Platzhalter für Profilbild

hanka81

Lesejury Star
offline

hanka81 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit hanka81 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.07.2025

Nickis Vermächtnis

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
0

Eine einsame Wanderung in Nordeuropa. Nur zu zweit und ganz viel Natur. Doch es kommt, wie es kommen musste und Julia und Nicki sind den Naturgewalten hilflos ausgeliefert und kämpfen ums Überleben. Dies ...

Eine einsame Wanderung in Nordeuropa. Nur zu zweit und ganz viel Natur. Doch es kommt, wie es kommen musste und Julia und Nicki sind den Naturgewalten hilflos ausgeliefert und kämpfen ums Überleben. Dies erinnert mich an „Der Ausflug“ von Ulf Kvensler oder auch „The Hike“ von Lucy Clarke und muss sich damit messen lassen. Also kein neues Setting, aber trotzdem anders interpretiert.

Schon der Einstieg über den Prolog ließ mich zweifeln. Generell bin ich kein Freund davon, aber wenn er schon da ist, sollte er auch nachwirken und Spannung aufbauen. Dieser hier hingegen bleibt blass und überflüssig. Alles, was er erzählt, ist ohnehin im Klappentext zu erahnen.

Auch gestört hat mich die sehr schlichte Sprache. Zwar sorgt sie für ein zügiges Leseerlebnis, doch leider blieb ich emotional auf Distanz. Gefühle und Ängste sind hier nicht transportiert worden. Trotz der bedrohlichen Situation, in der sich Julia befindet, war es weder fesselnd noch ergreifend oder emotional. Ich habe selten echte Spannung oder Empathie empfunden.

Und als man sich fragt, wie denn jetzt der tatsächliche Hergang war, wird plötzlich und viel zu schnell die Auflösung präsentiert. Aber für mich hat sie Lücken und so wirklich rund und stimmig sind mir die Abläufe nicht.
Einige Elemente scheinen stillschweigend mit vagen Erklärungen abgetan zu werden. War es nun Halluzination, Verdrängung oder schlichtes Vergessen?

Fazit: schnelle Lektüre, aber weder inhaltlich, nicht sprachlich wirklich überzeugend

Veröffentlicht am 17.07.2025

Ein Fall im Schatten der Hauptfigur

Blindspiel
0

Ich habe mich wirklich auf dieses Buch gefreut. Dafür musste ich nicht den Klappentext lesen. Alleine das Wissen um ein neues Buch von Max Seeck, hat mir ausgereicht. Schließlich waren seine bisherigen ...

Ich habe mich wirklich auf dieses Buch gefreut. Dafür musste ich nicht den Klappentext lesen. Alleine das Wissen um ein neues Buch von Max Seeck, hat mir ausgereicht. Schließlich waren seine bisherigen Bücher spannend und darüber hinaus auch klug und raffiniert.

Der Einstieg überzeugte mit einer packenden Ausgangssituation. Ein Dieb, der zum Gejagten wird. Ein Laptop mit brisanten Informationen, der nicht in falsche Hände gelangen darf. Und eine junge Frau, die sich auf das Date mit der falschen Person einlässt.

Doch je mehr Milo, ein externer Berater der Polizei, ins Zentrum rückte, desto mehr entfernte sich die Geschichte vom eigentlichen Fall.
Ich habe lange Zeit mit Milo gefremdelt. Zu dominant war mir seine Person. Zu unklar ist mir seine Position geblieben. Was zeichnet ihn beruflich aus? Wie ist sein Background? Was sind seine bisherigen Verdienste? Bei welchen Fällen hat man schon zusammengearbeitet?
Nachdem ich mich daran gewöhnt habe, habe ich mich jedoch gefreut mehr über seine Kindheit zu erfahren. Mit jeder zusätzlichen Information, hatte ich das Gefühl ihn etwas besser verstehen zu können. Sein Verhalten war nun deutlich nachvollziehbarer. Insgesamt wirkte er authentisch, wenn auch nicht unbedingt sympathisch.

Die Präsens von Milo, hat mir den Zugang zur Geschichte deutlich erschwert. Der Fall wurde komplett in den Hintergrund gedrängt. Irgendwann habe ich den Faden verloren und damit auch das Interesse. Obwohl die Grundidee des Falls spannend und neu war, wirkte es in der Umsetzung zu konstruiert.

Nur wenige Tage nach Beenden des Buches musste ich überlegen, wie die Auflösung und die Zusammenhänge waren. Ein Zeichen dafür, dass es keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Schade, denn das Potenzial war definitiv da.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 11.04.2025

Tagebuch meines Herzens

HEN NA E - Seltsame Bilder
0

Zu Beginn war das Buch vielschichtig und rätselhaft. Im Prolog erfährt man von einer 11-Jährigen, die ihre Mutter ermordet hat. Die Psychologin bescheinigt ihr später eine erfolgreiche Rehabilitation, ...

Zu Beginn war das Buch vielschichtig und rätselhaft. Im Prolog erfährt man von einer 11-Jährigen, die ihre Mutter ermordet hat. Die Psychologin bescheinigt ihr später eine erfolgreiche Rehabilitation, aber lag sie damit richtig?

Der eigentliche Strang ist ein rätselhafter Blog. Anfang liest er sich belanglos und alltäglich. Doch der letzte Eintrag gibt Rätsel auf. Welches Geheimnis wurde hier entschlüsselt? Wer ist der Schreiber des Blogs und an wen ist der letzte Eintrag gerichtet? Gerade dieses Nichtwissen macht den Reiz der Story aus.

Wie hier Bilder und Erzählung miteinander verwoben werden, ist neuartig und (zu Beginn) überzeugend. Es macht Spaß, das Entschlüsseln zu verfolgen. Dennoch bleibt die Frage, ob die gefundene Erklärung auch der Realität entspricht.

Drei große Kapitel teilen das Buch ein. Der Schwerpunkt liegt jeweils auf einer neuen Person. Man musste sich jedes Mal neu zurechtfinden und die neuen Personen bzw. Situationen nach und nach einordnen. Es war geschickt gemacht, wie ein einzelnes Wort oder ein Name ausreichte, um einen aha Moment zu erleben. Dies konnte das bisherige Wissen auf den Kopf stellen und neue Zusammenhänge erkennen lassen.

Obwohl das Buch sich sehr leicht und schnell lesen lässt, nutzt sich die Einbindung von Rätseln bzw. Zeichnungen im weiteren Verlauf deutlich ab. Für meinen Geschmack haben sie sich teilweise zu oft wiederholt oder waren nur eine zusätzliche Unterstützung zu dem Text. Ich hatte das Gefühl, der Autor traut mir nicht zu, zu verstehen, wie der Ablauf war, wenn er nicht alles Schritt für Schritt und zusätzlich durch die Bilder erklärt. Das war mir irgendwann zu ausführlich und ich empfand die Zeichnungen stellenweise als unnötig.

Wirklich gestört hat mich der beschriebene Mord. Nicht wegen der Beschreibungen, sondern weil ich das Vorgehen als absolut unglaubwürdig empfinde. Achtung Spoiler: aber wie soll man unter dem Oberkörper einer schlafenden Person ein Seil durchschlängeln können, ohne das diese Person aufwacht!? Bei Fußgelenken mag dies mit Geduld gehen, aber auf Taillenhöhe halte ich es schlicht und ergreifend für unmöglich.

Dadurch, dass die Sprache eher nüchtern, schlicht und geradlinig war, hat man keine emotionale Verbindung zu den Protagonisten aufgebaut. Deren Handeln und Motivation nachzuvollziehen, fällt mir dadurch schwer. Auch das Vorgehen, um den Täter zu überführen, hat mich gestört. Ohne Schutz sich in die Höhle des Löwen zu begeben, macht keinen Sinn.

Fazit: im Verlauf leider immer schwächer geworden

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 07.03.2025

Ungewöhnlich, aber auch gut?

Schmerz
0

Dora und Rado. Schaut man sich die Namen genauer an, wird man feststellen, dass sie recht gleich und gleichzeitig sehr unterschiedlich sind. Und das ist bestimmt kein Zufall. Was sich in den Namen wiederfindet, ...

Dora und Rado. Schaut man sich die Namen genauer an, wird man feststellen, dass sie recht gleich und gleichzeitig sehr unterschiedlich sind. Und das ist bestimmt kein Zufall. Was sich in den Namen wiederfindet, lässt sich auch auf die Personen übertragen. Zu Beginn wollen sie nichts miteinander zu tun haben und partout nicht zusammenarbeiten. Doch sie werden schnell ein Team und stehen füreinander ein.
Sie sind beiden Außenseiter in ihrem Beruf. Wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Dora gesundheitlich bedingt, Rado durch seinen familiären Hintergrund. Die Probleme im Lebensumfeld, aber auch dem Umfeld der Ermittlungen bilden eine düstere Grundstimmung.

Dabei liegt der Fokus eher auf den beiden Personen und weniger auf der Ermittlung. Beide sind keine Sympathieträger, sondern absolute Charakterköpfe. Das macht es schwer, mit den beiden warm zu werden und das Beste für sie zu hoffen. Die persönlichen Probleme wirken sich auch auf die Ermittlung aus und nehmen für meinen Geschmack überhand.

So kurz und prägnant, wie die Namen sind, ist auch der Schreibstil. Zunächst fand ich diesen Stil zwar rau und sachlich, aber auch ruppig und abgehackt. Hatte ich damit auf den ersten Seiten noch so meine Probleme damit, habe ich mich schnell daran gewöhnt. Die Erzählweise ist schnörkellos und ohne große Abschweifungen.

Fazit: so wirklich empfehlen kann ich das Buch leider nicht

Veröffentlicht am 05.12.2024

Zum Mörder gemacht?

The Killer Profile
0

Midnight stößt bei ihrer Arbeit, der Auswertung von Tests für das Biotech-Unternehmen Necto, auf ein außergewöhnliches Profil. Glaubt sie erst noch an einen Systemfehler, stellt sich schnell heraus, dass ...

Midnight stößt bei ihrer Arbeit, der Auswertung von Tests für das Biotech-Unternehmen Necto, auf ein außergewöhnliches Profil. Glaubt sie erst noch an einen Systemfehler, stellt sich schnell heraus, dass sie auf einen auffälligen Probanden gestoßen ist. Nach Meldung des Profils an die Geschäftsleitung, soll sie dieses lediglich löschen und Stillschweigen wahren. Midnight geht jedoch auf die Suche nach der Identität hinter dem Profil.

Das Buch fand ich eher durchwachsen. Wahrscheinlich habe ich mir etwas anderes vorgestellt. Auch mag ich diese Brutalität nicht mehr. Ich kann sie zwar gut lesen, aber muss es wirklich so blutig und bestialisch sein!? Fällt einem Autor nichts Neues mehr ein, als mit immer wieder grausamen und qualvollen Morden zu schockieren?

Über einige aufgeworfene Aspekte kann man dennoch nachdenken. Wie (leicht) können Menschen durch äußere Einflüsse getriggert werden? Wie stehen wir zu Unternehmen, denen es nur um den Profit geht und die mit unseren persönlichen Daten Geld verdienen. Haben sie auch eine moralische Verantwortung?

Wenn es jedoch um die eigentliche Story geht, bin ich nur mäßig begeistert.
Midnight ist eine sympathische junge Frau die sich um ihre Zwillingsschwester kümmert. Im Verlauf des Buches erfährt man einiges über den familiären Hintergrund und die enge Bindung der Schwestern. Insgesamt ist mir Midnight aber als zu positiv und unfehlbar dargestellt. Sie opfert sich geradezu für ihre Zwillingsschwester. Geht nicht aus und muss Freunden absagen. Sie stellt sich gegen ihren Arbeitgeber Necto. Mehrere Protagonisten lassen sich von Necto kaufen, aber sie nicht. Und dann will sie noch einen Serienmörder entlarven. Wo sind ihre Ecken und Kanten?

Geht es schließlich um die Aufklärung der Identität des Serienmörders, wirkt der Weg dahin sehr konstruiert. Sind es doch eher unrealistische Zufälle, die Midnight auf die richtige Spur bringen. In Anbetracht der Gefahr, ist sie zu naiv und furchtlos.

Fazit: zu sehr in schwarz weiß und klischeehaft gehalten. Necto ist das böse Unternehmen, Midnight der Gutmensch. Für die Spannung wird das Ganze mit einem Serienmörder gewürzt.