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Veröffentlicht am 13.10.2024

Was, wenn dein eigenes Herz dich verrät?

When The King Falls
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Seit Jahrhunderten herrschen die Vampire über die Menschheit. Doch im Untergrund hat sich eine Rebellion gebildet. Florence wird seit ihrer Geburt darauf vorbereitet, den König zu töten. Bei jeder Wintersonnenwende ...

Seit Jahrhunderten herrschen die Vampire über die Menschheit. Doch im Untergrund hat sich eine Rebellion gebildet. Florence wird seit ihrer Geburt darauf vorbereitet, den König zu töten. Bei jeder Wintersonnenwende wählt dieser eine neue Blutbraut aus, von der er sich ein Jahr nähren wird. Dieses Mal soll Florence dafür sorgen, dass er sich für sie entscheidet. Sie soll seinen Palast infiltrieren, sein Vertrauen gewinnen und letztendlich sein Leben beenden. Doch was, wenn ihr eigenes Herz sie verrät?

Es handelt sich hierbei um den Auftakt einer Dilogie im Bereich Romantasy, in der es auch ganz schön spicy zugeht. Spannend finde ich, dass das Ganze in einer modernen Welt spielt, es gibt Handys, Laptops usw. Insgesamt ist es ein ziemlich interessantes Szenario: Vampire als Herrscher/ Oberschicht, die Menschen hingegen als Unterschicht, eher verarmt und abhängig von der Gunst der Vampire. Rebellen, die ein Königreich stürzen wollen, Spionage, Intrigen, Gewissenskonflikte, ein Zwiespalt zwischen der Familie und dem Feind. Wie man sich vielleicht denken kann ist es eine Enemies to lovers Story. Ich mag dieses leichte Herantasten aneinander. Ich finde aber auch, dass alles ein bisschen vorhersehbar ist. Das Worldbuilding wurde ebenfalls eher oberflächlich gehalten. Mir fehlte ein wenig die Erklärung für die Motivation des Widerstandes, denn wir lernen die Königsfamilie und damit die Vampire ganz anders kennen, als es durch diesen suggeriert wird.

Außerdem hat Josefine echt mehr Glück als Verstand. Sie gibt ständig Widerworte und macht alles, was sie nicht sollte, wenn man bedenkt, dass sie Vampire für Monster hält und um ihr Leben fürchten sollte. Im ersten Band erleben wir die Ereignisse aus ihrer Sicht, erst im zweiten Teil kommt noch die Perspektive von König Benedict dazu. Eine nette Lektüre für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 13.10.2024

Hoch emotionaler und würdiger Abschluss der Trilogie

Wiedersehen in Wildberry Bay
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Endlich hat Gwendolyn es geschafft ihren Ehemann Tom zu verlassen. Schon seit Jahren kontrolliert er sie und hält sie von ihrer Familie und ihren Freunden fern. Unglücklich und voller Angst flüchtet sie ...

Endlich hat Gwendolyn es geschafft ihren Ehemann Tom zu verlassen. Schon seit Jahren kontrolliert er sie und hält sie von ihrer Familie und ihren Freunden fern. Unglücklich und voller Angst flüchtet sie nach Wildberry Bay, wo sie von eben diesen mit offenen Armen empfangen wird. Sie trifft auch auf ihre erste große Liebe Neil und sofort flammen die Gefühle von damals wieder auf. Bekommen sie eine zweite Chance? Doch dann taucht Tom plötzlich auf und die Ereignisse überschlagen sich.

Wir erleben die Ereignisse aus den Perspektiven von Gwen und Neil. Sie waren bereits vor 20 Jahren kurz ein Paar und damals sehr verliebt. Doch in besagtem Sommer ging am Ende alles drunter und drüber, es ging vieles schief, viel schreckliches ist passiert. Letztendlich haben sie sich getrennt und Neil hat damit nicht nur sein eigenes Herz gebrochen. Beide haben ihr Leben unabhängig voneinander geführt, beide hatten es mit dieser Entscheidung alles andere als leicht. Vergessen haben sie einander allerdings nie. Ich habe es so sehr gemocht, wie sie sich hier langsam wieder angenähert haben.

Heute ist Gwen endlich aus ihrer toxischen Ehe ausgebrochen. Sie ist völlig fertig mit den Nerven und hat Angst vor einer weiteren Konfrontation mit Tom. Sie ist dermaßen ängstlich und schreckhaft, das ist wirklich schlimm zu lesen. Auch ihr Selbstwertgefühl ist im Keller, weil sie jahrelang klein geredet wurde. Sie tat mir unheimlich Leid und ich habe all ihre unterschiedlichen und extremen Gefühle nachempfinden können. Teilweise war ihr Verhalten für mich dennoch unverständlich, aber angesichts ihrer Situation war es wahrscheinlich sehr authentisch. Ich glaube, das kann man nur wirklich nachvollziehen, wenn man ähnliches erlebt hat.

Wildberry Bay und seine Bewohner:innen lösen bei mir das Gefühl aus, nach Hause zu kommen. Ich liebe das Setting: eine Insel mitten im Atlantik, ein kleiner Ort, in dem alle sich untereinander kennen und füreinander da sind. Durch die Vorgänger-Bände haben wir all diese verschiedenen Persönlichkeiten schon kennen- und lieben gelernt. Auch deren Protagonisten haben wieder einen großen Anteil am Geschehen, was ich immer sehr mag. Aber wir erfahren ebenso wie es mit einigen Nebencharakteren in Sachen Liebesdingen weiter geht. Das fand ich gut gelöst und sehr spannend. Mein besonderes Highlight ist dieses Mal auf jeden Fall Kater Elmo!

Die Themen im Buch sind natürlich alles andere als leicht: Gewalt in der Ehe, toxische Beziehungen, ein unerfüllter Kinderwunsch. Daher ist das Buch hochemotional, aber definitiv ein würdiger Abschluss der Trilogie. Schade, dass diese Reise nun schon vorbei ist.

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Veröffentlicht am 02.10.2024

Wichtige Botschaften wundervoll in Szene gesetzt

Die Konferenz der Vögel
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Bei der alljährlichen Konferenz der Vögel beschließen zehn von ihnen sich auf die Suche nach dem König der Vögel zu machen. Von ihm erhoffen sie sich Antworten auf ihre Fragen. Um den König ranken sich ...

Bei der alljährlichen Konferenz der Vögel beschließen zehn von ihnen sich auf die Suche nach dem König der Vögel zu machen. Von ihm erhoffen sie sich Antworten auf ihre Fragen. Um den König ranken sich zahlreiche Legenden, doch bisher hat ihn noch niemand zu Gesicht bekommen. Kein Wunder, denn der Weg zu ihm ist beschwerlich und voller Gefahren. Sie müssen Monstern trotzen, Meere überqueren und sich einigen Herausforderungen stellen. Jede davon bringt sie nicht nur näher an ihr Ziel, sondern auch näher zu sich selbst und schweißt die Gruppe zusammen.

Diese besteht aus Vögeln zehn verschiedener Gattungen. Ihre Charaktereigenschaften spiegeln bestimmte Arten von Menschen wieder. So ist dem Schwan beispielsweise sein makelloses weißes Federkleid besonders wichtig. Der Adler hält sich für den stärksten und besten Flieger und ist generell eher ein Eigenbrödler, während sich die kleine Bienenelfe aufgrund ihrer Größe nicht so viel zutraut. Jeder von ihnen lernt auf ihrer Reise eine wichtige Lektion, die wir auch auf unser Leben übertragen können. Es geht darum seine Stärken und Schwächen zu erkennen, Mut zu fassen und seine Ängste zu überwinden. Wir alle haben die Möglichkeit über uns hinauszuwachsen. Zusammenhalt und gegenseitiges Vertrauen sind allerdings ebenso wichtig, denn gemeinsam kann man oft mehr erreichen.

All diese Botschaften werden durch die Illustrationen von Teelke Limbeck wundervoll in Szene gesetzt. Sie experimentiert in ihren Arbeiten gerne mit ungewöhnlichen Materialien, in diesem Buch nutzt sie beispielsweise Anspitzerreste.

Diese philosophische Geschichte wurde von einem persischen Märchen aus dem 12. Jahrhundert inspiriert. Dabei ist sie zwar spirituell angehaucht, ohne dabei jedoch religiöse Bezüge herzustellen. Ein schönes Geschenk für jede Altersgruppe.

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Veröffentlicht am 26.09.2024

Gelungenes Wohlfühl-Buch, welches aber auch ein paar ernstere Töne anschlägt

Wie man würdelos altert
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An ihrem 70. Geburtstag wird Daphne klar, dass ihr etwas fehlt und das sind Freunde. Kurzentschlossen tritt sie einem Seniorenclub bei. Zum Glück haben auch die anderen Mitglieder keine Lust auf langweilige ...

An ihrem 70. Geburtstag wird Daphne klar, dass ihr etwas fehlt und das sind Freunde. Kurzentschlossen tritt sie einem Seniorenclub bei. Zum Glück haben auch die anderen Mitglieder keine Lust auf langweilige Kaffeekränzchen. Wer hätte gedacht, dass sie es dort mit einem erfolglosen Schauspieler mit Hang zum Ladendiebstahl oder einer ehemaligen Truckerin zutun bekommen würde, die auch heute noch mit ihrem e-Rolli die Gehsteige unsicher macht? Doch Daphne weiß, dass das Alter nur eine Zahl ist und man so jung ist, wie man sich fühlt. Sie weiß auch, dass ein höheres Alter sie im Alltag unsichtbar macht, was bei ihrer Vergangenheit jedoch durchaus von Vorteil ist. Als dem Gemeindezentrum die Schließung droht, schmieden die jung gebliebenen Oldies einen Rettungsplan. Sie werden allen zeigen, dass sie trotz (oder grade wegen) ihres Alters nicht zu unterschätzen sind. Es sei denn ihnen kommen alte Sünden oder sogar die Polizei in die Queere.

👵🏻

Bereits der Prolog macht Lust auf mehr, denn er präsentiert uns eine bunt zusammen gewürfelte Gruppe, in der jede:r irgendein Geheimnis zu hüten scheint. Was es damit auf sich hat und wie es dazu gekommen ist, dass plötzlich eine Polizistin in ihrem Kleinbus auftaucht und eine andere Person daraufhin fluchtartig das Fahrzeug verlässt - das muss man selber lesen. Und ich kann euch sagen: es lohnt sich!

🚌

Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt und das ist überaus unterhaltsam und interessant. Wir lernen beispielsweise die Mitglieder des Senioreclubs, dessen Leiterin und auch einen jungen, alleinerziehenden Vater kennen. Sie sind allesamt charmant, besonders und teilweise herrlich exzentrisch. Hier hat mich das Zwischenmenschliche sowie die neu entstehende Dynamik untereinander begeistert. Damit sorgen sie für zahlreiche schöne, lustige, emotionale oder einfach bemerkenswerte Situationen. Die häufigen Perspektivenwechsel lockern zudem den Lesefluss auf und halten die Spannung oben.

❤️

Für mich ist es ein gelungenes Wohlfühl-Buch, welches aber auch ein paar ernstere und gesellschaftskritische Töne anschlägt. Es geht um Einsamkeit, und Zusammenhalt, Geheimnisse und Geständnisse und um die Vergangenheit, die einen gerne dann einholt, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann. Es geht darum, dass weder wahre Freundschaft, noch Lebensfreude oder Abenteuerlust ein Alter kennen.

👍🏻

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Veröffentlicht am 26.09.2024

Sehr schön magisch und witchy

EnchanTriss
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Als eines morgens ihre Chefin vor ihren Augen explodiert und daraufhin ein völlig Fremder auftaucht, versteht Triss die Welt nicht mehr. Denn dieser behauptet doch tatsächlich, sie sei eigentlich eine ...

Als eines morgens ihre Chefin vor ihren Augen explodiert und daraufhin ein völlig Fremder auftaucht, versteht Triss die Welt nicht mehr. Denn dieser behauptet doch tatsächlich, sie sei eigentlich eine sehr begabte Hexe, habe dies aber leider vergessen. Klar, in ihrem Leben häufen sich schon einige seltsame Zufälle, aber Magie gibt es doch überhaupt nicht! Oder? Zusammen mit Nicholas versucht sie verzweifelt jedes noch so kleine Puzzleteil ihrer Erinnerung aufzudecken und an den richtigen Platz zu setzen. So kommt sie nicht nur ihrer Vergangenheit und ihrer wahren Identität immer näher…

🧩

Sehr gefallen hat mir das Setting: Triss und Nicholas erleben nämlich einen heißen Sommer auf Sizilien. Es werden immer wieder italienische Ausdrücke, Redewendungen und Koseworte eingestreut, was die sommerliche und mediterrane Atmosphäre noch verstärkt. Auch ihr Unterschlupf, ein Häuschen direkt am Meer hat seinen besonderen Charme.

🌊

Mein absoluter Liebling und mein Highlight ist definitiv Katze Herb! Er ist immer für einen flotten und schnodderigen Spruch zu haben und hat mir zahlreiche Schmunzler und Lacher entlockt. Jede Szene mit ihm war für mich ein Fest. Aber natürlich habe ich auch Nonn in mein Herz geschlossen, sie ist so eine liebenswürdige Person. Bei Nicholas weiß man hingegen oft nicht so genau, woran man ist. Mal ist er überfreundlich und besorgt, dann wieder grumpelig und einsilbig. Wir erleben die Geschichte allerdings aus Triss Perspektive und erfahren daher nach und nach, wer sie eigentlich ist und was ihr passiert ist. Ich muss zugeben, dass ich mit dieser Auflösung überhaupt nicht gerechnet habe.

🐈

Insgesamt ist das Buch wirklich sehr schön magisch und witchy. Es gibt immer wieder kleinereund größere Zaubereien, Vorhersagungen oder andere übernatürliche Phänomene. Das fand ich sehr gelungen. Obwohl es im Sommer spielt, hat es für mich dennoch auch einen herbstlichen und vor allem cozy Vibe und passt deswegen perfekt in diese Jahreszeit.

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