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Veröffentlicht am 18.10.2024

Dinner for one, Murder for two

Dinner for one, Murder for two (Ein Pippa-Bolle-Krimi 2)
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Pippa Bolle ist auf dem Weg nach England. Sie soll in dem kleinen Ort in der Nähe von Stratford-upon-Avon das Haus ihrer Oma hüten und die Tiere versorgen. Doch ihre Familie hat das nur als Vorwand verwendet, ...

Pippa Bolle ist auf dem Weg nach England. Sie soll in dem kleinen Ort in der Nähe von Stratford-upon-Avon das Haus ihrer Oma hüten und die Tiere versorgen. Doch ihre Familie hat das nur als Vorwand verwendet, denn Pippa soll eine internationale Theatertruppe betreuen, die zum Shakespeare-Festival unter dem deutschen Regisseur Hasso von Kestring auftreten wird. Doch von Kestring entpuppt sich als regelrechtes Ekel und schikaniert die Schauspieler und den von Deutschland angereisten Reporter, wo er nur kann. Als dieser bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, stellt sich bald heraus, dass das Auto manipuliert wurde. Und dann stirbt von Kestring und jeder ist verdächtig, denn jeder hat etwas zu verbergen. Und so wird Pippa wieder mal unfreiwillig zur Ermittlerin …

Das 2. Buch über Pippa Bolle schließt nahtlos an den Vorgänger an. Wieder geschehen Morde und wieder sind die Ermittlungen eher am Rande wichtig. Im Vordergrund stehen neben Pippa diverse Tiere und skurrile Vorfälle. Dadurch bekommt das Buch einen eigenen Witz. Für richtig harte Krimifans eher ein Graus, ansonsten aber ein großer Spaß. Gut zu lesen und in diesem Fall mit viel Liebe zu England und Shakespeare geschrieben. Ich war schon 2 x in den Cotswolds und kenne auch Stratford. Beim Lesen des Buches hatte ich sofort die Bilder vor Augen und das Gefühl, ich begleite Pippa auf mir bekannten Wegen. Das Urlaubsgefühl war wieder da.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Himmelfahrt

Himmelfahrt
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Landshut versinkt im Hochwasser und überall herrscht Ausnahmezustand. Auch bei der Polizei, die im Dauereinsatz ist. Die Kommissare Peter und Flora helfen ihrem Freund beim Ausräumen des überschwemmten ...

Landshut versinkt im Hochwasser und überall herrscht Ausnahmezustand. Auch bei der Polizei, die im Dauereinsatz ist. Die Kommissare Peter und Flora helfen ihrem Freund beim Ausräumen des überschwemmten Kellers. Ansonsten gehen sie sich mehr oder weniger aus dem Weg oder streiten sich. Denn Flora ist bei Peter ausgezogen und hat ihre private Beziehung beendet. Ihr neuer Freund Vic passt Peter gar nicht. Dann wird eine Leiche gefunden. Die eines bekannten Landshuter Bauunternehmers – in einem Bordell. Der Polizeichef übergibt Flora die Aufklärung des Falls und verdonnert Peter zum Innendienst, was diesem natürlich überhaupt nicht passt. Und so macht er sich bald ziemlich eigenmächtig an die Lösung des Falles. Umso mehr, als eine Leiche nach der anderen auftaucht …
Der 2. Fall der Kommissare Peter und Flora ist auch einzeln lesbar und knüpft nur indirekt an das 1. Buch an. Die Ausnahmesituation von Landshut im Hochwasser wird sehr gut eingearbeitet. Wer selbst einmal diese Situation erlebt hat, kann das nur bestätigen. Da ist einiges anders als normal – und nicht nur das Wasser im Keller. Allerdings hat mich hier gestört, das Peter wirklich sehr im Alleingang arbeitet, was ich mir auch während eines Hochwassers so nicht vorstellen kann. Er landet für meinen Geschmack zu oft im Wasser.
Gut gelungen dagegen sind viele Dialoge, die ich oft – gewollt oder ungewollt – recht witzig fand. Die Spannung ist im ganzen Buch nicht allzu hoch, allerdings ist es auch keinesfalls langweilig. Zum Ende hin nimmt das Ganze einiges an Fahrt auf und die Lösung des Falls ist zwar nur teilweise überraschend, aber ganz gut gelungen.
Insgesamt ist das Buch wieder ein solider Krimi mit gutem Unterhaltungswert

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Vergessen

Vergessen
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Kommissarin Verena Irlenbusch hat Probleme. Privat wie dienstlich. Privat muss sie sich sehr um ihre Großmutter kümmern, die immer mehr an Demenz leidet und für die sie viel zu wenig Zeit hat. Sie versucht, ...

Kommissarin Verena Irlenbusch hat Probleme. Privat wie dienstlich. Privat muss sie sich sehr um ihre Großmutter kümmern, die immer mehr an Demenz leidet und für die sie viel zu wenig Zeit hat. Sie versucht, sich diese zu nehmen. Dies geht aber zu Lasten ihrer dienstlichen Verpflichtungen. So kommt es, dass ihre engste Mitarbeiterin verunglückt und mit Verdacht auf Querschnittslähmung im Krankenhaus landet. Der „Ersatz“ Christoph Todt hat selbst eine Menge Probleme am Hals und ist Verena gegenüber sehr arrogant, unnahbar und nicht hilfreich. Dabei haben sie mehrere Morde und eine Kindesentführung aufzuklären ..

„Vergessen“ ist ein sehr solider Krimi. Der Täter begeht mehrere Morde, die Kriminalisten stochern erst im Dunkel und klären so nach und nach alles auf. Das Buch ist gut und flüssig lesbar. Für mich persönlich fehlte etwas die Spannung bei den Ermittlungen. Einige „Erkenntnisse“ kamen mir ein wenig zu spontan und ich konnte nicht immer begreifen wieso. Auch hatte man nach etwa der Hälfte des Buches schon eine Ahnung, wer in die Taten verwickelt war – auch wenn es am Ende noch eine Überraschung bei der Auflösung gab. Der Reiz des Buches hat für mich einesteils der „Kampf“ zwischen den beiden Ermittlern ausgemacht und die behutsame und gut beschriebene Annäherung. Nur die Träume von Christoph waren mir manchmal etwas zu ausführlich. Gut gefallen hat mir ebenfalls die Beschreibung des Fortschreitens der Demenz bei der Oma und die damit zusammenhängenden Probleme und Gefühle. Das Motiv des Täters überzeugte mich anfangs nicht so ganz – bis ich die Erklärung im Nachwort gelesen habe. Doch zusammengefasst gesagt, würde ich das Buch jederzeit weiterempfehlen und auch gern eine Fortsetzung lesen.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Der eiserne Sommer

Der eiserne Sommer
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1914, der erste Weltkrieg steht bevor – die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. In München hat Kommissär Sebastian Reitmeyer einen Mord aufzuklären. Erst wirkt es wie ein Unfall, doch als ein zweiter ...

1914, der erste Weltkrieg steht bevor – die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. In München hat Kommissär Sebastian Reitmeyer einen Mord aufzuklären. Erst wirkt es wie ein Unfall, doch als ein zweiter Toter hinzukommt, entdeckt die Gerichtsmedizin, dass es der zweite Mord ist. Reitmeyer beginnt zu ermitteln, stößt aber bald an Grenzen, als sich die Aufklärung in Richtung Militär und Pornografie bzw. Homosexualität entwickelt. Denn gegen das Militär darf er per Gesetz nicht vorgehen. Auch der Polizeipräsident teilt ihm offiziell mit, dass er dort nicht tief suchen soll. Inoffiziell allerdings gibt er ihm freie Hand und gleichzeitig die Verantwortung. Doch er darf nicht einmal seinen engsten Kollegen etwas sagen – und so gerät er bei allem, was er tut, selbst in Gefahr – entweder für sein Leben oder dass er die Arbeit verliert, die Kollegen verärgert, nichts entdeckt …

„Der eiserne Sommer“ ist das erste Buch von Angelika Felenda und hat mich positiv überrascht. Natürlich erinnert es – auch wenn es reichlich 10 Jahre früher spielt – an die Berlin-Reihe von Volker Kutscher. Doch es ist nicht einfach nur eine Kopie trotz der Ähnlichkeiten. Felenda ist es gut gelungen, die Zeit kurz vor dem 1. Weltkrieg gut zu beschreiben, die National- und Kriegshysterie, die Sonderrolle des Militärs, die Unterschiede bei der Behandlung von Tätern (Adlige, Bürgerliche, einfach Arbeiter), die Behandlung von Homosexuellen und die nicht immer vorhandene oder genutzte Macht der Polizei. Reitmeyer ist ein sympathischer Kommissär, der etwas wagt, ohne ein „Überheld“ zu sein. Gerade im Privatleben hat er so einige „Defizite“, aber er unterstützt seine Untergebenen. Dem Fall selbst fehlt ein bißchen die Spannung, weil man auch durch den Wechsel zwischen dem Tagebuch des Offiziers und den Ermittlungen von Reitmeyer sehr schnell die Richtung erkennt, auch wenn die Details erst ganz zum Ende offen gelegt werden und es nicht ganz so einfach wird, wie es am Anfang aussieht. Alles in allem aber eine sehr gelungene Zeitbeschreibung verpackt in einen historischen Krimi. Den 2. Fall von Reitmeyer würde ich auf jeden Fall wieder lesen.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Koma

Koma
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Es geschieht ein Mord nach dem anderen – immer an Stellen, an denen vor Jahren schon Morde geschehen sind, die nie aufgeklärt wurden. Immer sind die neuen Morde in gleicher Art wie die alten. Der Unterschied ...

Es geschieht ein Mord nach dem anderen – immer an Stellen, an denen vor Jahren schon Morde geschehen sind, die nie aufgeklärt wurden. Immer sind die neuen Morde in gleicher Art wie die alten. Der Unterschied besteht nur darin, dass bei den neuen Morden die Opfer Polizisten sind. Dazu liegt im Krankenhaus ein Mann im Koma. Er wird streng bewacht, doch keiner weiß, warum, wer er ist. Und ob er mit den Morden etwas zu tun hat. Eine Sonderkommission beginnt die Ermittlungen, tritt aber bald auf der Stelle. Zum einen wegen fehlender Ergebnisse, zum anderen, weil sie von den Vorgesetzten auch teilweise ausgebremst ist, denn diese haben nur wenig Interesse an den Ergebnissen. Die Ermittler bedauern, dass Kommissar Harry Hole nicht mehr bei der Polizei ist. Sie wollen ihn überreden, seine Lehrtätigkeit aufzugeben. Doch er lehnt ab …

Nach den Lobeshymnen hatte ich ein tolles Buch erwartet, sozusagen einen Kracher. Doch ich wurde enttäuscht – jedenfalls, was das 1. Buchdrittel angeht. Viele Personen werden vorgestellt, es passiert auch sehr viel und doch plätschert alles irgendwie vor sich hin. Ich war teilweise etwas gelangweilt und wünschte mir insgeheim, dass hier ein paar mehr Straffungen gekommen wären. Harry Hole – der „Star“ der Staffel – kommt fast nicht vor. Erst ab dem 2. Drittel ändert sich das. Hier geht das Geschehen vorwärts, es wird ein Verdächtiger nach dem nächsten präsentiert, die Ereignisse greifen ineinander und auch wieder nicht. Ab hier wird das Buch wieder zur gewohnten Qualität, die man allein schon durch die Vorgängerbücher erwarten kann. Ab hier wird die Spannung immer dichter und man kann nicht mehr aufhören zu lesen. Daher meine Empfehlung: unbedingt lesen und sich von dem schwächeren Anfang nicht abhalten lassen.

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