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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2025

Für mich eher ein maues Leseerlebnis

Paganinis Fluch
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Ich fand die Geschichte etwas unübersichtlich, es gibt viele Handlungsstränge und Perspektiven, die sich durch das Buch ziehen und nicht alle davon fand ich unbedingt interessant. Zum Beispiel die Fluchtgeschichte ...

Ich fand die Geschichte etwas unübersichtlich, es gibt viele Handlungsstränge und Perspektiven, die sich durch das Buch ziehen und nicht alle davon fand ich unbedingt interessant. Zum Beispiel die Fluchtgeschichte rund um Penny und Björn fand ich sehr repetitiv.

Dagegen kam mir alles rund um die Teufelspakte fast schon zu kurz. Die werden zwar am Ende kurz erklärt, aber da war der Reiz des ganzen ja quasi schon vorbei. Gefühlt war die Geschichte einfach zu überladen, wodurch die einzelnen Elemente nicht wirklich in Szene gesetzt werden konnten.

Ich war auch überrascht, wie hier ein doch recht ernstes, brisantes Thema untergebracht wurde. Lange war ich mir nicht unbedingt sicher, worauf das ganze hinauslaufen sollte, aber an sich steckte da schon Potential drin und war gegen Ende auch wirklich spannend. Ein stärkerer Fokus darauf hätte mir gut gefallen

Gekonnt fand ich, wie hier Saga Bauer in die Geschichte eingeführt wurde. Bei der Art, wie sie immer wieder unterschätzt wird, musste ich so manches Mal den Kopf schütteln, aber wie sie sich gekonnt wehrt, den Fall übernimmt und zeigt was sie drauf hat, deutet schon darauf hin, dass man bei dieser Figur noch einiges erwarten kann.

Insgesamt fand ich die Story leider etwas langatmig und der Plot hat mich zwischendurch einfach immer wieder verloren. Nach dem soliden Auftaktband war dieser zweite Band eher nicht so nach meinem Geschmack.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Buchige Familiengeschichte

Der verschwundene Buchladen
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„Der verschwundene Buchladen“ hat einfach eine wunderschöne Aufmachung und ich fand, dass die Geschichte sich super interessant anhörte. Ich mag buchige Geschichten eh super gerne und fand die Idee rund ...

„Der verschwundene Buchladen“ hat einfach eine wunderschöne Aufmachung und ich fand, dass die Geschichte sich super interessant anhörte. Ich mag buchige Geschichten eh super gerne und fand die Idee rund um den geheimnisvollen Buchladen richtig cool.

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, fokussiert sich in der Vergangenheit auf Opaline, während in der Gegenwartshandlung die Erzählperspektive zwischen Henry und Martha wechselt. Ich muss sagen, dass ich die Story rund um Opaline ein bisschen interessanter fand. Nicht nur, weil sie für eine Frau ein sehr bewegendes und unkonventionelles Leben führte, sondern auch, weil ihr Schicksal super dramatisch ist. Dass es da zum Ende hin, deutlich größere Zeitsprünge gab, fand ich dann fast ein bisschen schade, weil man das Gefühl hatte, dass da einiges verloren ging, Sachverhalte nicht erklärt wurden und irgendwie lose in der Luft hingen. Außerdem wurde es da am Ende super wild, was die familiären Verstrickungen anging.

Mit Henry und Maggie hab ich mich ein bisschen schwergetan. Henry ist halt ein klassischer privilegierter Träumer- bei ihm läuft halt alles ganz reibungslos und wie von selbst, während Maggie die klassische, vom Schicksal gebeutelte Frau ist, die mit und unter Henrys Aufmerksamkeit und Ermutigung aufblüht. Ja ne, weiß ich jetzt auch nicht. Irgendwie finde ich das immer so unauthentisch. Und wie sie dann von ihrer Vergangenheit eingeholt wird, erinnert ein bisschen an so ein Nicholas Sparks Buch.

Dern Buchladen als eigenwilligen, magischen Ort fand ich dann aber richtig cool, das hätte man für meinen Geschmack sogar noch stärker ausbauen und einbinden können. Denn obwohl er titelgebend ist, rückt er eigentlich völlig aus dem Fokus und findet immer mal nur in Nebensätzen überhaupt Erwähnung.

Teilweise plätscherte mir die Geschichte ein bisschen zu sehr dahin und bestimmte Elemente, wie die Suche nach Emily Brontes Manuskript fand ich eher langatmig dargestellt. Ich hatte mir insgesamt einfach eine andere Geschichte vorgestellt

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Überraschend, aber nicht so mein Fall

LAKE – Das Haus am dunklen Ufer
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Ich kannte bisher nur „Night“ von Riley Sager, das hatte ich aber so begeistert, dass ich nun auch „Lake“ sehr gerne lesen wollte. In Sachen Atmosphäre weiß Sager einfach, was er tut, storytechnisch hat ...

Ich kannte bisher nur „Night“ von Riley Sager, das hatte ich aber so begeistert, dass ich nun auch „Lake“ sehr gerne lesen wollte. In Sachen Atmosphäre weiß Sager einfach, was er tut, storytechnisch hat er mich aber hier nicht erreichen können.

Über die erste Hälfte hat mich das Buch doch sehr stark an „Girl on the train“ erinnert, inklusive Alkoholproblem und Stalkertendenzen. Die Geschichte springt zeitlich immer etwas hin und her, beleuchtet sowohl Caseys Erinnerungen, wie auch gegenwärtige Ereignisse, die ebenfalls nochmal in Präsenz und ein „davor“ unterteilt sind. Aber in der zweiten Hälfte nimmt es eine sehr unerwartete Wendung.

Ich mochte Protagonistin Casey vor allem am Anfang wirklich gern und fand sie durch ihre ganze Situation, ihren Verlust und die offen zur Schau getragene Verletzlichkeit sehr einnehmend. Doch dann wurde sie im Handlungsverlauf einfach zunehmend obsessiv und anstrengend, auch bereits vor Katherines Verschwinden. Ich habe sie an vielen Stellen als übergriffig empfunden und die Selbstsabotage, die sich an sich selbst betrieb, war einfach nur traurig zu verfolgen.

Für meinen Geschmack gibt es in der ersten Hälfte vor allem viel Suspense aber wenig Handlung. Und gegen Ende wirds dann richtig wild, spätestens als die vermeintliche Katherine gefunden wird. Da hat die Handlung mich dann irgendwie verloren. Ich mag ja Mystery/ Gothic Novels, aber das hier hat für mich nicht funktioniert, war mir zu irrwitzig. Nicht nur wegen potentieller Geistererscheinungen, sondern auch als die Wahrheit übers Caseys Ehe und Len offenbart wird.

Kann man machen, man verpasst aber auch nichts, wenn man dieses Buch aussetzt. Man sollte beim Lesen auf jeden Fall aufgeschlossen sein.

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Veröffentlicht am 13.10.2024

Familiengeschichte

Verlorene Sterne
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Ich fand den Klappentext und das Thema das er anteasert sehr interessant und ansprechend und fand die Idee die Gegenwart mit der Vergangenheit und der kulturgeschichtlichen Herkunft zu verknüpfen wirklich ...

Ich fand den Klappentext und das Thema das er anteasert sehr interessant und ansprechend und fand die Idee die Gegenwart mit der Vergangenheit und der kulturgeschichtlichen Herkunft zu verknüpfen wirklich gut. Die Geschichte selbst hat mich dann aber einfach nicht packen können.

Zum Inhalt: Orvil Red Feather wurde angeschossen. Das allein ist schon eine Tragödie. Doch schlimmer trifft ihn, dass er seitdem nicht mehr von den Schmerzmitteln loskommt. Und damit ist Orvil nicht allein. Die Sucht scheint ein beständiger Teil seiner Familiengeschichte zu sein, genauso wie die Suche nach der eigenen Identität.

Vielleicht so viel zuerst: ich war überrascht, dass die Geschichte nicht mit Orvil startet. Hatte mich sein Schicksal doch im Klappentext neugierig gemacht, so deutet der angedruckte Stammbaum bereits darauf hin, dass er ganz am Ende einer Verkettung von Einzelschicksalen steht. Und so kommt es, dass die Schicksale einiger Vorfahren beleuchtet werden. Und diese Einzelschicksale sind durchaus beklemmend und berührend, aber ich fand es schwer den Zusammenhang zwischen ihnen zu sehen, aufgrund der wechselnden Namen und manchmal schwer durchschaubaren Familienverhältnisse. Dafür war der Stammbaum dann sehr hilfreich

Vielmehr zieht sich das Thema Sucht wie ein roter Faden durch die Geschichte, dem sowohl die Vorfahren Orvils zum Opfer fielen, als auch dir Menschen in deren Umfeld, die Gesellschaft an sich. Als es in Teil 2 dann endlich um Orvil selbst ging, wurde die Geschichte für mich nicht nur greifbarer, sondern auch interessanter.

Die Geschichte ist keine leichte Kost und war stellenweise fast schon mühsam zu lesen. Ich hatte aufgrund des Klappentextes eine völlig andere Geschichte erwartet und fand es schwer so richtig in der Geschichte anzukommen. Hat sich an sich nicht schlecht lesen lassen, ist für mich aber auch keine Geschichte die hängen bleibt.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Sehr persönlich, sehr subjektiv

Truboy
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Das Buch wurde als literarische Detektivgeschichte rund um das Leben des berühmten Autors Truman Capote beworben. Ich muss aber sagen, dass die Suche nach dem verschollenen Manuskript eher in den Hintergrund ...

Das Buch wurde als literarische Detektivgeschichte rund um das Leben des berühmten Autors Truman Capote beworben. Ich muss aber sagen, dass die Suche nach dem verschollenen Manuskript eher in den Hintergrund getreten ist, vielmehr waren es sehr Subjekte Einblicke in das Leben des Autors, untermauert von Interviews mit Capotes Weggefährten. So richtig überzeugt und abgeholt hat mich das Buch zwar nicht, es macht aber zumindest neugierig auf das Leben und die Werke Capotes.

Die Verehrung der Autorin für Truman Capote schwingt in den Seiten ganz eindeutig mit, wodurch ich die Einblicke in sein Leben als eher einseitig empfinde. Auch fand ich die Erzählart der Autorin zwischenzeitlich sehr inkonsistent, was Sprache und Ausdrucksweise angeht. Auch dass die Autorin sich selbst neben Capote ins Zentrum der Erzählung stellt, war noch unbedingt mein Geschmack. Ich bin hier nicht sicher, was das Buch eigentlich sein will- Unterhaltsungslektüre, Biografie, persönlicher Essay- alles irgendwie denkbar und dadurch gleichzeitig aber nichts von alledem in Perfektion.

Vor allem gegen End war ich auch etwas ernüchtert und hatte das Gefühl, dass das Buch das im Klappentext angeteaserte Thema rund um das Manuskript irgendwie verfehlt hat. Unter einer Detektivgeschichte hatte ich mir dann doch etwas völlig anders vorgestellt. Für mich hat das Buch hauptsächlich durch die mehr und minder eigenwilligen Anekdoten aus dem bewegten Leben Capotes brilliert. Das Buch macht Lust sich eingehender mit dem Autor und seinem Leben zu beschäftigen.

Es ist kein Buch was man mal eben so wegliest und hätte mir vielleicht auch eine andere Struktur/ Aufteilung gewünscht, um mich im Buch besser orientieren zu können. Ich fand nicht alle Interviewpartner interessant, andere dafür sogar eigentlich sogar spannender als Capote um den sich hier alles dreht. Teils mitreißen und teils anstrengend zu lesen, war es ein Buch, dass mich sehr zwiegestalten zurücklässt.

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