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Veröffentlicht am 15.09.2025

✎ Anna Gavalda - Zusammen ist man weniger allein

Zusammen ist man weniger allein
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Ich hatte mich sehr auf den Roman „Zusammen ist man weniger allein“ von Anna Gavalda gefreut. Der Klappentext versprach eine gefühlvolle Geschichte, voller Herzschmerz, aber auch mit humorvollen und warmen ...

Ich hatte mich sehr auf den Roman „Zusammen ist man weniger allein“ von Anna Gavalda gefreut. Der Klappentext versprach eine gefühlvolle Geschichte, voller Herzschmerz, aber auch mit humorvollen und warmen Momenten. Genau das habe ich mir erhofft - doch bekommen habe ich etwas völlig anderes.

Schon nach wenigen Seiten wirkte die Handlung eher wie ein Wirrwarr. Ich habe das Buch gemeinsam mit @linhelest angefangen, die nach einem Viertel abgebrochen hat. Und ehrlich gesagt, konnte ich das gut nachvollziehen. Ich selbst habe weitergelesen, vor allem weil mich das Schicksal der alten Paulette nicht losgelassen hat.

Doch der Stil - ob nun von der Autorin oder durch die Übersetzung - macht es einem wirklich schwer. Ständige Zeitsprünge lassen einen oft das Gefühl haben, man hätte etwas verpasst. Zudem zieht sich die Handlung spürbar in die Länge. Viele Szenen wirken belanglos und bremsen den Lesefluss, anstatt die Figuren oder die Handlung voranzubringen.

Obwohl man durchaus Einblicke in die Vergangenheit der vier Hauptfiguren bekommt, sind sie mir dennoch nicht durchweg sympathisch geworden. Gerade Franck blieb mir trotz seines Schicksale auf Distanz.

Besonders problematisch fand ich den Umgang mit den Krankheiten der Protagonisten. Philiberts Stottern verschwindet quasi durch Camilles Unterstützung und ein wenig Schauspielerei. Camilles Magersucht wiederum wird durch die Zuwendung von Franck, dem Koch, „geheilt“. Für mich wirkt das verharmlosend und respektlos gegenüber Menschen, die mit solchen Erkrankungen über Jahre hinweg Therapien durchlaufen.Ich empfand die Darstellung als unrealistisch und verantwortungslos.

Trotz all meiner Kritik hatte das Ende eine emotionale Wirkung auf mich. Auch wenn ich es kommen sah, hat mich eine Szene tatsächlich zu Tränen gerührt. Dieser Moment konnte das Gesamtbild für mich jedoch nicht retten.

Unterm Strich bleibt es für mich ein Roman mit einer starken Grundidee, die viel Potenzial hatte, aber in meinen Augen leider nicht ausgeschöpft wurde. Statt einer berührenden und mitreißenden Geschichte bekam ich einen verworrenen Text, der mich mehr verwirrt als begeistert hat.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 14.09.2025

✎ Mechthild Gläser - Die Buchspringer

Die Buchspringer
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Vor einigen Jahren hatte ich selbst eine ähnliche Geschichte für Erwachsene angefangen, sie aber irgendwann abgebrochen, weil sie mich damals nicht überzeugen konnte. Als ich nun „Die Buchspringer“ von ...

Vor einigen Jahren hatte ich selbst eine ähnliche Geschichte für Erwachsene angefangen, sie aber irgendwann abgebrochen, weil sie mich damals nicht überzeugen konnte. Als ich nun „Die Buchspringer“ von Mechthild Gläser im Tauschschrank entdeckte, habe ich das Buch spontan mitgenommen. Ich dachte, es könnte vielleicht etwas für die Schulbibliothek sein, und außerdem wollte ich mitreden können. Also habe ich mich entschieden, es mir anzuhören.

Die Grundidee, in Bücher hineinspringen und mit literarischen Figuren interagieren zu können, fand ich zunächst spannend. Genau das hatte mich neugierig gemacht. Doch je weiter ich kam, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass die Umsetzung hinter dem Potenzial zurückbleibt. Auf der einen Seite ist die Geschichte fantasievoll, aber auch recht oberflächlich. Sowohl die Handlung als auch die Figuren wirkten auf mich wenig greifbar.

Besonders deutlich wurde das an der Enthüllung um Amys Vater. Ich hatte diese Wendung zwar geahnt, doch anstatt wirklich darauf einzugehen, bleibt der Roman an der Oberfläche. Gerade weil dieser Aspekt so wichtig für die gesamte Geschichte ist, hätte ich mir hier mehr Tiefe gewünscht. Leider wird er nur kurz erwähnt und spielt später gar keine Rolle mehr.

Auch an Klischees spart Mechthild Gläser nicht.
Die Mutter verheimlicht Amy ihre magischen Fähigkeiten? Check!
Amy als Neuling merkt sofort, dass etwas nicht stimmt? Check!
Die Protagonistin wird nicht ernst genommen? Check!
Es gibt eine superreiche Zicke? Check!
Der Gegenspieler ist böse und durchgeknallt? Check!
Protagonistin erfährt Mobbing in der Schule? Check!
Die Liste könnte man unendlich weiterführen …

Am Ende blieb bei mir von der Geschichte kaum etwas hängen. Ich habe das Hörbuch zwar bis zum Schluss durchgehört, aber wenn ich es als Printausgabe gelesen hätte, hätte ich vermutlich irgendwann abgebrochen. Das liegt nicht daran, dass „Die Buchspringer“ grundsätzlich schlecht wäre - die Idee ist wirklich reizvoll -, sondern daran, dass sich die Handlung für mich unglaublich in die Länge zog und Ideen einfach in den Raum geworfen und dann nicht weiterverfolgt wurden.

So sehr ich das Konzept mag, fehlt mir die emotionale Tiefe, die ein Buch unvergesslich macht. Für mich war es eine nette, aber schnell vergessene Lektüre, die mich leider nicht so begeistert hat, wie ich es mir erhofft hatte.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 29.05.2025

✎ Joanne K. Rowling - Harry Potter 7 und die Heiligtümer des Todes

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Harry Potter 7)
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Der siebte und (vor)letzte Band der Harry-Potter-Reihe von Joanne K. Rowling hebt sich in meinen Augen deutlich von seinen Vorgängern ab - nicht nur, weil Hogwarts als Hauptschauplatz größtenteils fehlt. ...

Der siebte und (vor)letzte Band der Harry-Potter-Reihe von Joanne K. Rowling hebt sich in meinen Augen deutlich von seinen Vorgängern ab - nicht nur, weil Hogwarts als Hauptschauplatz größtenteils fehlt. Stattdessen begleiten wir Harry, Hermine und Ron auf einer Art magischem Roadtrip quer durch Großbritannien. Was zunächst nach einer spannenden Abwechslung klingt, entpuppt sich streckenweise als zäh und langatmig.

Gerade im Mittelteil zieht sich die Handlung wie Kaugummi. Man wartet auf den nächsten echten Fortschritt, doch stattdessen scheint sich die Geschichte im Kreis zu drehen. Dieser fragmentierte Erzählstil nimmt leider viel von der Dynamik, die frühere Bände so lebendig gemacht hat.

Was mir schon in den vorherigen Teilen aufgefallen ist, wird hier besonders deutlich: JKR nimmt es mit ihrer eigenen Welt manchmal nicht ganz so genau. Zufälle reihen sich aneinander, Logiklücken tun sich auf, und manche Wendungen wirken eher konstruiert als überzeugend. Es fühlt sich streckenweise so an, als würde die Autorin ihren eigenen Plot ignorieren - oder ihn zumindest nur dann aufgreifen, wenn es gerade passt. Es gibt so viele Sachen aus den ersten Bänden, die man hätte einflechten können, die jedoch keine Erwähnung finden. Stattdessen werden Lesende mit neuen, teilweise schwer nachvollziehbaren magischen Elementen geködert, die vorher nie eine Rolle gespielt haben. Ich empfand das als „nachgeschobene Rettungsanker“, die der Geschichte eher schadeten als halfen.

Erschwerend kommt hinzu, dass liebgewonnene Figuren wie beiläufig aus der Geschichte verschwinden. Der Tod bedeutender Charaktere war schon immer Teil der Reihe, doch in diesem Finale wirken manche Entscheidungen nahezu beliebig. Die emotionale Wucht bleibt aus - nicht etwa, weil einem die Figuren egal wären, sondern weil ihre Tode weder dramaturgisch noch inhaltlich wirklich tragen.

„Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ hätte ein würdiger Abschluss sein können - wenn man konsequenter erzählt, alte Handlungsstränge sinnvoll eingebunden und das Erzähltempo besser austariert hätte. So jedoch bleibt bei mir vor allem das Gefühl zurück, dass dieser Abschluss eher Pflicht als Kür war.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 07.03.2025

✎ Sabine Kuegler - Dschungelkind 2 Ruf des Dschungels

Ruf des Dschungels
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Bereits „Dschungelkind“ hat meinen Erwartungen nicht entsprochen. „Der Ruf des Dschungels“ tat es noch viel weniger.

Wie schon in Teil 1 springt die Autorin auch hier von einem Thema zum anderen, schneidet ...

Bereits „Dschungelkind“ hat meinen Erwartungen nicht entsprochen. „Der Ruf des Dschungels“ tat es noch viel weniger.

Wie schon in Teil 1 springt die Autorin auch hier von einem Thema zum anderen, schneidet an, verwirft, setzt wieder an, …
Hinzu kommen etliche Wiederholungen aus dem 1. Band, deren es meiner Meinung nach nicht bedurfte.

Doch das Schlimmste war für mich die Überheblichkeit, die aus den Zeilen sprach.
Wenn sie auf die politische Situation in West-Papua wirklich aufmerksam hätte machen wollen, hätte sie ein komplettes Buch darüber schreiben sollen. Ohne sich ständig in den Mittelpunkt zu stellen. Ohne den White Saviorism.

Was die tatsächliche Intension dieses Buches ist, wird bis zum Schluss nicht klar, da es keinen wirklichen Fokus gibt.

Auf meinem SuB befindet sich seit Jahren der dritte Teil der Reihe: „Jägerin und Gejagte“. Ob ich ihn mir anhören werde, steht noch in den Sternen. Der Klappentext liest sich wie ein Abklatsch von Band 1 & 2 …

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 30.10.2024

✎ Lisa Jackson - Bentz und Montoya 6 Mercy

Mercy. Die Stunde der Rache ist nah
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„Mercy“ ist durch eine Freundin bei mir eingezogen. Sie hatte nur zwei Teile der Reihe und meinte, man könne sie gut nebenbei lesen. Ich hatte durch Zufall das Hörbuch in der Onleihe entdeckt und es damit ...

„Mercy“ ist durch eine Freundin bei mir eingezogen. Sie hatte nur zwei Teile der Reihe und meinte, man könne sie gut nebenbei lesen. Ich hatte durch Zufall das Hörbuch in der Onleihe entdeckt und es damit probiert.

Ich war mir unsicher, ob ich eine Reihe mittendrin anfangen kann, doch da ich keine 5 Bände vorher hören oder lesen wollte und diese auch nicht auszuleihen sind, habe ich es einfach riskiert.

Natürlich verpasst man ein wenig das Leben vom Protagonisten. Doch ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass mir irgendetwas fehlen würde.

Die Handlung ist ziemlich in die Länge gezogen. Normalerweise stört mich solch ein Detail bei einem Hörbuch eher weniger, doch hier empfand ich es schon als extrem.
Spannung kam dadurch bei mir überhaupt nicht auf. Das lag vielleicht auch daran, dass ich vieles vorhersehen konnte bzw. vieles von der Autorin selbst vorweg genommen wurde.
Zudem gibt es ständig Wiederholungen, die völlig unnötig sind.

Hinzu kommt, dass die Story für mich an den Haaren herbeigezogen ist.
Da passt vorne und hinten nichts - zumindest nicht, wenn nicht alles konstruiert wäre.
Da trifft ein Zufall auf den anderen. Handelnde Personen haben mehrmals unheimliches Glück, wo es normalerweise keins gibt.

Vom Nebenstrang mag ich eigentlich gar nicht erst anfangen. Der war genauso unpassend. Warum gerade jetzt? Warum nach 12 Jahren? Alles Fragen, die nach Beendigung der Lektüre bestehen bleiben.

„Desire: Die Zeit der Rache ist gekommen“ befindet sich noch auf meinem SuB. Derzeit habe ich kein Verlangen danach, es in die Hand zu nehmen. Aber vielleicht gebe ich der Autorin irgendwann noch mal eine Chance …

©2024 Mademoiselle Cake