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Veröffentlicht am 20.02.2025

Ein Hoch auf den Umgang mit Sprache

Ich fürchte, Ihr habt Drachen
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Was habe ich gegluckst, gegiggelt und gelacht.
In seinem Roman lässt sich Peter S. Beagle über einen heldenhaften Antihelden, eine nicht ganz so zuckersüße Prinzessin auf Prinzschau und einen Drachenfänger ...

Was habe ich gegluckst, gegiggelt und gelacht.
In seinem Roman lässt sich Peter S. Beagle über einen heldenhaften Antihelden, eine nicht ganz so zuckersüße Prinzessin auf Prinzschau und einen Drachenfänger aus, der seinen Beruf anders angeht, als alle anderen. Und das alles in einer Geschichte, die sprachlich bisweilen an mittelalterliche Erzählungen oder aber auch Literatur der Romantik erinnert. Denn mit Sprache weiß der Autor hervorragend umzugehen und zu spielen, so dass man schon ein wenig genauer lesen sollte.
Der Roman ist nicht einfach in die Kategorie „Cozy Fantasy“ zu stecken. Hinter zum Teil sehr komisch anmutenden Reden der Charaktere verbirgt sich bisweilen doch ein recht tieferer Kern.

So sagt Mortmain an einer Stelle zu Robert:
„Der Griff ist nicht im Mindesten, was er vorgibt zu sein, ja schöner noch als die Wirklichkeit, die er imitiert; während die Klinge so ehrlich, so moralisch und geradlinig ist, wie sie nur sein kann. Sind beide zusammen nun eine unausgesprochene Wahrheit oder eine versteckte Lüge?“

Das Buch wird sicherlich nicht jeden ansprechen, aber allen, denen der recht scharfe Wortwitz des Autors in seinem bekanntesten Werk „Das letzte Einhorn“ gefallen hat, sollte es zusagen.

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Drachen und Technik passen besser zusammen als gedacht

Smaragour – Die Dracheninsel
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Wenn man aus einer Drachenreiterfamilie stammt, dann kann man davon ausgehen, auf einer Drachenreiterschule angenommen zu werden. So dachte Jamie zumindest. Und er erhält ja auch eine Ausbildung – jedoch ...

Wenn man aus einer Drachenreiterfamilie stammt, dann kann man davon ausgehen, auf einer Drachenreiterschule angenommen zu werden. So dachte Jamie zumindest. Und er erhält ja auch eine Ausbildung – jedoch nicht als erträumter Drachenreiter. Aber gerade durch seine Arbeit in den Docks lernt er die Drachen kennen und verstehen, und kann so erkennen, das die Drachen nicht so behandelt werden, wie es sein sollte. Was ist da los?

Diese neue Buchreihe von Anja Habschick ist wirklich vielversprechend.
Da das Setting in „unserer“ modernen Welt angelegt ist, geht es hier nicht um Abenteuer wie etwa in „Drachenzähmen leicht gemacht“ oder „Die geheime Drachenschule“. Durch die Verquickung von technischer Entwicklung und dem Umgang mit Lebewesen geht die Autorin unter anderem der Frage nach, sind nicht menschliche Lebewesen wirklich nur Nummern, die wir nach belieben benutzen dürfen und wie Gegenstände behandeln können?
Diesen Strang in der Handlung fand ich erfrischend und interessant.

Die ansonsten für die Altersgruppe relevanten Themen um Freundschaft, Vertrauen und der abenteuerliche Faktor an und für sich waren auch schön und gut zu lesen.

Was mich sehr gefreut hat bei der erzählerischen Behandlung der drei Charaktere des Buches, war die Darstellung der beiden Mitstreiter Tex und Noah. Auch wenn sie nur Nebenfiguren der Handlung sind hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass sie nur „Sidekicks“ wären. Hier hat die Autorin sich deutlich weiter entwickelt, als bei Toni aus der Lucy Longfinger – Reihe.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Wo Wünsche lebendig werden

Wishkeeper, Band 1 - Das Land der verborgenen Wünsche
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In Everwish, dem Land, in das die unerfüllten Wünsche der Kinder gelangen, erwachen diese im wahrsten Sinne des Wortes zum Leben. Dort können sie als Lumix, Fireflashs, Nerverlinge oder Crimsons leben, ...

In Everwish, dem Land, in das die unerfüllten Wünsche der Kinder gelangen, erwachen diese im wahrsten Sinne des Wortes zum Leben. Dort können sie als Lumix, Fireflashs, Nerverlinge oder Crimsons leben, bis sie in unserer Welt eine Aufgabe zu erfüllen haben. Doch um in Everwish zum Leben zu erwachen benötigen sie die Hilfe von Wishkeepern, Kindern, die sie sehen und ihnen nach Everwish folgen können. Lexi und Milo sind frischgebackene Wishkeeper, die völlig unerfahren in diese Welt der Wünsche gelangen und gleich die erste Notsituation bewältigen müssen, um nicht nur Everwish zu retten.

Barbara Labans sehr angenehmer und schöner bildhafte Erzählstil nimmt nicht nur junge Leser mit auf eine fantastische Reise, angefüllt mit Wortwitz und sprachlichen Bildern.
In diesem Serienauftakt finde ich die unterschiedlichen Charaktere Milo und Lexi besonders interessant. Ein recht spontan und kurz entschlossener Junge, der bisweilen einen sehr unbekümmerten Eindruck vermittelt und ein Mädchen, das ruhiger, hinterfragender aber auch selbst zweifelnder ist. Beide ergänzen sich damit aber irgendwie ganz gut.
Und wer ein wenig Witz und Humor mag, der wird Libros, das Buch, das mit den beiden Protagonisten per Schriftverkehr interagiert lieben.

„Wishkeeper – Das Land der verborgenen Wünsche“ ist nicht allein für ältere Grundschulkinder lesenswert. Es hat durchaus das Potential, alle Altersgruppen zu begeistern. Und wer die „Mitternachtskatzen“ der Autorin mochte, kommt auch an diesem Buch nicht vorbei.

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Veröffentlicht am 04.09.2024

„… aber ich bin nur Level 0.“

Akademie Splitterstern 1: Akademie Splitterstern
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Ein genial unterhaltsames und witziges Abenteuerbuch für alle, die sich gerne in fantastische Welten aufmachen, abenteuerlich Questen erleben wollen und sich sicher sind, dass „leveln“ zum Lebensalltag ...

Ein genial unterhaltsames und witziges Abenteuerbuch für alle, die sich gerne in fantastische Welten aufmachen, abenteuerlich Questen erleben wollen und sich sicher sind, dass „leveln“ zum Lebensalltag gehört.
Ja, dieses Kinderbuch hat etwas. Mich erinnert es an diverse Rollenspiele oder auch Animes, in denen sich die Helden bewusst sind, das man Questen überstehen muss, um aufzusteigen und neue Fähigkeiten zu erhalten. Denn genau wie in einem Rollenspiel beschreibt der Autor gleich zu Beginn des Buches die „Startbedingungen“ für junge Helden in den Splitterlanden, sowie die Fähigkeiten der 4 jungen Helden und Heldinnen.
Für Unterhaltung sorgt von vorn herein, dass die Zuordnung der einzelnen Lebenswege durch den Tag der Geburt bestimmt wird. Aber bereits in den ersten Kapiteln wird einem sehr deutlich, dass nicht jeder seinem Geburtsstern entspricht. Und damit beginnt dann auch der abenteuerliche Schlamassel…
Das die Charaktere nicht den in ihrer Welt so gängigen Klischees entsprechen macht die Geschichte interessant. Denn muss man als Barbar dumm oder als Schurke hinterhältig sein, nur weil einem durch Geburt die Laufbahn vorgegeben wurde?
Die schönen Illustrationen des Autors machen das Buch zudem zu einem schönen Hingucker, dass sicher nicht nur Kinder gerne in die Hand nehmen werden.
Das Buch bekommt von mir eine klare Leseempfehlung. Ich würde mich auf jeden Fall sehr freuen, wenn im nächsten Jahr ein Folgeabenteuer mit Ribisel, Garek, Erika und Fenja erscheinen würde.

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Veröffentlicht am 08.08.2024

„Könnten wir vielleicht die Totenorgel… “

Die Oaknight-Chroniken (Bd. 1)
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Die Geschichte beginnt sehr geradlinig. Die Zwillinge Scarlett und Scott erfahren nach dem Verschwinden ihrer Eltern, dass diese Werwolfjäger waren und sie beide nunmehr diese Profession als Familientradition ...

Die Geschichte beginnt sehr geradlinig. Die Zwillinge Scarlett und Scott erfahren nach dem Verschwinden ihrer Eltern, dass diese Werwolfjäger waren und sie beide nunmehr diese Profession als Familientradition ererben. Und da die Eltern eben auf einer Mission verschwunden sind und zumindest Scarlett noch Hoffnung hat ihre Eltern wieder zu finden, machen sich die beiden unter der wohlwollenden Anleitung des Familienbutlers Hamish auf die Jagd.

Eigentlich ganz simpel. Doch dieser Auftakt zu einer hoffentlich umfangreicheren Serie, ist für mich bisher das absolute Highlight in der Literatur für junge und jung gebliebene Leser des bisherigen Jahres. Es hat sehr viele Assoziationen zu bieten. Das zum Ende hin immer düster wirkende Setting weckte in mir Erinnerungen an „Pakt der Wölfe“. Dazu trug unter anderem das stimmige Cover von Helge Vogt bei. Die Kampfbeschreibungen und auch die Ausrüstung der Zwillinge hatten etwas von „Van Helsing“; die bisweilen sehr sarkastischen Dialoge zwischen Butler Hamish und den Zwillingen hörten sich in meinem Kopf wie Gespräche zwischen Butler Sebastian und Ciel Phantomhive aus „Black Butler“ an. Und dann noch die gekonnte Zugabe uns bekannter Märchen und Legenden – sehr „Brother Grimm“ mäßig. Das war super, denn die Handlung des Buches hat nichts mit den Filmen zu tun, ist vollkommen anders und hat es doch geschafft so schöne Erinnerungen zu wecken.

Assoziationen einmal bei Seite gelassen muss auch hervorgehoben werden, dass alle Hauptcharaktere des Buches sehr gut ausgearbeitet sind und viel Potential für kommende Handlung bieten. Scarlett und Scott sind wie Yin und Yang, sehr gegensätzlich und einander ergänzend, in ihrer emotionalen Unbeholfenheit bisweilen aber auch wie gleiche Pole, die sich abstoßen. Hamish (mein Lieblingscharakter) ist immer wieder der Kitt zwischen den beiden und unterstützt sie in ihrer Entwicklung. Was ihn dabei so sympathisch macht, sind die Fehleinschätzungen, denen er unterliegt – er ist eben nicht perfekt.

Mit 480 Seiten ist das Buch doch recht umfangreich, aber gut strukturiert. Die Geschichte selbst ist problemlos nachvollziehbar und durch eine ganze Anzahl von kleinen, steuernden Twists immer wieder vielschichtig. Vieles ist anders als es den Anschein hat und wechselt mehrmals den Grundtenor des Ganzen.

Wie ich es bereits erwähnte, für mein Empfinden darf der Autor gerne noch ein paar mehr Abenteuer der Zwillinge zu Papier bringen. Mich würde es sehr freuen.

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