Würdige Fortsetzung mit ein paar Längen
WELTENBRANDRezension zum zweiten Teil der Weltentodsaga, mögliche Spoiler zum ersten Teil.
70 Jahre sind seit der Schlacht um die Höll vergangen und nun verfolgen wir die Geschichte von Frey, der dem zurückgezogen ...
Rezension zum zweiten Teil der Weltentodsaga, mögliche Spoiler zum ersten Teil.
70 Jahre sind seit der Schlacht um die Höll vergangen und nun verfolgen wir die Geschichte von Frey, der dem zurückgezogen Leben in Thrymheim mit seiner Mutter Skadi den Rücken kehrt, um im Weltenbündnis seine Heldengeschichte zu finden. Dabei hat er keine Ahnung welches Erbe ihm auferlegt ist. So gerät er schnell zwischen Machtintrigen, einer alten Blutfehde, Familiengeheimnisse und Gefühlschaos.
Sarah Skitschaks Schreibstil ist wie im ersten Teil einfach wundervoll Bildgewaltig, wodurch ich mich schnell in die verschiedenen Settings wieder finde konnte. Sie bringt einem die nordischen Mythen auf eine wundervolle und gleichzeitig Wirklichkeitsnah Art näher.
Anderes als im ersten Teil ist Skadis Sohn Frey hier die Hauptfigur, dennoch begegnet man hier einigen der älteren Figuren wieder, welche gut mit den neuen interagieren.
Frey hat ähnlich wie seine Mutter zwei verschiedene Seiten. So ist er des öfteren ein naiver Träumer, dessen Gedanken häufig abschweifen, mit einem großen Herz. Er kann jedoch ebenfalls ein mächtiger Krieger sein. Es war schön und aufregend ihn auf seinem Werdegang zu begleiten, auch wenn seine abschweifende Gedankengänge für ein paar Längen im Buch gesorgt hat.
Die Entwicklung, die Skadi in den letzten 70 Jahren durch machen musste, aufgrund ihres Fluches und dem vermeintlichen Verlust ihrer Tochter, hat sie stark verändert im Vergleich zum ersten Teil, doch sind diese Veränderungen sehr gut zu verstehen und logisch, auch wenn sie mich etwas Traurig machen.
Njörd hat sich im Gegenzug zu Skadi eher unauffälliger entwickelt. Er ist weiterhin der formvollendete Vane, den gerne habe, doch hat Skadi in ihrer Ehe definitiv auf verschiedene Arten Spüren bei ihm hinterlassen. Ich liebe es einfach, wenn er flucht. Außerdem ist er ein wundervoller Vater für Frey und die Beziehung der beiden hat auf jeden seine Hoch-und Tiefflüge, doch gerade dies macht sie so echt.
Die Beziehung zwischen Frey und Freya, seiner Schwester, finde ich schwieriger zu bewerten, da ich als Leserin von Anfang an wusste, dass die beiden Zwillinge sind, weswegen es für mich schon seltsam war mitzuverfolgen, wie Frey sich in seine Schwester, von der er nicht wusste, dass sie seine Schwester ist, verliebt. Dennoch ist er so knuffig, wenn er Annäherungsversuche startet.
Freya an sich mochte ich sehr. Durch die Erziehung von Loki wurde sie zu einer waschechte Kriegern, dennoch konnte er sie nicht völlig verderben. Leider kam sie mir als Person ein bisschen zu kurz.
Was ich aber am interessantesten finde ist, wie Skitschak es geschaffte hat, dass ich Loki und Skadi weiterhin Shippe, obwohl die beiden einmal sogar im Begriff sind sich gegenseitig zu töten. Da dacht ich mit nur, dass die beiden aufhören sollten zu kämpfen und endlich übereinander herfallen sollten… Was beiden beiden ja fast auf dasselbe hinausläuft.
Allgemein bleibt Loki in „Wltenbrand“ ein charmanter Mistkerl. Ich könnte seinen Taten niemals zustimmen, doch hat er so eine Ausstrahlung, die einfach fesselt und mal wieder kam der Trickster mir zu kurz gekommen, doch wenn er da ist, ist gehört ihm die Bühne.
Das Einzige, was mir an diesem Buch nicht gefallen hat, war, dass es sich öfters ganz schön in die Länge gezogen hat, wo dann kaum etwas wirklich passiert ist.
Doch das beste für mich war es immer, wenn jemand geflucht hat.
Alles in allem ist „Weltenbrand“ eine würdige Fortsetzung für die Weltentod-Saga, die zwar ein paar längen hat, doch mit dem nordisch-mythischen Flair, seinem Loki, den Figuren und seinem Wordbulding überzeugen kann.