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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.01.2021

Ehefrau unter Verdacht

Die Hornisse (Tom-Babylon-Serie 3)
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Der bekannte und überall gefeierte Rockstar Brad Galloway wird nach einem seiner Konzerte schlimm zugerichtet in seinem Hotelzimmer tot aufgefunden. Eine blutbeschmierte Feder und eine blutige Botschaft ...

Der bekannte und überall gefeierte Rockstar Brad Galloway wird nach einem seiner Konzerte schlimm zugerichtet in seinem Hotelzimmer tot aufgefunden. Eine blutbeschmierte Feder und eine blutige Botschaft auf seiner Brust leiten den wohl persönlichsten Fall für Tom Babylon und seine Kollegin Sita Johanns ein.

Auch der dritte Teil für Tom Babylon ist ein rasanter Fall, der schnell an Fahrt aufnimmt und dem Leser wenige Verschnaufpausen lässt.

Die Geschichte wird in zwei Handlungssträngen erzählt, wobei sich der eine in der heutigen Zeit und der andere im Jahr 1989 abspielt. Hierbei wird sowohl die Kindheit von Tom als auch das Leben seiner Eltern näher erläutert. Besonders hervorstechend ist die Beziehung zwischen Tom und seinem Vater.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und entführt den Leser immer wieder in die Vergangenheit, die die Gegenwart klarer und klarer werden lässt.

Die Charaktere haben es mir auch in diesem Fall wieder sehr angetan. Ein perfekt aufeinander abgestimmtes und harmonierendes Ermittlerpaar, an dessen Seite man gerne ermittelt.

Ein weiterer spannender Teil, der sich von Cliffhanger zu Cliffhanger hangelt und einen mit auf eine spannende Zeitreise nimmt.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Ein leises Debüt

Weißer Sommer
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In „Weißer Sommer“ von Eva Pramschüfer begleiten wir Alma und Théo nach Frankreich, wo sie einen letzten Sommer miteinander verbringen. Zwischen Erinnerungen, unausgesprochenen Verletzungen und der Frage, ...

In „Weißer Sommer“ von Eva Pramschüfer begleiten wir Alma und Théo nach Frankreich, wo sie einen letzten Sommer miteinander verbringen. Zwischen Erinnerungen, unausgesprochenen Verletzungen und der Frage, ob ihre Liebe noch trägt, müssen sie herausfinden, ob sie weiter zusammenbleiben oder einander loslassen sollten.

Auf „Weißer Sommer“ war ich sehr neugierig, weil mich sowohl die vielen positiven Rückmeldungen als auch die Ausgangssituation sofort angesprochen haben. Eine Beziehung, die an einem Wendepunkt steht, ein Sommer in Frankreich und zwei Menschen, die prüfen müssen, ob zwischen ihnen noch genug bleibt – das klang für mich nach einem leisen, intensiven Roman mit viel Gefühl.

Der Einstieg hat mich vor allem sprachlich überzeugt. Eva Pramschüfer erzählt mit einer sehr zarten, sorgfältigen und beinahe malerischen Ausdrucksweise. Viele Beschreibungen wirken stimmungsvoll und durchdacht, sodass einzelne Szenen eine schöne, fast schwebende Atmosphäre bekommen. Man merkt dem Text an, dass jedes Wort bewusst gesetzt ist und viel Wert auf Klang und Stimmung gelegt wurde. Manchmal war es für mich sogar fast schon ein wenig zu artifiziell.

Trotzdem rückte für mich im Laufe der Geschichte genau dieser sprachliche Feinschliff immer stärker in den Vordergrund. Die Handlung selbst und auch die innere Entwicklung der Figuren blieben für mein Empfinden stellenweise zu schemenhaft. Es wird viel angedeutet, vieles bleibt unausgesprochen, manches liegt nur in kleinen Gesten oder Zwischenräumen. Grundsätzlich mag ich solche leisen Erzählweisen, hier hat es aber leider dazu geführt, dass ich emotional nicht richtig in die Geschichte hineingefunden habe.

Besonders schwer fiel mir der Zugang zu Alma und Théo. Beide blieben für mich eher wie Figuren hinter einer Glasscheibe: sichtbar, aber nicht wirklich erreichbar. Ihre Gedanken, ihre Verletzungen und auch ihre Sehnsucht nacheinander hätten für mich mehr Nähe gebraucht. Dadurch konnte ich die besondere Verbindung zwischen ihnen nur bedingt spüren. Die Beziehung wird zwar als bedeutsam dargestellt, aber ich habe sie nicht so intensiv erlebt, wie ich es mir gewünscht hätte.

Auch der schmerzhafte Prozess des Auseinanderdriftens kam bei mir eher gedanklich als gefühlsmäßig an. Ich konnte verstehen, warum Alma und Théo an diesem Punkt stehen und warum eine Trennung möglich oder sogar notwendig erscheint. Gleichzeitig hat mich dieser Konflikt nicht wirklich getroffen. Statt mitzufühlen, habe ich eher von außen zugesehen.

Am Ende bleibt für mich ein Roman, der vor allem durch seine Sprache und seine ruhige, atmosphärische Art besticht. Die Idee hat viel Potenzial, und stilistisch ist das Buch zweifellos sehr fein gearbeitet. Inhaltlich und emotional blieb es für mich jedoch zu distanziert, um mich wirklich mitzunehmen.

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Veröffentlicht am 27.09.2024

Lieb, aber sehr jung

Okaye Tage
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Sam ist Schwedin und für ein Praktikum gerade in London. Dort trifft sie auf einer Party Luc, der noch nicht ganz genau weiß, wo ihn sein Weg hinführt, fühlt sich sofort zu ihr hingezogen. Obwohl sie wissen, ...

Sam ist Schwedin und für ein Praktikum gerade in London. Dort trifft sie auf einer Party Luc, der noch nicht ganz genau weiß, wo ihn sein Weg hinführt, fühlt sich sofort zu ihr hingezogen. Obwohl sie wissen, dass die Umstände sie nur temporär ins gleiche Land verschlagen haben, verlieben sich die beiden ineinander. Sie gehen durch Höhen und Tiefen und sehen sich immer wieder neuen Herausforderungen konfrontiert.

Ich mochte die beiden Charaktere sehr gern. Sie waren beide sehr liebenswürdig, authentisch und einfach sehr bewusst gezeichnet. Sam, die ein wenig chaotisch, aber stellenweise sehr stark und selbstbewusst ist. Luc, der fragiler, in sich gezogener, sehr sensibel ist.

Hätte ich den Roman in meinen Zwanzigern gelesen, hätte ich die Geschichte noch ein bisschen besser nachvollziehen können. Die beiden Charaktere beschäftigen sich überwiegend damit, ihren Platz in der Gesellschaft und in ihrem Leben zu finden. Man merkt, wie fragil das Gerüst ist, das sie sich aufgebaut haben und wie sehr sie täglich schwanken und einfach noch nicht genau wissen, wo sie hingehören, wer sie sind oder wer sie sein wollen.

An sich eine liebe Geschichte, die sehr unaufgeregt daher kommt und sich authentisch mit zwei Charakteren und deren zu tragenden Päckchen auseinandersetzt.

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Veröffentlicht am 11.06.2024

Deus ex machina

Der Totenarzt (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 13)
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Bei der vermeintlichen Routine-Autopsie eines Verkehrsopfers entdeckt Dr. Hove, Gerichtsmedizinerin, etwas Merkwürdiges. Das Opfer hat Wunden unter der Haut, die definitiv nicht vom Unfall stammen können. ...

Bei der vermeintlichen Routine-Autopsie eines Verkehrsopfers entdeckt Dr. Hove, Gerichtsmedizinerin, etwas Merkwürdiges. Das Opfer hat Wunden unter der Haut, die definitiv nicht vom Unfall stammen können. Sie nimmt das Opfer näher unter die Lupe und stellt fest, dass sie auf das Werk eines brutalen Killers gestoßen ist. Ein Mord getarnt als Unfall – wie viele Opfer haben sie einer falschen Todesursache zugeordnet und wie lange mordet der Serienkiller schon? Dr. Hove meldet ihren Fund an die Ultra Violent Crimes Unit vom LAPD. Hunter und Garcia stehen somit vor einem Problem. Wie ermittelt man an einem Fall, der eine unklare Opferzahl hat? Wie jagt man einen Killer, wenn es keinen Tatort oder Spuren gibt? Wie kommt man dem Unsichtbaren auf die Schlichte?

Carter-Thriller sind immer wie eine Art Nach-Hause-Kommen. Ich kenn die Charaktere inzwischen fast so gut wie meine eigene Familie und liebe es, mich wieder im gewohnten Kreis aufzuhalten.
Diesmal hat mir jedoch die Nähe zu den beiden Detectives irgendwie gefehlt. Normalerweise erhält man kurze Einblicke in ihre Privatleben, erhält einen neuen Stand, was über die letzten Monate so passiert ist, aber das hat mir komplett gefehlt. Ich hab mich noch nie so sehr auf Distanz gefühlt wie in diesem Teil.

Nichtsdestotrotz war der Schreibstil und somit die Atmosphäre wieder sehr einnehmend. Ich mag die Rasanz, die die Handlung aufnimmt, die Spannung, die sich auf jeder Seite aufbaut und die Beklemmung, die ich als Leserin dadurch verspüre.
Auch wenn dieser Teil sehr unblutig daher kam, waren meine Nerven zum Zerreißen angespannt.

Mein allergrößtes Manko ist jedoch der Schluss. Ich hab so auf den großen Knall hingefiebert, um dann zu sehen, wie Hunter alles zufiel. Es fühlte sich für mich einfach viel zu leicht und nicht wirklich stimmig an. Normalerweise wird getüftelt, man spürt die Panik, aber dieses Mal fiel ihm alles in die Hände, was es für mich ein wenig artifiziell und weniger authentisch gestaltete.

Alles in allem ein solider und unblutiger Thriller, der mein Lieblingsduo hat weiterleben lassen, aber diesmal hat mir einfach was gefehlt.

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Veröffentlicht am 06.06.2024

Solide Geschichte

Solange sie tanzen
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Ada Friedberg ist eine unerschrockenere, ältere Frau, die sich von nichts und niemandem aus der Bahn werfen lässt – auch nicht, als ihr geliebter Mann Hans plötzlich verstirbt. Sie vermisst ihn zwar tagtäglich, ...

Ada Friedberg ist eine unerschrockenere, ältere Frau, die sich von nichts und niemandem aus der Bahn werfen lässt – auch nicht, als ihr geliebter Mann Hans plötzlich verstirbt. Sie vermisst ihn zwar tagtäglich, lässt sich aber nicht unterkriegen, denn schließlich muss sie sich um ihren Boxer Hemingway kümmern, der auch nicht mehr der Jüngste ist. Durch ihn hat Ada eine gewisse Routine im Alltag entwickelt, die sie nicht nur gern macht, sondern ihr auch Halt gibt. Denn Ada wird immer vergesslicher und bringt Tag für Tag mehr und mehr Dinge durcheinander.

Der Schreibstil hat mir wirklich sehr gut gefallen. Die Atmosphäre war greifbar, die Liebe zwischen den Charakteren spürbar und die Atmosphäre einfach sehr warm und wohlig. Ebenso gefallen haben mir die Zeitsprünge, die sich mit der Gegenwart von Ada und auch mit ihrer Vergangenheit befassen, in der wir mehr über sie, ihr Kennenlernen und das gemeinsame Leben mit Hans erfahren.

Adas Charakter war einfach toll. Ich mochte ihre anfängliche Selbstständigkeit, ihre Sturheit und ihre Stärke. Ich hab sie als eine sehr authentische Person erlebt, die auch problemlos meine Nachbarin hätte sein können. Und auch wenn mir ihre geliebte Sturheit so manches Mal ein paar Schwierigkeiten bereitete, fand ich es irgendwie nachvollziehbar.
Ich mochte die Beziehung, die die Autorin zwischen Hans und Ada aufbaute und erzählte. Ebenso hat mir gefallen, dass Ada ihren Kindern berichtete. Ich hab lang drüber nachgedacht, ob ich meine Eltern eigentlich kenne bzw. mir wurde bewusst, dass ich sie nur in ihrer Elternrolle kenne, aber über das davor nur Bruchstücke weiß.

Die Geschichte war sehr berührend und anschaulich geschrieben. Der Demenzfaktor hat mir manches Mal einen Kloß im Hals beschert, aber trotz einiger Längen fand ich das Buch alles in allem sehr solide.

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