Ein Fall im Schatten der Hauptfigur
BlindspielIch habe mich wirklich auf dieses Buch gefreut. Dafür musste ich nicht den Klappentext lesen. Alleine das Wissen um ein neues Buch von Max Seeck, hat mir ausgereicht. Schließlich waren seine bisherigen ...
Ich habe mich wirklich auf dieses Buch gefreut. Dafür musste ich nicht den Klappentext lesen. Alleine das Wissen um ein neues Buch von Max Seeck, hat mir ausgereicht. Schließlich waren seine bisherigen Bücher spannend und darüber hinaus auch klug und raffiniert.
Der Einstieg überzeugte mit einer packenden Ausgangssituation. Ein Dieb, der zum Gejagten wird. Ein Laptop mit brisanten Informationen, der nicht in falsche Hände gelangen darf. Und eine junge Frau, die sich auf das Date mit der falschen Person einlässt.
Doch je mehr Milo, ein externer Berater der Polizei, ins Zentrum rückte, desto mehr entfernte sich die Geschichte vom eigentlichen Fall.
Ich habe lange Zeit mit Milo gefremdelt. Zu dominant war mir seine Person. Zu unklar ist mir seine Position geblieben. Was zeichnet ihn beruflich aus? Wie ist sein Background? Was sind seine bisherigen Verdienste? Bei welchen Fällen hat man schon zusammengearbeitet?
Nachdem ich mich daran gewöhnt habe, habe ich mich jedoch gefreut mehr über seine Kindheit zu erfahren. Mit jeder zusätzlichen Information, hatte ich das Gefühl ihn etwas besser verstehen zu können. Sein Verhalten war nun deutlich nachvollziehbarer. Insgesamt wirkte er authentisch, wenn auch nicht unbedingt sympathisch.
Die Präsens von Milo, hat mir den Zugang zur Geschichte deutlich erschwert. Der Fall wurde komplett in den Hintergrund gedrängt. Irgendwann habe ich den Faden verloren und damit auch das Interesse. Obwohl die Grundidee des Falls spannend und neu war, wirkte es in der Umsetzung zu konstruiert.
Nur wenige Tage nach Beenden des Buches musste ich überlegen, wie die Auflösung und die Zusammenhänge waren. Ein Zeichen dafür, dass es keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Schade, denn das Potenzial war definitiv da.