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Veröffentlicht am 08.06.2025

Bewegender Roman mit Abstrichen

Bis ans Meer
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Peggy Patzschke hat einen bewegenden Roman geschrieben, der eine Hommage an ihre Familie ist. Leider konnte das Buch mich nicht vollends begeistern, was aber nicht die immens wichtige Botschaft schmälert. ...

Peggy Patzschke hat einen bewegenden Roman geschrieben, der eine Hommage an ihre Familie ist. Leider konnte das Buch mich nicht vollends begeistern, was aber nicht die immens wichtige Botschaft schmälert.

Der Roman beginnt 1945, befinden uns in den letzten Kriegstagen in Schlesien. Frieda ist allein mit ihrer kleinen Tochter Erika, ihr Mann Karl und der Sohn Horst sind an der Front. Die Rote Armee rückt von Tag zu Tag näher, bald müssen Mutter und Tochter fliehen., Eine wahre Odyssee beginnt, di den beiden Frauen alles abverlangt.

Der Erzählstrang der Gegenwart wird aus der Perspektive einer Ich-Erzählerin geschildert. Sie ist die Enkeltochter von Frieda. Sie hat Angst vor Nähe und kann sich nicht auf einen Partner einlassen, von ihrer On-Off-Beziehung ist sie nun schwanger und sie weiß nicht, was sie tun soll. Sie sucht in dem Nachlass ihrer Großmutter nach dem “Rezept für die Liebe”, was diese einst für ihre Tochter Erika verfasst hat. Doch ihrer Mutter Erika mauert und will ihrer Tochter nicht so richtig erzählen, was damals wirklich passiert ist.

Zeitweise kommt noch eine dritte Zeitebene hinzu und wir befinden uns in den 30er Jahren. Zudem finden die Zeitwechsel sehr oft, schnell und unvermittelt statt, was es mir schwer gemacht hat. Zwar werden die Zeitwechsel durch eine Datumangabe angekündigt, dennoch haben die Figuren auch viele Erinnerungen und Flashbacks sodass dies manchmal etwas verwirrend war.

Es geht um den zweiten Weltkrieg, die Vertreibung und die damit verbundenen Traumata. Diese Traumata wirken generationenübergreifend, denn es gibt immer das Ungesagte, das worüber niemand redet und doch jeder kennt die Lücke, zudem ist die Angst immer vorhanden.

Ein bewegender Roman über eine Familie, die lernen muss über das Ungesagte zu sprechen, um einen wirklichen Neuanfang zu ermöglichen. Eine Familiengeschichte, die beispielhaft für viele Vertriebene nach dem zweiten Weltkrieg steht, deren Wirkung viele Enkel und Urenkel heute noch spüren.

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Humorvoll und leicht übertrieben

Horror-Date
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Äußerst humorvoll, aber etwas zu konstruiert habe ich diese Geschichte wahrgenommen. Raphael ist schwer krank und deshalb auf einer Dating-Plattform angemeldet und eine Partnerin mit ähnlichem Schicksalsschlag ...

Äußerst humorvoll, aber etwas zu konstruiert habe ich diese Geschichte wahrgenommen. Raphael ist schwer krank und deshalb auf einer Dating-Plattform angemeldet und eine Partnerin mit ähnlichem Schicksalsschlag kennenzulernen. Er lernt die kranke Nala kennen kann aber aufgrund seines Gesundheitszustandes nicht an dem vereinbarten persönlichen Treffen teilnehmen. So überredet er seinen Freund Julius zu diesem Treffen zu gehen. Julius willigt ein und weiß nicht, dass sich sein Leben brutal verändern wird.

Sehr humorvoll hat der Autor das ernste Thema Sterben hier in dem Roman verankert. Ich musste äußerst oft lachen und hatte meinen Spaß an den ganzen Absurditäten, die sehr gut dargestellt werden. Das große Aber an der Story ist, die sehr vielen Zufälle und Sonderbarkeiten, die für mich hier einfach zu viel waren. Mir ist klar, dass der Autor durch die Süffisanz und Absurdität versuchen wollte, ein sehr ernstes Thema sichtbarer zu machen, aber das war mir an manchen Stellen zu banal.

Der Schreibstil des Autors ist gut lesbar und als Lesende Person fliegt man förmlich durch die Seiten. Die Charakterzeichnung der Protagonist*innen war gut gewesen. Aber auch hier hätte ich mir an mancher Stelle etwas weniger Zufallsereignisse gewünscht. Ein lustiger Roman, der ein ernstes Thema etwas besser bekömmlich macht, bei der Story muss man allerdings beim Lesen Abstriche machen.

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Roman zum Nachdenken

Spaceman of Bohemia
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Ein etwas anderer Science-Fiction Roman der zum Nachdenken anregt. Dem Raumfahrer Jakub Procházka wird eine besondere Ehre zuteil. Er wird der erste tschechische Raumfahrer, der ins All reisen wird. Diese ...

Ein etwas anderer Science-Fiction Roman der zum Nachdenken anregt. Dem Raumfahrer Jakub Procházka wird eine besondere Ehre zuteil. Er wird der erste tschechische Raumfahrer, der ins All reisen wird. Diese Mission ist jedoch sehr gefährlich und er weiß nicht so richtig was ihn erwartet. Dabei findet er auch zu sich selbst. Seine Liebe zu seiner Frau Lenka ist unerbittlich und das Heimweh wird immer größer. Eine Reise durch Raum, Seele und Zeit beginnt. Sehr melancholisch und teilweise etwas überbordend angehaucht ist der Schreibstil des Autors. Dabei schafft er es immer wieder Brücken aus der Vergangenheit von Jakub zu bauen, um dann mit voller Wucht in die Wirklichkeit zurückzukehren. Teilweise sehr schön beschreibend erzählt dieser von der Kindheit von Jakub und seinen innersten Wünschen. Jakub ist technikaffin und gleichzeitig in der Vergangenheit verankert. Oft mit vielen Selbstzweifeln behaftet forscht Jakub nach seinem Innersten, um gleichzeitig auch mit dem Alltag zu hadern. Seine Kommunikation mit einer außerirdischen Spezies kann real oder im Wahn erfolgen. Diese Auflösung war für mich nicht ersichtlich, auch wenn sie erheiternd war. Ein sehr ruhiger Roman, der zum Nachdenken anregt, aber auch Interpretationsspielraum lässt. Ich hätte mir ein etwas anderes Ende gewünscht bzw. eine endgültige Richtung der Handlung. Diese war trotz des schönen Schreibstils für mich nicht so ganz erkennbar. Ein Roman der durchaus begeistern kann, wenn auch mit Abstrichen.

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Humorvolle Fantasy

Eine Nachtigall in New York
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Ein humorvoller Fantasyroman über Thomas Nightingale den Mentor von Police Officer Peter Grant, der in seinen jungen Jahren im New York der 20iger Jahre ein Abenteuer erlebt hat.

Thomas steht eines ...

Ein humorvoller Fantasyroman über Thomas Nightingale den Mentor von Police Officer Peter Grant, der in seinen jungen Jahren im New York der 20iger Jahre ein Abenteuer erlebt hat.

Thomas steht eines Tages einfach vor der Tür seines ehemaligen Schulkameraden der Zauberschule Casterbrook Augustus und bringt seinen Alltag durcheinander. Ein verzaubertes Saxofon treibt sein Unwesen und er muss es in seine Gewalt bringen. Dafür benötigt er seine Unterstützung. Schon bald treiben sich beide in den Jazzclubs von New York umher und erleben ein Abenteuer, wie sie es sich nicht ausmalen konnten.

Augustus Young ist ein Mann, der ein gemütliches Leben hat. Er macht sich nicht viel aus Hektik und genießt den Alltag. Nightingale ist aufgrund seiner Anstellung im Folly (Institut der Magie in London) wie ein Geheimagent, durch und durch auf Ergebnisse fokussiert und treibt den armen Augustus ein wenig vor ihn her. Am besten in diesem Roman hat mir aber Lucy mit ihrem sarkastischen Unterton gefallen.

Humorvoll mit immer einer Portion Fantasy vereint wird auch diese Geschichte gut und verständnisvoll erzählt. Das Flair von dem New York der 20iger Jahre wird auch sehr gut durch die ganze Story transportiert. An der ein oder andern Stelle hätte ich mir noch mehr Fallstricke gewünscht, so wie ich es durch die Peter Grant Reihe gewohnt bin. Da war mir die Story in Teilen etwas zu eindimensional konstruiert worden. Aber in Summe hat mich diese Geschichte gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 27.10.2024

Der Mythos vom Rhein

Loreley - Die Frau am Fluss
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Dieses Buch lässt mich leider etwas ratlos zurück. Ich hatte glaube ich etwas anders erwartet und als ich mich auf das Buch eingelassen hab, endetet es auch noch anders als ich gedacht habe.

Ein Roman, ...

Dieses Buch lässt mich leider etwas ratlos zurück. Ich hatte glaube ich etwas anders erwartet und als ich mich auf das Buch eingelassen hab, endetet es auch noch anders als ich gedacht habe.

Ein Roman, der am Rhein spielt, den ich so sehr mag und die Region schon mehrfach bereist habe. Interessante Lektüre dachte ich, doch leider war sie für mich nicht so perfekt. Es ist kein schlechtes Buch, aber es ist mir ein bisschen zu sehr von Rheinromantik angehaucht.

Julie und Johann sind zwei sympathische Protagonisten. Julie hat es nicht leicht muss sie doch hart als Magd arbeiten, um den eigenen Lebensunterhalt und den ihrer Schwester zu bestreiten. Ihr Vormund nutzt sie aus und behandelt sie nicht gut.

Johann arbeitet bei einem Unternehmen, welches die Begradigung vom Rhein vorantreibt. Doch er wird Zeuge eines ungeheuerlichen Vorfalls und will den Ort des Geschehens so schnell wie möglich verlassen.

Es geht viel um die Mythen und Sagen vom Rhein, die für meinen Geschmack ein wenig zu viel auf das Leben von Julie abfärben. Sehr interessant fand ich den geschichtlichen Aspekt der Rheinbegradigung und die Einführung der Dampfschifffahrt auf dem Rhein.

Das Ende hatte ich mir anders vorgestellt und bin aber nun dennoch gespannt auf den zweiten Teil.

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