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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2024

Sehr erhellend

Strong Female Character
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Fern Brady erzählt ihr Leben als Autistin. Sie hat sich schon früh anders gefühlt als die Menschen um sie herum. In der Schule brachte sie gute Leistungen blieb aber außen vor. Mit den blonden dünnen Mädchen ...

Fern Brady erzählt ihr Leben als Autistin. Sie hat sich schon früh anders gefühlt als die Menschen um sie herum. In der Schule brachte sie gute Leistungen blieb aber außen vor. Mit den blonden dünnen Mädchen konnte sie nichts anfangen, Smalltalk gewann sie nichts ab. Das grelle Licht des Klassenraums, die Geräusche ihrer Mitschüler, die Pausenglocke und erst die Geräuschkulisse in der Mensa empfand sie als Bombardement. Zuhause war Ärger unausweichlich. Sie verzog sich auf ihr Zimmer, weil sie den Lärm ihrer Familie nicht ertrug. Ihre Mutter wusch ihr am Abend die Haare und föhnte sie, für Fern eine Tortur, die ihr Körper mit starkem Juckreiz quittierte. Ihre Unfähigkeit sich anzupassen führte zu Geschrei, Demütigung und Ausgrenzung.

Auf die alltäglichen Überforderungen reagierte sie mit Weinkrämpfen oder schlug um sich. Die Eltern ignorierten oder bestraften Ferns augenscheinliches Fehlverhalten. Mehrere Aufenthalte in der Psychiatrie folgten. Die Autorin spricht über ihre Versuche sich anzupassen (maskieren) indem sie Mitschülerinnen nachahmte, aber die Zeichen der nonverbalen Kommunikation blieben ihr rätselhaft. Sie konzentrierte sich mit einer Intensität auf ihre Interessen, die andere befremdlich fanden und so lernte sie mehrere Sprachen, obwohl sie nie den Gedanken hegte zu verreisen, das hätte ihre Routinen durchbrochen und zu einem Zusammenbruch geführt. Als sie zu studieren begann, war sie erleichtert, dass sie von zu Hause wegkam. Ihre Eltern konnten sie finanziell nicht unterstützen, also jobbte sie nebenbei. Sie fand sich an der Universität nicht zurecht, schämte sich aber um Hilfe zu bitten und so brach sie immer wieder ab.

Fazit: Fern Brady ist ein gut verständliches Buch gelungen. Während sie von sich erzählt lässt sie alles einfließen, was es über die autistische Neurodiversität zu wissen gibt. Im Laufe ihres Lebens hat sie die Erfahrung gesammelt, dass Therapeuten, Psychiater und Klinikpersonal kaum etwas über den Autismus des Aspergersyndroms wissen. Wie empfindlich das Nervensystem von Autistinnen reagiert und wie schnell deren Organismus überdosiert werden kann. Die Inzidenz an Herz-Kreislaufproblemen zu erkranken, Drogenabhängigkeit oder erfolgreiche Suizide sind vielfach höher, als bei neurotypischen Menschen. Die Autorin zeigt die gesellschaftliche Überforderung im Umgang mit der autistischen unverblümten Ehrlichkeit, der Reizüberflutung, die das System jederzeit zusammenbrechen lassen kann. (Shutdown/Meltdown). Autismus ist in verschiedenen Gesellschaften immer noch ein Stigma, ähnlich wie psychische Erkrankungen, dabei könnten wir mit ein wenig Unterstützung gut koexistieren. Allerdings zeigt sich auch immer wieder, dass Menschen, die in einer Leistungsgesellschaft nicht einwandfrei funktionieren, schnell ausgemustert werden. Besonders interessant fand ich, wie Fern Brady über die autistische Offenheit gesprochen hat. Wir freunden uns gleich über die Maße an, wenn jemand nett zu uns ist. Die Unfähigkeit die Zeichen des sozialen Umgangs zu entschlüsseln führt oft zu übergriffigem Verhalten anderer gegen den autistischen Menschen. Daher ist es nicht selten, dass Autistinnen schon früh gemobbt werden oder sich in toxischen Beziehungen wiederfinden. Ich finde Fern Bradys Geschichte sehr erhellend und danke ihr, dass sie ihre Erfahrungen so offen geteilt hat. Als selbstbetroffene von mir ein klares Mustread, sowohl für neurodivergente Menschen als auch Außenstehende.

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Veröffentlicht am 31.10.2024

Rasante Story, lesenswert!

Reality, Reality
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Bibbs liebt Baby. Als sie sich kennenlernten trug sie Kleidergröße 40. Ihr Business als Influencerin lief mächtig. Die Firmen warfen ihr die Parfüms und Schminke hinterher. Mickey half ihr mit seinen Ideen ...

Bibbs liebt Baby. Als sie sich kennenlernten trug sie Kleidergröße 40. Ihr Business als Influencerin lief mächtig. Die Firmen warfen ihr die Parfüms und Schminke hinterher. Mickey half ihr mit seinen Ideen größer zu werden bis sie MTV moderierte. Ganz Stockholm erkannte sie auf der Straße. Sie hatte sich mit Baby eine größere Wohnung in der Slipgatan gemietet. Also Baby hatte sie gemietet, aber Bibbs hatte sie gefunden und als sie noch richtig verdiente kaufte sie schöne Dinge, um sie einzurichten.

Jetzt steht sie mit ihrer Louis Vuitton, in die sie hastig ein paar Unterhosen gestopft hat, vor der Haustür. Es war unfassbar. Baby hatte sich von ihr getrennt. Er wolle nicht mehr, halte die Meinungsverschiedenheiten nicht mehr aus, den Mangel an Gemeinsamkeiten und ihre Lügen. Wenn Bibbs jemanden liebte, dann ganz. Wenn Baby ein Lügner wäre, liebte sie eben einen Lügner, wäre er ein Dieb, dann liebte sie einen Dieb. Außerdem ist eine Lüge nichts anderes, als die Abwesenheit von Wahrheit. Sie hatte ihm laut gesagt, dass sie die Wohnung will. Die kannst du doch gar nicht bezahlen Bibbs, meinte Baby. Tatsächlich hatte sie nahezu kein Einkommen mehr. Sie lebte so in den Tag hinein, verstreute all ihren Krempel in ihrem Sichtfeld und wartete auf Aufträge, Einladungen und Shootings, aber die kamen nicht. Sie musste die Wohnung mit dem schönen Ausblick und dem Lottolädchen, in dem sie immer zwei Lose für den Eurojackpot kaufte haben, soviel war sicher, dafür würde jetzt hart arbeiten. Bis zum Wochenende hatte sie Zeit.

Bibbs wusste nicht wohin, lief ziellos durch die Stadt. Vor einer Bar sah sie Nina. Sie saß an diesem schwülen Sommerabend auf der Terrasse. Nina die dicke Schauspielerin, die ihr immer ein bisschen dumm vorkam. Im Gegensatz zu Bibbs war sie erfolgreich und jung. Bibbs setzte sich zu ihr und lud sie zu einem Glas Wein ein. Nina verneinte wegen der Kalorien. Sie hielt sich den Zeigefinger unter die Nase und blickte zu den Toiletten, Bibbs schüttelte den Kopf und Nina entschuldigte sich kurz. Was hatte Bibbs alles für Baby getan. Sie hatte ihm verziehen, dass er eifersüchtig auf ihre Bekanntheit war. Sie hatte 70.000 Follower, er hundert. Wenn er sie bedrohte, verzieh sie ihm. Wenn er seine Alkoholabstinenz einfach unterbrach, ohne sie zu fragen. Und auch wenn er auf ihre Sprachnachrichten nicht reagierte.

Fazit: Tone Schunnesson hat eine gewaltig gestörte Protagonistin geschaffen. In rasantem Tempo rennt die Ich-Erzählerin auf den Abgrund ihres Lebens zu. Sie leidet darunter älter zu werden und von der Bildfläche zu verschwinden. Weder ist sie mit Beharrlichkeit, Ordnungssinn oder einem moralischen Kompass gesegnet. Sie nimmt sich was sie kriegen kann, begibt sich konsequent in Abhängigkeit, manipuliert ihre Umwelt und fühlt sich unzulänglich. Ihre Liebesbeziehungen sind toxisch, der reale Blick auf ihr Dasein verstellt. Im Verlauf der Geschichte treibt sie ihr Spiel so weit, dass ich mich fragen mag, wer ist Täter. Die Autorin zeichnet die Dystopie einer kranken Liebesbeziehung und das Leben einer traumatisierten Frau, die nicht erwachsen werden konnte und ihre Einsamkeit damit zu kompensieren versucht im Mittelpunkt zu stehen. Das war ein spannender Ritt, voller Gefühle wie Abneigung, Ekel, Scham, Unglauben, aber auch Mitgefühl. Sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 30.10.2024

Wohltuend warmherziges Debüt

Als wir im Schnee Blumen pflückten
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Máriddja ist im Krankenhaus. Ihre Schmerzen im Bauch ließen sie die Ärztin aufsuchen, die sie nach der Untersuchung, mit ihren Reptilienaugenbrauen, mitleidig ansieht. Das Fräulein Doktor will Máriddja ...

Máriddja ist im Krankenhaus. Ihre Schmerzen im Bauch ließen sie die Ärztin aufsuchen, die sie nach der Untersuchung, mit ihren Reptilienaugenbrauen, mitleidig ansieht. Das Fräulein Doktor will Máriddja überreden sich helfen zu lassen. Sie solle ihr Haus in Nordschweden verlassen, um in ein Heim für Alte zu gehen. Máriddja allerdings geht auf die Palme und sonst gar nichts.

Als sie nach Hause kommt hat ihr Alter Biera den Briefkasten abgefackelt. Es seien ein ganzes Nest Kreuzottern darin gewesen ist sein Erklärungsversuch. Máriddja stöhnt und verdreht die Augen. Dem Alten kann sie unmöglich erzählen, dass sie krank ist und alleine lassen kann sie ihn auch nicht. Wenn sie doch noch einmal ihren Neffen Heaika-Joná sehen könnte. Bieras Schwester war damals noch so jung, als sie sich, wie eine räudige Hündin an die Hälse der Männer geschmissen hat. Sie haben den Jungen aufgenommen und waren so glücklich mit ihm, denn Máriddja hat nie in sich den Keim gespürt aus dem eine Frucht erwächst. Auch Bieras Schwester haben sie aufgenommen, aber die war faul, hat nicht im Haus geholfen und auch nicht draußen. Weggeschlichen hat sie sich nachts, um den Säufer zu treffen, der sie doch gerade erst geschwängert hatte. Dann als Heaika-Joná vier war, hat die Schwägerin den Jungen mitgenommen und ihnen beiden das Herz gebrochen.

Mimmi und Kaj haben sich verlobt, nachdem seine Mutter Laura gestorben ist. Das Verhältnis zu Laura war nicht einfach. Kaj fühlte sich schuldig, weil sie immer, wenn sie etwas über Kajs frühe Kindheit erzählen sollte, geweint hat. Ganz anders als bei seinem Stiefbruder Gustav. Nun sind sie in ein gemeinsames Haus gezogen und für Kaj wird ein lang gehegter Traum wahr. Das einzige Betrübnis, das ihn drückt ist, dass Mimmi sich Kinder wünscht und er sich nicht sicher ist, ob er diesen Wunsch teilen möchte.

Fazit: Tina Harnesk ist ein ungemein warmherziges Debüt gelungen. Die Geschichte verwebt ein altes wunderliches indigenes Ehepaar, das aus der einstigen Heimat umgesiedelt wurde. Sie haben sich ihre schöne mystische Sichtweise erhalten, haben aber niemanden an den sie ihre Kultur weitergeben können. Die erlebten Einschläge sitzen tief, haben sie hart gemacht und ihn weich und resigniert. Der andere Erzählstrang ist die übernächste Generation. Die Stimmfarbe ist zärtlich, humorvoll und voller Verständnis für das Alter. Die Naturverbundenheit der nordischen Völker fließt in viele Szenen ein. Einzelne Schicksalsschläge sind frei von Pathos in der Lage aufrichtiges Mitgefühl zu erzeugen. Selten hat mich eine Geschichte so gerührt und mir gleichzeitig so viel Raum zum Schmunzeln gelassen. Die Autorin besitzt ein ganz eigenes bodenständiges Schreibhandwerkszeug und die Kunst ihre eigene indigene Herkunft lebendig zu machen. Wundervoll.

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Veröffentlicht am 30.10.2024

Sehr gelungene Erzählung über eine dysfunktionale Familie

Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen
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1998 ist Regina einundfünfzig. Sie hat für ihre Töchter alle Träume aufgegeben, hat auf eine akademische Laufbahn verzichtet. Es grämt sie nachhaltig, dass ihre Eltern ihr, trotz der Intelligenz nach dem ...

1998 ist Regina einundfünfzig. Sie hat für ihre Töchter alle Träume aufgegeben, hat auf eine akademische Laufbahn verzichtet. Es grämt sie nachhaltig, dass ihre Eltern ihr, trotz der Intelligenz nach dem Abitur keine Unterstützung haben zukommen lassen. Nachdem sie als junge Frau herbe Rückschläge und Enttäuschungen mit Männern hinnehmen musste heiratete sie Edgar, seiner Ruhe, Zuverlässigkeit und Langweiligkeit wegen. Regina hat große Pläne für ihre Töchter. Sie ist sicher, dass beide erfolgreich studieren werden. Welche junge Frau wollte das heutzutage nicht, wenn sie es könnte?

Bei der Abi-Abschlussfeier ihrer älteren Tochter Antonia spielt diese ein Querflötensolo. Leider merkt Regina nicht, dass sie es seit Jahren übt und blickt betreten zu Boden. Edgar neben ihr wippt mit dem Fuß. Im Foyer bestaunt Regina die alabasterfarbene Haut Antonias, ihren schlanken aber weichen Körper. Sie ist nicht wie ihre sportliche Schwester Wanda, die ganz klar nach Regina kommt. Sie treffen auf die Berufskollegin Giselle, Professorin der Psychologie, die ihr in schlecht sitzendem Anzug eine frei gewordene Dozentur ans Herz legt. Als Regina zu Edgar ins Auto steigt schäumt sie vor Wut, sie fühlt sich von Giselle verhöhnt, denn die wisse genau, dass die Stelle ein Studium voraussetzt.

Wanda will im Gegensatz zu ihrer Schwester in allem die Beste sein. Tennis, Jazzdance, kaum Alkohol, kein Nikotin helfen ihr dabei, Regina zu gefallen. Seit ihre Mutter andere Frauen im Schwimmbad als Schlachtrösser bezeichnet, isst Wanda so wenig wie möglich. Ein Blick von ihrem Freund, den sie nicht zu deuten weiß, reicht aus damit sie sich dick fühlt.

Fazit: Anna Brüggemann erzählt mit feinsinnigem Gespür die innerfamiliäre Dynamik. Regina, die glaubt in allem zu kurz gekommen zu sein. Sie überträgt ihren Mangel an Liebe und Wertschätzung auf die Töchter, deren Selbstbild rissig wird. Die Autorin zeigt mir Reginas exorbitante Erwartungen und den Hochmut, indem sie mir ihre Gedanken zeigt. Dabei entsteht das Bild eines Charakters, der mehr als unangenehm ist. Sie ereifert sich bissig über ihre Mitmenschen und zeigt sich verbal übergriffig gegen ihre Töchter. Das Buch schildert die Thematik des weiblichen Narzissmus mit Bravour. Die Lieblosigkeit, befeuert durch das beißende Gefühl, nie das zu bekommen, was einem zusteht ist unter Frauen der Nachkriegsgeneration weit verbreitet und prägt die folgende Generation. Deshalb bin ich froh, dass die Autorin die Mechanismen so brillant aufzeigt. Der Leidensdruck aller Beteiligten ist riesig und darüber muss man sprechen. Ein großartiges Buch, das mich von der ersten Seite an nicht mehr losgelassen hat. Bleibt nur zu wünschen, dass viele, die unter ihren Müttern leiden, dieses Buch -trotz des sperrigen Titels- finden werden.

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Veröffentlicht am 28.10.2024

Schräge und gut gemachte Dystopie

Die kurze und schreckliche Regentschaft von Phil
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Die Bewohner von Innen-Horner haben sehr wenig Platz. Die anderen, außerhalb der Grenze ihres winzigen Landes nennt man Außen-Horner. Die wiederum möchten keinen Krümel von ihrem Land abgeben, auch weil ...

Die Bewohner von Innen-Horner haben sehr wenig Platz. Die anderen, außerhalb der Grenze ihres winzigen Landes nennt man Außen-Horner. Die wiederum möchten keinen Krümel von ihrem Land abgeben, auch weil sie befürchten, dass die anderen Popelländer dann auch ein Stück vom Kuchen wollen.

Der Grenzschutz der Außen-Horner findet problematisch, dass die Innen-Horner aus Platzmangel immer wieder den ein oder anderen Fuß auf ihr Land setzen. Phil ein Außen-Horner und Sonderling mittleren Alters, dessen Liebe einst von einer schönen Innen-Hornerin verschmäht wurde, spricht mit großer Autorität:

Dann besteuert sie.

Der Grenzschutz zeigt sich angetan von dieser grandiosen Idee und so nimmt man den Innen-Hornern ihren einzigen Apfelbaum, den Fluss und etwas Erde. Nachdem der Siegeszug ausgelassen gefeiert wurde, mehren sich die zuhörwilligen Außen-Horner. Phil benutzt viele verwirrende Phrasen, streut etwas Patriotismus hinzu, ein wenig Wertschätzung indem er das Gefühl von Stolz suggeriert und würzt seine Rede mit Charisma. Einzig die Grenzwächterin Melvin äußert leise Zweifel, die schnell im Keim erstickt sind.

Nachdem die Innen-Horner nun von ihren Ressourcen befreit sind, steht die nächste Steuerlast ins Haus und Phil insistiert, man könne ihnen die Kleider nehmen. Das ist keine große Sache, da die Innen-Horner in der Unterzahl sind. Von dem Steuererlös organisiert Phil noch ein paar Grenzposten zusätzlich, um die Innen-Horner besser kontrollieren zu können.

Fazit: Mit seinem ganzen Autorenkönnen illustriert George Saunders, wie ein Staat sich als Allmacht begreift und in die Totalität driftet. Anschaulich zeigt er, welche Mechanismen es braucht, die Macht an sich zu reißen, um Nachbarländer auszubeuten und zu kontrollieren. Protagonist und Nebendarsteller sind nicht menschlich gezeichnet, sondern eher als Maschinen. Die Geschichte ist anschaulich bebildert. George Saunders betont, dass er sich auf kein explizites Ereignis beruft, sondern lediglich die Dysfunktionalität des 20. Jahrhunderts versinnbildlichen wollte. Der wesentliche Aspekt, den der Autor rigoros herausgearbeitet hat ist der wesentliche menschliche Defekt des übergroßen Egos und des unbedingten Gewinnenwollens.

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