern nur an das, was wir fühlen."

An der Urban Promise Prep School gelten strenge Regeln, ihr Ruf ist exzellent. Niemand weiß das besser als J.B., Trey und Ramón, denn diese Schule soll ihr Weg raus aus dem Viertel sein. Als der Direktor der Schule ermordet wird, geraten sie ins Fadenkreuz der gesamten Gegend. Doch ist der Fall wirklich so offensichtlich wie es zunächst scheint?

Zu Beginn des Buches begleiten wir die drei Tatverdächtigen am Tag des Verbrechens. Wir erfahren mehr über ihren Alltag und auch einiges über ihren Hintergrund. Auch andere Stimmen aus der Schule sind sich sicher: Einer der drei Jungen hat den Direktor erschossen. Trotz scheinbar eindeutiger Motive war mir direkt zu Beginn klar, dass keiner der drei es gewesen ist. Der Autor schaffte es sehr schnell, eine Vertrauensbasis zu den Charakteren aufzubauen. Die wechselnden Perspektiven und kurzen Kapitel unterstützen dies. Der Schreibstil ist einfach und dem Genre angepasst. Nach und nach zeigen sich die wahren Zustände an der Schule, die mich erschreckt haben. Auch die Verhöre durch die Polizei vor dem Hintergrund von sozialer Ungerechtigkeit und Gangkriminalität unterstützen diesen Eindruck. Insgesamt muss man leider sagen, dass fast keiner der Erwachsenen ein angemessenes Vorbild für die Jugendlichen abgibt. Das hat die emotionale Bindung zu J.B., Trey und Ramón für mich nochmals verstärkt.

Das Miträtseln nach dem wahren Täter hat auf jeden Fall Spaß gemacht, obwohl ich zu Beginn schon einen entsprechenden Verdacht hatte. Die Auflösung ging dann doch recht schnell und zu einigen Nebensträngen hätte ich mir mehr Hintergrundinformationen gewünscht. Gerade die Umstände zur Tatwaffe erschienen doch ziemlich konstruiert. Für Einsteiger im Jugendthriller jedoch absolut empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 10.04.2024

Rettungsaktion inmitten der Französischen Revolution

Scarlet
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Der kurze Abriss zur Französischen Revolution hat mir zur Einordnung der Handlung in die Zeit gut gefallen. Grundsätzlich mag ich auch eine Übersicht über die Personen, die ich hier aber gar nicht gebraucht ...

Der kurze Abriss zur Französischen Revolution hat mir zur Einordnung der Handlung in die Zeit gut gefallen. Grundsätzlich mag ich auch eine Übersicht über die Personen, die ich hier aber gar nicht gebraucht hätte. Das düstere Cover gefällt mir und ist passend zu dieser blutigen Revolution. Der Schreibstil der Autorin ist einfach und lässt sich äußerst flüssig lesen.

Eleanor wirkt zu Beginn der Handlung auf mich noch ziemlich naiv, was aber im Hinblick auf ihre Tätigkeit als Dienstmädchen, das noch nichts von der Welt außerhalb des Haushalts ihrer Dienstherrin gesehen hat, realistisch erscheint. Zum Ende entwickelt sich ihr Charakter weiter und sie beginnt bestimmte Verhaltensweisen zu hinterfragen, was mir gut gefallen hat. Die angedeutete Lovestory war mir jedoch zu flach. Ich hoffe, im Folgeband erübrigt sich das wieder. Zu den anderen Charakteren konnte ich bis zum Schluss keine wirkliche Bindung aufbauen, da einige Mitglieder der Liga ohnehin wenig in die Handlung involviert waren. Teilweise hatte ich das Gefühl, Eleanor ist bei dieser Rettungsaktion auf sich allein gestellt.

Insgesamt kamen mir auch die Vampire zu kurz, diese hatten eher Nebenrollen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass diese im Folgeband eine größere Rolle bekommen. Auch die Einführung einer weiteren Partei hat mich eher verwirrt, da keinerlei Hintergründe erklärt wurden. Kommt wohl auch erst im nächsten Teil. Gerade im Mittelteil hat sich die Geschichte ziemlich gezogen und wurde erst zum Ende wieder spannender.

Insgesamt ein guter erster Band, der für Fans von historischem Setting empfehlenswert ist.

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