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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.10.2020

Teils interessant und spannend, teils langatmig und wirr

INFINITUM - Die Ewigkeit der Sterne
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Gebundene Ausgabe : 960 Seiten
Herausgeber : Knaur HC (15. September 2020)
ISBN-13 : 978-3426227367
Originaltitel : To Sleep In A Sea Of Stars
Übersetzung: Barbara Häusler, Anke Kreutzer, Eberhard Kreutzer ...

Gebundene Ausgabe : 960 Seiten
Herausgeber : Knaur HC (15. September 2020)
ISBN-13 : 978-3426227367
Originaltitel : To Sleep In A Sea Of Stars
Übersetzung: Barbara Häusler, Anke Kreutzer, Eberhard Kreutzer und Katharina Naumann
Preis: 24,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Teils interessant und spannend, teils langatmig und wirr

Inhalt:
Man schreibt das Jahr 2257. Kira Navárez ist Xenobiologin. Bei einem Aufenthalt auf dem Planeten Andrasteia stößt sie auf eine fremde Lebensform, die sich mit ihr verbindet und ihr Leben gründlich auf den Kopf stellt. Sie wird zum Ziel der unterschiedlichsten Mächte: Militär, „gute“ und „böse“ Aliens. Aber natürlich muss sie vor allem die Welt retten …

Meine Meinung:
Wie groß war meine Freude, nach vielen Jahren endlich wieder ein Werk von Christopher Paolini in den Händen halten zu können. Eragon fand ich damals faszinierend und fesselnd, und da ich auch dem Genre Science-Fiction zugeneigt bin, musste ich „Infinitum“ unbedingt haben. Doch leider war die Enttäuschung beim Lesen recht groß.

Der Anfang ist gut. Interessant und flott wird das Nötigste beschrieben und erklärt, was passiert. Doch leider driftet die Story dann irgendwie vom Weg ab, taumelt zum Teil unmotiviert durchs Weltall ohne klaren Hintergrund. Hauptsache, es gibt immer wieder Kämpfe zwischen Menschen und Aliens oder zwischen Aliens und anderen Aliens, die zum Teil spannend beschrieben werden, zum Teil aber auch langweilig sind.

Zwar rufen die detaillierten Beschreibungen sofort das Kopfkino auf den Plan, ziehen die Erzählung aber auch unsäglich in die Länge. Um es klarzustellen: Ich mag dicke Wälzer, aber sie müssen mich fesseln. „Infinitum“ hat dies leider überhaupt nicht geschafft. Ich musste mich regelrecht durchkämpfen, in der Hoffnung darauf, dass sich die Wirrnis irgendwann lichtet und der Knoten sich löst. Tja, wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt - aber sie stirbt.

Der einzige Lichtblick war für mich das Schiffsgehirn Gregorovitch, das die „Wallfisch“ führt, das Raumschiff, auf dem Kira sich die meiste Zeit befindet, oft allein, während die restliche Crew eingefroren ist. Folglich passiert in dieser Zeit auch nicht allzu viel. Lediglich das Geplänkel zwischen Kira und Gregorovitch, der definitiv einen Dachschaden hat, war schon sehr amüsant.

Die Aufmachung des Buches ist recht schön, angefangen bei einem tollen Cover und einigen Abbildungen und Sternkarten. Im etwa 40 Seiten starken Anhang werden die wissenschaftlich-technischen Details erklärt, im Glossar etliche Begriffe erläutert. Zudem erzählt der Autor über die Entstehungsgeschichte des Romans und warum es so lange gedauert hat, bis das Buch veröffentlicht werden konnte. Er musste nämlich etliche Versionen schreiben und immer wieder überarbeiten, bis die Geschichte funktionierte. In meinen Augen tut sie das leider immer noch nicht.

Fazit:
Einige gute Elemente, aber auch viel Langeweile. Als Unterhaltungsfilm, den man nach dem Schauen gleich wieder vergisst, würde die Geschichte für mich wohl funktionieren, nicht aber als Roman, mit dem man sich einige Tage oder gar Wochen beschäftigen muss.


Veröffentlicht am 29.03.2020

Zu viel Kitsch, zu wenig Tiefgang

Alle Tage, die wir leben
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Taschenbuch: 316 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch (19. November 2019)
ISBN-13: 978-3499276576
Preis: 10,00 €
auch als E-Book erhältlich

Zu viel Kitsch, zu wenig Tiefgang

Inhalt:
Tildas 60. Geburtstag ...

Taschenbuch: 316 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch (19. November 2019)
ISBN-13: 978-3499276576
Preis: 10,00 €
auch als E-Book erhältlich

Zu viel Kitsch, zu wenig Tiefgang

Inhalt:
Tildas 60. Geburtstag steht kurz bevor, als sie in eine Krise gerät. Ihr Freund Günter macht Schluss, der wichtigste Kunde ihres Schreibbüros springt ab. Zum Glück findet Tilda schnell einen neuen Job und auch gleich noch eine Freundin. Die 84-jährige Ruth will ihr Leben ordnen und sucht dafür Hilfe. Dabei können die beiden so unterschiedlichen Frauen viel voneinander profitieren.

Meine Meinung:
Die Buchbeschreibung hat mich angesprochen. Daher wollte ich dieses Buch gerne lesen. Ich erhoffte mir einen tiefgründigen Roman, der eventuell auch mich weiterbringen könnte. Doch der steckt hier leider nicht drin.

Dagmar Hansen schreibt ganz unterhaltsam und leicht zu lesen, verwendet aber immer wieder Plattitüden wie zum Beispiel „Man ist so jung, wie man sich fühlt.“ (S. 52) und schreckt auch vor kitschigen Wendungen nicht zurück. Das macht den Text nicht gerade aufregend. Zudem verläuft die Handlung ohne große Überraschungen - es ist alles ziemlich vorhersehbar.

Ein Pluspunkt sind die überaus sympathischen Protagonistinnen, mit denen man sich sehr wohlfühlen kann. Sie haben zwar auch ihre Ecken und Kanten, im Großen und Ganzen fand ich sie aber unrealistisch gut, wobei sie sich aber auch immer wieder in Selbstmitleid suhlen.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 02.05.2019

Hochspannend, aber da fehlt doch was

10 Stunden tot
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Broschiert: 496 Seiten
Verlag: Ullstein Hardcover (2. Mai 2019)
ISBN-13: 978-3550200052
Originaltitel: Motiv X
Übersetzung: Katrin Frey
Preis: 14,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Hochspannend, ...

Broschiert: 496 Seiten
Verlag: Ullstein Hardcover (2. Mai 2019)
ISBN-13: 978-3550200052
Originaltitel: Motiv X
Übersetzung: Katrin Frey
Preis: 14,99 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Hochspannend, aber da fehlt doch was

Inhalt:
Die schwedische Stadt Helsingborg wird von mehreren perfiden Morden erschüttert. Die zuständigen Ermittler bei der Polizei haben mit privaten Problemen zu kämpfen und kommen nur langsam vorwärts. Zudem verdächtigt Fabian Risk einen Kollegen des Mordes …

Meine Meinung:
„10 Stunden tot“ ist bereits der 4. Band dieser Reihe um den Helsingborger Kommissar Fabian Risk. Ich kenne die Vorgänger nicht, hatte aber nicht das Gefühl, damit schlechter dazustehen als Leser*innen der ganzen Reihe. Was aus den Vorgängerbänden für die aktuelle Entwicklung wichtig ist, wird hier noch einmal kurz erwähnt.

Anfangs war ich ziemlich begeistert von diesem Thriller. Er beginnt hochspannend und geht auch genauso weiter. Es geschehen immer mehr grausame Verbrechen, die Polizisten geraten in Gefahr, man erhält Einblick in das Denken eines Täters. Häufige Perspektivwechsel zwischen den verschiedenen Ermittlern und dem Täter sorgen für reichlich Abwechslung und Dynamik. Kleine Cliffhanger am Ende der Kapitel animieren immer zum Weiterlesen. Ich hatte einige Stunden wunderbar spannender Unterhaltung, bis etwa zwanzig Seiten vor dem Ende. Zu diesem Zeitpunkt fragte ich mich nämlich, wie Ahnhem die ganzen angefangenen Handlungsstränge noch zu einem logischen Ende führen will. Es schien mir unmöglich. Die traurige Antwort: Gar nicht! Kaum eins der vielen Verbrechen wird wirklich aufgeklärt. Bei einem Krimi oder Thriller ist das ein Unding.

Auch der Titel „10 Stunden tot“ lässt mich ratlos zurück. Er steht in keinem Zusammenhang mit der Handlung.

Fazit:
Stefan Arnhem versteht es, spannend und locker zu schreiben. Langeweile kommt hier nicht auf. Allerdings werden die Kriminalfälle nicht aufgeklärt, sondern die Lesenden mit einem Cliffhanger auf den nächsten Band vertröstet. Und dort dann vielleicht auf den übernächsten? Ohne mich!

Die Reihe:
1. Und morgen du
2. Herzsammler
3. Minus 18°
4. 10 Stunden tot

★★★☆☆

Veröffentlicht am 06.03.2019

Inzwischen recht antiquiert

Mit Jeans in die Steinzeit
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Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (1. August 1988)
ISBN-13: 978-3423701440
empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Preis: 7,95 €

Inzwischen recht antiquiert

Inhalt:
Die dreizehnjährige ...

Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (1. August 1988)
ISBN-13: 978-3423701440
empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
Preis: 7,95 €

Inzwischen recht antiquiert

Inhalt:
Die dreizehnjährige Isabelle besucht in den Ferien ihre Verwandten in Südfrankreich. Ihre Cousine und ihre Cousins haben vor Kurzem eine aufregende Entdeckung gemacht, die sie nun mit Isabelle zusammen weiter verfolgen wollen. Dabei begeben sie sich in große Gefahr …

Meine Meinung:
Ganz entfernt erinnert dieses Jugendbuch an die „Fünf Freunde …“ von Enid Blyton, ist aber leider bei Weitem nicht so spannend. Es gibt nicht besonders viel Handlung, dafür mehr Beschreibungen und Erklärungen. Sehr oberlehrerhaft erfährt man hier einiges über die Cromagnon-Menschen. Das ist ja eigentlich ganz interessant, aber die Art und Weise, wie das Wissen vermittelt wird, gefällt mir überhaupt nicht. Isabelles Cousin Regis kennt sich in der Geschichte gut aus und hält den anderen immer wieder Vorträge. Schöner wäre es gewesen, die Fakten nebenbei einfließen zu lassen.

Zudem verhalten sich die Kinder wirklich dumm und unverantwortlich, was mich ziemlich genervt hat. Eine überraschende Wendung gegen Ende wird so aufgelöst, wie es langweiliger nicht geht. In einem Kinderbuch mag das noch angehen, für ältere Leser wäre das ein No go.

Auch der Schreibstil konnte mich nicht begeistern. Er wirkt recht altbacken und mit seinen vielen Partizipialkonstruktionen recht hölzern.

Sie bildeten einen Kreis und tanzten, mit ihren Fersen den lehmigen Boden zertrampelnd und im gleichen Rhythmus markerschütternde Kriegs- und Jagdgesänge brüllend, um den immer noch unbeweglich mit erhobenen Händen wie gebannt oder verzaubert dastehenden Meister. (S. 190)

★★★☆☆

Veröffentlicht am 12.11.2017

Psycho ja - Thriller nein

The Ending - Du wirst dich fürchten. Und du wirst nicht wissen, warum
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Broschiert: 235 Seiten
Verlag: Droemer (2. November 2017)
ISBN-13: 978-3426306192
Originaltitel: I'm Thinking of Ending Things
Preis: 14,99€
auch als E-Book erhältlich

Psycho ja - Thriller nein

Inhalt:
Eine ...

Broschiert: 235 Seiten
Verlag: Droemer (2. November 2017)
ISBN-13: 978-3426306192
Originaltitel: I'm Thinking of Ending Things
Preis: 14,99€
auch als E-Book erhältlich

Psycho ja - Thriller nein

Inhalt:
Eine Frau fährt mit ihrem Freund zu dessen Eltern. Obwohl sie eine besondere Beziehung haben, denkt sie immer wieder daran Schluss zu machen. Beide haben offensichtlich Geheimnisse voreinander. Sie erzählt ihm zum Beispiel nichts von den mysteriösen Anrufen, die ihr Angst machen.

Meine Meinung:
Man schlägt das Buch auf und sitzt prompt mit den beiden Protagonisten im Auto auf der langen Fahrt durch die kanadische Pampa, natürlich im Winter. Die Farm von Jakes Eltern ist das Ziel. Man verfolgt die Unterhaltung der beiden, die zuweilen etwas seltsam wirkt. Manchmal reden sie auch aneinander vorbei. Philosophie und Psychologie sind ihre hauptsächlichen Themen.

Die erste Hälfte des Buches ist ziemlich lahm. Es passiert quasi nichts. Die Spannung ist nur knapp über dem Nullpunkt, obwohl klar ist, dass etwas Schlimmes passieren wird. Die Figuren bleiben erstaunlich blass.

Zum Glück nimmt die Geschichte dann etwas Fahrt auf. Allerdings wird die Handlung ziemlich bizarr. Aber gerade dadurch steigt die Spannung, die sich schließlich in einem Show-down mitten in der Nacht entlädt.

Das Ende lässt mich etwas frustriert und verwirrt zurück. Denn obwohl ich schon ab der Mitte des Buches mit meinem Verdacht richtiglag, bleiben für mich zu viele Logiklücken. Es war, als ob man versucht, ein Puzzle zusammenzusetzen und die einzelnen Teile gar nicht richtig zusammenpassen können.

Auch sprachlich konnte mich Iain Reid nicht ganz überzeugen. Kurze Sätze oder gar nur Satzfragmente sorgen hier für eine große Distanz zu den Figuren. Trotz Ich-Erzählung kommen nur wenige Gefühle auf.

Fazit:
„The Ending“ ist mal wieder ein Roman, bei dem im Vorfeld viel versprochen wurde, was das Buch nicht halten kann. Für einen Psychothriller ist es definitiv zu lasch. Zweieinhalb Sterne, die ich wohlwollend auf drei aufrunde.

★★★☆☆