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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.10.2024

Ein Abenteuerroman, über den ich noch lange nachdenken werde

James
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Kurzmeinung: "James" gelingt es, den unvorstellbar schrecklichen Alltag der Sklaven in den USA in einen spannenden Abenteuerroman zu verpacken.

"James" von Percival Everett wirft ein neues Licht auf „Die ...

Kurzmeinung: "James" gelingt es, den unvorstellbar schrecklichen Alltag der Sklaven in den USA in einen spannenden Abenteuerroman zu verpacken.

"James" von Percival Everett wirft ein neues Licht auf „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“ von Mark Twain - dieses Mal wird die Geschichte aus der Sicht vom Sklaven Jim erzählt. Jim begibt sich auf eine lange und beschwerliche Reise - geographisch sowie innerlich - und wird dabei von Huck begleitet. Dabei ist es jedoch nicht notwendig, die Original-Geschichte zu kennen - ich habe sie auch nie gelesen und konnte mich trotzdem sehr schnell in die Charaktere und ihre Lebensumstände hineinversetzen.

Dem Buch gelingt es über den schrecklichen Alltag der Sklaven aufzuklären, darüber wie sie behandelt werden und wie sie versuchen damit umzugehen sowie wie der schmale Grat zwischen Sklaven und Nicht-Sklaven sehr schnell verwischt werden kann - es wird der facettenreiche Umgang aller Menschen mit der Situation aufgezeigt. Anstatt dabei jedoch wie ein Lehrbuch zu wirken, ist der Inhalt in einen spannenden Abenteuerroman verpackt, der viele verschiedene Charaktere beinhaltet: Wir begegnen liebenswerten und mutigen Charakteren, aber auch einigen unliebsamen und unangenehmen Charakteren, die den Protagonisten die Reise erschweren.

Für diesen Abenteuerroman, über den ich noch lange nachdenken werde, gibt es eine klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Wie weit ist Julie bereit zu gehen - für Rampenlicht und Likes?

Belladonnas
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Ein spannendes Buch mit einem sehr interessanten Plot und der ein oder anderen Message. Es geht um Julie, die im Gegensatz zu ihrer Zwillingsschwester mit deutlich weniger Geld aufwächst. Als Julies Schwester ...

Ein spannendes Buch mit einem sehr interessanten Plot und der ein oder anderen Message. Es geht um Julie, die im Gegensatz zu ihrer Zwillingsschwester mit deutlich weniger Geld aufwächst. Als Julies Schwester Chloe dann plötzlich stirbt, nutzt Julie ihre Chance auf ein Leben voller Reichtum, Macht und Anerkennung - und nimmt ihren Platz ein. Nur hatte sie keine Ahnung, was sich alles im Schatten hinter diesen blendenden Versprechen verbirgt. Wie weit ist Julie bereit zu gehen - für Rampenlicht und Likes?

Das Buch liefert spannende Einblicke in das Leben von Influencerinnen - aus der Sicht einer Person, die einfach reingeworfen wird in dieses Leben und sich danach sehnt, eine von ihnen zu sein.

Die Geschichte war spannend, aber sie hat mich jetzt auch nicht überragend überzeugt. Und der Schreibstil, die Art des Buches wirkte eher für ein jüngeres Publikum, auch wenn ich das an keinen konkreten Beispielen festmachen kann.

Trotzdem hat mir das Buch gefallen, es lieferte interessante Denkanstöße und war bis zur letzten Seite spannend.

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Veröffentlicht am 03.10.2025

Dazugehören oder sich selbst treu bleiben?

Beste Zeiten
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In dem Buch "Beste Zeiten" von Jenny Mustard ging um den Wunsch - ja fast schon das Verlangen - nach Zugehörigkeit und Anerkennung, es ging darum nicht als anders angesehen zu werden und akzeptiert zu ...

In dem Buch "Beste Zeiten" von Jenny Mustard ging um den Wunsch - ja fast schon das Verlangen - nach Zugehörigkeit und Anerkennung, es ging darum nicht als anders angesehen zu werden und akzeptiert zu werden für die Person, die man ist. Und diese Wünsche unter einen Hut zu bekommen ist echt nicht so einfach und benötigt viel Mut. Ganz besonders habe ich die Einblicke in die Gedankenwelt der Protagonistin genossen, die sicherlich mit der einen oder anderen Person resonieren und bekannt vorkommen. Den Anfang und das Ende habe ich sehr gerne gelesen, im Mittelteil hatte ich allerdings manchmal so meine Probleme mit den Entscheidungen der Protagonistin. Die Message des Buches habe ich als sehr stark empfunden.

Ganz besonders gefallen hat mir die Verwendung von schwedischen Wörtern, einfach dazwischen gestreut und total verständlich. Auch die Beschreibungen der Umgebung haben mir super gefallen. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass der Roman in Stockholm in Schweden spielt und ich direkt vorne mit dabei bin.

Alles in allem habe ich das Buch sehr gerne gelesen und kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Zwei Somme - eine Liebe - zu wenig Kommunikation

Meine Sommer mit Marx
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Zwei Sommer - eine Liebe: so wird das Buch sehr treffend beschrieben. Es geht um Marx und Sassy - heute und vor 10 Jahren. Dazwischen war jahrlang Funkstille und es steht viel Unausgesprochenes zwischen ...

Zwei Sommer - eine Liebe: so wird das Buch sehr treffend beschrieben. Es geht um Marx und Sassy - heute und vor 10 Jahren. Dazwischen war jahrlang Funkstille und es steht viel Unausgesprochenes zwischen den Beiden. Wir begleiten die Geschichte der Beiden aus zwei Perspektiven: Sassy heute und Marx damals. Die Erzählung aus zwei Perspektiven gepaart mit zwei Zeitebenen hat mir gut gefallen. Sie ermöglicht eine Geschichte mit viel Ungewissheit und somit auch mit viel Spannung.

Die Charaktere sind nicht unbedingt jedermanns Liebling, sie haben Ecken und Kanten - gehen sich selber und den Leser*innen manchmal auf die Nerven. Zuweil verhalten sie sich auch kindischer als eigentlich erwartet wird. Ihr größtes Problem ist allerdings die Kommunikation und der Mangel an echten Gesprächen. Es gab einige lose Enden und Momente, an denen ich mir mehr Tiefe gewünscht hätte. Wer damit Probleme hat, sollte um das Buch lieber einen Bogen machen.

Aaaaber trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen, der Schreibstil war sehr angenehm. Es ist eine schöne seichte Liebesgeschichte, mit ein wenig Spannung und ein Buch, bei dem nicht der gesamte Verlauf von Anfang an zu erraten war. Das Setting (eine schöne verwunschene Villa auf dem Land) war toll und die Besitzerin der Villa ein echt toller Charakter.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

Vom stillen und gefährlichen Rechtsdruck

Heimat
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Jana zieht mit ihrer Familie aufs Land, in ein Einfamilienhaus, in ein besseres Leben - denkt sie. Doch was dort auf ihre Familie und auf sie zukommt, damit konnte sie nicht rechnen. Es geht um den Rechtsdruck ...

Jana zieht mit ihrer Familie aufs Land, in ein Einfamilienhaus, in ein besseres Leben - denkt sie. Doch was dort auf ihre Familie und auf sie zukommt, damit konnte sie nicht rechnen. Es geht um den Rechtsdruck - den offensichtlichen und den stillen verdeckten und damit viel gefährlicheren. Janas neue charismatische Freundin lebt als »Tradwife« zuhause und kümmert sich um ihre Kinder - Jana findet diesen Lebensstil plötzlich sehr verlockend...

Das Buch ist kurz, hat knapp 170 Seiten, die wichtigen Themen, die die Autorin Hannah Lühmann dort unterbringen will, haben nicht alle Platz - nicht in aller Ausführlichkeit. Viele Schlüsse werden nicht ausgeschrieben, sondern den Leser*innen überlassen, genauso wie die Interpretation des Endes. Der Schreibstil ist fast poetisch, steht in starkem Kontrast zum Inhalt, liest sich wirklich sehr gut.

An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Fakten, mehr Aufklärung durch das Buch gewünscht. Auch hat mich die Unfähigkeit der Personen ordentliche Gespräche zu führen manchmal an den Rand der Verzweiflung gebracht. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen und bin dankbar über die rübergebrachte Botschaft.

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