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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.11.2024

es gibt noch Luft nach oben

Love Letters to a Serial Killer
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Der Roman ist in einfacher, leicht und schnell zu lesender Sprache verfasst und beschreibt die Geschichte aus der Sichtweise von Hannah, die sich in einen „Serienkiller“ verliebt. Die Verträumtheit und ...

Der Roman ist in einfacher, leicht und schnell zu lesender Sprache verfasst und beschreibt die Geschichte aus der Sichtweise von Hannah, die sich in einen „Serienkiller“ verliebt. Die Verträumtheit und Verliebtheit von Hannah ist zentrales Thema und beschäftigt und prägt ihren gesamten Tagesablauf, sodass sie sogar in ihrem Job gekündigt wird und sich von ihren Freundinnen distanziert. Die Briefe, die sie an William ins Gefängnis schickt sind einerseits interessant, aber bleiben leider recht oberflächlich. Hier hätte ich mir tiefgreifendere Gespräche gewünscht, von beiden Seiten. Gleichzeitig tauscht sich Hannah in einem Forum für Gleichgesinnte aus, die sich auch mit den Mordfällen und den Gerichtsverhandlungen von William interessieren aus. Auch hier werden nur kurz Vermutungen angestellt, aber keine wirklichen Erkenntnisse oder relevante Inhalte ausgetauscht. Für ein True-Crime-Forum hätte ich mir mehr Aktivität und Recherche sowie Ergebnisse gewünscht, was leider nicht der Fall war. Hannah wird als unsichere, wenig selbstbewusste und naive Frau dargestellt, was mir nicht so gefallen hat, sie hätte vielschichtiger dargestellt werden können. Außerdem werden ziemlich viele Klischees bedient und auch der Schluss war für mich vorhersehbar. Aus dem Thema hätte man noch mehr herausholen können, es gibt noch Luft nach oben.

Veröffentlicht am 01.11.2024

es geht spannender

Die Burg
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Mich hat das Thema der Künstlichen Intelligenz in Kombination mit der restaurierten alten Burg als Kulisse sehr gut gefallen. Ich war gespannt darauf, zu erfahren, wie es die Autorin schafft das Historische ...

Mich hat das Thema der Künstlichen Intelligenz in Kombination mit der restaurierten alten Burg als Kulisse sehr gut gefallen. Ich war gespannt darauf, zu erfahren, wie es die Autorin schafft das Historische mit den neuen Medien zu verknüpfen, ohne dass eine Richtung darunter leidet oder unrealistisch rüberkommt.
Der Einstieg hat mir sehr gut gefallen, die Beschreibung der Burg, die Escape-Room-Atmosphäre und das Ankommen der einzelnen Gäste. Zu Beginn wusste man als Leser*in von den geladenen Gästen und dem Personal der Burg wenig, mit der Zeit haben sich immer mehr Details hinzugefügt. Trotzdem sind mir einige Charaktere zu kurz gekommen und nur oberflächlich geblieben. Die Fehlfunktionen der KI und die ewig lange Suche nach einem Ausweg aus den unterirdischen Gängen und Räumen der Burg war zu Beginn spannend, hat dann aber mit der Zeit an Spannung verloren, vor allem auch, da ähnliche Szenen vorgekommen sind und dieser Part im Vergleich zum restlichen Teil des Buches viel zu ausgeschmückt dargestellt wurde. Die Aufklärung am Ende war dann wieder recht kurz und knapp.
Ich hätte mir mehr Spannung im Mittelteil gewünscht und auch Platz für alle Charaktere, sodass sie authentischer erlebt werden können. So sind für mich einige Leute doch recht blass und oberflächlich geblieben.

Veröffentlicht am 30.10.2024

zu viele ungeklärte Situationen

Die Villa im Moor
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Die Idee der Geschichte finde ich spannend, die Umsetzung allerdings ist nicht ganz gelungen. Der Schreibstil und die Untermauerung mit den wirren Tonaufzeichnungen passt sehr gut zum Thema und lässt sich ...

Die Idee der Geschichte finde ich spannend, die Umsetzung allerdings ist nicht ganz gelungen. Der Schreibstil und die Untermauerung mit den wirren Tonaufzeichnungen passt sehr gut zum Thema und lässt sich auch schnell und unkompliziert lesen. Das Unterbewusstsein und Sinnestäuschungen sind Themen, die man gut für solche Psychogeschichten nutzen kann, allerdings finde ich es hier nicht immer glaubwürdig umgesetzt und oft war mir auch der Zusammenhang zu wenig deutlich oder gar unklar. Ellen ist eine interessante Person, bei ihr weiß man als Leser*in nie, was man von ihren Erinnerungen und Aufzeichnungen halten soll, auch sie selbst hat durch ihre Aufzeichnungen keine Sicherheit gewonnen. Verwirrend war sie aber schon vor dieser Zeit in der Villa im Moor, sodass Ellen nicht nur zwei, sondern noch mehr Persönlichkeiten angenommen hat. Das Ende war für mich nicht zufriedenstellend, es werden einige Situationen nicht aufgelöst und es bleiben viele Unklarheiten offen.

Veröffentlicht am 30.10.2024

mit Flair und Gemütlichkeit

Der blaue Salamander
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Der Capri-Krimi beginnt gemütlich und dennoch temperamentvoll und bietet vor allem das Flair der Region mit den Schrullen und Eigenheiten der dort lebenden Personen. Der Mordfall geschieht schon zu Beginn ...

Der Capri-Krimi beginnt gemütlich und dennoch temperamentvoll und bietet vor allem das Flair der Region mit den Schrullen und Eigenheiten der dort lebenden Personen. Der Mordfall geschieht schon zu Beginn und die Ermittlungen ziehen sich dahin. Rizzi hat interessante Ermittlungsansätze, aber insgesamt geht es mir zu langsam bis endlich Licht ins Geschehen kommt. Es werden alle möglichen Geschichten ausgegraben und Gerüchte und Vermutungen angesprochen, gleichzeitig spielt auch das Privatleben der Beteiligten eine große Rolle. Insgesamt ist er zwar lokal und interessant geschrieben, aber für mich etwas zu wenig Krimiflair und zu langsam. Das Cover finde ich hingegen sehr gelungen!

Veröffentlicht am 17.10.2024

Potenzial verschenkt - mehr Perspektiven wären spannend gewesen

Vor der Stille
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Der Kriminalroman hat mich zu Beginn aufgrund des harmonischen, idyllischen Covers in angenehmer Farbgestaltung angesprochen. Die beiden vorigen Teile habe ich nicht gelesen, ich bin direkt mit dem dritten ...

Der Kriminalroman hat mich zu Beginn aufgrund des harmonischen, idyllischen Covers in angenehmer Farbgestaltung angesprochen. Die beiden vorigen Teile habe ich nicht gelesen, ich bin direkt mit dem dritten Teil eingestiegen. Dies war inhaltlich kein Problem, da der Fall in sich abgeschlossen ist, in Bezug auf die Beziehung zwischen Jan und Hanna war es zu Beginn allerdings schwierig auszuloten, warum sie sich in gewissen Situationen für mich ungewöhnlich verhalten. Die Vermischung der Arbeits-Freundschafts-Liebesbeziehung und das ständige hin und her hat mir generell nicht gefallen und am Ende war es mir dann auch zu plötzlich und direkt, sodass es mit den vorangegangenen Aussagen nicht ganz stimmig war.
Die Kapitel werden abwechselnd aus Sicht von Jan und Hanna erzählt, was ich abwechslungsreich und spannend finde. Mir hätten noch weitere Perspektiven, beispielswiese von anderen Ermittlerinnen oder auch Rückblenden von Lisa als Ergänzung gut gefallen. Die Tagebucheinträge ziemlich am Schluss finde ich spannend, ansonsten waren die anderen Perspektiven eher wenig vertreten. Die beruflichen Herangehensweisen sowie die illegalen Tracker-Aktivitäten von Hanna haben zwar immer schnell zu einem kurzweiligen Erfolg geführt, haben mir aber aus ethischen Gründen gar nicht gefallen. Generell hatte ich mir von den Expertinnen mehr erwartet. Jan ist uns ein ausführliches Täterprofil bis zum Schluss schuldig geblieben bzw. hat einmal kurz und so vage formuliert, das hätte jede/r hinbekommen. Die Integration ins Team hat absolut nicht funktioniert, es war auch kein Bemühen zu erkennen, von beiden Seiten nicht. Dies finde ich unprofessionell und passt auch nicht zu Jans Berufsbild.
Die Auflösung am Ende war nicht mehr ganz so überraschend, es hat sich schon angebahnt und dann auch keine Wendungen oder bösen Überraschungen mehr gegeben. Das Buch hat mir insgesamt gut gefallen, es hätte allerdings noch das Potenzial dazu gehabt, spannender zu sein, indem man weitere Sichtweisen einbezogen hätte.