Profilbild von raschke64

raschke64

Lesejury Star
offline

raschke64 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit raschke64 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2024

Die irren Fahrten des Gabriel Delacruz

Die irren Fahrten des Gabriel Delacruz
0

Gabriel, Waisenjunge und aufgewachsen bei katholischen Nonnen, wird als Erwachsener Lkw-Fahrer und Möbelträger. Mit seinen Kollegen bereist er halb Europa und lernt dort natürlich auch Frauen kennen. Und ...

Gabriel, Waisenjunge und aufgewachsen bei katholischen Nonnen, wird als Erwachsener Lkw-Fahrer und Möbelträger. Mit seinen Kollegen bereist er halb Europa und lernt dort natürlich auch Frauen kennen. Und so hat er in 4 verschiedenen Ländern Beziehungen, die mit einem Sohn namens Christof (verschiedene Schreibweise in den jeweiligen Ländern) endet. Frau und Sohn besucht er auf seinen Reisen eher sporadisch.
Die Söhne sind erwachsen und Gabriel „verschwindet“ eines Tages. Sein spanischer Sohn findet in der Wohnung die Namen seiner „Brüder“ und macht sich auf die Suche nach ihnen. Die vier Christofs lernen sich kennen und beginnen, ihrerseits nach ihrem Vater zu suchen ... eine Reise in die Vergangenheit beginnt.
Das Buch ist voll mit Geschichten über Europa der vergangenen Jahre, über Gabriel, seine Freunde, den Frauen und Söhnen, Pensionswirtinnen usw. Es ist einerseits wunderbar ausführlich fabuliert und formuliert, andererseits aber auch extrem ausführlich. Ungefähr bis zur Hälfte des Buches (600 Seiten) war es für mich nur ein Lesegenuss. Danach allerdings – obwohl sich am Stil nichts änderte – fing ich an, mich mehr und mehr zu langweilen. Wirklich jede kleine und kleinste Nebenfigur wurde ausführlich beschrieben und ich begann mich zu fragen, wann denn die Geschichte fortgeführt wird – die eigentliche Geschichte von Gabriel. Für mich war am Ende diese Ausführlichkeit einfach des Guten zu viel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.10.2024

Der katholische Bulle

Der katholische Bulle
0

Belfast 1981: Sean ist jung und Detektiv bei der Polizei und er ist katholisch und damit so ziemlich für alle ein rotes Tuch, weil er nirgends richtig hineinpasst. Er bekommt einen Mordfall auf den Tisch ...

Belfast 1981: Sean ist jung und Detektiv bei der Polizei und er ist katholisch und damit so ziemlich für alle ein rotes Tuch, weil er nirgends richtig hineinpasst. Er bekommt einen Mordfall auf den Tisch – zwei Homosexuelle wurden ermordet und ihnen die Hand abgeschnitten. Doch die Ermittlungen bringen eigentlich nichts zu Tage und enden dann doch überraschend.
Wer in dem Buch einen Krimi erwartet, wird schwer enttäuscht werden. Natürlich gibt es Täter und Opfer und auch Ermittlungen. Aber das ist eher eine Randerscheinung. In erster Linie geht es um die Situation zu dieser Zeit in Nordirland, um die verschiedenen Gruppierungen auf irischer und englischer Seite, um die unerträgliche Situation in der Stadt. Auch um die furchtbare Gewalt und deren Sinnlosigkeit, um das normale Leben der Menschen. Das Ganze ist ziemlich düster und das wird auch gut rübergebracht. Trotzdem hat mich das Buch nicht wirklich überzeugt. Es fehlte irgendwie jegliche Spannung und keiner der Personen war für mich sympathisch. Insgesamt gut und flüssig zu lesen, aber irgendwie flach und ohne Gefühle auszulösen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.10.2024

Ein Sommer am Chiemsee

Ein Sommer am Chiemsee
0

Hannah muss ihren Blumenladen schließen und praktisch sofort danach findet sie ihren Freund Jo zusammen im Bett mit ihrer Freundin. Er schuldet ihr viel Geld. Trotzdem schmeißt sie ihn raus und flüchtet ...

Hannah muss ihren Blumenladen schließen und praktisch sofort danach findet sie ihren Freund Jo zusammen im Bett mit ihrer Freundin. Er schuldet ihr viel Geld. Trotzdem schmeißt sie ihn raus und flüchtet zu ihrem Verwandten an den Chiemsee. Der ist schwul und lebt mit seinem Freund in einem schönen Haus. Hannah findet eine neue Liebe, muss aber weitere Tiefschläge in Kauf nehmen und auch Jo meldet sich wieder ...
Das Buch war insgesamt ganz nett, schöne Unterhaltung an einem Sommerabend, mehr aber auch nicht. Die Handlung erinnerte mich an eine Mischung aus Courths-Mahler und Rosamunde Pilcher, nur nach Bayern verlegt. Die Figuren sind oft sehr einseitig gezeichnet, oft stark schwarz/weiß und eigentlich wußte man ziemlich am Anfang, wie es ausgeht. Allerdings dürfte sich auch hier eine Verfilmung nahezu aufdrängen. Ich würde das Buch nur an jemanden weiterempfehlen, der dieses Genre total mag und nicht unbedingt etwas mit ein bißchen Tiefgang erwartet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.10.2024

Die Welt auf dem Kopf

Die Welt auf dem Kopf
0

Es geht um ein größeres Haus in Italien. Sozusagen in der Mitte wohnt die Erzählerin, eine junge Studentin. In der Kellerwohnung wohnt die Signora von unten – Anna, 65, gemeinsam mit ihrer erwachsenen ...

Es geht um ein größeres Haus in Italien. Sozusagen in der Mitte wohnt die Erzählerin, eine junge Studentin. In der Kellerwohnung wohnt die Signora von unten – Anna, 65, gemeinsam mit ihrer erwachsenen Tochter. Anna hatte mit den Männern immer Pech im Leben und schlägt sich jetzt mit mehreren Putzjobs durch. Der Signore von oben, Levi, ist über 70 und wohnt in der schönsten Wohnung. Früher ein berühmter Geiger, hält er sich jetzt über Wasser mit Engagements auf Kreuzfahrtschiffen, da ihn seine reiche Frau verlassen hat. Er bitte die Studentin um Hilfe bei der Suche nach einer Haushälterin und die vermittelt ihm Anna. Anna und Levi verlieben sich trotz aller Unterschiede ineinander – aber es gibt Probleme mit beiden Familien, Levis Frau kommt zurück, sein Sohn und Enkel ziehen bei ihm ein usw. Im Prinzip erzählt das Buch die Geschichte der Bewohner des Hauses und auch ein wenig der Leute aus der Umgebung, vorwiegend arme Einwanderer.
Ich habe mich mit dem Buch etwas schwer getan. Es ist gut und flüssig zu lesen, doch ich ertappte mich im Laufe der Geschichte immer mehr dabei, dass ich anfing, quer zu lesen. Nicht weil ich vor Spannung unbedingt vorwärts kommen wollte, sondern genau gegenteilig – ich vermisste jede Art von Spannung und fing an, mich zu langweilen. Die vorgestellten Leute hatten alle irgendwelche großen Probleme, die in meinen Augen aber oft an den Haaren herbeigezogen waren und teilweise nur schwer nachvollziehbar. Dadurch konnte ich auch zu keiner der Figuren eine Art Beziehung aufbauen. Es war mir irgendwie egal, was aus ihnen wird. So war ich am Ende regelrecht froh, dass es nur 200 Seiten waren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.10.2024

Lisa geht zum Teufel

Lisa geht zum Teufel
0

Lisa, kurz vor der 60 stehend, aber 10 Jahre jünger aussehend und erfolgreich in einem Verlag arbeitend, tut alles, damit dies auch so bleibt. Sie hat ihr Leben im Griff - bis auf die Männer. Seit Jahren ...

Lisa, kurz vor der 60 stehend, aber 10 Jahre jünger aussehend und erfolgreich in einem Verlag arbeitend, tut alles, damit dies auch so bleibt. Sie hat ihr Leben im Griff - bis auf die Männer. Seit Jahren erfolglos, glaubt sie mit dem 10 Jahre jüngeren Reiner nun das große Los gezogen zu haben und will mit ihm nach 14 Tagen Beziehung einen 4-wöchigen Urlaub auf Marbella verbringen. Einen Tag davor beendet Reiner per SMS die Beziehung. Lisa fährt nach Spanien und wohnt wie immer im Haus ihres Ex-Mannes, in dem sie ein lebenslanges Wohnrecht hart erkämpft hat. Dort besucht sie Andreas, der Sohn ihres Ex-Mannes aus 2. Ehe, mit seiner Freundin Mercedes - und stellt schnell fest, dass er dieses Haus haben möchte. Lisa verkauft ihr Wohnrecht nicht und so kauft sich Reiner die ehemalige Prostituierte Delia und den Obdachlosen Rafael. Das Paar soll Lisa mit allen Mitteln aus dem Haus ekeln und zum Verkauf bewegen. Die Taktik scheint so lange aufzugehen, bis Lisa zurückschlägt - und 2 Personen erst mal im Krankenhaus landen ...
Danach ändert sich alles. Mich hat das Buch nicht wirklich überzeugt. Die Autorin hat wirklich gute Einfälle, schreibt auch nett und flüssig und keinesfalls langweilig. Auch die Landschaft und das Leben in Spanien ist gut beschrieben. Aber auch wenn man bei dieser Art von Buch so ähnlich wie bei Seifenopern im Fernsehen nicht unbedingt viel Tiefgang erwarten kann - hier sind die Figuren sehr schwarz/weiß gezeichnet. Am Anfang sind die Bösen so abgrundtief böse, dass die sich zum Ende hin einstellende Wandlung zu waren "Engeln" nicht wirklich nachvollziehbar bzw. glaubhaft ist. Hier wurde einem auf allen Strecken positivem Ende alles untergeordnet. Für mich schade, aber vermutlich erwarten die Leser dieses Genres es einfach so. Alles in allem: ein netter Urlaubsroman mit guter Unterhaltung für Leute, die auch genau das nur erwarten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere