Wenn die eigene Familie zum Problem wird
Die Garnett GirlsButter bei die Fische…Könntet ihr euch vorstellen, in der Nähe eurer Eltern zu wohnen und beinahe täglich kommen diese vorbei und nutzen euer Haus, feiern hierin Partys und machen Vorschriften, wie ihr ...
Butter bei die Fische…Könntet ihr euch vorstellen, in der Nähe eurer Eltern zu wohnen und beinahe täglich kommen diese vorbei und nutzen euer Haus, feiern hierin Partys und machen Vorschriften, wie ihr euer Leben zu gestalten habt?
Bei mir wäre das wohl der Punkt, wo ich das Weite suchen würde. Was nicht daran liegt, dass ich meine Familie nicht mag. Aber ein bisschen Selbstverwirklichung und Privatsphäre hätte ich schon gern 😉
Das Buch handelt von 3 Schwestern und ihrer Mutter, die eine sehr toxische Bindung zueinander haben. Eine der Töchter wohnt im alten Elternhaus, welches dauerhaft von der Mutter besetzt wird. Eine andere ist in Übersee und die dritte versucht es allen anderen recht zu machen und verliert sich dabei selbst.
Nun, das Drama ist hier vorprogrammiert und davon gibt es in diesem Buch nicht zu wenig…
Bevor die eigentlichen Geschehnisse stattfinden und wir die aktuelle Situation der Frauen kennenlernen, werden unterschiedliche Kapitel aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Mich hat das zunächst wirklich sehr verwirrt, weil ich dann absolut nicht wusste, wie die Konstellationen aussehen, wer mit wem liiert ist und wie die Zusammenhänge sind. Ich habe mich mit den Informationen schlichtweg überladen gefühlt.
Erst gegen Mitte des Buches wurde es besser, sodass ich mehr und mehr die Charaktere verstanden habe – bis auf die Mutter. Die war bei mir bis zum Ende des Buches ein Dorn im Auge und absolut unsympathisch. Was aber auch daran liegen könnte, dass sie enorm negativ dargestellt wird.
Leider werden die Probleme aus der Vergangenheit bis zum Ende des Buches nicht offen kommuniziert und angesprochen. Dabei geht es nicht nur um die Konflikte, die sich aufgebaut haben, sondern auch die fehlende Vaterfigur, die ständig wechselnden Männer und Liebschaften der Mutter, die Bevormundung, Alkohol,…Die Liste wäre einfach zu lang.
Die Aufarbeitung hätte ich mir wirklich gewünscht, denn dies scheint bei allen ein sehr tiefes Trauma hinterlassen zu haben, was sich bis ins Erwachsenenleben durchgezogen hat. Viel eher werden diese Punkte totgeschwiegen, damit man Konfrontationen aus dem Weg geht. Daher war auch das ‚heile Welt‘-Ende nicht wirklich das, was mich überzeugen konnte.