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Veröffentlicht am 17.10.2024

Als der Sommer eine Farbe verlor

Als der Sommer eine Farbe verlor
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Eine nicht ganz "normale" Familie – der Vater ist Nervenarzt, die Mutter Malerin mit französischen Wurzeln und mit einigen Problemen. Die Kinder Marcel und Benedicte sind gewöhnt, dass die Mutter einige ...

Eine nicht ganz "normale" Familie – der Vater ist Nervenarzt, die Mutter Malerin mit französischen Wurzeln und mit einigen Problemen. Die Kinder Marcel und Benedicte sind gewöhnt, dass die Mutter einige Besonderheiten macht. Oft die Oma da. Doch dann findet Benedicte ihre Mutter inmitten von Blut. Sie hat einen Selbstmordversuch gemacht – und verschwindet plötzlich aus dem Leben der Familie. Die Kinder erfahren, dass die Mutter in einem Sanatorium ist. Doch die Oma macht dem Vater viele Vorwürfe. Dann zieht die Familie ohne die Mutter von Hamburg aufs Land, der Vater wird dort Leiter einer Nervenheilanstalt. Die Kinder wollen nicht umziehen, sie verlieren ihre gewohnte Umgebung, ihre Freunde – das neue Haus ist riesig und ängstigt sie, sie vermissen die Mutter total und die Oma kann auch nicht kommen. Die Nachbarn behaupten, dass die Mutter gestorben ist. Genau erfährt man das im Laufe des Buches nicht.
Erst als der Vater mit Gertrud eine Art Kindermädchen und Haushälterin engagiert, bekommt das Leben ein wenig mehr Normalität. Marcel lernt Freunde kennen und auch Benedicte hat eine neue Freundin – Susi Engel… so versuchen sie, die Abwesenheit der Mutter zu verarbeiten und irgendwie eine normale und schöne Kindheit zu haben.
Mir fällt die Beurteilung des Buches schwer. Es war gut lesbar, trotzdem bin ich nicht ganz glücklich darüber. Leider kann ich das schlecht begründen, denn ich würde dazu zu viel vom Inhalt verraten müssen. Nur so viel: über Susi war ich total enttäuscht, auch wenn ich verstehe, warum es diese Person im Buch geben muss. Insgesamt ließ das Buch für mich einfach zu viele Fragen offen, das ist etwas, was ich nicht mag bei einem Buch. Ich möchte zumindest am Ende ein Art Klarheit. Es ist eine schöne Beschreibung einer ungewöhnlichen Kindheit, einer Entwicklung von einem teilweise traumatisierten Mädchen zu einer doch glücklichen Jugendlichen.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Rabenschwestern

Rabenschwestern
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Die bekannte Fotografien Hanna wird von ihrem Mann als vermisst gemeldet. Kommissarin Franza beginnt mit ihrem Team zu ermitteln. Doch kurze Zeit später wird die Töpferin Gertrud ermordet aufgefunden. ...

Die bekannte Fotografien Hanna wird von ihrem Mann als vermisst gemeldet. Kommissarin Franza beginnt mit ihrem Team zu ermitteln. Doch kurze Zeit später wird die Töpferin Gertrud ermordet aufgefunden. Bei der Recherche wird schnell klar. Hanna und Gertrud waren Schwestern – wenn auch nur Adoptivschwestern. Hanna war in die Familie aufgenommen worden, hatte aber schon bald Gertrud in allem überflügelt. Eine Rivalität machte sich breit, die besonders zum Ausbruch kam, als sie Tonio kennenlernten. Doch dann gab es einen Unfall und Hanna war für lange Zeit unauffindbar und mied jeden Kontakt mit ihrer Familie. Bis sie wieder auftaucht und Gertrud tot ist …
Die Geschichte hätte richtig gut werden können. Mich hat sie enttäuscht. Das Buch war gut lesbar, aber irgendwie habe ich mich nicht wirklich damit anfreunden können. Es gibt einige Verdächtigte und die Polizei ermittelt auch. Allerdings nimmt ein Großteil des Buches das Privatleben von Franza ein – ihr Freund, ihr Ex-Mann, ihre Internetbekanntschaft. Das wird mehr als ausführlich dargestellt. Außerdem gibt es viele Kapitel in der Ich-Form und jedes Mal musste man eine Weile raten – spielt das Kapitel nun gerade in der Vergangenheit oder Gegenwart, welche Person ist gerade der Ich-Erzähler. Mit der Zeit hat mich das ermüdet und zum Teil gelangweilt bis genervt. Irgendwann war es mir dann eigentlich egal, wer der Täter ist – ich wollte nur noch mit dem Buch zu Ende kommen. Und auch wenn der Täter am Ende überrascht, wirklich herausgerissen hat es das Buch dann für mich nicht mehr. Alles in allem hat mich das 2. Buch der Autorin nicht überzeugt.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Mehr Zeit mit Horst

Mehr Zeit mit Horst
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Gabi steht kurz vor der 60 und arbeitet als Buchhändlerin. Die 3 Kinder sind (fast) erwachsen, nur Sohn Maxi genießt noch Hotel Mama und studiert. Ihr Mann Horst ist Lehrer und steht kurz vor der Pensionierung. ...

Gabi steht kurz vor der 60 und arbeitet als Buchhändlerin. Die 3 Kinder sind (fast) erwachsen, nur Sohn Maxi genießt noch Hotel Mama und studiert. Ihr Mann Horst ist Lehrer und steht kurz vor der Pensionierung. Seine Vorstellung davon ist: Gabi hört ebenfalls mit der Arbeit aus und sie fahren mit dem Camper durch die ganze Welt, bevorzugt erst mal in die USA. Dies teilt er Gabi relativ kurzfristig mit. Diese ist davon gar nicht begeistert. Ihr Vorstellung von Urlaub ist eher weniger Camper, als schönes Hotel in Venedig. Und auch weiterhin zur Arbeit zu gehen. Dazu kommt, dass sie in einem Personalgespräch nicht die erwartete Kündigung erhält – ihr Lieblingsbereich, die Klassiker-Bücher, geht eher schlecht – sondern zur Mitarbeiterin des Quartals wird und sogar einen Aufstieg in Aussicht gestellt bekommt. Diese Aufgabe reizt sie ungemein. Allerdings auch ihren Mann – denn er besteht darauf, dass sie nicht mehr arbeitet. Spätestens zu ihrem 60. Geburtstag im Sommer soll Schluss sein. Und so prallen die arg unterschiedlichen Ansichten aufeinander und ein Ehekrieg beginnt…

Das Thema ist sehr interessant und trifft wohl früher oder später fast jeden. Was mache ich während meiner Rentenzeit? Was hat mein Partner vor? Die Autorin versucht, das ganze auch recht witzig und locker rüberzubringen. Das ist ihr ganz gut gelungen. Das Buch liest sich locker und leicht und sehr flüssig. Ich habe es in einem Zug gelesen. Allerdings habe ich mich die ganze Zeit gefragt, warum reden Horst und Gabi nicht mal vernünftig miteinander? Nach 30 Jahren Ehe sollte das doch möglich sein. Warum finden sie keinen vernünftigen Kompromiss, indem Gabi z. B. kürzer arbeitet oder ähnliches.
Erschreckt hat mich auch das für meine Begriffe doch überholte Frauenbild: Gabi kocht und Horst setzt seine Vorstellungen durch am Ende. Und eigentlich hatte ich nicht den Eindruck, als ob beide in Zukunft damit glücklich werden.

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Veröffentlicht am 17.10.2024

Der Geschmack der Sehnsucht

Der Geschmack der Sehnsucht
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Vietnam während des Bürgerkrieges. Ein kleines Mädchen in Südvietnam namens Man wird von einer Frau/Mutter zur nächsten gereicht. Erst bei der 3., einer Lehrerin, kann sie bleiben. Sie kommt mit ihren ...

Vietnam während des Bürgerkrieges. Ein kleines Mädchen in Südvietnam namens Man wird von einer Frau/Mutter zur nächsten gereicht. Erst bei der 3., einer Lehrerin, kann sie bleiben. Sie kommt mit ihren durch die Wirren des Krieges. Noch ganz jung, entscheide sich die Mutter dafür, Man zu verheiraten. Der Auserwählte lebt in Kanada. Die künftigen Eheleute sehen sich nur kurz, dann wird alles abgesprochen und Man heiratet den ihr völlig fremden Mann. Sie zeiht nach Quebec und arbeitet in der Suppenküche ihres Mannes mit. Doch nach und nach übernimmt sie dort das Ruder. Sie bringt neue Gerichte ein, immer mehr Menschen kommen dorthin essen. So wird aus der Suppenküche ein Restaurant von sehr gutem Ruf. Mit Unterstützung ihrer Freundin schreibt Man ein Buch über die Rezepte ihrer Heimat, eröffnet ein Kochstudio und wird international bekannt. Ganz „nebenbei“ bekommt sie 2 Kinder und holt ihre Mutter nach Kanada. Dann lernt sie in Frankreich Luc kennen, ihre große Liebe.
Das Buch lässt mich zweigeteilt zurück. Es ist einerseits eine Art Biografie der Autorin, aber eben doch nicht. Die Geschichte wird nicht wirklich chronologisch erzählt, sondern springt sehr stark zwischen den Zeiten hin und her, das macht es anfangs nicht leicht, ihr zu folgen. Die Kapitel sind sehr kurz, die Themen wechselnd. Daneben steht immer der Hauptinhalt des Kapitels in einem oder ganz wenigen Worten auch in der vietnamesischen Übersetzung. Eine sehr schöne Idee. Sehr interessant sind die vielen vietnamesischen Sitte und Bräuche, das Essen und die Gewürze. Ich persönlich hätte aber auch gern mehr über den Ehemann erfahren oder über die Autorin selbst. Oft weiß man nicht, welches Alter sie in den einzelnen Kapiteln gerade hat. Alle „Fakten“ werden oft nur angerissen und kurz erwähnt. Dafür geht es in dem Buch aber sehr viel um Gefühle, die teilweise mit dem Essen verglichen werden. Der Schreibstil ist sehr zart und poesievoll, eingefügte Gedichte und Gedanken verstärken das noch. Es ist kein leichtes Buch, aber es lässt sich trotzdem leicht lesen und ist mit gut 140 Seiten auch nicht sehr dick. Man muss sich darauf einlassen können. Das Cover passt sehr gut dazu und bringt die Stimmung rüber.
Mir persönlich hätten allerdings ein paar mehr Fakten und eine größere Übersichtlichkeit besser gefallen.

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Veröffentlicht am 16.10.2024

Fand keinen Zugang

Das Parfüm des Todes
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Tatortreinigerin Yang Ning ist als einzige im Büro, als sie einen Anruf erhält und sofort eine Wohnung gründlich reinigen soll. Das tut sie auch. Doch Wochen später sucht sie die Polizei und verdächtigt ...

Tatortreinigerin Yang Ning ist als einzige im Büro, als sie einen Anruf erhält und sofort eine Wohnung gründlich reinigen soll. Das tut sie auch. Doch Wochen später sucht sie die Polizei und verdächtigt sie, eine Mörderin zu sein. Yang Ning dämmert es langsam, dass ihr eine Falle gestellt wurde. Um sich zu entlasten, begibt sie sich selbst auf die Suche nach dem Täter.

Die Beurteilung des Buches fällt mir extrem schwer, weil ich zum Inhalt und zur Hauptperson so überhaupt keinen Zugang fand. Ich habe mich mit den Namen sehr schwer getan. Da ich das Buch von vorne gelesen habe, habe ich erst am Ende gemerkt, dass es zum Schluss ein Namensverzeichnis gibt. Dies hätte mir am Anfang des Buches mehr geholfen. Die vor allem am Anfang drastischen Schilderungen der Tatorte haben mich nicht gestört, da ich durch einen Vortrag von einem echten Tatortreiniger vieles davon schon kannte. Ansonsten fand ich das Buch über größere Strecken langatmig und zum Teil auch langweilig. Nicht durchweg, aber insgesamt konnte es mich nicht fesseln.

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