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Veröffentlicht am 17.10.2024

Alice, wie Daniel sie sah

Alice, wie Daniel sie sah
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Daniel ist um die 60 und obdachlos. Er hat sich damit eingerichtet und sieht für jeden Namen und jeden Buchstaben eine Farbe. Während er durch die Stadt streift, findet er allen möglichen Müll in diesen ...

Daniel ist um die 60 und obdachlos. Er hat sich damit eingerichtet und sieht für jeden Namen und jeden Buchstaben eine Farbe. Während er durch die Stadt streift, findet er allen möglichen Müll in diesen Farben und bastelt daraus Wörter, die er in der ganzen Stadt verteilt – immer in der Hoffnung, seine Tochter würde sie finden und verstehen.
Seine Tochter Alice hat allerdings weder diese Fähigkeit, noch weiß sie überhaupt, das Daniel ihr Vater ist. Sie ist in einer Familie aufgewachsen mit einem Vater, der Chirurg ist, zwei älteren Schwestern, mit denen sie nicht so gut auskommt. Die Mutter ist gestorben, als sie 4 Jahre alt war. Sie hat kaum noch Erinnerungen an sie. Trotzdem fühlt sie sich in der Familie nicht wirklich geliebt, gibt sich die Schuld am Tod ihrer Mutter. Sie flüchtet sich in Reisen um die ganze Welt, ohne allerdings ein wirkliches Ziel zu haben. Es ist auch mehr eine Flucht vor ihrer zerstörten Beziehung zu ihrem Freund. In der tiefsten Mongolei erreicht sie endlich eine Nachricht: sie soll sofort zurückkommen, ihr Vater liegt im Sterben. Es eilt. Sie schafft es noch, ihren Vater anzutreffen, aber sie fühlt sich im Haus nicht wohl und verlässt es zu jeder sich bietenden Möglichkeit. In dieser Zeit stirbt ihr Vater.
Sie übernimmt das Renovieren und den Verkauf des Hauses. Inzwischen hat Daniel zufällig die Beerdigungsanzeige gelesen und so kommt er sowohl zur Beerdigung wie auch später noch zu Alice.
Mir fällt die Beurteilung dieses Buches sehr schwer. Es ist eine Familiengeschichte, nicht schlecht erzählt. Aber es war für mich ein deprimierendes Buch, das mich wütend gemacht hat. Und das ich jederzeit aus der Hand legen und das Lesen unterbrechen konnte. Oft musste ich mich regelrecht zum Weiterlesen zwingen. Es hat viel Poesie und auch viele gute Gedanken – aber für mich war es nur trostlos. Die Personen waren fast alle irgendwie unzufrieden, untereinander sehr uneins und unentschlossen. Alle waren auch irgendwie „jammernd“, ohne an dem Zustand auch wirklich etwas ändern zu wollen. Für Daniel konnte ich noch ein gewisses Maß an Mitgefühl aufbringen, jedenfalls eine Zeitlang. Bei Alice ging das gar nicht. Sie lebt irgendwie in den Tag hinein, weiß gar nicht, was sie will, versinkt zum Teil in Selbstmitleid. Ich war regelrecht froh, als das Buch zu Ende war.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Nicht mein Fall

Ich bin nur noch hier, weil du auf mir liegst
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Ann - Mitte 30 - wird von ihrer Freundin Caro zu einer Beziehungsabschiedsfeier auf die Reeperbahn eingeladen, da Ann immer an die falschen Männer gerät. Caro will das ändern und Ann mit Tim verkuppeln. ...

Ann - Mitte 30 - wird von ihrer Freundin Caro zu einer Beziehungsabschiedsfeier auf die Reeperbahn eingeladen, da Ann immer an die falschen Männer gerät. Caro will das ändern und Ann mit Tim verkuppeln. Aber Ann hat schon wieder einen neuen Freund ...

Das Buch ist ein typisches Buch aus dem Bereich "Frauen und Beziehungen", nicht viel Tiefgang, nett zwischenrein zu lesen, aber nicht lange im Gedächtnis bleibend. Anfangs waren auch einige Fremdschäm-Szenen dabei, aber das wurde zum Glück bald besser. Richtig witzig fand ich es nicht, aber auch nicht wirklich langweilig. Einfach etwas für zwischendurch oder einen Abend auf dem Sofa. Man kann es lesen, man muss es aber nicht. Gut fand ich einige Seitenhiebe auf die Promiszene und, dass auf detaillierte Sexbeschreibungen verzichtet wurde. Insgesamt sollte man aber schon ein Fan dieses Genres sein. Für mich war es nicht das richtige Buch.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Die Marseille-Connection

Die Marseille-Connection
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Auf der Rückseite des Buches steht: Eine Gang aus der brillanten Verbrechern macht Marseille unsicher. Ihre Gier nach Reichtum und Macht ist grenzenlos. Nur eine durchschaut ihr Spiel: Kommissarin Bernadette ...

Auf der Rückseite des Buches steht: Eine Gang aus der brillanten Verbrechern macht Marseille unsicher. Ihre Gier nach Reichtum und Macht ist grenzenlos. Nur eine durchschaut ihr Spiel: Kommissarin Bernadette Bourdet, kurz B. B.
Nach dem Lesen dieser Zeilen erwartet man einen Krimi oder Thriller mit „Tätern in Nadelstreifen“. Statt dessen macht die o. g. Gang nicht mal die Hälfte des Buches aus. Das Buch beginnt mit einigen Kapiteln, die als Überschrift nur Koordinaten haben. Macht man sich die Mühe, nachzuschauen, dann verteilen sich diese Koordinaten über die ganze Welt von Russland bis nach Südamerika. Der Inhalt der Kapitel allerdings ähnelt sich. „Vorgestellt“ oder Haupthandelnde sind diverse Verbrecher verschiedener Länder, Größe und Nationalität. Sie eint eines: alle sind sie skrupellos und brutal und ein Teil von ihnen wird sich dann aus verschiedenen Gründen in Marseille finden.
Mir hat das Buch überhaupt nicht gefallen. Keine Seite ohne diverse Morde oder Vergewaltigungen. Manchmal hatte ich das Gefühl ich bin in einem „Computer-Baller-Spiel“, je mehr Tote, desto besser. Auch die Kommissarin und ihre 3 Untergebenen sind nicht viel besser, brutal mit einigen Tätern zusammenarbeitend, um größere Täter zu erwischen. Das alles hinterließ einen faden Geschmack bei mir, obwohl der Schreibstil nicht schlecht war. Der Inhalt aber hat mich abgestoßen.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Requiem

Requiem
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1961 wurde mit Robert McGladdery der letzte Mann in Nordirland gehängt. Für einen Mord, den er zwar gestanden, aber nicht mit Sicherheit begangen hat.
Der Autor erzählt die Geschichte dazu, die Vorgeschichte, ...

1961 wurde mit Robert McGladdery der letzte Mann in Nordirland gehängt. Für einen Mord, den er zwar gestanden, aber nicht mit Sicherheit begangen hat.
Der Autor erzählt die Geschichte dazu, die Vorgeschichte, die Ermittlungen, den Prozess, das Geständnis. Leider konnte oder wollte er sich nicht bewußt entscheiden, ob er einen Krimi, einen biografischen Roman oder eine Tatsachengeschichte schreibt. So ist es von jedem etwas und doch eigentlich nichts richtiges. Die Zeit Anfang der 1960er Jahre wird gut beschrieben. Die Ansichten sind oft erschreckend. Man hat das Gefühl, man ist im Mittelalter gelandet, dabei ist es gerade mal 50 Jahre her.
Aber ich hatte beim Lesen immer das Gefühl, als ob ich von oben auf ein Spielfeld schaue, in dem sich die Figuren zwar bewegen, es mich aber nicht wirklich interessiert, was sie machen. Keine der Personen weckt in mir Emotionen. Ich habe kein Mitgefühl mit dem Opfer, dem Richter mit der eigenen ermordeten Tochter oder mit dem (vermeintlichen) Täter, aber ich entwickle auch keine Antipathie. Es ist mir eigentlich immer mehr "egal", was passiert. Meine Zusammenfassung lautet ziemlich lakonisch: Ich habe das Buch gelesen. Ich habe das Buch weggelegt. Ich habe das Buch vergessen.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Karl Konrads heimliches Afrika

Karl Konrads heimliches Afrika
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Das Buch spielt in einem ostdeutschen Nachwendedorf in der tiefsten Provinz. Es gibt dort nichts mehr – keine Arbeit, keine Kultur, nur einen Einkaufsmarkt und einen Fleischer. 3 x am Tag fährt der Bus ...

Das Buch spielt in einem ostdeutschen Nachwendedorf in der tiefsten Provinz. Es gibt dort nichts mehr – keine Arbeit, keine Kultur, nur einen Einkaufsmarkt und einen Fleischer. 3 x am Tag fährt der Bus und die Kirche steht schon Jahrzehnte leer. Die noch übrig gebliebenen Bewohner „gammeln“ buchstäblich vor sich hin und fast niemand hat mehr Arbeit bzw. verliert sie bald. Es gibt – zumindest im Buch – nur noch 2 Frauen im Dorf, die pflegebedürftige Mutter von Karl Konrad und Elke, die junge Verkäuferin der Fleischerei, die aus Mangel an Auswahl mehr oder minder der Traum aller hormongesteuerten Männer des Ortes ist.

Karl Konrad selbst ist ein penibler Eigenbrötler, der nach dem Weggang des Vaters vor Jahrzehnten nach Afrika und dem Folgen des jüngeren Bruders vor Jahren ebenfalls dahin seine Mutter aufopferungsvoll pflegt und sich ansonsten mit der Reinigung des Hauses und des Grundstückes beschäftigt. Jede Änderung bringt ihn total aus der Fassung.

Da kommt eine Karte seines Bruders aus Afrika. Er teilt ihm überschwänglich mit, wie gut es ihm dort geht. Und so beschließt Karl Konrad, sein eigenes Afrika im Wald an einem See einzurichten ...

Die Geschichte ist sehr skurril. Alle Personen sind total überzeichnet, dabei aber nicht witzig. Die Vorkommnisse sind völlig überzogen und erinnern teilweise an Geschichten/Figuren aus der Bibel. Ich gestehe, dass ich mit dem Buch nicht wirklich viel anfangen konnte. Was will der Autor sagen? Was ist der Sinn des Ganzen? Mir hat er sich in keinster Weise erschlossen. So vergebe ich den 2. Punkte dafür, dass das Buch sich sehr flüssig las und trotz allem irgendwie unterhaltsam war, auch wenn ich mich vor allem bei den letzten 50 Seiten ertappte, dass ich teilweise Abschnitte quer gelesen habe, weil ich hoffte, dass die Geschichte noch irgendeinen Sinn für mich bieten würde. Leider war dem aber nicht so.

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