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Nilchen

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Veröffentlicht am 08.10.2024

Tierische Alltagsentscheidungen

Die Magie der Gemeinschaft
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Kooperation hat uns Menschen weit gebracht, aber wir stoßen nun auf Grenzen. Eine fundamentale Kernaussage des Sachbuchs „Die Magie der Gemeinschaft“ von Karsten Brensing. Er ist Biologe und Verhaltensforscher ...

Kooperation hat uns Menschen weit gebracht, aber wir stoßen nun auf Grenzen. Eine fundamentale Kernaussage des Sachbuchs „Die Magie der Gemeinschaft“ von Karsten Brensing. Er ist Biologe und Verhaltensforscher und hat sich angeschaut wie unsere menschliche Art der Zusammenarbeit uns so weit vorangebracht hat.
Er macht in seinem Text wahnsinnig interessante Zusammenhänge auf, wenn er beispielsweise erläutert, dass das Trinken von Milch Menschen überlebensfähiger machte, auch wenn das bedeutete, dass Menschen vielleicht 1,000 Bauchschmerzen hatten. Uns Menschen hat geholfen, dass wir in der Lage sind über das Denken zu reflektieren, sprich Metakognition.
Trotz dieser famosen Fähigkeit sind unsere Entscheidungen noch sehr bauchgetrieben. Wir entscheiden wie ein Tier und sind dann noch so schlau uns selbst davon zu überzeugen, dass es die rational richtige Entscheidung ist. Und das der Punkt wo wir uns verändern müssen.
Großartig im Vermehren und die komplexesten Probleme zu bewältigen, aber Lösungen sind schwierig zu kreieren. Auch macht er die Zukunftsperspektive auf in dem er die KI beleuchtet.
Insgesamt ein tolles Sachbuch, dass einen interessanten Ansatz verfolgt, viele Beispiele beschreibt. Leicht zu folgen und gut zu lesen.

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Veröffentlicht am 18.09.2024

Sonntagslektüre über Sonntage

Am See
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Sucht ihr nach einem Roman, der kurz ist, aber trotzdem einnimmt? Dann gerne zu „Am See“ von Maria Barbal greifen. Kurz, schön, gut, auch wenn nicht so viel passiert.
Es geht auf den nicht mal 200 Seiten ...

Sucht ihr nach einem Roman, der kurz ist, aber trotzdem einnimmt? Dann gerne zu „Am See“ von Maria Barbal greifen. Kurz, schön, gut, auch wenn nicht so viel passiert.
Es geht auf den nicht mal 200 Seiten um Nora, ein Mädchen, dass auf ihre sonntäglichen Ausflüge dem Erwachsen werden zum Greifen nahe ist. Sonntags macht sie sich mit dem Cousin ihrer Mutter, dessen Frau und Sohn sowie der Großmutter auf zu einem Seen in den katalanischen Pyrenäen. Mit von der Partie ein weiteres befreundetes Paar, Lídia und ihr Mann. Lídia ist eine Schlüsselfigur, denn die bildhübsche Frau ist nicht nur Nora nahe sondern weckt auch Begehren. Einerseits werden hier Beziehungen und Geflechte aus fast entwachsenen Kinderaugen toll beschrieben und andererseits auch naiv wahrgenommen. Interessant gewählte Perspektive.
Große Klasse sind die äußeren Umstände, der See, die Natur, wenn man die Augen schließt liegt man daneben am See. Die katalanische Autorin beschreibt es wunderbar, aber nicht ausschweifend. Ohnehin gut übersetzt von Heike Nottebaum aus dem Katalanischen, soweit ich das beurteilen mag.
Handlung ist wenig vorhanden, aber diese Stimmung dieser Sonntage wird großartig transportiert. Zum Ende hin wird ein Ereignis beigemengt, dass einen Abschluss und eine Veränderung herbeiführen. Ist aber ohnehin nicht das entscheidende bei diesem schmalen Band. Also, nicht auf die „Pointe“ warten, sondern den See genießen.

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Veröffentlicht am 15.09.2024

Murano durch die Zeiten hinweg

Das Geheimnis der Glasmacherin
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Dieser Roman verbindet so einiges! Hier trifft Geschichte auf Phantasmen, hier trifft Familie auf Kunsthandwerk. Ein Ritt durch die Zeit der 1468 beginnt und uns nach Venedig bringt, nach Murano. Eine ...

Dieser Roman verbindet so einiges! Hier trifft Geschichte auf Phantasmen, hier trifft Familie auf Kunsthandwerk. Ein Ritt durch die Zeit der 1468 beginnt und uns nach Venedig bringt, nach Murano. Eine Insel auf der seit jeher die Glasbläserkunst zu Hause ist, weil die reiche Handelsstadt auch genügend Überschuss hatte sich Feines und Schönes zu leisten.
Im Mittelpunkt steht Familie Rosso. Der Patriarch stirbt, hinterlässt eine Manufaktur und keinen ausgebildeten Erben, der es weiterführen kann um die Familie zu ernähren. Somit sucht die Mutter einen Ausweg in dem sie ihre Tochter Orsola Glasperlen herstellen lässt, da Frauen die Werkstatt so nicht betreiben dürften…Der Erfolg gibt ihr Recht, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.
Der Roman erläutert das Kunsthandwerk inklusiver italienischer Phrasen und Wörter. Lesend tauchte ich hier in eine andere Welt ein, die bis heute ihr Handwerk der Glaskunst gekonnt der Welt präsentiert.
Ein Roman der im Jahr 1468 entspringt und dann bis in die Gegenwart seinen Lauf nimmt. Geopolitische Ereignisse treffen auf Venedig und besagter Familie. Und nun kommt das phantastische Element: denn wie dem Chronos entzogen verändert sich die Familie nicht, kein Altern keine Gebrechlichkeiten. Unsterblich durch alle Zeiten. Für uns Leser:innen von Vorteil, weil nicht immer wieder Tod und Geburt zur Fülle der Charaktere im Buch beitragen, aber eben ein surreales Element, dass auch nicht weiter thematisiert bzw. aufgelöst wird.
Geschrieben ist es wunderbar leicht lesbar und auch super übersetzt von Claudia Feldmann.
Tracy Chevalier hat wieder einen tollen Roman geschrieben, der viel beinhaltet, nutzt die literarischen Schaffensgrenzen um uns Murano mit seiner eigenen Welt ganz nahe zu bringen.

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Veröffentlicht am 10.09.2024

Wahrheit oder Lüge?

Scandor
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Ursula Poznanski hat schon einige sehr spannende Jugendbücher geschrieben, die Lesemuffel zu Pageturner-Kindern gemacht haben. Das neueste Werk: Scandor ist wieder so einen aus meiner Sicht
Scandor ist ...

Ursula Poznanski hat schon einige sehr spannende Jugendbücher geschrieben, die Lesemuffel zu Pageturner-Kindern gemacht haben. Das neueste Werk: Scandor ist wieder so einen aus meiner Sicht
Scandor ist ein neuer Lügendetektor, der absolut jeden Funken Unwahrheit und Lüge erkennt. Überall werden Münzen mit einem Code gefunden, die 100 Personen einladen, an einem Wettbewerb teilzunehmen diesen Lügendetektor auszuprobieren. Die 100 Teilnehmer werden rund um die Uhr an Scandor angebunden und wer lügt, fliegt raus. Gar nicht so einfach. Unter den 100 sind auch Tessa Weidrich und Philipp Bajon (19 Jahre alt). Die allerletzte Person gewinnt 5 Millionen Euro. Das hier nicht alle fair spielen, weil es um sehr viel Geld geht, das muss ich nicht verraten. Tessa und Philipp schlagen sich ganz gut, nutzen jedes Wort vorsichtig, um keinen Fehler zu machen, denn beide könnten die Kohle gut gebrauchen…wer nicht?
Spannend erzählt Ursula Poznanski hier wieder eine gute Jugendthriller. Der Verlag gibt ein Alter ab 14 Jahren an, das passt aus meiner Sicht gut. Aber hej, kann aber auch gut von Erwachsenen gesuchtet werden, ICH habe es auch gerne gelesen und fand es spannend. Praktisch ab Seite 1 ist man voll drin und will einfach weiterlesen. Sehr gelungen!
Das Thema Lügen wird hier mega gut in ein - auf den ersten Blick einfaches Konstrukt - eingebunden. Wie normal ist das Lügen in unserer Gesellschaft? Was macht eine Unwahrheit aus für den eigenen Vorteil? Wann sind Notlügen moralisch vertretbar? Das Thema ist wirklich toll in diesem spannenden Jugendthriller verpackt.
Dann noch das coole Cover, dass in der Sonne so schön changiert. Außerdem bin ich bei Jugendbüchern wie diesem Fan vom festeren Papier. Liegt gut in der Hand, wenn man sich für das haptische Buch entscheidet.
Fazit: Tolles Geschenk für Jugendliche! Da wird vielleicht doch mal zum Buch statt zum Smartphone gegriffen!

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Veröffentlicht am 08.09.2024

Von der Couch aus 24 Gipfel erklimmen

Spektakuläre Berggipfel
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Dies ist mal ein fabelhafter Bildband für alle Bergliebhaber! In Nicola Balossi Restellis „Spektakuläre Berggipfel“ gibt es genau das zu sehen: atemberaubende Bilder von den grandiosesten Spitzen der Erde. ...

Dies ist mal ein fabelhafter Bildband für alle Bergliebhaber! In Nicola Balossi Restellis „Spektakuläre Berggipfel“ gibt es genau das zu sehen: atemberaubende Bilder von den grandiosesten Spitzen der Erde. Neben den üblichen Verdächtigen vom Mount Everest, Fujiyama, Mont Blanc und anderen, sind auch vereinzelt Berge dabei, die ich bisher nicht kannte: Mauna Loa auf Hawaii oder Kailash in China. Den ganz verrückten Bergsteigern sagen all diese Namen sicherlich was.
Insgesamt 24 Gipfel werden portraitiert und bildlich wie textlich toll in Szene gesetzt. Startpunkt ist die Lokalität: Wo genau befindet sich der Berg und welches ist der nächste Referenzort und Höhenangaben inklusive der Prominenz (in Metern).
Die Bilder sind laut Verzeichnis hinten nicht vom Autor sondern aus Getty Images und Shutterstock Bildern bestückt. Aber macht nix, weil sie alle so atemberaubend sind, dass sich die Vielfalt sehen lassen kann.
Zu jedem Berg gibt es spannende kurzweilige Texte, die aus meiner Sicht genau die richtige Länge haben und gut informieren. Klar, nix für hardcore fact Sucher, eher ein Buch zum genießen und blättern, wenn man eher drinnen auf einer gemütlichen Couch sitzt.

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