Schöne Sprache
Das Feuer vergessen wir nichtAri und Flint begegnen sich in einem Pflegeheim. Der Roman lebt von ihren Begegnungen, ihren Debatten und dem ineinander Verlieben.
Das Buch ist nur gute 200 Seiten lang, deswegen gibt es nicht soo viel ...
Ari und Flint begegnen sich in einem Pflegeheim. Der Roman lebt von ihren Begegnungen, ihren Debatten und dem ineinander Verlieben.
Das Buch ist nur gute 200 Seiten lang, deswegen gibt es nicht soo viel Handlung. Vor allem am Ende nimmt es allerdings ordentlich an Fahrt auf. Dazwischen ist es primär ein Philosophieren, Identitätssuche und das Behandeln von Themen wie Verbundenheit, Verlust, Zukunftsängsten, Freundschaft.
Der Schreibstil ist peotisch-emotional, aber sehr flüssig und als Jugendbuch sowohl inhahtlich als auch stilistisch absolut passend für die Zielgruppe.
Am spannendsten fand ich den Einschub über den Streik der 1400 Streichholzfrauen in London, die um bessere Konditionen in der Fabrik kämpften. Einige ihrer Namen werden aufgelistet, als Tribut und Erinnerungen daran, dass man nicht allein und hilflos ist, sondern gemeinsam Großes erreichen kann. Den Streik haben sie im 19. Jhdt gewonnen.
Als zweiter wichtiger Punkt ist bei mir ein Kapitel hängen geblieben, in dem die Protagonistin schreibt, was man auf ihren Familienfotos sieht, und danach aufzählt, was man hinter dem Lächeln in der Kamera NICHT sieht. Das hat mir teilweise das Herz gebrochen und einen großen Aha-Effekt hinterlassen.
Insgesamt hat mir so ein bisschen der rote Faden gefehlt, denn im Nachhinein kann ich gar nicht wirklich sagen, worum es plotmäßig geht. Ich kann sehr relevante Themen aufzählen und dass mir die Atmosphäre gefallen hat, aber nicht so richtig ein inhaltliches Alleinstellungsmerkmal von der Handlung her greifen.
Trotzdem habe ich das kurze Büchlein gern gelesen und es hat mich definitiv mehr als einmal berührt.